Schloss Mönchstein: Unterschied zwischen den Versionen

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*[[1531]]: [[Virgil Fröschlmoser]] erbaut ein Meyerhaus, Stallungen, einen „Stadl“ und eine Kapelle an das Schlösschen. Auf den Felsenkegel baute er einen steinernen Turm und kurz darauf eine Zisterne.
 
*[[1531]]: [[Virgil Fröschlmoser]] erbaut ein Meyerhaus, Stallungen, einen „Stadl“ und eine Kapelle an das Schlösschen. Auf den Felsenkegel baute er einen steinernen Turm und kurz darauf eine Zisterne.
 
*[[1622]]: Das Schloss wird an das [[Augustinerkloster Salzburg]]-[[Mülln]] verkauft. [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] lässt Befestigungsanlagen wie [[Monikapforte]], [[Augustinerpforte]] und Zugbrücke bauen.  
 
*[[1622]]: Das Schloss wird an das [[Augustinerkloster Salzburg]]-[[Mülln]] verkauft. [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] lässt Befestigungsanlagen wie [[Monikapforte]], [[Augustinerpforte]] und Zugbrücke bauen.  
*[[1643]]: Im Plan von [[Philipp Harpff]] ist im Raum um das heutige Hotelareal ein dreigeschossiger Turm zu erkennen, der in anderen Plänen der Zeit dort aber nicht aufscheint.   
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*[[1643]]: Im Plan von [[Philipp Harpff]] ist im Raum um das heutige Hotelareal ein dreigeschossiger (mittelalterlicher?) Turm zu erkennen, der in anderen älteren und jüngeren Plänen dort aber nicht aufscheint.   
 
*[[1654]]: Das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktiner-Erzstift St. Peter]] erwirbt den Besitz des heutigen Schlossareals für die „''Gelehrten Herren Professoris''" zur „''Erholung von der schweren Kopfarbeit''". Es erhält daher den Namen „''Professorenschlössl''".
 
*[[1654]]: Das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktiner-Erzstift St. Peter]] erwirbt den Besitz des heutigen Schlossareals für die „''Gelehrten Herren Professoris''" zur „''Erholung von der schweren Kopfarbeit''". Es erhält daher den Namen „''Professorenschlössl''".
 
*[[1661]]: Feierliche Einweihung der Kapelle.  
 
*[[1661]]: Feierliche Einweihung der Kapelle.  

Version vom 31. Dezember 2018, 15:03 Uhr

Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt die Geschichte des Raumes um das heutige Hotel Schloss Mönchstein. Ein Artikel über das Fünf-Sterne-Superieur-Hotel findest du unter Hotel Schloss Mönchstein
Blick von der Haupteinfahrt zum schlossartigen Hotel
Die Schlossfront zur Salzach
Hotel Schloss Mönchstein oberhalb des Müllner Steges an der Salzach

Das Schloss Mönchstein befindet sich in der Stadt Salzburg im nördlichen Teil des Mönchsberges nächst der Müllner Schanze. Es ist in der heutigen erkennbaren Bausubstanz kein historisches Gebäude, das älter als etwa 100 Jahre ist. Kulturhistorisch sind das Hotel Schloss Mönchstein und der zugehörige Park daher insgesamt wenig bedeutend.

Geschichte

Mittelalterliche Bauten im Umfeld

Im Mittelalter stand südwestlich der Monikapforte beim Mönchstein ein Turm, den man Tetelheimer Turm nannte nach den Tetlhaimern, die in der Mitte des 13. Jahrhunderts das Pflegegericht um Waging am See inne hatten. Von 1419 scheint dann die Familie Fröschlmooser bis 1565 als Besitzer des Turmes auf. Oberhalb der Monikapforte stand als Wachturm der Mönchsteinturm.

Nach dem Tod von Christof Fröschlmooser verkauft die verarmte Witwe 1565 das gesamte Areal dem Salzburger Bürger Wolf Windisch. Der Teil des Berges zwischen Augustinerkloster Mülln bis zum Bürgerholz bei der Bürgerwehr wurde dann Windischberg genannt.

Professorenschlösschen für die Benediktineruniversität

Nach mehreren Besitzerwechseln, unter anderem auch an das Augustinerkloster Mülln (1622), verkauft Elisabeth Huber, Witwe nach Balthasar Huber, Doktor der Rechte, Hofkammerrat und Landschaftskanzler,[1] das Areal 1654 die Universität Salzburg. Hier erbaute die Benediktineruniversität südöstlich der Monikapforte ein kleines Schlösschen, in dem Professoren ihren Sommerurlaub verbrachten, daher hatte das Anwesen den Namen Professorenschlösschen. Das daneben liegende Gebäude nannte man Konviktschlösschen.[2]

Salzburger Universitätsobservatorium

Der erste jüdische Friedhof in Salzburg lag im 14. und 15. Jahrhundert in der Vorstadt Mülln unweit der Müllner Kirche. Seine genaue Lage lässt sich nicht mehr eruieren. Nächst diesem Judenfriedhof wurde 1654 auf dem gleichnamigen Gelände ein Observatorium für die Universität Salzburg - eine astronomische Beobachtungsstelle (mathematischer Turm) - erbaut, die unter Rektor Augustin Schelle (Ende 18. Jahrhundert) aufgelassen und bald danach abgerissen wurde. Für einige Jahre wohnte hier der Schriftsteller Lorenz Hübner und schrieb sein Gedicht "Abschied vom Mönchsberg".[3]

Kapelle

Die bereits um 1540 auf diesem Grundstück erwähnte Kapelle wurde am 31. August 1661 zu Ehren der heiligen Maria, Anna und aller heiligen Mönche vom Universitätsrektor neu geweiht. Eine neuerliche große Feier, zu der alle Professoren und Studenten der Universität in einem feierlichen Zug beim Schlösschen erschienen, fand 100 Jahre später zur Jahrhundertfeier statt. Sie wurde vor 1867 abgerissen. Drei der Glasgemälde aus dieser Kapelle konnten 1870 in München entdeckt und für das Städtische Museum angekauft werden.[4]

19. Jahrhundert

Nach der Aufhebung der Universität wurde das Anwesen unter der bayerischen Regierung im November 1813 versteigert und von Joseph Felner, einem damals als königlich-bayerischer Rat am Obersten Gerichtshof tätigen Salzburger erworben.

Nachdem er das Schlösschen renovieren hatte lassen, betraute Felner, da er sich selten in Salzburg befand, Josef Leopold Hagenauer mit der Verwaltung des Gutes. Hagenauers Sohn Josef erwarb schließlich 1834 das Anwesen. 1815 besuchte die russische Zarin den Pächter Hagenauer und schenkte ihm als Dank für seine Führung ihr seidenes Gürtelband.[3]

Im Garten fand dann eine skurrile Sammlung Hagenauers Platz: Er hatte nach dem Stadtbrand 1818 im Schloss Mirabell die vom Dach herunter geworfenen Statuen gesammelt. Etliche Statuen wurden damals mit dem Karren zum Garten des Schlosses Mönchstein gebracht und dort aufgestellt[5] und er versah sie mir recht originellen Beschriftungen. Himmel, wer hätte das geglaubt! Was Krieg und Stürme nicht vermochten, dies war dem Frieden vorbehalten, mir meine Linke abzureißen war beispielsweise bei einer Statue zu finden, deren Arm abgebrochen war[6].

20. Jahrhundert

Jedenfalls verkauften dann 1887 Hagenauers Erben das Gut an den Privatbankier Karl Leitner, der später dem Anwesen seinen historisierenden Namen gab. Seine Frau Kreszentia Leitner beauftragte Jakob Ceconi mit Umbau- bzw. Neubauarbeiten. Bereits 1905 annoncierte Leitner sein Schlößchen Mönchstein zum teilweise oder gesamten Anmieten - also der Beginn des späteren Hotels.[7]

Nach dem Tod ihres Mannes (1911) veräußerte seine Witwe 1917 das Anwesen an Generaldirektor Hofrat Bela Veith, den damaligen Finanzberater des rumänischen Königshauses. Dieser vergrößerte den Besitz und gab ihm sein heutiges Aussehen. Nach seinem Tod 1933 verschuldeten sich seine beide Söhne Guido und Ferdinand schwer.

Im 20. Jahrhundert wohnte in der zugehörigen einstigen Meierei der Maler Anton Faistauer.

Das kleine Schlösschen wird Hotel

Hauptartikel: Hotel Schloss Mönchstein

Chronologie des Raumes um das heutige Hotel

  • 1350: Im Raum des "Mönchsteines" wird erstmals urkundlich ein „Tetelheimer Turm" erwähnt. Er lag groß geschätzt wohl etwa 150 m westlich des heutigen Hotels.
  • 1531: Virgil Fröschlmoser erbaut ein Meyerhaus, Stallungen, einen „Stadl“ und eine Kapelle an das Schlösschen. Auf den Felsenkegel baute er einen steinernen Turm und kurz darauf eine Zisterne.
  • 1622: Das Schloss wird an das Augustinerkloster Salzburg-Mülln verkauft. Fürsterzbischof Paris Graf Lodron lässt Befestigungsanlagen wie Monikapforte, Augustinerpforte und Zugbrücke bauen.
  • 1643: Im Plan von Philipp Harpff ist im Raum um das heutige Hotelareal ein dreigeschossiger (mittelalterlicher?) Turm zu erkennen, der in anderen älteren und jüngeren Plänen dort aber nicht aufscheint.
  • 1654: Das Benediktiner-Erzstift St. Peter erwirbt den Besitz des heutigen Schlossareals für die „Gelehrten Herren Professoris" zur „Erholung von der schweren Kopfarbeit". Es erhält daher den Namen „Professorenschlössl".
  • 1661: Feierliche Einweihung der Kapelle.
  • 1815: Berühmte Gäste besuchen die dortigen Schlösschen: Katharina von Russland bedankt sich mit einem Gürtelband für die Gastfreundschaft, die Fürstin von Liechtenstein hatte beim Gartenhaus "ihre Steinbank zum Schauen“ und Alexander von Humboldt schreibt begeistert über dieses „Stück Paradies" in der Mozartstadt.
  • 1887: Der Bankier Leitner lässt von Mülln her eine Straße errichten, die bis zum elektrischen „Mönchsbergaufzug“ reicht. Der Aufzug ist ebenfalls eine von Leitner finanzierte Konstruktion.
  • 1895: Die Stadtgemeinde erwirbt den Aufzug, der bis 1947 weiter bestand. Erst in diesem Jahr erfolgt die Versetzung des Mönchsbergaufzugs ins Felsinnere.
  • 1919: Das Schloss Mönchstein wird im Wesentlichen neu errichtet. Der Bauherr greift dabei einen mitteralterlichen Namen aus diesem Raum wieder auf.
  • 1948: Ein weiterer Umbau ergänzt das Schloss.
  • 1956: Die Familie von Mierka erwirbt den Besitz und baut diesen zu einem Schlosshotel um.

Bilder

 Schloss Mönchstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

Fußnoten

  1. Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 23. Mai 1896, Seite 4
  2. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 15. Februar 1914, Seite 3
  3. 3,0 3,1 Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 15. Februar 1914, Seite 3
  4. Quelle ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 27. Juni 1870, Seite 2
  5. Quelle Dr. Reinhard Medicus in Diskussion:Mirabellgarten Eintrag vom 26. August 2018
  6. weitere Details dazu in der Publikation von Adolf Frank, Der Mönchsberg und seine Baulichkeiten, Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 70, 1930, S. 1-44
  7. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 16. August 1905, Seite 8