Chronologie des Gasteinertals
Die Chronologie des Gasteinertals erfasst Daten aus der Geschichte dieses Tals.
Vor Christi Geburt
- 3570 v. Chr
Ein Fintbeil, das etwa aus der ersten Hälfte des 4. Jahrtausend vor Christi stammt, wird 1961 in der Nähe der Fledermausquelle in Bad Gastein von V. Gemeiner gefunden.
- 1600 v. Chr.
Durch eine Pollenanalyse kann eine erste Waldweidenutzung um diese Zeit nachgewiesen werden.
- 1100 v. Chr.
2006 findet man im Anlauftal das Fragment eines spätbronzezeitlichen Kammhelms (volkstümlich als Keltenhelm bezeichnet).
1. Jahrtausend nach Christi Geburt
- 150–180 n. Chr.
Die Römer bauen Straßen über den Korntauern und den Mallnitzer Tauern.
Um diese Zeit ziehen römische Almbauern vom Süden kommend ins Nassfeldtal. Es wurden auch Kastanien-Pollen aus dieser Zeit im Nassfeldtal gefunden.
Zwei Jäger, die einen weidwunden Hirsch verfolgen, entdecken warme Quellen im Tal. Dabei handelt es sich jedoch um eine Sage, deren Wahrheitsgehalt nicht verbürgt ist.
Diesmal werden in einer Sage Jäger angeführt, die vier warme Quellen finden, von denen eine der St. Preims Brunnen sein soll.
Der Legende nach wird eine Preimskirche als Kirche bei dem Bad erbaut.
In diesem Jahr soll der von den Römern verlassene Bergbau nördlich des Nassfelds wieder aufgenommen worden sein. Doch bei dieser Information handelt es sich nachweislich um eine Fälschung aus dem späten 18. Jahrhundert.
Der deutsche König Arnuf (887–896) soll dem Erzstift Salzburg neben anderen Besitzungen auch das Gasteinertal geschenkt haben. Auch dies stellt sich als Fälschung um oder kurz nach dem Jahr 977 heraus.
Markt und Kirche zu Hof (Hofgastein) werden erbaut, wobei diese Information unverbürgt aber möglich ist.
Die Gasteiner Ache bei ihrer Mündung in die Salzach als Grenzfluss in einer Tauschurkunde der "Edlen" (Adeligen) Rosmuot genannt. Rosmuot ist die Frau des Reginbert, der vermutlich aus einer Nebenlinie der frühen Herren von Goldegg stammte.
11. Jahrhundert
Eine Legende berichtet vom Besuch von Kaiser Heinrich II. der Heilige, der aus Italien kommend, in Gastein Station gemacht und dabei ein Amulett mit Reliquientasche der hl. Erentrudis verlegt haben soll.
Aus diesem Jahr stammt die älteste Urkunde, die nicht nur den Namen, sondern auch Details zu "Gastein" anführt. Diakon Friedrich II. und sein Bruder Sighard VI. Graf im Salzburggau aus dem Geschlecht der Sighardinger (später Peilsteiner) erhalten bei einem Besitztausch die Kirche von Hofgastein und deren Grundbesitz.
12. Jahrhundert
Und wieder berichtet eine Legende von dem angeblichen Umbau einer älteren Kapelle in die Preimskirche.
Ita Gräfin von Burghausen aus dem Haus der Sighardinger besitzt in Luggau eine Schwaige. Später geht der Besitz an die Benediktinerabtei Michaelbeuern.
Sophie von Burghausen (Sighardinger) übergibt das Gut Predium Remsaren (Remsach) an das Augustinerkloster in Ranshofen im Innviertel.
Markward von Gastein, ein Ministeriale, wird als Zeuge in einer Urkunde genannt. Weitere Nennungen von ihn in Urkunden gibt es in den Jahren 1168, 1170, 1180 und 1188. In dieser Person ist der erste Mensch zu sehen, der höchstwahrscheinlich in Gastein wohnt oder zumindest hier seinen Stammsitz hat und mit Namen genannt wird.
Um diese Zeit dürfte wahrscheinlich die Burg Klammstein errichtet worden sein. Eindeutige urkundliche Belege fehlen allerdings.
Im Weiler Stein-Wieden, westlich des Marktzentrums von Hofgastein, lebt Adelheid, eine Freie, also keinem Grundherrn dienstpflichtig (ihm unteran). In diesem Jahr allerdings übergibt sie sich und ihre Kinder dem Erzstift St. Peter, wird also unfrei. Adelheid ist die erste (!) in Gastein angesessene Person, über deren Familie Details bekannt sind. So kennt man die Namen ihrer Kinder: Luitold, Arnold, Dietmar, Liebmann, Ellenburg, Diemuot, Uville und Siburg. Die Vornamen der mitunterschreibenden Urkundenzeugen sind Kuonrad, Richolf, Friedrich, Heinrich, Luitold, Waldmann, Ruedolf, Aribo, Raffold und Gottschalk.
13. Jahrhundert
Aus dieser Zeit ist ein als "Landbuch von Österreich" bezeichnetes Abgabenverzeichnis erhalten. Darin heißt es, dass der Herzog von Bayern das Recht auf, "alle Jahr zwanzigtausend Käse und dreihundert Klafter langes wollenes Tuch,..." hat. Nach Koch-Sternfeld sind das kleine, höchstwahrscheinlich Schafskäselaibchen von 0,5 bis einen Kilo gewesen. Die Tuchlänge kann nicht genau bestimmt werden, wohl um 500 Meter Länge.
Ein Luitpold wird als Pfarrer von Hofgastein genannt.
Euphemia von Peilstein schenkt Güter an das Augustiner Chorherrenstift St. Zeno in Reichenhall.
Am 20. Jänner kommen Propst Pabo des Augustinerchorherrenstifts St. Zeno und ein Mitbruder am Tage des heiligen Sebastian in der Gasteiner Klamm bei einem Lawinenunglück ums Leben An dieses Ereignis erinnert die St. Sebastians-Kapelle beim Parkplatz Klammstein.
(wird fortgesetzt)
Quelle
- Fritz Gruber: Mosaiksteine zur Geschichte Gasteins und seiner Salzburger Umgebung. Bergbau - Badewesen - Bauwerke - Ortsnamen - Biografien - Chronologie
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