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Aktuelle Version vom 2. Februar 2026, 17:42 Uhr
Dr. theol. et phil. Josef Altenweisel (* 6. Dezember 1851 in Niederndorf, Bezirk Kufstein, Tirol; † 25. Juni 1912 in Deutsch-Matrei [Matrei am Brenner], Tirol) war Professor an der Theologischen Fakultät in Salzburg und zuletzt Bischof von Brixen.
Leben
Das einzige Kind eines Tiroler Bindermeisters kam auf Anregung des damaligen Niederndorfer Pfarrers Michael Egger von der heimatlichen Dorfschule in das fürsterzbischöfliche Knabenseminar Kollegium Borromäum , wo er sechs Klassen des Gymnasiums, fast immer als Klassenerster, absolvierte. Weil das Kollegium Borromäum damals noch nicht das Öffentlichkeitsrecht besaß, musste er seine Reifeprüfung am Meraner Gymnasium äblegen, die er im Jahr 1870 vorzüglich bestand. Wegen seiner hervorragenden Begabung wurde er zur weiteren wissenschaftlichen Ausbildung an das Collegium Germanicum nach Rom geschickt, wo er 1873 das Doktorat der Philosophie und 1877 das der Theologie erwarb und am 10. Juni 1876 die Priesterweihe erhielt.
Im Jahr 1877 kehrte er in die Stadt Salzburg zurück und übernahm die Religionslehrerstelle im Kollegium Borromäum. Nebenbei lehrte er auch in den unteren Klassen Latein und Deutsch und trug im Obergymnasium philosophische Propädeutik vor. In den ersten Jahren war er zugleich Präfekt und leitete die Kongregation von den heiligen Engeln für das Untergymnasium.
Im Juni 1882 meldete sich Altenweisel zum Konkurs für die vakant gewordene Professur der Dogmatik an der Theologischen Fakultät in Salzburg und bestand die Prüfung glänzend. Am 4. Februar 1883 erhielt der 31-jährige Gelehrte die Ernennung zum Professor der Dogmatik und Dozent der Fundamentaltheologie. In dieser Stellung blieb er durch 21 Jahre tätig. Hervorgehoben wurden seine lichtvolle, klare und logisch scharfe Vortragsweise, die besonders in den philosophischen Vorlesungen zutagegetreten sei. Fünfmal bekleidete er die Stelle des Dekans der Fakultät – 1886/87, 1889/90, 1893/94, 1897/98 und 1900/01.
Auch außerhalb seines engeren Berufsgebietes trat Altenweisel hervor. Sein Hauptbetätigungsfeld lag dabei auf karitativem und sozialem Gebiet. Seit 1898 war er tatkräftiger Präsident der Landesorganisation der Vinzenzvereine. Unter seiner umsichtigen Leitung kam die Errichtung und der Neubau der Kaiser-Franz-Josef-Kinderkrippe in Mülln zustande. Überhaupt erhielt das ganze karitative Wirken der Salzburger katholischen Vereine durch ihn neue Impulse. Als Mitglied der österreichischen Leogesellschaft trug er die Hauptlast der Vorbereitung und Durchführung der Generalversammlung, die im Jahr 1895 in Salzburg stattfand. Auch für den im Jahr 1896 in Salzburg abgehaltenen Katholikentag leistete er als Obmann des vorbereitenden Lokalkomitees die meiste Arbeit. Seit dem Winter des Jahres 1903 war Altenweisel auch Vorstand des weitbekannten Katholischen Büchervereins in Salzburg und der vereinseigenen Buchhandlung sowie an der im nächsten Jahr folgenden Gründung der Katholischen Volksbibliothek beteiligt.
Altenweisel galt als Mann der Mäßigung und des Ausgleichs. Bezeichnenderweise wählten ihn die katholischen Vereine beider Richtungen in ihrem gemeinsamen Aktionskomitee zum Vorsitzenden. Im Jahr 1901 fanden unter seiner Leitung Konferenzen zur Versöhnung der Landesparteien statt, die den parteipolitischen Zwist beendigten.
Am 6. Mai 1904 ernannte ihn Kaiser Franz Joseph I. zum Fürstbischof von Brixen. Die päpstliche Bestätigung dieser Ernennung erfolgte am 2. Juli 1904, die Konsekration in Rom am 11. September 1904 und die Inthronisation in Brixen am 18. September 1904. Damit verlagerte Altenweisel sein Wirkungsgebiet nach Tirol.
Ehrungen
Als Anerkennung für seine Lehrtätigkeit als Professor und für sein öffentliches Wirken erhielt Altenweisel 1897 von Papst Leo XIII. die Würde eines päpstlichen Hausprälaten — damals eine seltene Auszeichnung – und 1898 von Kaiser Franz Joseph I. die Ernennung zum k. k. Regierungsrat.
Weiterführend
Für Informationen zum Thema Josef Altenweisel, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema.
Quellen
- Innsbrucker Nachrichten, 18. Mai 1904, S. 4: Der neue Fürstbischof von Brixen.
- Salzburger Kirchenblatt, 27. Juni 1912, S. 3 f.: Fürstbischof Dr. Josef Altenweisel †. (Melchior Abfalter)
- Allgemeiner Tiroler Anzeiger, 26. Juni 1912, S. 2–4: Fürstbischof Josef lebt nicht mehr.
- Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 52, 1912, S. 297–299: Nekrolog auf Fürstbischof Dr. Josef Altenweisel (C. G.)
- RES (Regesta Ecclesiastica Salisburgensia): Altenweisel, Joseph (1851-1912)
| Vorgänger |
Bischof von Brixen 1904–1912 |
Nachfolger Franz Egger |
| Vorgänger |
Dekan der Theologischen Fakultät in Salzburg 1886/87 1889/90 1893/94 1897/98 1900/01 |
Nachfolger Anton Auer |
| Vorgänger Josef Sprinzl |
Professor für Dogmatik an der Theologischen Fakultät in Salzburg 1883–1904 |
Nachfolger |