Dekanat Zell am Ziller: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Dekanat Zell am Ziller ''' ist ein Dekanat der [[Erzdiözese Salzburg]]. Ein Dekanat ist das Amt oder der Bezirk eines Dechanten und somit vor allem der Begriff für eine
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[[Datei:Maria Rast.jpg|thumb|[[Wallfahrtskirche Maria Rast]] in der Pfarre Zell am Ziller]][[Datei:Hl. Veit Zell am Ziller-1.jpg|mini|Pfarrkirche zum hl. Veit in Zell am Ziller]]
Verwaltungseinheit in der römisch-katholischen Kirche.
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Das '''Dekanat Zell am Ziller ''' ist ein [[Regionaldekanat Tiroler Teil|Regionaldekanat im Tiroler Teil]] der [[Erzdiözese Salzburg]].
 
   
 
   
==Pfarren==
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Zum Dekanat Zell am Ziller gehören folgende Pfarren:
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Das Dekanat Zell am Ziller umfasst sechs [[Pfarren der Erzdiözese Salzburg|Pfarren]] mit (2016) ungefähr 15 000 Einwohnern:
 
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==Pfarrverbände==
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Pfarrverbände sind der Zusammenschluss mehrerer benachbarter Pfarren, die alle selbständig bleiben.<br/>
 
Pfarrverbände sind der Zusammenschluss mehrerer benachbarter Pfarren, die alle selbständig bleiben.<br/>
 
Im Dekanant Zell am Ziller sind folgende Pfarrverbände geplant, bzw. bereits bestehend:
 
Im Dekanant Zell am Ziller sind folgende Pfarrverbände geplant, bzw. bereits bestehend:
 
   
 
   
*[[Pfarrverband Zell am Ziller PV1]]: Pfarre Gerlos, Pfarre Zell am Ziller
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*[[Pfarrverband Zell am Ziller PV2]]: Pfarre Brandberg im Zillertal, Pfarre Mayrhofen
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* [[Pfarrverband Zell am Ziller PV2]]: Pfarre Brandberg im Zillertal, Pfarre Mayrhofen
*[[Pfarrverband Zell am Ziller PV3]]: Pfarre Hart im Zillertal, Pfarre Stumm
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* [[Pfarrverband Zell am Ziller PV3]]: Pfarre Hart im Zillertal, Pfarre Stumm
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== Bildergalerie der Kirchen des Dekanates Zell am Ziller==
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== Geschichte ==
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=== Gründung und Umfang ===
Datei:Maria Rast.jpg|Wallfahrtskirche [[Maria Rast]] in der Pfarre Zell am Ziller
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Im Jahre [[739]] wurden unter Papst Gregor III. durch den heiligen [[Bonifatius]] die Bistumsgrenzen des [[Herzogtum Bayern|Herzogtums Bayern]] festgelegt. Da damals bereits die beiden "Urzellen" Zell am Ziller und [[Pfarre Kufstein-Zell|Zell bei Kufstein]] bestanden, wurden das südlich des Inns gelegene heutige Tiroler Unterland und das östliche Zillertal dem [[Bistum Salzburg]] zugeschlagen. Seither verläuft die Grenze der Salzburger Diözese, und seit seiner Gründung auch die des Dekanats, im [[Ziller]]fluss.
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Ab dem [[14. Jahrhundert]] hatte Zell am Ziller die Stellung einer Probstei, der ein Probst vorstand.
==Quelle==
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*Erzdiözese Salzburg
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Das Dekanat wurde im Jahr [[1674]] gegründet. Seine Ausdehnung war besonders in Nord-Süd-Richtung beträchtlich: Es reichte bis zur [[Bayern|bayrischen]] Grenze (nördlich an das [[Bistum Freising]], östlich insbesondere an das [[Bistum Chiemsee]] grenzend) und umfasste die Pfarren
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* Zell (am Ziller),
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* [[Pfarre Kundl|Kundl]] mit Wildschönau,
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* [[Pfarre Reith im Alpbachtal|Reith]] mit Alpbach und Rattenberg,
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* [[Pfarre Kirchbichl|Kirchbichl]] mit Schwoich, Wörgl und Itter,
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* [[Pfarre Erl|Erl]] mit Nußdorf sowie
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* [[Pfarre Ebbs|Ebbs]] mit Kufstein und Walchsee.
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[[1696]] erhielt das [[Dekanat]] durch die Gründung der Dekanate [[Dekanat Reith im Alpbachtal|Reith]] und [[Ebbs]] (heute [[Dekanat Kufstein]]) seine heutigen Grenzen. Lediglich in der Zeit von [[1807]] bis [[1817]] während der [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern|Zugehörigkeit zum Königreich Bayern]] erfolgten Änderungen in den Dekanatsgrenzen; das gesamte Gebiet von Kaltenbach-Aschau taleinwärts bis hinein nach Tux gehörte zu Zell, während Stumm und Hart zu [[Fügen]] gehörten. Der Grundgedanke war es dabei, die Dekanatsgrenzen an die politischen Grenzen anzugleichen. Diese Änderungen waren aber nicht von Bestand.
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=== Pfarrgründungen ===
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Die Pfarren wurden in folgender Reihenfolge gegründet:
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*[[1187]]: Zell am Ziller
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*[[1675]]: [[Pfarre Hart im Zillertal|Hart im Zillertal]] (seit 1604 Vikariat)
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*[[1858]]: [[Pfarre Mayrhofen|Mayrhofen]] und [[Pfarre Stumm |Stumm]]
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*[[1891]]: [[Pfarre  Brandberg im Zillertal|Brandberg im Zillertal]], [[Pfarre  Bruck am Ziller|Bruck am Ziller]], [[Pfarre  Gerlos|Gerlos]]
 
   
 
   
[[Kategorie:Pongau]]
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=== Denkwürdige Ereignisse ===
[[Kategorie:Kirche (Sonstiges)]]
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Dechant [[Johannes Hofer]] ([[1735]]–1769) ließ im Jahr [[1738]] die [[Wallfahrtskirche Maria Rast]] am [[Hainzenberg]] erbauen, Dechant [[Josef Melchior Stephan]] ([[1770]]-[[1794]]) die Zeller Pfarrkirche, die im Jahr [[1808]] geweiht wurde.
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Im Jahr [[1837]] kam es zur [[Zillertal#Protestantenverfolgung|Ausweisung der Zillertaler Protestanten]].
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Sehr tatkräftig war Dechant [[Ignaz Huber]] (1852–1873). Er hatte schon zuvor die [[Pfarre Kelchsau|Kelchsau]]er Kirche erbaut, als Kooperator von Zell St. Leonhard in Thurnbach renoviert sowie (1841–1843) die Kirche [[Maria Sieben Schmerzen]] in [[Ramsau im Zillertal| Ramsau]] gebaut und als Vikar von Mayrhofen die Kirche Maria Schnee errichtet sowie in Zell am Ziller das Spital (Altenheim – Kaiser-Franz-Joseph-Stiftung) neu gebaut.
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Am 10. Oktober 1926 wurde der aus Ramsau im Zillertal stammende Ordenspriester und Missionar [[Engelbert Kolland]] seliggesprochen, der am 10. Juli 1860 im Alter von 33 Jahren in Damaskus ([[Syrien]]) zusammen mit anderen Christen den Märtyrertod erlitten hatte.
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=== Dechanten ===
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Bis [[1968]] war der Pfarrer des Dekanatssitzes schon von Kirchenrechts wegen zugleich Dechant, im Fall von Zell am Ziller blieb er es durch Wahl bis 1983.
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Dechanten von Zell am Ziller waren bisher:
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* [[1674]]–[[1688]]: [[Christoph Balthasar Merl]]
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* 1688–[[1707]]: [[Simon Faber]]
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* [[1708]]–[[1735]]: [[Johannes Jakobus Fröhlich zu Fröhlichsburg]]
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* 1735–[[1769]]: [[Johannes Hofer]], Erbauer und Ausstatter der [[Wallfahrtskirche Maria Rast]] (1738/39)
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* [[1770]]–[[1794]]: [[Josef Melchior Stephan]], Erbauer der [[Pfarrkirche zum hl. Vitus (Zell am Ziller)|Zeller Pfarrkirche]]
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* [[1795]]–[[1812]]: [[Johann Sebastian Streitberger]]
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* [[1813]]–[[1832]]: [[Johann Gottsamer]]
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* 1832–[[1837]]: [[Franz Anton Sander]]
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* 1837–[[1851]]: [[Jacob Jenal|Jakob Jenal]]
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* [[1852]]–[[1873]]: [[Ignaz Huber]]
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* 1873–[[1891]]: [[Anton Kufner]]
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* [[1892]]–[[1919]]: [[Peter Troger]]
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* [[1920]]–[[1937]]: [[Johann Hotter (Priester)|Johann Hotter]]
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* 1937–[[1954]]: [[Johann Wierer]]
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* 1954–[[1958]]: [[Erwin Salzmann]]
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* 1958–[[1983]]: [[Franz Kofler|Franz Xaver Kofler]]
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* 1983–[[2007]]: [[Alois Leitner (Priester)|Alois Leitner]] ([[Pfarrer von Stumm]])
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* seit 2007: [[Ignaz Steinwender]] ([[Pfarrer von Zell am Ziller]])
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== Weblink ==
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* www.kirchen.net: [https://www.kirchen.net/fileadmin/user_upload/subportale/Generalvikariat/Verordnungsblaetter/Dioezesankarte2019.jpg Diözesankarte 2019 nach Änderung der Dekanatszugehörigkeit]
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==Quellen==
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* Erzdiözese Salzburg
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* Zillertaler Glaubensbote : Pfarre Zell und Gerlos aktuell! [https://www.pfarre.zell.at/wp-content/uploads/2018/06/juni-2016.pdf Nr.&nbsp;108 (Juni&nbsp;02/2016)] S.&nbsp;6: Von der Mönchszelle zum heutigen Dekanat (Ignaz Steinwender)
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{{SORTIERUNG: Zell am Ziller, Dekanat}}
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* geschichte-tirol.com: [http://www.geschichte-tirol.com/orte/nordtirol/bezirk-schwaz/1078-hart-im-zillertal.html Hart im Zillertal] (von Mag. Isabella Fritz-Egg)
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{{SORTIERUNG: Zell am Ziller, Dekanat}}
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[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
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[[Kategorie:Religion]]
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[[Kategorie:Katholische Kirche]]
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[[Kategorie:Katholische Kirche (Verwaltung)]]
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[[Kategorie:Dekanat]]
 
[[Kategorie:Erzdiözese]]
 
[[Kategorie:Erzdiözese]]
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[[Kategorie:Tirol|Dekanat]]
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[[Kategorie:Nordtirol|Dekanat]]
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[[Kategorie:Bezirk Schwaz|Dekanat]]

Aktuelle Version vom 13. August 2025, 19:51 Uhr

Wallfahrtskirche Maria Rast in der Pfarre Zell am Ziller
Pfarrkirche zum hl. Veit in Zell am Ziller

Das Dekanat Zell am Ziller ist ein Regionaldekanat im Tiroler Teil der Erzdiözese Salzburg.

Umfang

Pfarren

Das Dekanat Zell am Ziller umfasst sechs Pfarren mit (2016) ungefähr 15 000 Einwohnern:

Das Gebiet des Dekanats liegt zur Gänze im Bezirk Schwaz.

Pfarrverbände

Pfarrverbände sind der Zusammenschluss mehrerer benachbarter Pfarren, die alle selbständig bleiben.
Im Dekanant Zell am Ziller sind folgende Pfarrverbände geplant, bzw. bereits bestehend:

Geschichte

Gründung und Umfang

Im Jahre 739 wurden unter Papst Gregor III. durch den heiligen Bonifatius die Bistumsgrenzen des Herzogtums Bayern festgelegt. Da damals bereits die beiden "Urzellen" Zell am Ziller und Zell bei Kufstein bestanden, wurden das südlich des Inns gelegene heutige Tiroler Unterland und das östliche Zillertal dem Bistum Salzburg zugeschlagen. Seither verläuft die Grenze der Salzburger Diözese, und seit seiner Gründung auch die des Dekanats, im Zillerfluss.

Ab dem 14. Jahrhundert hatte Zell am Ziller die Stellung einer Probstei, der ein Probst vorstand.

Das Dekanat wurde im Jahr 1674 gegründet. Seine Ausdehnung war besonders in Nord-Süd-Richtung beträchtlich: Es reichte bis zur bayrischen Grenze (nördlich an das Bistum Freising, östlich insbesondere an das Bistum Chiemsee grenzend) und umfasste die Pfarren

  • Zell (am Ziller),
  • Kundl mit Wildschönau,
  • Reith mit Alpbach und Rattenberg,
  • Kirchbichl mit Schwoich, Wörgl und Itter,
  • Erl mit Nußdorf sowie
  • Ebbs mit Kufstein und Walchsee.

1696 erhielt das Dekanat durch die Gründung der Dekanate Reith und Ebbs (heute Dekanat Kufstein) seine heutigen Grenzen. Lediglich in der Zeit von 1807 bis 1817 während der Zugehörigkeit zum Königreich Bayern erfolgten Änderungen in den Dekanatsgrenzen; das gesamte Gebiet von Kaltenbach-Aschau taleinwärts bis hinein nach Tux gehörte zu Zell, während Stumm und Hart zu Fügen gehörten. Der Grundgedanke war es dabei, die Dekanatsgrenzen an die politischen Grenzen anzugleichen. Diese Änderungen waren aber nicht von Bestand.

Pfarrgründungen

Die Pfarren wurden in folgender Reihenfolge gegründet:

Denkwürdige Ereignisse

Dechant Johannes Hofer (1735–1769) ließ im Jahr 1738 die Wallfahrtskirche Maria Rast am Hainzenberg erbauen, Dechant Josef Melchior Stephan (1770-1794) die Zeller Pfarrkirche, die im Jahr 1808 geweiht wurde.

Im Jahr 1837 kam es zur Ausweisung der Zillertaler Protestanten.

Sehr tatkräftig war Dechant Ignaz Huber (1852–1873). Er hatte schon zuvor die Kelchsauer Kirche erbaut, als Kooperator von Zell St. Leonhard in Thurnbach renoviert sowie (1841–1843) die Kirche Maria Sieben Schmerzen in Ramsau gebaut und als Vikar von Mayrhofen die Kirche Maria Schnee errichtet sowie in Zell am Ziller das Spital (Altenheim – Kaiser-Franz-Joseph-Stiftung) neu gebaut.

Am 10. Oktober 1926 wurde der aus Ramsau im Zillertal stammende Ordenspriester und Missionar Engelbert Kolland seliggesprochen, der am 10. Juli 1860 im Alter von 33 Jahren in Damaskus (Syrien) zusammen mit anderen Christen den Märtyrertod erlitten hatte.

Dechanten

Bis 1968 war der Pfarrer des Dekanatssitzes schon von Kirchenrechts wegen zugleich Dechant, im Fall von Zell am Ziller blieb er es durch Wahl bis 1983. Dechanten von Zell am Ziller waren bisher:

Weblink

Quellen

  • Erzdiözese Salzburg
  • Zillertaler Glaubensbote : Pfarre Zell und Gerlos aktuell! Nr. 108 (Juni 02/2016) S. 6: Von der Mönchszelle zum heutigen Dekanat (Ignaz Steinwender)