Kajetanerkirche St. Maximilian: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Kajetanerkirche.jpg|thumb|Links und rechts Teile des alten Traktes des [[Krankenhaus der Barmherzigen Brüder|Krankenhauses der Barmherzigen Brüder]], sowie die Kajetanerkirche im Mittelpunkt; im [[Kaiviertel]] der [[Salzburg]]er [[Altstadt]] vom [[Kajetanerplatz]] aus gesehen]]
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[[Datei:Kajetanerkirche.jpg|thumb|Links und rechts Teile des alten Traktes des [[Krankenhaus der Barmherzigen Brüder|Krankenhauses der Barmherzigen Brüder]], sowie die Kajetanerkirche im Mittelpunkt; im [[Kaiviertel]] der [[Salzburger Altstadt]] vom [[Kajetanerplatz]] aus gesehen]]
 
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[[Datei:Kajetanerkirche_innen.jpg|thumb|Eine Innenaufnahme der Kajetanerkirche]]
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Die '''Kajetanerkirche St. Maximilian''' ist eine unter [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|Denkmalschutz]] stehende Kirche im [[Kaiviertel]] am südöstlichen Rand der [[Salzburger Altstadt]].
Die '''Kajetanerkirche St. Maximilian''' liegt im [[Kaiviertel]] am südöstlichen Ende der [[Salzburg]]er [[Altstadt]].
 
  
==Geschichte==
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== Geschichte ==
Als kirchlicher Ort ist die heutige Kajetanerkirche mit dem angeschlossenen [[Krankenhaus der Barmherzigen Brüder]], nächst dem alten Stadttor (Inneres [[Nonntalertor]], Inneres Erentrudistor) gelegen, sehr alt. Urkundlich stand hier schon [[1150]] eine Kirche und ein Spital. Hier befand sich aber auch das [[Salzburger Badehäuser|Raplbad]], in dem der Arzt ''Bombastus Theophrastus von Hohenheim'', genannt [[Paracelsus]], wirkte. Im Jahr [[1684]] erfolgte durch Erzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] die Stiftung eines Priesterseminars unter Leitung der Theatiner (allgemein nach ihrem Gründer "Kajetaner" genannt).  
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Als kirchlicher Ort ist die heutige Kajetanerkirche mit dem angeschlossenen [[Krankenhaus der Barmherzigen Brüder]], nächst dem alten Stadttor ([[Kajetanertor]]) gelegen, sehr alt. Urkundlich standen hier schon [[1150]] eine Kirche, die [[1150]] von [[Erzbischof]] [[Eberhard I. von Biburg|Eberhard I.]] zu Ehren des hl. [[Laurentiusfest|Laurentius]] neu geweiht wurde, und ein Spital. Beides gehörte zum [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Stift St. Peter]]. Eine neuerliche Weihe zu Ehren desselben und der hl. Magdalena erfolgte [[1506]] durch Nikolaus, Bischof von Hippo. Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] kaufte Spital und Kirche von [[Abt der Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Abt]] [[Martin Hattinger]] von St. Peter, um darin ein Priesterseminar zu errichten.
  
Von [[1685]] bis [[1697]] wurde hier unter Leitung des Italieners [[Giovanni Gaspare Zuccalli]] die neue Kirche und das vorgesehene Priesterseminar erbaut. Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]], der ab [[1687]] regierte, war kein Freund des „Wälschen Barock“ und der Theatiner, weshalb Zuccalli lange um die Endabrechnung streiten musste. Das Priesterseminar wurde dann an der Seite der Dreifaltigkeitskirche unter neuer Leitung errichtet.  
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Am [[22. Dezember]] [[1684]] kam es durch eine von [[Fürsterzbischof]] [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] bestätigte Stiftung des [[Kurfürstentum Bayern|kurbayrischen]] Kämmerers und Revisionsrats Georg Freiherrn von Lerchenfeld zur Gründung eines Seminars für Seelsorgepriester unter Leitung der der Theatiner (nach ihrem Gründer allgemein "Kajetaner" genannt).  Die Einführung des Ordens erfolgt mit Urkunde vom [[16. Oktober]] [[1686]] . Durch den im folgenden Jahr erfolgten Tod des Fürsterzbischofs wurde die Existenz der Theatiner in Salzburg schwer bedroht und es kam zu langwierigen Verhandlungen, die erst im Mai [[1696]] zur definitiven Übergabe von Kloster und Kirche an den Orden führten . 
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Den Bau von [[1685]] bis [[1697]] leitete der von Max Gandolph aus [[München]] berufene Schweizer [[Giovanni Gaspare Zuccalli]], mit dem am [[22. Juni]] 1685 der Vertrag geschlossen wurde.
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folgender Kontrakt geschlossen wurde. Fürsterzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]], der ab [[1687]] regierte, war kein Freund des "[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#W|Welschen]] [[Barock]]" und der Theatiner, weshalb Zuccalli lange um die Endabrechnung streiten musste. Das [[Priesterseminar]] wurde dann an der Seite der [[Dreifaltigkeitskirche]] unter neuer Leitung errichtet.
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Im Sommer [[1686]] war der Bau so weit fortgeschritten, dass mit der Gestaltung der Fassade begonnen werden konnte. Dafür hatte der Steinmetzmeister Andreas Gözinger am [[13. August]] einen Kostenvoranschlag gelegt, auf Grund dessen der Vertrag mit ihm am [[17. August]] geschlossen wurde. Die Stuckarbeiten der Kirche erhielten die Stuckateure Francesco Brenno, sein Bruder Carlo Antonio Brenno und ihr Gehilfe Antonio Carabelli, mit denen am [[20. November]] 1686 ein vom Fürsterzbischof am [[29. November]] ratifizierter Vertrag geschlossen wurde. Es wurde aber nur ein Teil der ARbeiten ausgeführt, denn nach dem Tode Max Gandolphs wurde die Arbeit über Befehl des Fürsterzbischofs Johann Ernst eingestellt und am [[4. April]] [[1688]] angeordnet, mit den ''Stuccatores ordentlich abzuraiten und dieselben nach Gebür abzufertigen''. Trotz der Bemühungen der Stuckateure, die erst 1.700 fl. erhalten hatten, mit der Fortführung der Arbeiten betraut zu werden, wurde diese dem Salzburger Meister [[Lorenz Stumpfegger]] übertragen. Wegen dieses wider alle Baurechtsgewohnheit laufenden Vertragsbruches überreichte Carlo Antonio Brenno eine Beschwerde, die [[1700]] zu einem für Brenno ziemlich ungünstigen Vergleich führte.
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Auch dem Gasparo Zugalli wurden 1.100 fl. vorenthalten, weshalb er und nach seinem Tode sein Sohn Johann Christoph einen langen Prozess gegen Fürsterzbischof Johann Ernst und seinen Nachfolger
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führte, der mit einer Erledigung von [[1730]] definitiv niedergeschlagen wurde. Aus den Prozessakten ist besonders das von Johann Christoph de Zugalli zur Entkräftung mancher Vorwürfe gegen die Bauführung
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seines Vaters erbrachte Zeugnis hervorzuheben, in dem der kaiserliche Hofbaumeister Beduzzi bestätigt, das ''an der Kirche kein einziger Architekturfehler vorhanden sei''.
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Der Ausbau der Kirche ging nach der Wiederaufnahme der Arbeiten [[1696]] langsam vonstatten, sodass die Einweihung erst am [[31. Oktober]] [[1700]] durch den [[Sigmund Carl von Castel-Barco]], [[Bischof von Chiemsee]] erfolgen konnte.
 
   
 
   
Zwei Flügelbauten des ehemaligen Kloster umschließen die in die Gebäudeflucht eingebettete kleine Kirche. Der Zentralbau ist von einer hohen Tambourkuppel gekrönt, an die seitlich 4 kleine Kapellen integriert sind. Kleine dekorative Wandfelder mit Scheinfenstern und Emporen vervollständigen die Kirche. Das Kuppelfresko wurde von [[Paul Troger]] geschaffen. Auch das Altarbild des Hochaltars mit der Marter des Hl. Maximilian, das Altarbild des rechten Seitenaltars und vier Bilder auf Leinwand über den Beichtstühlen wurden von Paul Troger geschaffen. Das Altarbild des linken Seitenaltars stammt von [[Johann Michael Rottmayr]]. Eine Besonderheit ist die ''Heilige Stiege'', die [[Scala Santa]], neben der Kirche, die in Nachahmung der römischen ''Scala Santa'' [[1712]] hier errichtet wurde. Sie besteht aus 28 Stufen, darf nur kniend erklommen werden und führt hinauf zur Kreuzkapelle, die um [[1750]] geschaffen wurde.  
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Zwei Flügelbauten des ehemaligen [[Theatinerkloster]] umschließen die in die Gebäudeflucht eingebettete kleine Kirche. Der Zentralbau ist von einer hohen Tambourkuppel gekrönt, an die seitlich zwei vier Kapellen anschließen. Kleine dekorative Wandfelder mit Scheinfenstern und Emporen vervollständigen die Kirche. Das Kuppelfresko wurde von [[Paul Troger]] geschaffen.  
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[[1809]] wurde die Niederlassung der vom hl. Kajetan von Thiene begründeten Kongregation der Theatiner aufgehoben. Das Gebäude diente danach als Garnisonsspital und wurde [[1923]] dem Orden der [[Barmherzige Brüder|Barmherzigen Brüder]] übergeben, die seitdem den Spitalsbetrieb fortführen. Am [[7. August]] [[1945]] wurde anlässlich des [[Patrozinium]]<nowiki>sfestes</nowiki> des hl. Kajetan die Kajetanerkirche nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] wieder eröffnet.
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==== Restaurierung 1980/81 ====
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Bereits die umfassende Restaurierung [[1980]] bis [[1981]] brachte einige Überraschungen. So wurden bei den Seitenaltären die übertünchten Scheinbaldachine Trogers wiederentdeckt und aufwendig freigelegt sowie die vermuteten Vergoldungen im Kirchenraum rekonstruiert. Der Umfang dieser Restaurierungsarbeiten machte es nötig, dass die Arbeiten von zwei Firmen gemeinsam durchgeführt werden mussten. Kleinste Unterschiede in der Vergoldungstechnik verraten kundigen Augen heute noch die Aufteilung der Arbeiten wie eine unsichtbare Linie, die den Kirchenraum in zwei Hälften teilt. Unter anderem wurden allzu auffällige Spuren älterer Restaurierungen abgenommen, darunter auch ein spannendes Stück Restauriergeschichte: direkt über der Signatur Trogers hatten, der überlieferten Handwerkstradition folgend, [[1881]] Restaurator [[Josef Gold]] und [[1948]] Restaurator Bruno Malanik ihre Namen hinterlassen. Obwohl 1981 diese selbstbewussten Signaturen abgenommen wurden, blieb man der alten Tradition treu: direkt hinter dem Hauptaltar wurde eine vertikale Linie in den Putz gekratzt, rechts und links davon verewigten sich die für die jeweiligen Raumhälften verantwortlichen Firmen.
  
[[1809]] wurde die Niederlassung der [[Kongregation der Theatiner]] aufgehoben. Das Gebäude diente danach als Garnisonsspital und wurde [[1923]] dem Orden der Barmherzigen Brüder übergeben, die seitdem den Spitalsbetrieb fortführen. Am [[7. August]] [[1945]] wurde anlässlich des Patroziniumsfestes des hl. Kajetan die Kajetanerkirche nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]]  wieder eröffnet.
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==== Restaurierung 2021/23 ====
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Nach einer dreijährigen Renovierung, die [[2023]] abgeschlossen war, erscheinen nun Details der 1685 erbauten Kirche in neuem Glanz. Kirchenbesucher sahen in den vergangenen Jahrzehnten weiße Innenwände, seit 2023 ist die Kirche in edler Farboptik gehalten. Ursprünglich sollte die Kirche wie zur Eröffnung im Jahr 1700 weiß gestrichen werden. Auch bei der letzten Restaurierung 1980 blieb es bei Weiß. Wie die Leiterin des Denkmalamtes, [[Eva Hody]], erklärt, war diese Neuerung auch für Experten eine Überraschung. Zu Beginn der Restaurierungsarbeiten glaubten die Fachleute, dass sie mit einer guten Staubreinigung und einer weißen Tünche auf den Wänden auskommen. "Es hat sich dann aus technischen Problemen heraus gezeigt, dass es ältere Farbbefunde gibt, die uns erklären, dass die Kirche ursprünglich nicht weiß gefasst war, sondern eine bunte Steinfarbigkeit hatte, und so ist sie heute wieder restauriert." sagt Hody.
  
=== Alte Ansichten ===
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Das [[1728]] von Paul Troger geschaffenen Kuppelfresko wirkte vor der Restaurierung wie ein dunkler Fleck und war kaum noch zu erkennen. Jetzt kommt ihm wieder die Hauptrolle zu, die ihm gebührt. Das hat nicht nur mit der Reinigung von Ruß, Staub und Belägen zu tun, sondern mit der neuen Farbgebung des gesamten Kirchenraumes. Statt in Weiß sind die Wände nun in warmen Steinfarben gefasst, was den Raum stimmig und einladend macht und die Kuppel optisch mit dem Kirchenraum verbindet. Die Farbtöne aus dem Fresko von Troger finden sich an den Wänden wieder. Die Pilaster sind in grauer Marmoroptik bemalt.
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Datei:Salzburg Kupferstich 1740 Detail Nr 05 Kajetanerkirche.jpg|[[Salzburg (Kupferstich) Friedrich Bernhard Werner|Werner, Friedrich Bernhard; Stadtansicht von 1740, Detail Nr 05]]
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Als eine besondere Herausforderung erwies sich die barrierefreie Erschließung der Kirche. Sie auch für die Patienten vom [[Krankenhaus der Barmherzigen Brüder]] aus barrierefrei zugänglich sein. So musste der historische Fußboden zur Benutzung mit Rollstühlen restauriert und Unregelmäßigkeiten so weit wie möglich ausgeglichen werden. Der Haupteingang und die beiden Seitenkapellen erhielten barrierefreie Zugänge. Diese wurden elegant und zurückhaltend in den historischen Bestand geschnitten. Damit kommt diese dauerhaften, nicht reversiblen Maßnahmen zukünftige Generationen Zeugnis für den hohen
Datei:Salzburg Kupferstich 1750 Detail Nr 12 Kajetanerkirche.jpg|[[Salzburg (Kupferstich) Johann Friedrich Probst|Probst, Johann Friedrich; Stadtansicht von 1750, Detail Nr 12]]
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Stellenwert, der im [[21. Jahrhundert]] dem Thema der Inklusion zu.
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; Bilde nach Beendigung der Restaurierung:
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Datei:2023 09 30 Kajetanerkirche Salzburg nach Renovierung 01.jpg|Blick zum Hauptaltar.
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Datei:2023 09 30 Kajetanerkirche Salzburg nach Renovierung 03.jpg|Blick in die Kuppel.
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Datei:2023 09 30 Kajetanerkirche Salzburg nach Renovierung 08.jpg|Der Altartisch des Hauptaltars.
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Datei:2023 09 30 Kajetanerkirche Salzburg nach Renovierung 06.jpg|Das Altarbild.
 
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==Bildergalerie==
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== Inneneinrichtung ==
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=== Scala Santa ===
Datei:Krankenhaus_der_Barmherzigen_Br%C3%BCder_andere_Ansicht.jpg|Kajetanerkirche
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:''Hauptartikel [[Scala Santa (Kajetanerkirche)|Scala Santa]]
Datei:Eingang zur Kajetanerkirche des KH der Barmh. Brüder, Portal.jpg|Eingang zur Kajetanerkirche
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Eine Besonderheit ist die ''Heilige Stiege'', die ''Scala Santa'', neben der Kirche, die in Nachahmung der römischen ''Scala Santa'' [[1712]] hier errichtet wurde. Sie besteht aus 28 Stufen, darf nur kniend erklommen werden und führt hinauf zur [[Kreuzkapelle (Kajetanerkirche)|Kreuzkapelle]] mit dem Kreuzaltar, die beide um [[1750]] geschaffen wurden.
Datei:KH der Barmh. Brüder, Portalinschrift.jpg|Kajetanerkirche, Portalinschrift
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Datei:Kajetanerkirche, Hauptaltar.jpg|Kajetanerkirche, Hauptaltar
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===Altäre===
Datei:Seitenaltar in der Kajetanerkirche.jpg|Seitenaltar in der Kajetanerkirche
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Die Kajetanerkirche samt der ''Scala Santa'' besitzt neben dem Hochaltar sieben weitere Altäre.
Datei:Kajetanerkirche_Altar.jpg|Ein weiterer Seitenaltar in der Kajetanerkirche
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Datei:Heilige_Stiege.jpg|Die Heilige Treppe
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=== Hochaltar ===
Datei:Heilige_Treppe.jpg|Die Heilige Treppe am Tag der Langen Nacht der Kirchen, 01.06. 2012
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Die Stiftung des Hochaltarbildes erfolgte durch den [[Domkapitular]] Paris Dominik Freiherr von [[Wolkenstein]], worauf das [[Domkapitel]] mit dem "gewesten Hausmeister und Maler" des (inzwischen gestorbenen) Stifters Jakob Christoph Plazer verhandelte, der sich verpflichtete, das ''verlobte Plat mit angelegenem Fleiß'' gegen nachträgliche Schätzung durch Sachverständige zu verfertigen (Domkapitelprotokoll, [[28. Jänner]] [[1698]] f. 42). Am [[4. August]] 1698 berichtet Plazer, dass das Bild ''albereits in völliger Perfeetion'' stehe und ''bittet umsomehr um baldige Beaugenscheinung und Bezahlung'', als er aus Verfolgung ''alhießiger Mahler lenger alhier nit zu verbleiben habe''. Der Maler erhielt statt der ursprünglich bestimmten 400 nur 200 fl., da sich die Hinterlassenschaft des Stifters inzwischen als passiv erwiesen hatte (Domkapitelprotokolle [[4. August]], [[7. August]] 1698; [[20. März]], [[28. September]] [[1699]]).
Datei:Kajetanerkirche_Seitenalter.jpg|Der Seitenaltar in der Kajetanerkirche
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Datei:Altar_Kreuzkapelle.jpg|Der Altar in der Kreuzkapelle am  oberen Ende der Heiligen Treppe am Tag der Langen Nacht der Kirchen,  01.06. 2012
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Das Altarblatt des Hochaltars mit der Marter des hl. Maximilian, 1727, und ebenso das Hauptaltarbild des rechten Seitenaltars mit dem hl. Kajetan als Tröster der Pestkranken sowie vier Bildern auf Leinwand über den Beichtstühlen stammen alle von Paul Troger.<ref>[[Benedikt Pillwein]]: ''Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer theils verstorbener theils lebender Künstler'', Salzburg 1821, in [https://books.google.at/books?id=DGhOAAAAcAAJ&pg=PR12&hl=de&source=gbs_selected_pages&cad=2#v=onepage&q&f=false  in googlebooks zum Nachlesen]</ref> Das Altarbild des linken Seitenaltars mit der Darstellung der Heiligen Sippe stammt von [[Johann Michael Rottmayr]] ([[1708]]).
Datei:Deckenfresko_Kreuzkapelle.jpg|Das Deckenfresko in der Kreuzkapelle am oberen Ende der Scala Santa
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Datei:Altar_Kreuzkapelle_obere_Hälfte.jpg|Die obere Hälfte des Altars in der Kreuzkapelle am oberen Ende der Scala Santa
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=== Seitenaltäre ===
Datei:Altar_Kreuzkapelle_untere_Hälfte.jpg|Die untere Hälfte des Altars in der Kreuzkapelle am oberen Ende der Scala Santa
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Zwei weitere Seitenaltäre beiderseits der Vorhalle ergänzen das große Oval des Kirchenraumes zum Rechteck: Den Altar der linken Kapelle mit Stuckmarmor von [[Jakob Zanusi]] ([[1712]]) zeigt den hl. Andreas Avellinus. Aus der Zeit nach [[1750]] sind hier 14 Kreuzwegbilder zu sehen. Der Altar der rechten Kapelle aus der Zeit um 1750 zeigt auch eine Figur des hl. Johannes von Gott.
Datei:Reliquie_Kreuzkapelle.jpg|Eine Reliquie in der Kreuzkapelle am oberen Ende der Scala Santa
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=== Orgel ===
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[[Datei:2023 09 30 Kajetanerkirche Salzburg nach Renovierung 07.jpg|thumb|Kajetanerkirche nach Renovierung 2023. Blick zur Orgel über dem Eingang.]]
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Die Orgel wurde vermutlich [[1697]] von [[Christoph Egedacher]] geschaffen und erklang beim ersten feierlichen Gottesdienst in der Kirche, am Fest des Ordensstifters, den [[7. August]] [[1697]].<ref>[[Lorenz Hübner]], [[Benedikt Pillwein]] (Hrsg.): "Die Ordens-Gesellschaft der Theatiner zu Salzburg. Das Wohngebäude." In: Kaiserl. Königl. Oesterreichisches Amts- und Intelligenz-Blatt von Salzburg, Stück 59, 23. Juli 1830, Seiten 1116–120; S. 1117</ref><ref>Eine andere Quelle schreibt sie [[Johann Christoph Egedacher]] zu, mit dem Erbauungsjahr [[1708]] (Bruce Hynes: "A History of Performing Pitch. The story of "A"." Verlag "The Scarecrow Press, Inc", Lanham (Maryland) / Oxford, 2002, Seite 457 (o.p.)</ref> Sie ist original erhalten und stellt das wertvollste historische Orgel-Instrument in der Stadt Salzburg dar.
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==== Disposition ====
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{| border="0" cellspacing="0" cellpadding="10" style="border-collapse:collapse;"
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| style="vertical-align:top" |
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{| border="0"
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|colspan="2"| '''Manual''' C–c<sup>3</sup><ref group="A.">45 Tasten (Kurze Oktave)</ref> 
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|-
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| Principal<ref group="A.">Ab G im Prospekt</ref>  || 8′
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|-
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| Copl || 8′
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|-
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| Octav || 4′
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|-
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| Fleten || 4′
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|-
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| Quint || ⅔′
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|-
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| Superoctav || 2′
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|-
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| Mixtur IV|| ⅓′
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|}
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| style="vertical-align:top" |
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{| border="0"
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|colspan="2"| '''Pedal:''' C–gis<sup>0</sup>
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----
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|-
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| Subbass<ref group="A.">Pfeifen sind liegend; vom Altar aus gesehen liegen im rechten Feld die Töne c–gis, im linken G–H.</ref> || 16′
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|}
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|}
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* Dauercoppel<ref group="A.">Pedal läuft mit einer Ventilkoppel mit.</ref>
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* Stimmton]: a<sup>1</sup> ≈ 461 Hz bei 15&nbsp;°C (465 Hz bei 20&nbsp;°C), Cornettton
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* Mitteltönige Stimmung
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* Winddruck: 64 mm Wassersäule
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;Anmerkungen
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<references group="A." />
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== Bildergalerie ==
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=== Kirche allgemein ===
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<gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200">
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Datei:KH der Barmh. Brüder.jpg|Blick auf die Kajetanerkirche.
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Datei:Eingang zur Kajetanerkirche des KH der Barmh. Brüder, Portal.jpg|Eingangsportal zur Kajetanerkirche.
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Datei:KH der Barmh. Brüder, Portalinschrift.jpg|Kajetanerkirche, Portalinschrift.
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Datei:Kajetanerkirche_Altar.jpg|Seitenaltar rechts der Vorhalle.
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Datei:Kajetanerkirche_Seitenalter.jpg|linker Seitenaltar der Kajetanerkirche.
 
</gallery>
 
</gallery>
  
==Quellen==
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=== weitere Bilder ===
* Beitrag [[Altstadt]] von Salzburg
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{{Bildkat}}
* [[Benutzer:Andrea1984|Andrea Loidl]]
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== Literatur ==
 
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* "Die Salzburger Kajetanerkirche. Rückkehr zum barocken Farbraum", Broschüre des Bundesdenkmalamtes als pdf [https://www.bda.gv.at/dam/jcr:90ca9e68-048f-4891-8443-9e78410a967e/BDA_wiederhergestellt-100_Kajetanerkirche.pdf www.bda.gv.at]
  
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== Quellen ==
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* [https://kirchen-fuehrer.info/de/kirchen/detail.asp?id=28&tit=Kajetanerkirche+in+Salzburg kirchen-fuehrer.info], Die Kajetanerkirche in Salzburg, 
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* [[Hans Tietze]]: "Die kirchlichen Denkmale der Stadt Salzburg", in: [[Österreichische Kunsttopographie]], [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=53b54ba86af95&location=browse diglib.tugraz.at], pdf
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* [https://salzburg.orf.at/stories/3198315/ salzburg.orf.at], 12. März 2023
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* [https://www.sn.at/salzburg/chronik/hochamt-zur-wiedereroeffnung-der-kajetanerkirche-die-salzburger-ordensspitalkirche-wurde-umfassend-restauriert-135078979 www.sn.at], 7. März 2023
 +
* {{wikipedia-de}}
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== Einzelnachweise ==
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<references/>
  
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[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
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[[Kategorie:Altstadt]]
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[[Kategorie:Kaiviertel]]
 
[[Kategorie:Religion]]
 
[[Kategorie:Religion]]
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[[Kategorie:Erzdiözese]]
 +
[[Kategorie:Geschichte (Erzdiözese)‎]]
 
[[Kategorie:Architektur]]
 
[[Kategorie:Architektur]]
 
[[Kategorie:Gebäude]]
 
[[Kategorie:Gebäude]]
 
[[Kategorie:historisches Gebäude]]
 
[[Kategorie:historisches Gebäude]]
 
[[Kategorie:Gebäude Stadt Salzburg]]
 
[[Kategorie:Gebäude Stadt Salzburg]]
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[[Kategorie:Denkmalschutz]]
 +
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]
 
[[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]]
 
[[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]]
 
[[Kategorie:Katholische Kirche]]
 
[[Kategorie:Katholische Kirche]]
 
[[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]]
 
[[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]]
[[Kategorie:Geschichte (Erzbistum)]]
 
[[Kategorie:Erzdiözese]] 
 
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
 
[[Kategorie:Altstadt]]
 
[[Kategorie:Kaiviertel]]
 

Aktuelle Version vom 1. März 2025, 21:22 Uhr

Links und rechts Teile des alten Traktes des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder, sowie die Kajetanerkirche im Mittelpunkt; im Kaiviertel der Salzburger Altstadt vom Kajetanerplatz aus gesehen

Die Kajetanerkirche St. Maximilian ist eine unter Denkmalschutz stehende Kirche im Kaiviertel am südöstlichen Rand der Salzburger Altstadt.

Geschichte

Als kirchlicher Ort ist die heutige Kajetanerkirche mit dem angeschlossenen Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, nächst dem alten Stadttor (Kajetanertor) gelegen, sehr alt. Urkundlich standen hier schon 1150 eine Kirche, die 1150 von Erzbischof Eberhard I. zu Ehren des hl. Laurentius neu geweiht wurde, und ein Spital. Beides gehörte zum Stift St. Peter. Eine neuerliche Weihe zu Ehren desselben und der hl. Magdalena erfolgte 1506 durch Nikolaus, Bischof von Hippo. Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau kaufte Spital und Kirche von Abt Martin Hattinger von St. Peter, um darin ein Priesterseminar zu errichten.

Am 22. Dezember 1684 kam es durch eine von Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg bestätigte Stiftung des kurbayrischen Kämmerers und Revisionsrats Georg Freiherrn von Lerchenfeld zur Gründung eines Seminars für Seelsorgepriester unter Leitung der der Theatiner (nach ihrem Gründer allgemein "Kajetaner" genannt). Die Einführung des Ordens erfolgt mit Urkunde vom 16. Oktober 1686 . Durch den im folgenden Jahr erfolgten Tod des Fürsterzbischofs wurde die Existenz der Theatiner in Salzburg schwer bedroht und es kam zu langwierigen Verhandlungen, die erst im Mai 1696 zur definitiven Übergabe von Kloster und Kirche an den Orden führten .

Den Bau von 1685 bis 1697 leitete der von Max Gandolph aus München berufene Schweizer Giovanni Gaspare Zuccalli, mit dem am 22. Juni 1685 der Vertrag geschlossen wurde. folgender Kontrakt geschlossen wurde. Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein, der ab 1687 regierte, war kein Freund des "Welschen Barock" und der Theatiner, weshalb Zuccalli lange um die Endabrechnung streiten musste. Das Priesterseminar wurde dann an der Seite der Dreifaltigkeitskirche unter neuer Leitung errichtet.

Im Sommer 1686 war der Bau so weit fortgeschritten, dass mit der Gestaltung der Fassade begonnen werden konnte. Dafür hatte der Steinmetzmeister Andreas Gözinger am 13. August einen Kostenvoranschlag gelegt, auf Grund dessen der Vertrag mit ihm am 17. August geschlossen wurde. Die Stuckarbeiten der Kirche erhielten die Stuckateure Francesco Brenno, sein Bruder Carlo Antonio Brenno und ihr Gehilfe Antonio Carabelli, mit denen am 20. November 1686 ein vom Fürsterzbischof am 29. November ratifizierter Vertrag geschlossen wurde. Es wurde aber nur ein Teil der ARbeiten ausgeführt, denn nach dem Tode Max Gandolphs wurde die Arbeit über Befehl des Fürsterzbischofs Johann Ernst eingestellt und am 4. April 1688 angeordnet, mit den Stuccatores ordentlich abzuraiten und dieselben nach Gebür abzufertigen. Trotz der Bemühungen der Stuckateure, die erst 1.700 fl. erhalten hatten, mit der Fortführung der Arbeiten betraut zu werden, wurde diese dem Salzburger Meister Lorenz Stumpfegger übertragen. Wegen dieses wider alle Baurechtsgewohnheit laufenden Vertragsbruches überreichte Carlo Antonio Brenno eine Beschwerde, die 1700 zu einem für Brenno ziemlich ungünstigen Vergleich führte.

Auch dem Gasparo Zugalli wurden 1.100 fl. vorenthalten, weshalb er und nach seinem Tode sein Sohn Johann Christoph einen langen Prozess gegen Fürsterzbischof Johann Ernst und seinen Nachfolger führte, der mit einer Erledigung von 1730 definitiv niedergeschlagen wurde. Aus den Prozessakten ist besonders das von Johann Christoph de Zugalli zur Entkräftung mancher Vorwürfe gegen die Bauführung seines Vaters erbrachte Zeugnis hervorzuheben, in dem der kaiserliche Hofbaumeister Beduzzi bestätigt, das an der Kirche kein einziger Architekturfehler vorhanden sei.

Der Ausbau der Kirche ging nach der Wiederaufnahme der Arbeiten 1696 langsam vonstatten, sodass die Einweihung erst am 31. Oktober 1700 durch den Sigmund Carl von Castel-Barco, Bischof von Chiemsee erfolgen konnte.

Zwei Flügelbauten des ehemaligen Theatinerkloster umschließen die in die Gebäudeflucht eingebettete kleine Kirche. Der Zentralbau ist von einer hohen Tambourkuppel gekrönt, an die seitlich zwei vier Kapellen anschließen. Kleine dekorative Wandfelder mit Scheinfenstern und Emporen vervollständigen die Kirche. Das Kuppelfresko wurde von Paul Troger geschaffen.

1809 wurde die Niederlassung der vom hl. Kajetan von Thiene begründeten Kongregation der Theatiner aufgehoben. Das Gebäude diente danach als Garnisonsspital und wurde 1923 dem Orden der Barmherzigen Brüder übergeben, die seitdem den Spitalsbetrieb fortführen. Am 7. August 1945 wurde anlässlich des Patroziniumsfestes des hl. Kajetan die Kajetanerkirche nach dem Zweiten Weltkrieg wieder eröffnet.

Restaurierung 1980/81

Bereits die umfassende Restaurierung 1980 bis 1981 brachte einige Überraschungen. So wurden bei den Seitenaltären die übertünchten Scheinbaldachine Trogers wiederentdeckt und aufwendig freigelegt sowie die vermuteten Vergoldungen im Kirchenraum rekonstruiert. Der Umfang dieser Restaurierungsarbeiten machte es nötig, dass die Arbeiten von zwei Firmen gemeinsam durchgeführt werden mussten. Kleinste Unterschiede in der Vergoldungstechnik verraten kundigen Augen heute noch die Aufteilung der Arbeiten wie eine unsichtbare Linie, die den Kirchenraum in zwei Hälften teilt. Unter anderem wurden allzu auffällige Spuren älterer Restaurierungen abgenommen, darunter auch ein spannendes Stück Restauriergeschichte: direkt über der Signatur Trogers hatten, der überlieferten Handwerkstradition folgend, 1881 Restaurator Josef Gold und 1948 Restaurator Bruno Malanik ihre Namen hinterlassen. Obwohl 1981 diese selbstbewussten Signaturen abgenommen wurden, blieb man der alten Tradition treu: direkt hinter dem Hauptaltar wurde eine vertikale Linie in den Putz gekratzt, rechts und links davon verewigten sich die für die jeweiligen Raumhälften verantwortlichen Firmen.

Restaurierung 2021/23

Nach einer dreijährigen Renovierung, die 2023 abgeschlossen war, erscheinen nun Details der 1685 erbauten Kirche in neuem Glanz. Kirchenbesucher sahen in den vergangenen Jahrzehnten weiße Innenwände, seit 2023 ist die Kirche in edler Farboptik gehalten. Ursprünglich sollte die Kirche wie zur Eröffnung im Jahr 1700 weiß gestrichen werden. Auch bei der letzten Restaurierung 1980 blieb es bei Weiß. Wie die Leiterin des Denkmalamtes, Eva Hody, erklärt, war diese Neuerung auch für Experten eine Überraschung. Zu Beginn der Restaurierungsarbeiten glaubten die Fachleute, dass sie mit einer guten Staubreinigung und einer weißen Tünche auf den Wänden auskommen. "Es hat sich dann aus technischen Problemen heraus gezeigt, dass es ältere Farbbefunde gibt, die uns erklären, dass die Kirche ursprünglich nicht weiß gefasst war, sondern eine bunte Steinfarbigkeit hatte, und so ist sie heute wieder restauriert." sagt Hody.

Das 1728 von Paul Troger geschaffenen Kuppelfresko wirkte vor der Restaurierung wie ein dunkler Fleck und war kaum noch zu erkennen. Jetzt kommt ihm wieder die Hauptrolle zu, die ihm gebührt. Das hat nicht nur mit der Reinigung von Ruß, Staub und Belägen zu tun, sondern mit der neuen Farbgebung des gesamten Kirchenraumes. Statt in Weiß sind die Wände nun in warmen Steinfarben gefasst, was den Raum stimmig und einladend macht und die Kuppel optisch mit dem Kirchenraum verbindet. Die Farbtöne aus dem Fresko von Troger finden sich an den Wänden wieder. Die Pilaster sind in grauer Marmoroptik bemalt.

Als eine besondere Herausforderung erwies sich die barrierefreie Erschließung der Kirche. Sie auch für die Patienten vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder aus barrierefrei zugänglich sein. So musste der historische Fußboden zur Benutzung mit Rollstühlen restauriert und Unregelmäßigkeiten so weit wie möglich ausgeglichen werden. Der Haupteingang und die beiden Seitenkapellen erhielten barrierefreie Zugänge. Diese wurden elegant und zurückhaltend in den historischen Bestand geschnitten. Damit kommt diese dauerhaften, nicht reversiblen Maßnahmen zukünftige Generationen Zeugnis für den hohen Stellenwert, der im 21. Jahrhundert dem Thema der Inklusion zu.

Bilde nach Beendigung der Restaurierung

Inneneinrichtung

Scala Santa

Hauptartikel Scala Santa

Eine Besonderheit ist die Heilige Stiege, die Scala Santa, neben der Kirche, die in Nachahmung der römischen Scala Santa 1712 hier errichtet wurde. Sie besteht aus 28 Stufen, darf nur kniend erklommen werden und führt hinauf zur Kreuzkapelle mit dem Kreuzaltar, die beide um 1750 geschaffen wurden.

Altäre

Die Kajetanerkirche samt der Scala Santa besitzt neben dem Hochaltar sieben weitere Altäre.

Hochaltar

Die Stiftung des Hochaltarbildes erfolgte durch den Domkapitular Paris Dominik Freiherr von Wolkenstein, worauf das Domkapitel mit dem "gewesten Hausmeister und Maler" des (inzwischen gestorbenen) Stifters Jakob Christoph Plazer verhandelte, der sich verpflichtete, das verlobte Plat mit angelegenem Fleiß gegen nachträgliche Schätzung durch Sachverständige zu verfertigen (Domkapitelprotokoll, 28. Jänner 1698 f. 42). Am 4. August 1698 berichtet Plazer, dass das Bild albereits in völliger Perfeetion stehe und bittet umsomehr um baldige Beaugenscheinung und Bezahlung, als er aus Verfolgung alhießiger Mahler lenger alhier nit zu verbleiben habe. Der Maler erhielt statt der ursprünglich bestimmten 400 nur 200 fl., da sich die Hinterlassenschaft des Stifters inzwischen als passiv erwiesen hatte (Domkapitelprotokolle 4. August, 7. August 1698; 20. März, 28. September 1699).

Das Altarblatt des Hochaltars mit der Marter des hl. Maximilian, 1727, und ebenso das Hauptaltarbild des rechten Seitenaltars mit dem hl. Kajetan als Tröster der Pestkranken sowie vier Bildern auf Leinwand über den Beichtstühlen stammen alle von Paul Troger.[1] Das Altarbild des linken Seitenaltars mit der Darstellung der Heiligen Sippe stammt von Johann Michael Rottmayr (1708).

Seitenaltäre

Zwei weitere Seitenaltäre beiderseits der Vorhalle ergänzen das große Oval des Kirchenraumes zum Rechteck: Den Altar der linken Kapelle mit Stuckmarmor von Jakob Zanusi (1712) zeigt den hl. Andreas Avellinus. Aus der Zeit nach 1750 sind hier 14 Kreuzwegbilder zu sehen. Der Altar der rechten Kapelle aus der Zeit um 1750 zeigt auch eine Figur des hl. Johannes von Gott.

Orgel

 
Kajetanerkirche nach Renovierung 2023. Blick zur Orgel über dem Eingang.

Die Orgel wurde vermutlich 1697 von Christoph Egedacher geschaffen und erklang beim ersten feierlichen Gottesdienst in der Kirche, am Fest des Ordensstifters, den 7. August 1697.[2][3] Sie ist original erhalten und stellt das wertvollste historische Orgel-Instrument in der Stadt Salzburg dar.

Disposition

Manual C–c3[A. 1]
Principal[A. 2] 8′
Copl 8′
Octav 4′
Fleten 4′
Quint ⅔′
Superoctav 2′
Mixtur IV ⅓′
Pedal: C–gis0
Subbass[A. 3] 16′
  • Dauercoppel[A. 4]
  • Stimmton]: a1 ≈ 461 Hz bei 15 °C (465 Hz bei 20 °C), Cornettton
  • Mitteltönige Stimmung
  • Winddruck: 64 mm Wassersäule
Anmerkungen
  1. 45 Tasten (Kurze Oktave)
  2. Ab G im Prospekt
  3. Pfeifen sind liegend; vom Altar aus gesehen liegen im rechten Feld die Töne c–gis, im linken G–H.
  4. Pedal läuft mit einer Ventilkoppel mit.

Bildergalerie

Kirche allgemein

weitere Bilder

  Kajetanerkirche St. Maximilian – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Literatur

  • "Die Salzburger Kajetanerkirche. Rückkehr zum barocken Farbraum", Broschüre des Bundesdenkmalamtes als pdf www.bda.gv.at

Quellen

Einzelnachweise

  1. Benedikt Pillwein: Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer theils verstorbener theils lebender Künstler, Salzburg 1821, in in googlebooks zum Nachlesen
  2. Lorenz Hübner, Benedikt Pillwein (Hrsg.): "Die Ordens-Gesellschaft der Theatiner zu Salzburg. Das Wohngebäude." In: Kaiserl. Königl. Oesterreichisches Amts- und Intelligenz-Blatt von Salzburg, Stück 59, 23. Juli 1830, Seiten 1116–120; S. 1117
  3. Eine andere Quelle schreibt sie Johann Christoph Egedacher zu, mit dem Erbauungsjahr 1708 (Bruce Hynes: "A History of Performing Pitch. The story of "A"." Verlag "The Scarecrow Press, Inc", Lanham (Maryland) / Oxford, 2002, Seite 457 (o.p.)