Kapuzinerkloster Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
K |
(ergänzt) |
||
| Zeile 22: | Zeile 22: | ||
Der Seelsorger des [[Justizanstalt Salzburg|Gefangenenhauses Salzburg]], [[Wolfgang Bildstein]], verbrachte seinen Lebensabend im Kapuzinerkloster. | Der Seelsorger des [[Justizanstalt Salzburg|Gefangenenhauses Salzburg]], [[Wolfgang Bildstein]], verbrachte seinen Lebensabend im Kapuzinerkloster. | ||
| + | |||
| + | [[2020]] lebten neben Bruder Karl Löster, der auch Guardian des Kapuzinerklosters ist, noch Bruder Eckehard Krahl und Bruder Hans Pruckner im Kloster. [[2019]] waren es noch acht Geistliche. Wegen des mangelnden Nachwuchses wurde 2019 der Sitz des Provinzials von Salzburg nach Innsbruck verlegt.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/moenche-in-salzburg-wollen-nicht-weichen-hinter-der-klostermauer-ist-noch-leben-93136024 www.sn.at], 22. September 2020</ref> | ||
==Die Klosterkirche== | ==Die Klosterkirche== | ||
| Zeile 51: | Zeile 53: | ||
* ''Kapuzinerkloster zu Salzburg'' in der Reihe ''Christliche Kunststätten Österreich'', Ausgabe Nr. 146, 1986, [[Verlag St. Peter]] | * ''Kapuzinerkloster zu Salzburg'' in der Reihe ''Christliche Kunststätten Österreich'', Ausgabe Nr. 146, 1986, [[Verlag St. Peter]] | ||
| − | ==== | + | ==== Einzelnachweise ==== |
<references/> | <references/> | ||
Version vom 22. September 2020, 09:16 Uhr
Das Kapuzinerkloster befindet sich in der rechtsufrigen Altstadt Salzburgs auf dem Kapuzinerberg.
Geschichte
Fürsterzbischof Wolf Dietrich holte als Antwort auf die Reformation Luthers als zweiten Bettelorden nach den Franziskanern 1596 die Kapuziner nach Salzburg und ließ das Kapuzinerkloster am Kapuzinerberg errichten.
Die Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura wurde 1602 zu Ehren der heiligen Franziskus von Assisi und Johannes Bonaventura geweiht. 1620 erfolgte eine erste Vergrößerung des Klosters, 1690 musste es nochmals erweitert werden. Die Ordensleute blieben im Lauf der Jahrhunderte gegenüber dem Landesherren und Fürsterzbischof stets unabhängig, sie waren einzig dem Papst untergeben. Neben der Bereitstellung der Kost sorgte trotzdem der Fürsterzbischof für das Wohl der Klosterbrüder.
Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo war kein Freund der Bettelorden. Er teilte die Kapuzinerordenprovinz Tirol - Salzburg und verwies die Tiroler Ordensbrüder. 1810–1811 wurde das Kloster von den Franzosen beschlagnahmt, der Klostergarten wurde demonstrativ als Pferdeweide verwendet.
1813 mussten hielten die Bayern das Kloster besetzt. 1939 wurde in der Zeit des Nationalsozialismus das Kloster samt Kirche enteignet. Es sollte abgerissen werden, um Platz für das geplante gigantische Gauforum zu schaffen. Nach der Rückkehr der Ordensbrüder im Jahr 1945 war die Kirche lange auch von Flüchtlingen bewohnt.
Am 2. Jänner 1950 kommt es zu einem Brand im Kloster: Kirchturm und Dachstuhl werden erheblich beschädigt; die Polizei kann nach einem weiteren Brand zwei Tage später einen Zögling des Klosters als Brandstifter ausforschen.
Die letzte umfangreiche Renovierung des Klosters erfolgte 1980 bis 1983. Damals wurden auch die alte Engelsbrunnen-Zisterne und alte Rundbogenportale entdeckt und als Schmuckstücke des Klosters restauriert[1]. Heute ist das Kloster als Noviziat eine wichtige Ausbildungsstätte der Kapuziner für den gesamten deutschsprachigen Raum.
Der Seelsorger des Gefangenenhauses Salzburg, Wolfgang Bildstein, verbrachte seinen Lebensabend im Kapuzinerkloster.
2020 lebten neben Bruder Karl Löster, der auch Guardian des Kapuzinerklosters ist, noch Bruder Eckehard Krahl und Bruder Hans Pruckner im Kloster. 2019 waren es noch acht Geistliche. Wegen des mangelnden Nachwuchses wurde 2019 der Sitz des Provinzials von Salzburg nach Innsbruck verlegt.[2]
Die Klosterkirche
Die Türflügel der Kirche, an denen man die Jahreszahl 1470 lesen kann, stammen angeblich von jenem Salzburger Dom, den Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau nach dem Brand im Jahr 1598 in der Nacht vom 11. auf 12. Dezember abreißen ließ.
Die Klosterbibliothek
Die Bibliothek ist eine Hausbibliothek für pastorale Aufgaben und umfasst die Sammelgebiete Theologie, Geschichte und Salisburgensien. Sie ist eine Präsenzbibliothek und kann nur nach vorheriger Anmeldung benutzt werden. Im Zug der Klostergründung wurde das Kloster von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau zusammen mit anderen Wohltätern mit Büchern ausgestattet.
Bei einem Gesamtbestand von 9 400 Titeln gehören rund 6 600 Werke zum historischen Buchgut: 350 aus dem 16. Jahrhundert, 1 150 aus dem 17. Jahrhundert, 1 750 aus dem 18. Jahrhundert, 1 000 aus der ersten und 2 350 aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, 1 500 historische Titel befinden sich z. Z. im Salzburger Landesarchiv, darunter 320 Werke des 16. Jahrhunderts.
Prominente Gäste
Papst Johannes Paul VI. wohnte 1988 in diesem Kloster anlässlich seines ersten Papstbesuches in Salzburg.
Erreichbarkeit
Man kann es auf dem Stefan-Zweig-Weg von der Linzer Gasse erreichen oder man nimmt die Imbergstiege, die von der Steingasse auf den Berg führt.
Bilder
Weblinks
Quellen
- Salzburgwiki-Beiträge
- Martin, Franz: Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst, Verlag "Das Bergland-Buch", 1952 (Neuauflage)
- Kapuzinerkloster zu Salzburg in der Reihe Christliche Kunststätten Österreich, Ausgabe Nr. 146, 1986, Verlag St. Peter
Einzelnachweise
- ↑ Quelle www.stadt-salzburg.at Kapzinerkloster
- ↑ www.sn.at, 22. September 2020