Benediktiner-Erzabtei St. Peter: Unterschied zwischen den Versionen

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Im Geist der Renaissance wurde die Kirche [[1605]]/[[1606|06]] umgestaltet, [[1619]]/[[1620|20]] eingewölbt und [[1622]] mit einer schlanken Vierungskuppel versehen. Der unverwechselbare barocke Zwiebelturm wurde unter Abt [[Beda Seeauer]] [[1756]] errichtet. Die beiden Hochaltäre sind wesentlich von [[Martin Johann Schmidt]] (Kremser Schmidt) gestaltet. Das Innere der Kirche ist [[1760]]/[[1766|66]] mit reicher Rokokoausstattung (Rocaillestuck und Deckenbilder) geschmückt. Die alte romanische Baustruktur bleibt dabei gut erkennbar.
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Dieser Friedhof ist neben dem Friedhof des [[Stift Nonnberg|Stiftes Nonnberg]] die älteste christliche Begräbnisstätte Salzburgs. Er wurde bereits in nachrömisch-antiker Zeit als Begräbnisstätte benützt. Durch seine Lage am Fuß des Festungsberges und sein „malerisches“ Gelände war der Petersfriedhof ein bevorzugtes Thema der Malerei und Dichtung des [[19. Jahrhundert]]s. Im Petersfriedhof finden sich in den Berg hinein gehauene so genannte „Katakomben“. Sie dienten nicht als Begräbnisort und sind vermutlich spätantiken Ursprungs. Hier sind die Gertraudenkapelle und die Maximuskapelle zu finden.
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Bei einem Spaziergang durch den Friedhof kann man zahlreiche bekannte Salzburger Namen entdecken. Aber auch berühmte Ausländer sind hier begraben, wie z. B. General Harry J. Collins (* [[7. Dezember]] [[1895]], Chicago, Illinois, USA, † [[8. März]] [[1963]] in Salzburg), der im Zuge des Zweiten Weltkriegs auch in Salzburg und mit Irene Gehmacher aus Salzburg verheiratet war;
  
 
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*[[Franz Bachler]] ([[1958]] - [[1997]])
  
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* Beitrag [[Altstadt]] von Salzburg
 
* Beitrag [[Altstadt]] von Salzburg
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* Karl Heinz Ritschel ''Salzburg - Anmut und Macht''
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* P. Zsolnay, Johannes Neuhardt ''Eine neue Epoche der Glaubensverkündigung - Rupert und Virgil'', 1970
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[[Kategorie:Geschichte]]
 
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Version vom 2. Mai 2007, 11:02 Uhr

Die Benediktiner-Erzabtei Sankt Peter ist das älteste bestehende Kloster im deutschen Sprachraum, das um 696 (nach Haustradition 582) von Rupert von Worms gegründet bzw. erneuert wurde und auf einer seit der Spätantike bestehenden Klostergemeinschaft aufbauen dürfte.

die Stiftskirche St. Peter

Geschichte

Das Kloster war ursprünglich im Raum des heutigen Kapitelplatzes beheimatet. Die ersten Äbte des Klosters waren gleichzeitig auch Bischöfe (Rupert, Vitalis, Flobrigis, Johannes, Virgil, Adalram, Liupram, Adalwin) bzw. Erzbischöfe (Theotmar, Pilgrim I, Adalbert, Egilolf, Herold, Friedrich, Hartwig). Die Hauptaufgabe des Klosters und des Abtbischofs war neben der Seelsorge die (Slaven-)Mission. Gegen Ende des 9. Jahrhunderts setzte sich in dem Kloster die Benediktinerregel als Grundlage des Ordens durch. 987 wurden Kloster und Erzbistum von einander getrennt und die bisherige Gütergemeinschaft aufgehoben. Mit diesem Schritt erfolgte wenige Jahre später auch die Übersiedelung der Klostereinrichtungen an den heutigen Standort.

Im Mittelalter hatte das Kloster mit der einflussreichen Petersschule und dem Skriptorium (Erstellung wertvoller handschriftlicher Bücher) vielfältige und wichtige kulturelle Aufgaben. Abt Johann von Staupitz, der lebenslang ein Freund Martin Luthers blieb, ist der bekannteste und wohl bedeutendste Abt des Klosters, der auch maßgeblichen Anteil in der Vorbereitungen zur Gründung der Benediktineruniversität hatte. Er liegt in der Katharinenkapelle des Klosters begraben. 1924 - 1926 wurde unter Erzabt Klotz das Collegium Benedictinum nach Entwürfen von Peter Berens erbaut. 1939 - 1945 war das Kloster enteignet, die Mönche 19421945 großteils aus dem Kloster vertrieben.

Das Stift St. Peter besitzt eine bedeutende Sammlung von Malereien und Plastiken und vor allem von wertvollen Büchern und Urkunden. Das Verbrüderungsbuch des Klosters ist das älteste erhaltene Schriftstück auf dem Gebiet des heutigen Österreich.

Seit 1997 ist P. Edmund Wagenhofer Erzabt von St. Peter. Er wurde für 12 Jahre vom Konvent gewählt. Der Konvent zählt heute (2007) 24 Mitglieder.

Kirche St. Peter

Die erste Klosterkirche von St. Peter wurde um 696 errichtet, als Rupert (Hruodpert) die dortige wohl seit der Spätantike weiterlebende romanische Klostergemeinschaft erneuerte. Die heutige Kirche geht im Kern auf einen Bau zurück, der 1125 - 1143 erbaut wurde. Der mächtige Kirchturm, der um 1400 romanisierend erhöht wurde, stammt im Kern aus dem 9. Jahrhundert.

Im Geist der Renaissance wurde die Kirche 1605/06 umgestaltet, 1619/20 eingewölbt und 1622 mit einer schlanken Vierungskuppel versehen. Der unverwechselbare barocke Zwiebelturm wurde unter Abt Beda Seeauer 1756 errichtet. Die beiden Hochaltäre sind wesentlich von Martin Johann Schmidt (Kremser Schmidt) gestaltet. Das Innere der Kirche ist 1760/66 mit reicher Rokokoausstattung (Rocaillestuck und Deckenbilder) geschmückt. Die alte romanische Baustruktur bleibt dabei gut erkennbar.

Neben Gräbern von Äbten befinden sich in der Kirche das Grabmal von Johann Michael Haydn und an Stelle des ursprünglichen Grabes des Hl. Rupertus eine Grabplatte mit einem ewigen Licht. eine Prophezeiung besagt, daß Salzburg an dem Tag zerstört wird, an dem dieses Licht erlöschen würde.

Petersfriedhof, im Hintergrund die Katakomben

Petersfriedhof

Dieser Friedhof ist neben dem Friedhof des Stiftes Nonnberg die älteste christliche Begräbnisstätte Salzburgs. Er wurde bereits in nachrömisch-antiker Zeit als Begräbnisstätte benützt. Durch seine Lage am Fuß des Festungsberges und sein „malerisches“ Gelände war der Petersfriedhof ein bevorzugtes Thema der Malerei und Dichtung des 19. Jahrhunderts. Im Petersfriedhof finden sich in den Berg hinein gehauene so genannte „Katakomben“. Sie dienten nicht als Begräbnisort und sind vermutlich spätantiken Ursprungs. Hier sind die Gertraudenkapelle und die Maximuskapelle zu finden.

Bei einem Spaziergang durch den Friedhof kann man zahlreiche bekannte Salzburger Namen entdecken. Aber auch berühmte Ausländer sind hier begraben, wie z. B. General Harry J. Collins (* 7. Dezember 1895, Chicago, Illinois, USA, † 8. März 1963 in Salzburg), der im Zuge des Zweiten Weltkriegs auch in Salzburg und mit Irene Gehmacher aus Salzburg verheiratet war;

Äbte

Quellen

  • Beitrag Altstadt von Salzburg
  • Karl Heinz Ritschel Salzburg - Anmut und Macht
  • P. Zsolnay, Johannes Neuhardt Eine neue Epoche der Glaubensverkündigung - Rupert und Virgil, 1970