Städtisches Wasserwerk: Unterschied zwischen den Versionen
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Am [[31. Oktober]] [[1875]] wurde die neue Fürstenquellen-Wasserleitung an die [[Stadtgemeinde Salzburg]] übergeben. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18940113&seite=17&zoom=33&query=%22Wasserwerk%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1894]</ref> Die jährlichen Betriebskosten wurden, abzüglich der Kosten für die 14 öffentlichen Brunnen, für die Bewässerung der öffentlichen Gärten und für die 111 Hydranten für Gassenbesprengung und die Feuerwehr, als Wasserzins anteilig an die in 416 Häusern mit 2343 Abnahmestellen befindlichen einzelnen Haushalte weiterverrechnet. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18770220&seite=2&zoom=33&query=%22Wasserzins%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1875]</ref> | Am [[31. Oktober]] [[1875]] wurde die neue Fürstenquellen-Wasserleitung an die [[Stadtgemeinde Salzburg]] übergeben. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18940113&seite=17&zoom=33&query=%22Wasserwerk%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1894]</ref> Die jährlichen Betriebskosten wurden, abzüglich der Kosten für die 14 öffentlichen Brunnen, für die Bewässerung der öffentlichen Gärten und für die 111 Hydranten für Gassenbesprengung und die Feuerwehr, als Wasserzins anteilig an die in 416 Häusern mit 2343 Abnahmestellen befindlichen einzelnen Haushalte weiterverrechnet. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18770220&seite=2&zoom=33&query=%22Wasserzins%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1875]</ref> | ||
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Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] waren die Abdrosselungen gerade in der Zeit des Meistbedarfes im Sommer zur Unerträglichkeit geworden. Es standen nur 134 Liter pro Kopf und Tag der Bevölkerung zur Verfügung. Daher wurde in den [[1920]]er Jahren ein Projekt zur Nutzung der [[Taxachquelle]] und der [[Trickla]]quelle des [[Tennengebirge]]s bei [[Abtenau]] entwickelt. Aus finanziellen Gründen, der Aufwand hätte rund 8 Millionen Schilling erfordert, wurde davon Abstand genommen. | Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] waren die Abdrosselungen gerade in der Zeit des Meistbedarfes im Sommer zur Unerträglichkeit geworden. Es standen nur 134 Liter pro Kopf und Tag der Bevölkerung zur Verfügung. Daher wurde in den [[1920]]er Jahren ein Projekt zur Nutzung der [[Taxachquelle]] und der [[Trickla]]quelle des [[Tennengebirge]]s bei [[Abtenau]] entwickelt. Aus finanziellen Gründen, der Aufwand hätte rund 8 Millionen Schilling erfordert, wurde davon Abstand genommen. | ||
Version vom 4. Januar 2017, 23:37 Uhr
Das Städtisches Wasserwerk war zwischen 1875 und 1922 eine Fürsorgeanstalt der Stadtgemeinde Salzburg. Ab 1922 wurde die Wasserversorgung der Stadt Salzburg eine wirtschaftliche Unternehmung der Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft), die 1950 in Salzburger Stadtwerke eingebracht wurde, welche später im Jahr 2000 in der Salzburg AG aufging.
Geschichte
Die Wasserversorgung der Stadt Salzburg bereitete auf Grund der Lage am Salzach-Fluss in der Geschichte keine besonderen Schwierigkeiten. Verwendet wurde das Wasser der Salzach, Grundwasser, sowie das Wasser vom nahen Mönchsberg und Kapuzinerberg. In der Stadt zerstreut lagen etwas mehr als hundert Wasserbehälter. Die klaren Bergquellen in der nächsten Umgebung lockten schon frühzeitig, diese für die Versorgung der Stadt zu verwenden. Die Erzbischofe ließen sich aus Fürstenbrunn schon im Mittelalter durch eigene Reiter frisches Quellwasser bringen. 1654 fasste Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein den Gedanken, die Fürstenquelle unter Druck durch eine Wasserleitung aus Holzrohren in die Stadt zu leiten. Dieser Plan wurde auch ausgeführt und so wurde der Residenzbrunnen errichtet. Erstmals stand auch für die Bevölkerung ein Brunnen zur Verfügung, der einem Wasserbecken mit einem Volumen von 2500 Eimern entsprach.
1866 trat der Gemeinderat der Stadt Salzburg an den Besitzer der am Untersberg gelegenen Fürstenbrunnquelle, den König Ludwig von Bayern, mit Bitte um Überlassung von 90 österreichischen Kubikfuß in der Minute, gleich 47,4 Liter pro Sekunde oder rund 1,5 Millionen Kubikmeter im Jahr heran. Mit Entschließung vom 13. März 1866 bewilligte der König als Schenkung die erbetene Wassermenge der Stadt Salzburg auf immerwährende Zeiten.
Danach wurde verschiedene Offerte zum Bau der Wasserleitung eingeholt, insbesondere aus Paris, Prag und Frankfurt.
Etwa 1872-1875 übernahm die Frankfurter Wasserwerksgesellschaft den Bau einschließlich Fassung der Quelle, der Rohrleitung, eines Betonbehälters auf dem Mönchsberg und des Stadtrohrnetzes zum Pauschalbetrag von 400 000 Silbergulden. [1] [2]
Am 31. Oktober 1875 wurde die neue Fürstenquellen-Wasserleitung an die Stadtgemeinde Salzburg übergeben. [3] Die jährlichen Betriebskosten wurden, abzüglich der Kosten für die 14 öffentlichen Brunnen, für die Bewässerung der öffentlichen Gärten und für die 111 Hydranten für Gassenbesprengung und die Feuerwehr, als Wasserzins anteilig an die in 416 Häusern mit 2343 Abnahmestellen befindlichen einzelnen Haushalte weiterverrechnet. [4]
Durch Fassung und Zuleitung auch der Gaisberg- und Gersbergquellen wurde Wassernot, verursacht durch den Aufschwung Salzburgs in den 1870er Jahren und die damit einhergehende Bevölkerungszunahme, vorübergehend gebannt.
Im Ersten Weltkrieg waren die Abdrosselungen gerade in der Zeit des Meistbedarfes im Sommer zur Unerträglichkeit geworden. Es standen nur 134 Liter pro Kopf und Tag der Bevölkerung zur Verfügung. Daher wurde in den 1920er Jahren ein Projekt zur Nutzung der Taxachquelle und der Tricklaquelle des Tennengebirges bei Abtenau entwickelt. Aus finanziellen Gründen, der Aufwand hätte rund 8 Millionen Schilling erfordert, wurde davon Abstand genommen.
Am 1. April 1922 wurde das Städtische Wasserwerk, bis dahin eine Fürsorgeanstalt der Stadtgemeinde Salzburg, dem Städtischen Gaswerk unterstellt. [5]
1926 stehen dem Städtischen Wasserwerk zur Wasserversorgung der Stadt Salzburg aus Fürstenbrunnleitung 45 Sekundenliter, aus der Gersbergleitung 17 Sekundenliter, sowie aus der Pumpstation im Brunnhaus 10 Sekundenliter, insgesamt 72 Sekundenliter zur Verfügung, was insgesamt 2,2 Millionen Kubikmeter im Jahr entspricht. [6]
1928 wurde das zweite Projekt, die erhöhte Inanspruchnahme der Fürstenbrunnquelle durch Errichtung eines Tiefquellwerkes, zur Umsetzung gebracht. Statt bisher 47,4 Litern pro Sekunde können jetzt 80 Litern pro Sekunde oder rund 2,5 Millionen Kubikmeter im Jahr entnommen werden. Das besondere dieser neuen Anlage besteht nun darin, dass der Überschussdruck aus der Fürstenquelle (der Hochquelle) dazu verwendet wird, um das Glanegger Tiefenquellwasser herauf zu pumpen, und dann beide Wassermengen in die Wasserreservoire auf dem Mönchsberg hinaufzudrücken.
Zur besseren Druckverteilung in der Stadt wurden gleichzeitig zwei große Ringleitungen um die Stadtteile je links und rechts der Salzach herumgebaut.
1932 standen aus allen Quellenfassungen der Stadt Salzburg jährlich zirka 4 Millionen Kubikmeter zur Verfügung.
Das Grundwasserwerk Glanegg am Fuße des Untersbergs besteht aus drei Vertikal-Filterbrunnen und einen 1965 errichteten Horizontal-Filterbrunnen betrieben. Mit diesem Grundwasserwerk dürfen bis zu 10,3 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr gefördert werden.
1976 wurde beim Grundwasserwerk St. Leonhard ein Horizontal-Filterbrunnen in Betrieb genommen. Mit ihm wird ein unabhängiges Wasservorkommen genützt, das vom Grundwasser-Begleitstrom der Königsseeache gespeist wird.
Etwa bis Anfang 1980 war der Untersberg der Hauptwasserspender für die Stadt Salzburg.
1984 wurde als Notversorgung die so genannte „Wasserschiene", eine Verbindungsleitung zwischen Salzburg und Hallein, errichtet.
2003 wurde die „Wasserschiene" von Hallein bis Kuchl-Jadorf mit einer Länge von 4.157 Metern weiter ausgebaut. Im Anschluss daran wurde der Brunnen Taugl abgeteuft und ging am 1. April 2004, mit einem Konsens von 150 Liter pro Sekunde in Betrieb. Damit wurde eine gegenseitige Wasserlieferung möglich. Über diese Wasserschiene kann Wasser aus dem Grundwasserwerk Gamp in die Versorgungsleitungen der Stadt Salzburg eingespeist und auch alle Verbandsgemeinden verteilt werden.
Anmerkung
Die Salzburg AG steht im Eigentum: 42,56% Land Salzburg, 31,31% Stadt Salzburg 26,13% Energie AG Oberösterreich, Service und Beteiligungsverwaltungs GmbH. Aus den Geschäftsbericht der Salzburg AG ist leider nicht herauszulesen, ob die heutige Unternehmenssparte "Wasser" nach wirtschaftlichen oder gemeinwirtschaftlichen, öffentlich-rechtlichen oder privatwirtschaftlichen Grundlagen (aktienrechtlichen oder genossenschaftlichen) Rahmenbedingungen geführt wird.
Quelle
- Das Buch der Stadt Salzburg, 1932, Die Städtischen Wasserwerke (Direktor August Roßkothen), Seite 193 f
- www.wasserwerk.at
- Mag. Thomas Schmiedbauer, eigene Recherche