Benediktinererzabtei St. Peter, die Klosteranlage: Unterschied zwischen den Versionen
K + Bild |
K Textersetzung - „Kategorie:Denkmalschutz↵Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)“ durch „Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)“ |
||
| (34 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
[[ | [[Datei:2011_09_09_Benediktiner_Erzabtei_Sankt_Peter_Salzburg_das_eigentliche_Kloster.jpg|thumb|In der Mitte sieht man den eigentlichen, für Besucher nicht zugänglichen Klosterkomplex von St. Peter.]] | ||
[[File: | [[File:Stift St Peter Salzburg Kreuzgang Brunnen unter Paulus Kapelle.jpg|thumb|thumb|Erzabtei St. Peter Salzburg Kreuzgang Brunnen unter Paulus Kapelle.]] | ||
[[File:Stift St Peter Salzburg | [[File:Franz Xaver Kinnig Stift St Peter in Salzburg ubs G 1268 I.jpg|thumb|Franz Xaver Kinnig Stift St. Peter in Salzburg ubs G 1268 I.]] | ||
[[File:Salzburg Sattler-Panorama St Peter.jpg|thumb|[[Sattler-Panorama]]: St. Peter, 1829 | [[File:Salzburg Sattler-Panorama St Peter.jpg|thumb|[[Sattler-Panorama]]: St. Peter, 1829.]] | ||
Die eigentliche '''Klosteranlage''' (Konvent) der [[Benediktinererzabtei St. Peter]] in der [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]] ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die Gesamtanlage zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt. | |||
Die eigentliche '''Klosteranlage''' (Konvent) der [[ | |||
== Baugeschichte== | == Baugeschichte== | ||
Es | Es gibt keine detaillierte Baugeschichte dieses Klosters. Von der [[mittelalter]]lichen Klosteranlage vor [[1110]], die sich südlich der heutigen [[Stiftskirche St. Peter]] (am [[Kapitelplatz]]) befand, gibt es überhaupt keine Aufzeichnungen. Anschließend, bis ins [[15. Jahrhundert]], geben bruchstückhafte Berichte Einblick in die Baugeschichte. Eine baugeschichtliche Unterteilung in vorromanisch, [[Romanik|romanisch]] und [[Gotik|gotisch]] ist ebenfalls nicht möglich, da Reste aus diesen Epochen entweder überbaut oder nicht auffindbar sind. | ||
Die im Klosterbereich befindliche [[Marienkapelle]] wurde [[1130]] geweiht. Im Westflügel des Konventgeviertes, der als eigentliche | Die im Klosterbereich befindliche [[Marienkapelle (St.-Veits-Kapelle)|Marienkapelle]] wurde [[1130]] geweiht. Im Westflügel des Konventgeviertes, der als eigentliche Abtei bezeichnet wird (um den Klosterhof), befindet sich im Erdgeschoss der sogenannte [[Romanischer Saal in St. Peter|romanische Saal]]. Dieser Saal dürfte Mitte des [[13. Jahrhundert]]s entstanden sein und diente als Refektorium. Ebenfalls in der Abtei gibt es die [[Pauluskapelle]]. Sie wurde [[1304]] fertiggestellt und ist mit Fresken ausgestattet. | ||
Der Kreuzgang besteht aus einem | Der Kreuzgang besteht aus einem ungewöhnlichen Gemisch an Baustilen. Im Südflügel gibt es Bauteile aus dem [[12. Jahrhundert]]. Sie dürften die ältesten Teile des Kreuzganges sein. Im Innenbereich des Kreuzgangs steht ein Brunnenhaus. | ||
Außerhalb dieses geschlossenen Klosterbezirks befanden sich einen Reihe von anderen Gebäuden, die sich heute teilweise außerhalb des [[Petersfriedhof]] oder um die beiden Höfe ([[Stiftshof St. Peter|Stiftshof]] und [[Kolleghof]]) befanden. Dazu zählen der Weinkeller ([[Peterskeller]]), die Mühle und [[Stiftsbäckerei St. Peter|Pfisterei]], wobei sich an den Weinkeller noch verschiedene Wirtschaftsgebäude und eine Klosterschule anschlossen. Mit der [[Barock]]isierung wurden einige dieser Gebäude abgerissen oder in den Umbau integriert. | Außerhalb dieses geschlossenen Klosterbezirks befanden sich einen Reihe von anderen Gebäuden, die sich heute teilweise außerhalb des [[Petersfriedhof]] oder um die beiden Höfe ([[Stiftshof St. Peter|Stiftshof]] und [[Kolleghof]]) befanden. Dazu zählen der Weinkeller ([[Peterskeller]]), die Mühle und [[Stiftsbäckerei St. Peter|Pfisterei]], wobei sich an den Weinkeller noch verschiedene Wirtschaftsgebäude und eine Klosterschule anschlossen. Mit der [[Barock]]isierung wurden einige dieser Gebäude abgerissen oder in den Umbau integriert. | ||
Der heutige Grundriss der Klosteranlage, zu der die Gebäude um den | Der heutige Grundriss der Klosteranlage, zu der die Gebäude um den Konventhof und den Stiftshof zählen, geht auf Umbauten im Mittelalter zurück. Jedoch erhielt er bis Mitte des [[16. Jahrhundert]]s eine erkennbare Regelmäßigkeit. | ||
Aus der [[Barock]]zeit gibt es | Aus der [[Barock]]zeit gibt es eine Fülle von Dokumentationen zu Aus- und Umbauten der Klosteranlage. [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] war die treibende Kraft der Barockisierung von Kloster und Kirche. [[1599]] begannen die Umbauarbeiten an der Klosteranlage, [[1604]] entstanden die [[Dombögen]] und die damit einhergehenden Erweiterungsarbeiten am finster gewordenen Refektorium. Schließlich setzte [[1606]] ein vollständiger Umbau im Bereich des Konventhofes ein, der bis [[1610]] dauerte. [[1653]] ließ [[Abt der Benediktinererzabtei St. Peter|Abt]] [[Albert III. Keuslin]] über der St.-Veits-Kapelle einen [[Stiftsbibliothek St. Peter|Bibliotheksstock]] errichten. | ||
Auf einem Gemälde aus dem Jahr [[1657]] erkennt man bereits | Auf einem Gemälde aus dem Jahr [[1657]] erkennt man bereits deutlich, dass die bisher beschriebene Klosteranlage nicht mit den uns heute in geschlossener Form bekannten und öffentlich begehbaren Höfen (Stifts- und Kolleghof) identisch ist. Der Konvent um den Konventhof und den Klosterhof (zwei getrennte Innenhöfe) sowie die Stiftskirche bildeten die eigentliche Klosteranlage. Der Weinkeller und die Wirtschaftsgebäude (heute der Längsbau zwischen Stifts- und Kolleghof sowie die im rechten Winkel zum Konvent angebauten Gebäude) lagen außerhalb der Klosteranlage. Zu sehen auf diesem Bild sind auch die beiden noch heute vorhandenen Tore: jenes von der [[Franziskanergasse]] in den Stiftshof und jenes von diesem damals auf ein Feld (heute in den Kolleghof). Dieses Bild ist in der Quelle auf Seite 176 abgebildet. | ||
Die hochbarocke Umbauzeit bildete hinsichtlich der Bausubstanz des Klosterkomplexes die entscheidende Phase. Sie geschah unter den Äbten [[Amand Pachler]] und [[Edmund Sinnhuber]]. Der Konventtrakt wurde neu errichtet | Die hochbarocke Umbauzeit bildete hinsichtlich der Bausubstanz des Klosterkomplexes die entscheidende Phase. Sie geschah unter den Äbten [[Amand Pachler]] und [[Edmund Sinnhuber]]. Der Konventtrakt wurde neu errichtet; die Abtei mit Klosterhof, der westlich gelegene Wirtschaftstrakt, der nördlich gelegene Gästetrakt und der Weinkeller erhielten ihr heutiges Aussehen. Dabei entstand im Konvent eine [[Josephskapelle]]. | ||
Der baufreudigste Abt [[Beda Seeauer]] ([[1753]]–[[1785]]) verlieh Kloster und Kirche ihre letzte und bis heute bestehende Gestalt. Dabei "warf" Seeauer dem barocken Klosterkomplex das "Kleid" des [[Rokoko]]s (Zitat Quelle) über. Die letzten Umbauarbeiten erfolgten zur Zeit der Auflösung des [[Erzstift Salzburg|Erzstifts]] unter Abt [[Dominikus Hagenauer]] ([[1786]]–[[1811]]). Neben der Umgestaltung der [[Mariazellerkapelle|Katharinenkapelle]] ließ er auch einige Räume der Abtei umbauen. | |||
{{Absatz}} | |||
== Bildergalerie == | == Bildergalerie == | ||
<gallery> | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> | ||
Datei:Benediktiner-Erzabtei St. Peter, die Klosteranlage Luftbild.jpg|Luftbildaufnahme der Klosteranlage der Benediktinererzabtei St. Peter. | |||
Datei:Jedermann Domplatz Erzabtei Hohensalzburg.jpg|"[[Jedermann (Salzburg)|Jedermann]]"-Aufführung in der Kulisse der [[UNESCO-Weltkulturerbe]]-[[Altstadt]] von Salzburg. | |||
Datei:Kreuzgang_St_Peter.jpg|Blick in den Kreuzgang der Benediktiner-Erzabtei | Datei:Kreuzgang_St_Peter.jpg|Blick in den Kreuzgang der Benediktiner-Erzabtei | ||
File:Kreuzgang2-sanktpeter-salzburg.JPG|im Kreuzgang | File:Kreuzgang2-sanktpeter-salzburg.JPG|im Kreuzgang. | ||
Datei:Lageplan von St. Peter.jpg|Übersichtsplan von der Erzabtei St. Peter | Datei:Lageplan von St. Peter.jpg|Übersichtsplan von der Erzabtei St. Peter. | ||
Datei:Benediktiner Erzabtei St Peter Klosteranlage.jpg|Übersichtsplan. | |||
</gallery> | </gallery> | ||
== | === Weitere Bilder === | ||
{{Bildkat|Benediktinererzabtei St. Peter, die Klosteranlage}} | |||
== Weblink == | |||
* Lage auf dem [https://maps.stadt-salzburg.at/#zoom=5&lat=47.79731&lon=13.04517&layers=0&marker=1 digitalen Stadtplan von Salzburg] | |||
== Quelle == | == Quelle == | ||
* [[Franz Fuhrmann]]: | * [[Franz Fuhrmann]]: "Die Baugeschichte von Kirche und Kloster", in [[St. Peter in Salzburg]], Seite 174ff | ||
{{SORTIERUNG: Peter, die Klosteranlage, Benediktinererzabtei St.}} | |||
[[Kategorie:Stadt Salzburg|Benediktinererzabtei St. Peter]] | |||
[[Kategorie:Altstadt|Benediktinererzabtei St. Peter]] | |||
[[Kategorie:Religion]] | |||
[[Kategorie:Erzdiözese Salzburg]] | |||
[[Kategorie:Geschichte (Erzdiözese)]] | |||
[[Kategorie:Architektur]] | [[Kategorie:Architektur]] | ||
[[Kategorie: | [[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]] | ||
[[Kategorie:Katholische Kirche]] | [[Kategorie:Katholische Kirche]] | ||
[[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]] | [[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]] | ||
[[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]] | [[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]] | ||
[[Kategorie:Kloster]] | |||
[[Kategorie:Abtei]] | [[Kategorie:Abtei]] | ||
[[Kategorie:Benediktinerorden]] | [[Kategorie:Benediktinerorden]] | ||
[[Kategorie:Erzabtei St. Peter]] | [[Kategorie:Erzabtei St. Peter]] | ||
[[Kategorie:Salzburgs Schätze]] | [[Kategorie:Salzburgs Schätze]] | ||
Aktuelle Version vom 25. Juli 2026, 21:14 Uhr




Die eigentliche Klosteranlage (Konvent) der Benediktinererzabtei St. Peter in der Altstadt der Stadt Salzburg ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die Gesamtanlage zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt.
Baugeschichte
Es gibt keine detaillierte Baugeschichte dieses Klosters. Von der mittelalterlichen Klosteranlage vor 1110, die sich südlich der heutigen Stiftskirche St. Peter (am Kapitelplatz) befand, gibt es überhaupt keine Aufzeichnungen. Anschließend, bis ins 15. Jahrhundert, geben bruchstückhafte Berichte Einblick in die Baugeschichte. Eine baugeschichtliche Unterteilung in vorromanisch, romanisch und gotisch ist ebenfalls nicht möglich, da Reste aus diesen Epochen entweder überbaut oder nicht auffindbar sind.
Die im Klosterbereich befindliche Marienkapelle wurde 1130 geweiht. Im Westflügel des Konventgeviertes, der als eigentliche Abtei bezeichnet wird (um den Klosterhof), befindet sich im Erdgeschoss der sogenannte romanische Saal. Dieser Saal dürfte Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden sein und diente als Refektorium. Ebenfalls in der Abtei gibt es die Pauluskapelle. Sie wurde 1304 fertiggestellt und ist mit Fresken ausgestattet.
Der Kreuzgang besteht aus einem ungewöhnlichen Gemisch an Baustilen. Im Südflügel gibt es Bauteile aus dem 12. Jahrhundert. Sie dürften die ältesten Teile des Kreuzganges sein. Im Innenbereich des Kreuzgangs steht ein Brunnenhaus.
Außerhalb dieses geschlossenen Klosterbezirks befanden sich einen Reihe von anderen Gebäuden, die sich heute teilweise außerhalb des Petersfriedhof oder um die beiden Höfe (Stiftshof und Kolleghof) befanden. Dazu zählen der Weinkeller (Peterskeller), die Mühle und Pfisterei, wobei sich an den Weinkeller noch verschiedene Wirtschaftsgebäude und eine Klosterschule anschlossen. Mit der Barockisierung wurden einige dieser Gebäude abgerissen oder in den Umbau integriert.
Der heutige Grundriss der Klosteranlage, zu der die Gebäude um den Konventhof und den Stiftshof zählen, geht auf Umbauten im Mittelalter zurück. Jedoch erhielt er bis Mitte des 16. Jahrhunderts eine erkennbare Regelmäßigkeit.
Aus der Barockzeit gibt es eine Fülle von Dokumentationen zu Aus- und Umbauten der Klosteranlage. Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau war die treibende Kraft der Barockisierung von Kloster und Kirche. 1599 begannen die Umbauarbeiten an der Klosteranlage, 1604 entstanden die Dombögen und die damit einhergehenden Erweiterungsarbeiten am finster gewordenen Refektorium. Schließlich setzte 1606 ein vollständiger Umbau im Bereich des Konventhofes ein, der bis 1610 dauerte. 1653 ließ Abt Albert III. Keuslin über der St.-Veits-Kapelle einen Bibliotheksstock errichten.
Auf einem Gemälde aus dem Jahr 1657 erkennt man bereits deutlich, dass die bisher beschriebene Klosteranlage nicht mit den uns heute in geschlossener Form bekannten und öffentlich begehbaren Höfen (Stifts- und Kolleghof) identisch ist. Der Konvent um den Konventhof und den Klosterhof (zwei getrennte Innenhöfe) sowie die Stiftskirche bildeten die eigentliche Klosteranlage. Der Weinkeller und die Wirtschaftsgebäude (heute der Längsbau zwischen Stifts- und Kolleghof sowie die im rechten Winkel zum Konvent angebauten Gebäude) lagen außerhalb der Klosteranlage. Zu sehen auf diesem Bild sind auch die beiden noch heute vorhandenen Tore: jenes von der Franziskanergasse in den Stiftshof und jenes von diesem damals auf ein Feld (heute in den Kolleghof). Dieses Bild ist in der Quelle auf Seite 176 abgebildet.
Die hochbarocke Umbauzeit bildete hinsichtlich der Bausubstanz des Klosterkomplexes die entscheidende Phase. Sie geschah unter den Äbten Amand Pachler und Edmund Sinnhuber. Der Konventtrakt wurde neu errichtet; die Abtei mit Klosterhof, der westlich gelegene Wirtschaftstrakt, der nördlich gelegene Gästetrakt und der Weinkeller erhielten ihr heutiges Aussehen. Dabei entstand im Konvent eine Josephskapelle.
Der baufreudigste Abt Beda Seeauer (1753–1785) verlieh Kloster und Kirche ihre letzte und bis heute bestehende Gestalt. Dabei "warf" Seeauer dem barocken Klosterkomplex das "Kleid" des Rokokos (Zitat Quelle) über. Die letzten Umbauarbeiten erfolgten zur Zeit der Auflösung des Erzstifts unter Abt Dominikus Hagenauer (1786–1811). Neben der Umgestaltung der Katharinenkapelle ließ er auch einige Räume der Abtei umbauen.
Bildergalerie
-
Luftbildaufnahme der Klosteranlage der Benediktinererzabtei St. Peter.
-
-
Blick in den Kreuzgang der Benediktiner-Erzabtei
-
im Kreuzgang.
-
Übersichtsplan von der Erzabtei St. Peter.
-
Übersichtsplan.
Weitere Bilder
Benediktinererzabtei St. Peter, die Klosteranlage – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Weblink
- Lage auf dem digitalen Stadtplan von Salzburg
Quelle
- Franz Fuhrmann: "Die Baugeschichte von Kirche und Kloster", in St. Peter in Salzburg, Seite 174ff