Bollwerk St. Vital: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Das '''Bollwerk St. Vital''', auch ''Bollwerk St. Vitalis'', später auch ''St. Vital Schanze'' und im späten 18. und im 19. Jahrhundert ''Bastion St. Vital'' oder kurz ''Bastion I'' genannt, war eines von vier Bollwerken und einem halben Bollwerk der Salzburger [[Stadtbefestigung]] am rechten | + | Das '''Bollwerk St. Vital''', auch ''Bollwerk St. Vitalis'', später auch ''St. Vital Schanze'' und im späten [[18. Jahrhundert|18.]] und im [[19. Jahrhundert]] ''Bastion St. Vital'' oder kurz ''Bastion I'' genannt, war eines von vier Bollwerken und einem halben Bollwerk der Salzburger [[Befestigung der Stadt Salzburg|Stadtbefestigung]] am rechten [[Salzach]]<nowiki>ufer</nowiki>. |
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Vor dem eigentlichen St. Vital Bollwerk (Bastion) befand sich als Vorwerk das [[St. Vital Ravelin]]. Bis zum späten [[17. Jahrhundert]] befand sich noch weiter davor - d.h. als weiteres Vorwerk - das [[St. Vital Hornwerk]]. Im Gegensatz zu den anderen Bollwerken besaß dieses im hohen aufgesetzten Erdwall nur eine Kasematte (Casamatta), die stadtseitig mit einem Torbogen endete. Sie war zur Gänze unterirdisch angelegt und mündete versteckt im Rondengang. Im [[19. Jahrhundert]] war hier ein Verwaltungsmagazin untergebracht. | Vor dem eigentlichen St. Vital Bollwerk (Bastion) befand sich als Vorwerk das [[St. Vital Ravelin]]. Bis zum späten [[17. Jahrhundert]] befand sich noch weiter davor - d.h. als weiteres Vorwerk - das [[St. Vital Hornwerk]]. Im Gegensatz zu den anderen Bollwerken besaß dieses im hohen aufgesetzten Erdwall nur eine Kasematte (Casamatta), die stadtseitig mit einem Torbogen endete. Sie war zur Gänze unterirdisch angelegt und mündete versteckt im Rondengang. Im [[19. Jahrhundert]] war hier ein Verwaltungsmagazin untergebracht. | ||
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== Der Große Bastionsgarten == | == Der Große Bastionsgarten == | ||
Bis um 1700 war dieses Bollwerk rein militärisch genutzt. | Bis um 1700 war dieses Bollwerk rein militärisch genutzt. | ||
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| + | * [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/flora/dan03.jpg Franz Anton Danreiter/Mirabellgarten, um 1735, → lit. 'D' Befestigungen bey 'E' St.Virgilstor] | ||
| + | Historisches Kartenmaterial über die Stadt Salzburg (das allerdings fehlerhaft sein kann!) | ||
* [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/#OV_48_1 Österreichischer Städteatlas/Salzburg] | * [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/#OV_48_1 Österreichischer Städteatlas/Salzburg] | ||
* [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/view/salzburg_06.ecw/?zoom=2&lat=-3885&lon=5476.5&layers=B Wachstumsphasenkarte mit Legende, von den Anfängen bis 1830] | * [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/view/salzburg_06.ecw/?zoom=2&lat=-3885&lon=5476.5&layers=B Wachstumsphasenkarte mit Legende, von den Anfängen bis 1830] | ||
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Version vom 30. Mai 2018, 08:43 Uhr
Salzburg (Kupferstich) Johann Friedrich Probst, 1750
Das Bollwerk St. Vital, auch Bollwerk St. Vitalis, später auch St. Vital Schanze und im späten 18. und im 19. Jahrhundert Bastion St. Vital oder kurz Bastion I genannt, war eines von vier Bollwerken und einem halben Bollwerk der Salzburger Stadtbefestigung am rechten Salzachufer.
Lage
Einstmals direkt am Ufer der Salzach gelegen, bildete es gemeinsam mit den Bollwerken St. Virgil, St. Heinrich, St. Rupert und dem halben Bollwerk St. Sebastian am Kapuzinerberg die starke Lodronsche Stadtbefestigung der rechtsufrigen Altstadt. Das Bollwerk befand sich nordwestlich von Schloss Mirabell, dort, wo sich heute der Kurgarten befindet. Der Erdkern der Bastion ist bis heute als Rosenhügel noch gut zu erkennen. Auf der verbindenden Wehranlage (genannt Kurtine, franz. Courtine) zum östlich gelegenen Bollwerk St. Virgil befand sich das Mirabelltor. Die Kurtine nach Süden hin (d. h. östlich des Zwergelgartens) wurde zwar später im Sockel eingeschüttet, ist aber im Wesentlichen erhalten geblieben. Das Bollwerk war an der Flankenbasis (Kehle) 59 m breit, am breitesten Eckpunkt zwischen Flanke und Face aber 122 m. In nordwestlicher Richtung war es von der Basis bis zur bis zur Spitze des Wehrbauwerkes knapp 100 m lang.
Auch dieses Bollwerk bestand hinter dem tiefen gut 30 m breiten mit der Salzach verbundenen Wehrgraben aus einer hohen und mächtigen Wehrmauer (Bastionsmauer), hinter der sich geschützt der etwa vier bis fünf Meter breite Rondengang befand. Vom Rondengang führte zur oberen Krone der Bastion ein mächtiger und hoher Erdwall, auf dem hinter einer weitgehend kugelsicheren Erddeckung im Verteidigungsfall die Geschütze standen.
Vor dem eigentlichen St. Vital Bollwerk (Bastion) befand sich als Vorwerk das St. Vital Ravelin. Bis zum späten 17. Jahrhundert befand sich noch weiter davor - d.h. als weiteres Vorwerk - das St. Vital Hornwerk. Im Gegensatz zu den anderen Bollwerken besaß dieses im hohen aufgesetzten Erdwall nur eine Kasematte (Casamatta), die stadtseitig mit einem Torbogen endete. Sie war zur Gänze unterirdisch angelegt und mündete versteckt im Rondengang. Im 19. Jahrhundert war hier ein Verwaltungsmagazin untergebracht.
Funktion
Das Bollwerk wurde zwischen 1621 und 1623 errichtet und um 1865 geschliffen. Es diente gemeinsam mit den anderen Bollwerken nicht nur der Sicherung der Rechten Altstadt, sondern gemeinsam mit kleinen Wasserbastei (Bastei am Wasser), auf der derzeit provisorisch die Zwerge des Zwergelgartens stehen, gemeinsam mit dem Klausenkavalier (heute Humboldtterrasse) und der Müllner Schanze (historisch Bollwerk St. Augustin) auch der militärischen Sicherung der damals noch breiten Salzach. Ein wesentlicher Grund für die Schleifung des Bollwerkes war, dass die schweren Blocksteine als günstiges Material zur Uferbefestigung der Salzach bei der Salzachregulierung dienen konnten.
Der Große Bastionsgarten
Bis um 1700 war dieses Bollwerk rein militärisch genutzt.
Wohl um 1690 und in Teilen um 1730 wurde die obere Wehrplattform aber zu einem Gartenteil des Schlosses Mirabell ausgestaltet und hieß danach "Haus und Garten auf der Schanz" oder auch "Großer Bastionsgarten" (im Gegensatz zum "Kleinen Bastionsgarten" auf der Wasserbastei). Die dorgige Gartenanlage besaß eine im Zeitablauf unterschiedliche Gestalt und unterschiedliche Wegeführung.
Auf dem Plan von J. Schimoußek aus dem Jahr 1775 der Anlage von Schloss Mirabell sind ein Treibhaus und ein Ananashaus verzeichnet. Um 1800 besaß der große Bastionsgarten ein mittiges geräumiges Gartenhaus (25 m lang und mittig neun Meter, randlich 5,5 m Breite).
Quellen
- Die Entwicklung der Befestigungsanlagen Plan IV/4, in. Historischer Atlas der Stadt Salzburg, Salzburg Archiv, 1999
- historischer Plan von Philipp Harpff, 1643
- Befestigung der Stadt Salzburg
Weblinks historische Karten
Bildlink
Historisches Kartenmaterial über die Stadt Salzburg (das allerdings fehlerhaft sein kann!)