Leopoldine Wojtek: Unterschied zwischen den Versionen
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Aufgrund von Zeitungsmeldungen der [[1920er]]- und [[1930er]]-Jahre ist auf eine rege Künstlerin zu schließen, die bei Ausgestaltung des 1925 gebauten [[Haus für Mozart|Festspielhaus]]es mitwirkte, Plakate gestaltete, als Grafikerin für Wüstenrot tätig war oder Kurse für Aktzeichnen anbot. [[1928]] schuf sie das Wandbild ''Fischer am [[Zeller See|Zellersee]]'' am ''Beamtenhaus'' in der [[Hafnergasse (Zell am See)|Hafnergasse]] 2 in [[Zell am See]]. Laut "Arbeiterzeitung" von April [[1933]] war sie in der Ausstellung Wiener Frauenkunst in [[Wien]] vertreten. | Aufgrund von Zeitungsmeldungen der [[1920er]]- und [[1930er]]-Jahre ist auf eine rege Künstlerin zu schließen, die bei Ausgestaltung des 1925 gebauten [[Haus für Mozart|Festspielhaus]]es mitwirkte, Plakate gestaltete, als Grafikerin für Wüstenrot tätig war oder Kurse für Aktzeichnen anbot. [[1928]] schuf sie das Wandbild ''Fischer am [[Zeller See|Zellersee]]'' am ''Beamtenhaus'' in der [[Hafnergasse (Zell am See)|Hafnergasse]] 2 in [[Zell am See]]. Laut "Arbeiterzeitung" von April [[1933]] war sie in der Ausstellung Wiener Frauenkunst in [[Wien]] vertreten. | ||
Künstlerinnen waren Anfang des [[20. Jahrhundert]]s benachteiligt. Bis [[1920]] war ihnen das Studium an der Wiener Akademie untersagt. Ihnen blieb nur Privatunterricht oder die Kunstgewerbeschule. [[Hildegard Fraueneder]] berichtet im Buch "[[ | Künstlerinnen waren Anfang des [[20. Jahrhundert]]s benachteiligt. Bis [[1920]] war ihnen das Studium an der Wiener Akademie untersagt. Ihnen blieb nur Privatunterricht oder die Kunstgewerbeschule. [[Hildegard Fraueneder]] berichtet im Buch "150 Jahre [[Salzburger Kunstverein", dass in den 1920er- und 1930er-Jahren Kunst von Frauen – egal ob Plastik, Zeichnung oder Holzschnitt – nur als "Kleinkunst" gegolten habe. | ||
Von [[1932]] bis [[1943]] war ''Poldi'' Wojtek verheiratet mit dem [[NS]]-Kunstexperten [[Kajetan Mühlmann]] (* [[1898]]; † [[1958]]).<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-dompfarre/TRBXVII/?pg=150 Trauungsbuch der Dompfarre Salzburg, Band XVII, S. 147]</ref> | Von [[1932]] bis [[1943]] war ''Poldi'' Wojtek verheiratet mit dem [[NS]]-Kunstexperten [[Kajetan Mühlmann]] (* [[1898]]; † [[1958]]).<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-dompfarre/TRBXVII/?pg=150 Trauungsbuch der Dompfarre Salzburg, Band XVII, S. 147]</ref> | ||
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Der Versuch, den keramisch umrahmten Fischkalter oder Forellenzuber zu besichtigen, scheitert. Dieser habe beim Umbau 2012 weichen müssen, "jetzt ist dort die Küche", sagt Sternbräu-Chef [[Harald Kratzer]]. Dass diese Keramik von Poldi Wojtek gewesen sei, "ist mir neu"; auch kein Experte von Denkmalamt oder Sachverständigenkommission habe dies je erwähnt. | Der Versuch, den keramisch umrahmten Fischkalter oder Forellenzuber zu besichtigen, scheitert. Dieser habe beim Umbau 2012 weichen müssen, "jetzt ist dort die Küche", sagt Sternbräu-Chef [[Harald Kratzer]]. Dass diese Keramik von Poldi Wojtek gewesen sei, "ist mir neu"; auch kein Experte von Denkmalamt oder Sachverständigenkommission habe dies je erwähnt. | ||
Auch in anderen Gasthäusern war Poldi Wojtek laut Zeitungsberichten tätig. Im [[1927]] eröffneten [[Kurhotel Marienhof]] in [[Bad Hofgastein|Hofgastein]] gestaltete sie Wandmalereien im Speisesaal. Gleiches tat sie [[1929]] im [[Kaltenhauser Bierstüberl]] in der [[Kaigasse]], [[1930]] in der [[Moser Weinstube|Moserschen Weinstube]] in der Marktgasse (heute [[Wiener-Philharmoniker-Gasse]]) sowie im [[1933]] eröffneten [[Gasthof | Auch in anderen Gasthäusern war Poldi Wojtek laut Zeitungsberichten tätig. Im [[1927]] eröffneten [[Kurhotel Marienhof]] in [[Bad Hofgastein|Hofgastein]] gestaltete sie Wandmalereien im Speisesaal. Gleiches tat sie [[1929]] im [[Kaltenhauser Bierstüberl]] in der [[Kaigasse]], [[1930]] in der [[Moser Weinstube|Moserschen Weinstube]] in der Marktgasse (heute [[Wiener-Philharmoniker-Gasse]]) sowie im [[1933]] eröffneten [[Gasthof Mödlhamer (Altstadt)|Gasthof Mödlhamer]] an der [[Getreidegasse]] (nun McDonald’s). | ||
All das musste wie der Fischkalter im Sternbräu weichen. [[Nikolaus Schaffer]], bis 2016 Sammlungsleiter im [[Salzburg Museum]], kennt abgesehen von einem in Privatbesitz vermuteten Nachlass noch etwas Erhaltenes. Das Salzburg Museum verwahrt gut ein Dutzend an Keramik zumeist aus den [[1950er]]-Jahren: Vasen, Schalen und einen Krug. Zudem ist eine Kuriosität geborgen: die Pfeiler des einstigen Schaltersaals der [[Postamt 5010|Post]] am [[Residenzplatz]], an dessen Stelle heute das [[Sattler-Panorama]] steht. Beim Einbau des Panoramas in die Ende der 1920er-Jahre errichtete Schalterhalle seien vier quadratische Pfeiler entfernt und ins Depot | All das musste wie der Fischkalter im Sternbräu weichen. [[Nikolaus Schaffer]], bis 2016 Sammlungsleiter im [[Salzburg Museum]], kennt abgesehen von einem in Privatbesitz vermuteten Nachlass noch etwas Erhaltenes. Das Salzburg Museum verwahrt gut ein Dutzend an Keramik zumeist aus den [[1950er]]-Jahren: Vasen, Schalen und einen Krug. Zudem ist eine Kuriosität geborgen: die Pfeiler des einstigen Schaltersaals der [[Postamt 5010|Post]] am [[Residenzplatz]], an dessen Stelle heute das [[Sattler-Panorama]] steht. Beim Einbau des Panoramas in die Ende der 1920er-Jahre errichtete Schalterhalle seien vier quadratische Pfeiler entfernt und ins Depot | ||