Hôtel zum goldenen Horn: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 25. Juni 2019, 22:09 Uhr
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Der hier beschriebene Betrieb oder die Einrichtung existiert in dieser Form nicht mehr. Dieser Beitrag beschreibt die Geschichte. |
Das Hôtel zum goldenen Horn gehörte zu den historischen Hotels in der Altstadt von Salzburg.
Lage
Das Hotel befand sich in den Gebäuden der Getreidegasse Nr. 31 und Universitätsplatz Nr. 3.
Geschichte
Gasthaus, Gasthof, Hotel
Zumindest das Gebäude Getreidegasse 31 war von jeher als Gaststätte gewidmet, zunächst als Gashaus (also ohne Zimmervermietung), dann in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Gasthof (also mit Zimmervermietung) und gegen Ende des 19. Jahrhunderts, im Zeitalter des beginnenden Fremdenverkehrs als Hotel. Als Hotel ist es auch auf historischen Fotografien ab 1900 zu sehen.
Name
Zunächst hieß das Haus an Getreidegasse 31 Wirtshaus "Zur grünen Linde", dann Gasthaus "Zum Goldenen Horn" (Goldenen mit großem G) und schließlich "Hôtel zum goldenen Horn" (goldenen mit kleinem g) und gleichzeitig auch nur "Hôtel Horn". Zu den letzten beiden Schreibweisen sei angemerkt, dass in zeitgenössischen Werbungen "Hôtel zum goldenen Horn" geworben wurde, gleichzeitig am Haus selbst sowie am hoteleigenen Pferdefuhrwerk nur "Hôtel Horn" stand[1].
Nachstehende Geschichte bezieht sich derzeit nur auf das Gebäude Getreidegasse 31, da für das Gebäude Universitätsplatz 3 noch keine Quellen vorliegen.
Erste Erwähnung
Die ersten Besitzer des Gebäudes 1434 und 1454 waren Nicolaus, Leonhard und Friedrich Schürger. 1465 war Conrad Schautrost, Lebzelter, der eine Met- und Weinschank-Gerechtsame besaß, im Haus. 1518 kam es in den Besitz des Lebzelters Conrad Schautrost, dem 1518 ein weiterer Lebzelter, Mathias Terler, folgte. Von 1568 bis 1590 hatte unter Michael Kochperger das Haus bereits eine Wirtshausgerechtsame.
Wie der Hotelname entstand
1607 war das Haus unter vier Eigentümern aufgeteilt. Einer war Meister Jakob Widmann, Mund- und Hofkoch, der Gastgeb „Zur grünen Linde", des sogenannten alten "Lindenwirtshaus". Ein anderer der vier Eigentümer, Paul Stubenvoll, nannte sein sehr beliebtes Wirtshaus zur grien Linden. 1672 gehörte dieses Gasthaus dem Norbert Horner und 1712 wurde Maria Homerin, ledigen Standes, die Besitzerin. Das Gasthaus hieß damals "Hornerwirtshaus".
1812 benannte der neue Besitzer Johann Imlauer es als Gasthaus „Zum Goldenen Horn" (mit großgeschriebenen G). 1856 wurde die Gerechtsame radiziert anerkannt. 1858 besitzen es Gurtners Erben. 1860 kaufte das Gasthaus Georg Fischinger [2] und 1872 Hermann Baldauf[3].
1882 übernahmen Johann Greisberger der Ältere und seine Frau Anne des nunmehr als Hôtel zum goldenen Horn. 1911 ließ Johann Greisberger der Jüngere das Haus grundlegend sanieren und modernisieren. So bekam das Hotel einen elektrischen Aufzug und die Fassade wurde nach einem Plan der Gebrüder Wagner neu gestaltet. Diese Fassade wurde bis heute mehrfach verändert.
Das 20. Jahrhundert
Johann Greisberger der Jüngere geriet 1913 in Konkurs und laut Verteilungsbescheid erhielt das Hotel Eduard Mayer, der ihn 1918 an August Lumpi verkaufte. Schon 1919 zog Max Majer (auch Mayer geschrieben) als neuer Besitzer ein. Während der Inflationszeit war dort ein Vergnügungsetablissement. Dann wurde das Hotel an Johann Silberberger verpachtet.
In den 1920er-Jahren befand sich eine Tanzbar (mit Klavierbegleitung) im Hotel, die bis 2 Uhr in der Früh geöffnet war.[4]
1941 ging die Hälfte des Hauses Getreidegasse von den damaligen Besitzern Hermine und Karl Jauernig an den Lederhändler M. Fritsch über. Dieser ließ die Hotelräume zu Geschäftsräumen umbauen. Die andere Hälfte blieb im Besitz von Max Mayer, der ehemals die Schlossrestauration Hellbrunn betrieb.[5]
Am 25. April 1945 wurde das Haus Getreidegasse 31 bei einem Bombenangriff beschädigt. Bei einer Renovierung 1966 entstand dann das Ennsmann-Durchhaus.
Der Hotelbetrieb wurden 1968 geschlossen.
Erwähnenswert
Von 1856 an bis etwa 1915 verkehrte während der Saison viermal täglich zwischen dem Hotel Horn und der Kuranstalt Marienbad, später auch zur Moorbadeanstalt König Ludwigs-Bad, ein Pferde-Stellwagen, dann auch ein Autobus. 1889 warb man mit einem prachtvollen ebenerdigen Speisesaal (elektrisch beleuchtet) und komfortablen mit elektrischer Beleuchtung ausgestatteten Fremdenzimmern.[6]
Quellen
- Zillner I: Seite 356
- Josef Eder: Die Gaststätten der Altstadt, IV. Teil, Im Getreidegassenviertel (zum goldenen Horn) ANNO, Salzburger Volksblatt, 22. August 1932, Seite 11
- Rudolph Klehr: Die Getreidegasse, Seite 65 ff
- Jutta Baumgartner, Gerhard Ammerer: Die Getreidegasse, Seite 198f
- Salzburger Fotografien 1880–1918, Seite 41, Bild von der Getreidegasse aus dem Jahr 1911
Einzelnachweise
- ↑ Quelle zwei Bilder von 1900 und 1910 in Die Getreidegasse, Seite 198f
- ↑ ANNO, Salzburger Zeitung, 21. Dezember 1872
- ↑ ANNO, Salzburger Zeitung, 18. Jänner 1873]
- ↑ Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 22. April 1924, Seite 5
- ↑ Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, 14. Februar 1941, Seite 6
- ↑ ANNO,Salzburger Fremden-Zeitung, 17. Mai 1889
