Wolfgang Hagenauer: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 30. März 2016, 09:27 Uhr

Wolfgang Hagenauer (* 16. Oktober 1726 in Ainring, † 16. Dezember 1801 in Salzburg) war ein bekannter Salzburger Architekt, höfischer Hofbauverwalter, Architekt des Sigmundstores und der Marienstatue am Domplatz und vieler sonstiger Kirchen und Gebäude des Erzbistums Salzburg. Er entstammte der Hagenauer-Dynastie aus dem Paul´schen Zweig, und war gemeinsam mit seinem Bruder ein führender Vertreter des Klassizismus in Salzburg.

Biographie

Wolfgang (V.) Hagenauer wurde am 16. Oktober 1726 als ältestes von elf Kindern am Amangut zu Straß in Ainring bei Freilassing als Sohn des Gutsbesitzers und Bauern Wolfgang (III.) Hagenauer und dessen Ehefrau Maria (geb. Hasenerl) geboren. Damals gehörte Straß zu Salzburg, heute ist der Ort oberbayrisch. Wolfgang (V.) war außerdem der Bruder des Bildhauers Johann Baptist Hagenauer, des Architekten Johann Georg Hagenauer und des Vikars Andreas Hagenauer.

In Salzburg wurde er von seinem Onkel Johann Lorenz Hagenauer, einem reichen Handelsmann der auch Hausherr und Gönner Wolfgang Amadeus Mozarts war, entdeckt und gefördert. Wolfgang Hagenauer sollte als erstgeborener Sohn eigentlich den väterlichen Hof bei Ainring übernehmen, doch dazu sollte es nicht kommen. 1750 starb Wolfgangs Vater und da kein einziger seiner zahlreichen Brüder das väterliche Gut übernehmen wollte, trat eine Schwester mit ihrem Mann dieses Erbe an. Wolfgang absolvierte 1751 vorerst eine Zimmermannsausbildung in Salzburg und wohnte während dieser Zeit im Haus seines Onkels, dem heute bekannten Hagenauerhaus (Mozarts Geburtshaus) in der Getreidegasse.

1755 folgte Wolfgang Hagenauer seinem jüngeren Bruder an die Wiener Akademie nach, um Architektur zu studieren. Sein Bruder Johann Baptist war bereits seit 1754 an die Wiener Akademie inskribiert, um dort Bildhauerei zu studieren. Die Studien der beiden Brüder wurden durch ein vom Salzburger Fürsterzbischof Schrattenbach gewährtes Stipendium und die finanzielle Unterstützung ihres Onkels Johann Lorenz Hagenauer ermöglicht. 1759 kehrte Wolfgang nach Salzburg zurück und wurde vom Erzbischof am 17. Jänner 1760 zum Hofbauverwalter bestellt und in den Rang eines hochfürstlichen Kammerdieners erhoben. Wolfgang erlangte jedoch nie die gleiche soziale Anerkennung wie seine beiden jüngeren Brüder Johann Baptist und Johann Georg, denen beiden das Recht zugestanden wurde, das Adelsprädikat "von Hagenauer" zu tragen. Gleichzeitig gründete Wolfgang eine private Zeichenschule in Salzburg, in der er auch seinen jüngsten Bruder Johann Georg, der später ebenfalls Architekt und Baumeister wurde, unterrichtete.

Wolfgangs erste Bauten, die Kirche in Itter (1762) und die Kirche in Buchbach bei Mühldorf (1763), lassen bereits den neuen klassizistischen Baustil erkennen. Zwischen 1764 und 1771 arbeitete Wolfgang Hagenauer eng mit seinem Bruder, dem Bildhauer Johann Baptist von Hagenauer, welcher später Professor und Direktor der Graveurschule der Akademie der bildenden Künste in Wien wurde, zusammen. In dieser Zeit entstanden das Sigmundstor und die Mariensäule auf dem Domplatz zu Salzburg. Wolfgang Hagenauer war zuerst von klassizistischer Formgebung geprägt, verbunden mit dem Willen zu monumentalem Ausdruck, später jedoch verstärkte sich in seinen Werken der Einfluss des Zopfstiles.

Als hochfürstlicher Hofbaudirektor betreute Hagenauer das gesamte Bauwesen des Erzstiftes Salzburg und war mit seinem Cousin Kajetan Rupert Hagenauer, besser bekannt als späterer Abt Dominikus von St. Peter, eng befreundet. So schuf er Kirchenbauten und Altäre zum Beispiel in Hallein, Mattsee, Bergheim, Elsbethen, Matrei in Osttirol und in Brixen im Thale.

Am 16. Dezember 1801, im selben Jahr wie seine Frau, starb Wolfgang Hagenauer in Salzburg und wurde am Friedhof des Stiftes St. Peter beerdigt. Abt Dominikus organisierte sowohl das Begräbnis als auch die Statue mit der von ihm verfassten Inschrift. Später wurde sein Sarg und die Grabskulptur in die Hagenauergruft (LII) überführt, wo auch einige seiner Brüder (z.B. Matthias und Johann Georg von Hagenauer) liegen.

Familie

Wolfgang Hagenauer heiratete am 18. Mai 1772 im Salzburger Dom Elisbeth Gasser aus Salzburg, die Tochter des Kaufmannes Josef Gasser.

Kinder von Wolfgang und Elisabeth Hagenauer:

Bauwerke

  • 1762 Kirche in Itter
  • 1763 Kirche in Buchbach bei Mühldorf
  • 1764 - 1766 Kirche Maria vom Guten Rat in Böckstein, Bad Gastein
  • 1766 - 1767 Turm der Stiftskirche Mattsee
  • 1767 Priesterhaus Capeln, Klagenfurt (Kärnten); Entwurf Wolfgang, Ausführung sein Bruder Johann Georg Hagenauer
  • 1768 Altar für Priesterhaus Capeln, Klagenfurt; Entwurf Wolfgang Hagenauer, Ausführung Johann Georg Hagenauer
  • 1769 - 1775 Pfarrkirche zu Hallein
  • 1769 Hochaltar der Dekanatskirche in Hallein
  • 1777 Plan, 1781 - 1782 Turm, 1785 Sanierung: Pfarrkirche zur Heiligen Elisabeth in Elsbethen
  • 1766 - 1771 Sigmundstor (Neutor) in Salzburg, mit seinem Bruder Johann Baptist Hagenauer
  • 1766 - 1771 Mariensäule am Domplatz mit Johann Baptist Hagenauer
  • 1777 - 1783 Pfarrkirche Matrei in Osttirol
  • 1783 - 1785 Dekanats- und Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt, Hochaltar, einziger Marmoraltar Oberpinzgaues
  • 1785 Erweiterung der Pfarrkirche von Embach
  • 1790 - 1797 Dekanatspfarrkirche Brixen im Thale in Nordtirol
  • 1791 Pläne für die Saalach-Verbauung bei Hammerau
  • 1791 bis 1794 Badeschloss in Bad Gastein
  • 1797 - 1798 Deckanatskirche Bergheim, Glockengeschoß
  • 1797 - 1798 Pfarrkirche zu Hallwang, Renovierung des Turmes mit neuem Glockengeschoß

Bildergalerie

Quellen