Salzburger Kirchenprovinz
Die Salzburger Kirchenprovinz war und ist der kirchliche Jurisdiktionsbereich des Erzbischofs von Salzburg. Sie unterstand und untersteht nur dem Erzbischof.[1].
Welchen Sinn hatte ein Eigenbistum?
Das große kirchliche Hoheitsgebiet des Salzburger Erzbischofs ging über seinen weltlichen Herrschaftsbereich als Reichsfürst weit hinaus und lag auch innerhalb der Herrschaftsgebiete mehrerer anderer Landesfürsten in Bayern, in Österreich, in Kärnten und in der Steiermark. Nicht vorwiegend wegen seelsorglicher Gründe, sondern um etwaigen Bestrebungen der dortigen Landesfürsten entgegen zu treten, auf ihren Gebieten die Gründung eigener Landesbistümer zu erreichen, errichtete das Erzbistum Salzburg auf ihrem eigenem Diözesangebiet, so genannte "Eigenbistümer", deren Gründung natürlich vom Papst genehmigt werden musste.
Geschichte
Das Bistum Gurk in Kärnten war das erste Salzburger Eigenbistum und wurde von Erzbischof Gebhard im Jahr 1072 gegründet. Erzbischof Eberhard II. von Regensberg (1200 – 1246) folgte in seiner Amtszeit dem Beispiel Gebhards und gründete am Chiemsee (Bistum Chiemsee), in Seckau (Bistum Seckau) und in St. Andrä im Lavanttal (Bistum Lavant) drei weitere Salzburger Eigenbistümer. Auch in diesen Bistümern war der Salzburger Erzbischof eigenmächtig in der Einsetzung, in der Weihe und bei der Vergabe der geistlichen und weltlichen Hoheitsrechte.
Die Gebiete
- siehe auch Kirchenprovinz Salzburg 1825 - 1918
- siehe auch Kirchenprovinz Salzburg Anfang des 21. Jahrhunderts
Sie umfasste folgende Diözesen und Bistümer:
- Erzbistum Salzburg seit Arn
- Bistum Freising, Bayern, von 798 bis 1817
- Bistum Neuburg, Bayern, von 798 bis etwa 802
- Bistum Regensburg, Bayern, von 798 bis 1817
- Bistum Passau, Bayern, von 798 bis 1728: Als das Bistum Passau 1728 vom Papst aus dem Salzburger Metropolitanverband ausgegliedert und direkt dem Apostolischen Stuhl unterstellt wurde, gab es heftige Salzburger Proteste. Jedoch wurde diese Exemtion 1730 bestätigt. Trotzdem blieb aber die Erscheinungspflicht bei vom Salzburger Erzbischof einberufenen Provinzialsynoden aufrecht. Unter den Bischöfen war unter anderem auch ein Verwandter des Salzburger Erzbischofs Leopold Anton Freiherr von Firmian, Leopold Ernst von Firmian (1763 - 1783). Auch das Haus Auersperg war mit einem Bischof vertreten, mit Joseph Franz Anton von Auersperg (1784 - 1795).
- Bistum Brixen, Südtirol, von 798 bis 1921
- Gurk-Klagenfurt, seit 1072: Sie wurde als Salzburger Eigenbistum Gurk gegründet, 1786 dann eigenständige Diözese und der Bischofssitz von Gurk nach Klagenfurt verlegt. Unter den Bischöfen finden sich Salzburger Erzbischöfe wie Matthäus Lang von Wellenburg, Hieronymus II. Graf von Colloredo (1762 - 1772) oder Andreas Rohracher (Weihbischof von 1933 bis 1939, Kapitelvikar von 1939 bis 1943) oder Verwandte der Salzburger Erzbischöfe wie Sebastian Bartholomäus von Lodron (1630 - 1652);
- Bistum Chiemsee von 1215/16 bis 1817/18, unter den Bischöfen war Sigmund Christof Graf Zeil, Apostolischer Administrator der Erzdiözese Salzburg in Ermangelung eines Erzbischofs;
- Diözese Graz-Seckau seit 1218: Das Salzburger Eigenbistum wurde 1786 eigenständige Diözese der Salzburger Kirchenprovinz mit Sitz in Graz und 1963 in Diözese Graz-Seckau umbenannt. Auch hier finden sich unter den Bischöfen Verwandte Salzburger Erzbischöfe wie Leopold III. Ernst Graf von Firmian (1729 - 1763).
- Bistum Lavant von 1228 bis 1924: Als Salzburger Eigenbistum mit Sitz in St. Andrä im Lavanttal gegründet, 1786 als selbständiges Bistum der Salzburger Kirchenprovinz und seit 1859 Bischofssitz in Marburg (Maribor, Slowenien).
- Bistum Leoben von 1786 bis 1859
- Erzbistum Trient , Trentino, heute Italien, von 1825 bis 1920
- Diözese Innsbruck, Nordtirol, seit 1964
- Diözese Feldkirch, Vorarlberg, seit 1968
Suffraganbischöfe
Ein Suffraganbischof ist ein Bischof einer Diözese, der einem Metropoliten[2] unterstellt ist. Die vom Erzbischof geleitete Erzdiözese bildet zusammen mit den zugehörigen Suffraganbistümern eine Kirchenprovinz. Ein Suffraganbischof kann auch ein Erzbischof sein, dessen Erzdiözese einer anderen Erzdiözese unterstellt ist.
Die Salzburger Kirchenprovinz in der Gegenwart
Die Kirchenprovinz Salzburg ist eine von zweien in Österreich (die andere ist Wien), zu ihr gehören die
Quellen
- Salzburg Archiv: Lebensbilder Salzburger Erzbischöfe aus zwölf Jahrhunderten, Schriftenreihe des Vereins Freunde der Salzburger Geschichte, 1998, Peter F. Kamml und Alfred Stefan Weiß, ISBN 3-9500712-0-2
- Dopsch, Heinz: Salzburg im Hochmittelalter. In: Geschichte Salzburgs, Stadt und Land, Band I/1, hg. von Heinz Dopsch, 2. Aufl. Salzburg 1983, S. 229-419, hier S. 237-238
- Wikipedia Suffraganbischof
- Kathpedia - Die freie katholische Enzyklopedie
Fußnote
- ↑ Quelle Diskussion Karl Irresberger
- ↑ siehe Wikipedia Metropolit