Alois Winkler (Priester): Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 15. September 2013, 19:09 Uhr

Büste in der Kapelle der Landesklinik St. Veit im Pongau. Aufgestellt als Dank und zur Erinnerung an sein Bemühen um die Errichtung der Lungenheilstätte Grafenhof.

Alois Winkler (* 7. Juni 1838 in Waidring, Nordtirol; † 11. Juli 1925 in Salzburg) war Priester und Domherr, sowie langjähriger Landeshauptmann und Landtagsabgeordneter des Bundeslandes Salzburg.

Herkunft und Ausbildung

Winkler wurde als vierzehntes Kind einer Bauernfamilie am Adlergut in Waidring in Tirol geboren. Seine Kindheit verbrachte er großteils am Waidringer Fischergut, das seine Eltern zwischenzeitlich erworben hatten.

Er zeigte früh Begabung, durfte das Gymnasium besuchen und begann sich für Theologie zu interessieren. Nach Abschluss des Gymnasiums absolvierte er das Priesterseminar in Salzburg und erhielt am 26. Juli 1863 die Priesterweihe.

Kirchliches Wirken

Im Anschluss an das Priesterseminar zeigte er sich als Kooperator in der Tiroler Gemeinde Erl tätig. Dort lernte er die Passionsspiele kennen und ließ sich von diesen zur Gründung einer Passionsspielgemeinde in Brixlegg animieren, die 1868 mit rund 300 Mitwirkenden ihre erste Aufführung abhielt.

Im Herbst 1868 kam er als Kooperator nach Mittersill, wo er den ersten katholisch-politischen Verein des Pinzgaus gründete und sich gegen den herrschenden Liberalismus engagierte. Nach Radstadt in den Pongau versetzt, wurde er Benefiziat zu „Maria Loreto ob Lerchen". Von 1890 bis 1894 zeigte er sich als Pfarrer und Dechant von Altenmarkt im Pongau tätig.

Nach seiner Berufung in das Salzburger Domkapitel (1894) wurde er Domkustos (1908), Domscholastikus (1911) und mit 1. März 1921 infulierter Domdechant. Ab 1903 war er zudem päpstlicher Hausprälat. 1923 feierte er sein diamantenes Priester-Jubiläum.

Am 2. März 1887 übernahm Winkler zudem die Herausgeberschaft der katholischen Tageszeitung Salzburger Chronik, welche er bis zu seiner Wahl zum Landeshauptmann 1897 wahrnahm.

Politisches Wirken

Inschrift zu obiger Büste.

Winkler vertrat ab 1878 die Stadtgemeinde Radstadt im Salzburger Landtag, dem er über 40 Jahre angehörte. 1882 folgte seine Berufung in den Landesausschuss (Landesregierung). Von 1897 bis 1902 und in einer weiteren Funktionsperiode von 1909 bis 1919 bekleidete er das Amt des Landeshauptmanns von Salzburg. In den Jahren dazwischen fungierte er als Landeshauptmann-Stellvertreter unter Albert Schumacher. Von 1897 bis 1901 war er auch Reichsratsabgeordneter.

Während seiner Amtszeit richtete er sein Hauptaugenmerk auf die Ordnung der Landesfinanzen und den Ausbau der Fürsorgeeinrichtungen. Besonders bemüht zeigte er sich um den Ausbau der Landesheilanstalt und der Taubstummenanstalt sowie um die Gründung der Lungenheilanstalt Grafenhof in St. Veit im Pongau, zu deren Errichtung (1912/1913) er auch als Vorsitzender des „Volksvereins zur Bekämpfung der Tuberkulose im Kronlande Salzburg“ wesentlich beitrug.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch der Monarchie half er die Not der Bevölkerung zu mildern und hinterließ bei seinen Zeitgenossen einen bleibenden Eindruck, als er 1918 im Alter von 80 Jahren die Ordnung im „Revolutionslandtag“ wieder herstellte. Seine sachliche Art brachte ihm die Anerkennung weiter Teile der Bevölkerung und auch seiner politischen Gegner.

Nach seinem Tod wurde er in der Domherrengruft am Salzburger Kommunalfriedhof beigesetzt.

Ehrungen

1886 wurde Winkler zum Ehrenbürger von Radstadt ernannt. Am 2. Juni 1917 verlieh ihm auch die Stadt Salzburg anlässlich der Vollendung seines 80. Lebensjahres und seines 40jährigen Jubiläums als Landtagabgeordneter „in dankbarer Anerkennung seiner langjährigen und hervorragenden Verdienste um das Kronland, insbesondere aber um die Landeshauptstadt“ die Ehrenbürgerschaft.

1918 wurde eine, von Hubert Spannring gefertigte, Marmorbüste in Grafenhof enthüllt. 1935 wurde die Prälat-Winkler-Straße in Salzburg-Aigen nach ihm benannt.

Siehe auch

Quellen

Weblinks

Landeshauptleute von Salzburg