Braunbär: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Bär''' ist ein großer Beutegreifer, der einst im Land Salzburg, besonders im [[Alpen]]raum heimisch war und damit wie [[Wolf]] und [[Luchs]] einst auch zu den [[Tiere im Nationalpark Hohe Tauern|Tieren im Nationalpark Hohe Tauern]] zählte. Seine Art wurde hierzulande ausgerottet und kommt als lebendes Tier nur mehr in [[Zoo Salzburg|Zoos]] und als mythische Gestalt bei Brauchtumsveranstaltungen wie dem [[Goldegger Perchtenlauf]] vor.
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Der '''Braunbär''' (''Ursus arctos'') oder kurz '''Bär''' ist ein großer Beutegreifer, der einst im Land Salzburg, besonders im [[Alpen]]raum heimisch war und damit wie [[Wolf]] und [[Luchs]] einst auch zu den [[Tiere im Nationalpark Hohe Tauern|Tieren im Nationalpark Hohe Tauern]] zählte. Seine Art wurde hierzulande ausgerottet und kommt als lebendes Tier nur mehr in [[Zoo Salzburg|Zoos]] und als mythische Gestalt bei Brauchtumsveranstaltungen wie dem [[Goldegger Perchtenlauf]] vor.
  
 
== Allgemeines ==
 
== Allgemeines ==
Die Bärenjagd gehörte in [[Fürsterzbischöfe|fürsterzbischöflicher]] Zeit zu den besonderen Erlebnissen der Hohen Jagd, die ausschließlich dem hohen Adel vorbehalten war. Der hohe Adel war an einem besonders hohen Bärenbestand sehr interessiert. Im [[Erzbistum Salzburg|Fürsterzbistum Salzburg]] mussten um 1 500 die adeligen Bärenjäger und ihre Gehilfen über einen Bärspieß, ein Jagdhorn und insgesamt über etwa 20 Hunde verfügen, die alle Stachelhalsbänder trugen.  
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Die Bärenjagd gehörte in [[Fürsterzbischöfe|fürsterzbischöflicher]] Zeit zu den besonderen Erlebnissen der Hohen Jagd, die ausschließlich dem hohen [[Adel]] vorbehalten war. Der hohe Adel war an einem besonders hohen Bärenbestand sehr interessiert. Im [[Erzbistum Salzburg|Fürsterzbistum Salzburg]] mussten um 1 500 die adeligen Bärenjäger und ihre Gehilfen über einen Bärspieß, ein Jagdhorn und insgesamt über etwa 20 Hunde verfügen, die alle Stachelhalsbänder trugen.
  
Die ländliche Bevölkerung hatte mehrfach Probleme sich gegen die stets gut gehegten Bären zu wehren, ihr war die Jagd auf die Tiere verboten. So wurde [[1555]] auf der [[Alm]] bei [[Lofer]] 30 bis 40 Rinder gerissen. Um 1578 wurden in Zell, Alm und Lichtenberg Klagen über Bärenschäden laut. [[1563]] war zu hören „''Es gibt mehr Bären als Hirsche!''". Seitens der Gemeinden wurden vereinzelt Hütewächter zum Schutz gegen den Bären bestellt. Historische Quellen belegen auch das Vorkommen im [[17. Jahrhundert]]: Im [[Pfleggericht Mittersill|Gericht Mittersill]] wurden in den Jahren [[1627]] bis [[1645]] zwölf Bären, 40 [[Wolf|Wölfe]] und 27 [[Luchs]]e erlegt oder „zu Geräusch gebracht“.
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Die ländliche Bevölkerung hatte mehrfach Probleme, sich gegen die stets gut gehegten Bären zu wehren, ihr war die Jagd auf die Tiere verboten. So wurden [[1555]] auf der [[Alm]] bei [[Lofer]] 30 bis 40 Rinder gerissen. Um 1578 wurden in [[Zell am See|Zell]], [[Maria Alm|Alm]] und [[Schloss Lichtenberg|Lichtenberg]] Klagen über Bärenschäden laut. [[1563]] war zu hören: „''Es gibt mehr Bären als Hirsche!''". Seitens der Gemeinden wurden vereinzelt Hütewächter zum Schutz gegen den Bären bestellt. Historische Quellen belegen auch das Vorkommen im [[17. Jahrhundert]]: Im [[Pfleggericht Mittersill|Gericht Mittersill]] wurden in den Jahren [[1627]] bis [[1645]] zwölf Bären, 40 [[Wolf|Wölfe]] und 27 [[Luchs]]e erlegt oder „zu Geräusch gebracht“.
  
Im [[18. Jahrhundert]] wurde der Bärenbestand immer geringer. Am Anfang des [[19. Jahrhundert]]s gab es im Land Salzburg nur noch ein dutzend Bären. Im [[Gasteinertal]] wurde [[1814]] der letzte Bär geschossen. Die beiden letzten Braunbären in den [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] wurden im Jahr [[1825]] im [[Großarltal]] und bei [[Bramberg am Wildkogel]] erschossen. In [[Diesbach]] starb der letzter Bär [[1827]], am [[Schwarzenberg (Berg)|Schwarzenberg]] 1829/1830. [[1836]] schoss der Paulnbauer auf dem [[Faistenauer Schafberg]], gemeinsam mit 22 Jägern den letzten Bären des Landes Salzburg. Dieser Abschuss wurde in einem großen Dorffest mit reichlich Freibier ausgiebig gefeiert und der Bär dann feierlich nach Salzburg ins [[Erzabtei St. Peter|Stift St. Peter]] gebracht, das den Bären angekauft hatte. Den Balg des Bären erhielt das damals neugegründete [[Salzburg Museum|Carolino Augusteum]] und später das [[Haus der Natur]]. Im angrenzenden [[Rupertigau]] (bis 1815 Teil des Fürsterzistums Salzburg) wurde 1835 der letzte Bär erlegt.
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Im [[18. Jahrhundert]] wurde der Bärenbestand immer geringer. Am Anfang des [[19. Jahrhundert]]s gab es im Land Salzburg nur noch ein dutzend Bären. Im [[Gasteinertal]] wurde [[1814]] der letzte Bär geschossen. Die beiden letzten Braunbären in den [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] wurden im Jahr [[1825]] im [[Großarltal]] und bei [[Bramberg am Wildkogel]] erlegt. In [[Diesbach]] starb der letzter Bär [[1827]], am [[Schwarzenberg (Berg)|Schwarzenberg]] 1829/1830. [[1836]] schoss der Paulnbauer auf dem [[Faistenauer Schafberg]], gemeinsam mit 22 Jägern den letzten Bären des Landes Salzburg. Dieser Abschuss wurde in einem großen Dorffest mit reichlich Freibier ausgiebig gefeiert und der Bär dann feierlich nach Salzburg ins [[Erzabtei St. Peter|Stift St. Peter]] gebracht, das den Bären angekauft hatte. Den Balg des Bären erhielt das damals neugegründete [[Salzburg Museum|Museum Carolino-Augusteum]] und später das [[Haus der Natur]]. Im angrenzenden [[Rupertigau]] (bis 1810/16 Teil des Landes Salzburg) wurde 1835 der letzte Bär erlegt.
  
Auch der Luchs wurde im 19. Jahrhundert landesweit gänzlich ausgerottet, der Wolf im Jahr [[1830]]. Im 17. Jahrhundert war noch ein Schussgeld von einem [[Gulden]] und 30 [[Kreuzer]]n für jeden erlegten Wolf ausgesetzt.
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==Gegenwart==
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Abgesehen von Einzelsichtungen von [[Wolf]], [[Luchs]] oder Bär sind die drei genannten großen Wildtierarten ausgerottet. Seit der Öffnung des Eisernen Vorhanges durchstreifen selten wieder einzelne Luchse und gelegentlich auch ein einzelner männlicher Braunbär das Land.  
  
==Gegenwart==
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Selten wandert von [[Slowenien]] auf alten Bärenwanderwegen ein Bär in den [[Lungau]], 1993 streifte ein Bär auf dem Weg in die steirischen Sölktäler durch diesen Gau.
Abgesehen von Einzelsichtungen von [[Wolf]], [[Luchs ]] oder Bär sind die drei genannten großen Wildtierarten ausgerottet. Seit der Öffnung des Eisernen Vorhanges durchstreifen selten wieder einzelne Luchse und gelegentlich auch ein einzelner männlicher Braunbär das Land.  
 
  
Selten wandert von [[Slowenien]] auf alten  Bärenwanderwegen  ein Bär in den [[Lungau]], 1993 streifte ein Bär durch den Lungau am Weg in die steirischen Sölktäler. Am [[25. September]] [[2014]] hatte ein ausgewachsener Braunbär auf einer [[Thomatal]]er Alm einen Bauern angegriffen. Der Mann reagierte richtig und kam mit Blessuren davon.
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Braunbären sind ganzjährig geschont und aufgrund mehrerer internationaler Abkommen streng geschützt:
  
Im Sommer 2002 waren drei Bären im [[Nationalpark Hohe Tauern]] unterwegs, ein ausgewachsener im Raum [[Rauris]], ein weiterer auf der Walchenalm in [[Fusch an der Großglocknerstraße]] und eine Bärin im Raum der [[Glocknergruppe]]. Braunbären sind ganzjährig geschont und aufgrund mehrerer internationaler Abkommen streng geschützt:
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Es wäre <!-st das eine objektive Aussage?!--> sehr zu begrüßen, wenn der Bär (und der Luchs, aber ebenso der Wolf) wieder eine Heimat in Salzburg erhalten würden. Experten sind sich einig, dass Luchse, Wölfe und Bären auch im Land Salzburg einen für sie geeigneten Lebensraum finden.
  
Es wäre sehr zu begrüßen, wenn Bär und der Luchs, aber ebenso der Wolf wieder eine Heimat in Salzburg erhalten würden. Experten sind sich einig, dass Luchse, Wölfe und Bären auch im Land Salzburg einen für sie geeigneten Lebensraum finden.  Die jüngste Sichtung eines Luchses gelang dem Sohn des Direktors des [[Haus der Natur|Hauses der Natur]] [[Klaus Winding]] im [[Fuscher Tal]]; er konnte sogar ein Foto des auf einer Lichtung sitzenden Tieres machen. Im Lungau hat ein Jäger einen Wolf im [[Kendlbruckgraben]] in [[Ramingstein]] beobachtet.
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[[Gudrun Pflüger]], Naturwissenschaftlerin und bedeutende Wolfexpertin ([[Radstadt]], [[Pongau]]) und Peter Sürth aus [[Deutschland]], Wissenschaftler für Tier- und Wildtiermanagement, haben die [[Alpenexpedition 2010 – 2012]] in das Leben gerufen, um zum Thema Großraubtiere im Alpenraum zu informieren. Auch der [[Salzburger Naturschutzbund |Österreichische Naturschutzbund]] und der [[Pinzgau]]er Arzt und Bauer [[Willi Schwarzenbacher]] setzen sich im Bundesland sehr für die Wiedereinbürgerung dieser großen aber in der Regel äußerst scheuen Beutegreifer ein.
  
[[Gudrun Pflüger]], Naturwissenschaftlerin und  bedeutende Wolfexpertin ([[Radstadt]], [[Pongau]])  und Peter Sürth aus [[Deutschland]], Wissenschaftler für Tier- und  Wildtiermanagement, haben kürzlich die [[Alpenexpedition 2010 – 2012]] in  das Leben gerufen, um zum Thema Großraubtiere im Alpenraum zu  informieren. Auch der Österreichische Naturschutzbund und der Pinzgauer Arzt und Bauer Willi Schwarzenbacher setzen sich im Bundesland sehr für die Wiedereinbürgerung dieser großen aber in der Regel äußerst scheuen Beutegreifer ein.
 
 
==Bärensichtungen in Österreich==
 
==Bärensichtungen in Österreich==
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*Im Sommer 2002 waren drei Bären im [[Nationalpark Hohe Tauern]] unterwegs, ein ausgewachsener im Raum [[Rauris]], ein weiterer auf der Walchenalm in [[Fusch an der Großglocknerstraße]] und eine Bärin im Raum der [[Glocknergruppe]].
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*Am [[25. September]] [[2014]] griff ein ausgewachsener Braunbär auf einer [[Thomatal]]er Alm einen Bauern an. Der Mann reagierte richtig und kam mit Blessuren davon.
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*Am Pfingstsonntag, dem 15. Mai 2016, beschäftigte ein Braunbär die Villacher Polizei. Das Tier verirrte sich nächtens im Bereich des Villacher Westbahnhofs auf Villacher Stadtgebiet und wurde von Polizisten mittels fünf Streifenwägen zurück in den Wald gescheucht. Der Vorfall veranlasste den Kärntner Bärenanwalt zu Anmerkung, dass dies wohl „der Rekord von einer blöden Idee des Bären“ gewesen sei. Rudolf, so wurde der Jungbär, der auf seiner Reviersuche bisher keinerlei Schäden angerichtet hat, von Kindern, die ihn gesehen hatten, benannt, war damit noch nicht überzeugt, dass [[Kärnten]] für ihn kein Pflaster ist. Am Pfingstmontag wurde er erneut gesichtet.
 
*Am Pfingstsonntag, dem 15. Mai 2016, beschäftigte ein Braunbär die Villacher Polizei. Das Tier verirrte sich nächtens im Bereich des Villacher Westbahnhofs auf Villacher Stadtgebiet und wurde von Polizisten mittels fünf Streifenwägen zurück in den Wald gescheucht. Der Vorfall veranlasste den Kärntner Bärenanwalt zu Anmerkung, dass dies wohl „der Rekord von einer blöden Idee des Bären“ gewesen sei. Rudolf, so wurde der Jungbär, der auf seiner Reviersuche bisher keinerlei Schäden angerichtet hat, von Kindern, die ihn gesehen hatten, benannt, war damit noch nicht überzeugt, dass [[Kärnten]] für ihn kein Pflaster ist. Am Pfingstmontag wurde er erneut gesichtet.
  
*Im Juni 2017 riss ein Bär ein einen Tag altes Kalb und verletzte auch die Mutterkuh im Gemeindegebiet von Maria Rain im Bezirk Klagenfurt-Land. Zuvor hatte dasselbe Tier einen Bienenstock geplündert.
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*Im Juni 2017 riss ein Bär ein einen Tag altes Kalb und verletzte auch die Mutterkuh im Gemeindegebiet von Maria Rain im Bezirk Klagenfurt-Land. Zuvor hatte dasselbe Tier einen [[Biene]]nstock geplündert.
  
Der Kärntner Bärenanwalt Bernhard Gutleb schätzt, dass im Dreiländereck Kärnten, Slowenien und Italien etwa zehn Bären leben, die hier ohne Berücksichtigung der von Menschen auf Papier festgelegten nationalen Grenzen herumstreifen.
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Der Kärntner Bärenanwalt Bernhard Gutleb schätzte, dass im Dreiländereck Kärnten, Slowenien und Italien etwa zehn Bären leben, die hier ohne Berücksichtigung der von Menschen auf Papier festgelegten nationalen Grenzen herumstreifen.
  
 
==Quellen==
 
==Quellen==
* Abel, Gustave: ''Nachweise von Braunbären im Lande Salzburg, nebst Hinweisen auf Hinweisen auf weitere ausgestorbene Säugetiere'' in: [[Mitteilungen aus dem Haus der Natur Salzburg]] (1980): Festschrift der Naturwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft am [[Haus der Natur]] in Salzburg zum 80. Geburtstag von Prof. Dr. [[Eduard Paul Tratz]]. (Der Beitrag wurde 1970 verfasst und 1980 veröffentlicht).
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* [[Gustave Abel|Abel, Gustave]]: ''Nachweise von Braunbären im Lande Salzburg, nebst Hinweisen auf Hinweisen auf weitere ausgestorbene Säugetiere'' in: [[Mitteilungen aus dem Haus der Natur Salzburg]] (1980): Festschrift der Naturwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft am [[Haus der Natur]] in Salzburg zum 80. Geburtstag von Prof. Dr. [[Eduard Paul Tratz]]. (Der Beitrag wurde 1970 verfasst und 1980 veröffentlicht).  
 
* [http://www.wildenatur.at Willi Schwarzenbacher]
 
* [http://www.wildenatur.at Willi Schwarzenbacher]
 
* [[Pinzgauer Nachrichten]], Seite 14, 16. September 2010, (jota)  
 
* [[Pinzgauer Nachrichten]], Seite 14, 16. September 2010, (jota)  
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* [[Salzburger Nachrichten]], 17. Mai 2016, S. 11, sowie am 18. Mai 2016 auf S. 6.
 
* [[Salzburger Nachrichten]], 17. Mai 2016, S. 11, sowie am 18. Mai 2016 auf S. 6.
 
*''Bär riss junges Kalb und attackierte die Mutterkuh'', SN, 19. Juni 2017, S. 9.
 
*''Bär riss junges Kalb und attackierte die Mutterkuh'', SN, 19. Juni 2017, S. 9.
[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
 
[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
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[[Kategorie:Biologie]]
 
[[Kategorie:Biologie]]
 
[[Kategorie:Fauna]]
 
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[[Kategorie:Hohe Tauern]]
 
[[Kategorie:Nationalpark Hohe Tauern]]
 
[[Kategorie:Nationalpark Hohe Tauern]]

Version vom 26. November 2017, 15:54 Uhr

Braunbär im Zoo Salzburg
"Bär" mit Treiber beim Goldegger Perchtenlauf 2015

Der Braunbär (Ursus arctos) oder kurz Bär ist ein großer Beutegreifer, der einst im Land Salzburg, besonders im Alpenraum heimisch war und damit wie Wolf und Luchs einst auch zu den Tieren im Nationalpark Hohe Tauern zählte. Seine Art wurde hierzulande ausgerottet und kommt als lebendes Tier nur mehr in Zoos und als mythische Gestalt bei Brauchtumsveranstaltungen wie dem Goldegger Perchtenlauf vor.

Allgemeines

Die Bärenjagd gehörte in fürsterzbischöflicher Zeit zu den besonderen Erlebnissen der Hohen Jagd, die ausschließlich dem hohen Adel vorbehalten war. Der hohe Adel war an einem besonders hohen Bärenbestand sehr interessiert. Im Fürsterzbistum Salzburg mussten um 1 500 die adeligen Bärenjäger und ihre Gehilfen über einen Bärspieß, ein Jagdhorn und insgesamt über etwa 20 Hunde verfügen, die alle Stachelhalsbänder trugen.

Die ländliche Bevölkerung hatte mehrfach Probleme, sich gegen die stets gut gehegten Bären zu wehren, ihr war die Jagd auf die Tiere verboten. So wurden 1555 auf der Alm bei Lofer 30 bis 40 Rinder gerissen. Um 1578 wurden in Zell, Alm und Lichtenberg Klagen über Bärenschäden laut. 1563 war zu hören: „Es gibt mehr Bären als Hirsche!". Seitens der Gemeinden wurden vereinzelt Hütewächter zum Schutz gegen den Bären bestellt. Historische Quellen belegen auch das Vorkommen im 17. Jahrhundert: Im Gericht Mittersill wurden in den Jahren 1627 bis 1645 zwölf Bären, 40 Wölfe und 27 Luchse erlegt oder „zu Geräusch gebracht“.

Im 18. Jahrhundert wurde der Bärenbestand immer geringer. Am Anfang des 19. Jahrhunderts gab es im Land Salzburg nur noch ein dutzend Bären. Im Gasteinertal wurde 1814 der letzte Bär geschossen. Die beiden letzten Braunbären in den Hohen Tauern wurden im Jahr 1825 im Großarltal und bei Bramberg am Wildkogel erlegt. In Diesbach starb der letzter Bär 1827, am Schwarzenberg 1829/1830. 1836 schoss der Paulnbauer auf dem Faistenauer Schafberg, gemeinsam mit 22 Jägern den letzten Bären des Landes Salzburg. Dieser Abschuss wurde in einem großen Dorffest mit reichlich Freibier ausgiebig gefeiert und der Bär dann feierlich nach Salzburg ins Stift St. Peter gebracht, das den Bären angekauft hatte. Den Balg des Bären erhielt das damals neugegründete Museum Carolino-Augusteum und später das Haus der Natur. Im angrenzenden Rupertigau (bis 1810/16 Teil des Landes Salzburg) wurde 1835 der letzte Bär erlegt.

Gegenwart

Abgesehen von Einzelsichtungen von Wolf, Luchs oder Bär sind die drei genannten großen Wildtierarten ausgerottet. Seit der Öffnung des Eisernen Vorhanges durchstreifen selten wieder einzelne Luchse und gelegentlich auch ein einzelner männlicher Braunbär das Land.

Selten wandert von Slowenien auf alten Bärenwanderwegen ein Bär in den Lungau, 1993 streifte ein Bär auf dem Weg in die steirischen Sölktäler durch diesen Gau.

Braunbären sind ganzjährig geschont und aufgrund mehrerer internationaler Abkommen streng geschützt:

Es wäre <!-st das eine objektive Aussage?!--> sehr zu begrüßen, wenn der Bär (und der Luchs, aber ebenso der Wolf) wieder eine Heimat in Salzburg erhalten würden. Experten sind sich einig, dass Luchse, Wölfe und Bären auch im Land Salzburg einen für sie geeigneten Lebensraum finden.

Gudrun Pflüger, Naturwissenschaftlerin und bedeutende Wolfexpertin (Radstadt, Pongau) und Peter Sürth aus Deutschland, Wissenschaftler für Tier- und Wildtiermanagement, haben die Alpenexpedition 2010 – 2012 in das Leben gerufen, um zum Thema Großraubtiere im Alpenraum zu informieren. Auch der Österreichische Naturschutzbund und der Pinzgauer Arzt und Bauer Willi Schwarzenbacher setzen sich im Bundesland sehr für die Wiedereinbürgerung dieser großen aber in der Regel äußerst scheuen Beutegreifer ein.

Bärensichtungen in Österreich

  • Am 25. September 2014 griff ein ausgewachsener Braunbär auf einer Thomataler Alm einen Bauern an. Der Mann reagierte richtig und kam mit Blessuren davon.
  • Am Pfingstsonntag, dem 15. Mai 2016, beschäftigte ein Braunbär die Villacher Polizei. Das Tier verirrte sich nächtens im Bereich des Villacher Westbahnhofs auf Villacher Stadtgebiet und wurde von Polizisten mittels fünf Streifenwägen zurück in den Wald gescheucht. Der Vorfall veranlasste den Kärntner Bärenanwalt zu Anmerkung, dass dies wohl „der Rekord von einer blöden Idee des Bären“ gewesen sei. Rudolf, so wurde der Jungbär, der auf seiner Reviersuche bisher keinerlei Schäden angerichtet hat, von Kindern, die ihn gesehen hatten, benannt, war damit noch nicht überzeugt, dass Kärnten für ihn kein Pflaster ist. Am Pfingstmontag wurde er erneut gesichtet.
  • Im Juni 2017 riss ein Bär ein einen Tag altes Kalb und verletzte auch die Mutterkuh im Gemeindegebiet von Maria Rain im Bezirk Klagenfurt-Land. Zuvor hatte dasselbe Tier einen Bienenstock geplündert.

Der Kärntner Bärenanwalt Bernhard Gutleb schätzte, dass im Dreiländereck Kärnten, Slowenien und Italien etwa zehn Bären leben, die hier ohne Berücksichtigung der von Menschen auf Papier festgelegten nationalen Grenzen herumstreifen.

Quellen