Wallfahrtskapelle hl. Antonius von Padua: Unterschied zwischen den Versionen
K (→Gruft) |
Jmth (Diskussion | Beiträge) |
||
| Zeile 31: | Zeile 31: | ||
Im Laufe der Jahre wurde die Kapelle mit vielen wertvollen Messgewändern, Silberleuchtern, Kelchen, Kreuzen, Silbertassen (usw.) ausgestattet. Der ehemalige Seitenaltar des Heiligen Nepomuks mit den Statuen der Heiligen und [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]]er Landespatronen [[Rupert]] und [[Virgil]] steht heute in der Sakristei, so wie auch das Ölgemälde der Mutter Gottes "Maria-Hilf". | Im Laufe der Jahre wurde die Kapelle mit vielen wertvollen Messgewändern, Silberleuchtern, Kelchen, Kreuzen, Silbertassen (usw.) ausgestattet. Der ehemalige Seitenaltar des Heiligen Nepomuks mit den Statuen der Heiligen und [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]]er Landespatronen [[Rupert]] und [[Virgil]] steht heute in der Sakristei, so wie auch das Ölgemälde der Mutter Gottes "Maria-Hilf". | ||
| − | Im Inneren der Kapelle, und zwar oben in der Kuppel, sind sechs Bilder zu sehen. Sie künden von den vielen Wundern des Heiligen Antonius und das große Mittelbild zeigt die Glorifizierung des Heiligen mit der Kuriosität, dass dort die Heilige Dreifaltigkeit dargestellt ist, was in ganz Österreich und Deutschland sehr selten vorkommt. Diese Bilderserie (Kupferstich) wurden im Jahre [[1699]] auf Auftrag von Johann Kaufmann gestochen: Johann Friedrich Perretti hatte die Stiche gezeichnet und Andreas Matthäus Wolfgang hatte sie gestochen. | + | Im Inneren der Kapelle, und zwar oben in der Kuppel, sind sechs Bilder zu sehen. Sie künden von den vielen Wundern des Heiligen Antonius und das große Mittelbild zeigt die Glorifizierung des Heiligen mit der Kuriosität, dass dort die Heilige Dreifaltigkeit dargestellt ist, was in ganz Österreich und Deutschland sehr selten vorkommt. Diese Bilderserie (Kupferstich) wurden im Jahre [[1699]] auf Auftrag von Johann Kaufmann gestochen: [[Johann Friedrich Beretti|Johann Friedrich Perretti]] hatte die Stiche gezeichnet und Andreas Matthäus Wolfgang hatte sie gestochen. |
Außer den Reliquien des Heiligen Antonius besitzt die Kapelle auch einen wertvollen Nikolinusschrein, der jetzt unter der Altarniesche steht. | Außer den Reliquien des Heiligen Antonius besitzt die Kapelle auch einen wertvollen Nikolinusschrein, der jetzt unter der Altarniesche steht. | ||
Version vom 5. März 2008, 18:42 Uhr
Die Antoniuskapelle zu Söllheim (Gemeinde Hallwang) ist auf der ganzen Welt bekannt. In früheren Zeiten war das Kirchlein sogar ein Konkurrent der Wallfahrtskirche von Maria Plain.
Vorgeschichte
Um 1680 sollte schon längst ein Schiff, welches einigen Salzburger Kaufleuten gehörte, im Hafen von Venedig eingetroffen sein. Es war wahrscheinlich vollbeladen mit Gewürzen, doch es traf nicht im Hafen ein. Schließlich beschloss Johann Anton Kaufmann, der damals Handelsgehilfe im Fuchs'schen Kontor zu Salzburg war, dass Schiff zu kaufen. Er betete zum Heiligen Antonius, seinem Namenspatron, und siehe da: Das Schiff traf bald im Hafen von Venedig ein! So war Johann Kaufmann nun ein reicher Handelsmann. Im Jahre 1684 kaufte er sich das Gut Söllheim.
Johann Kaufmann baute den Wohnturm im Söllheimer Moor zum heutigen Barockschloss um und ließ auch das Meierhaus renovieren. Als Dank an den Heiligen Antonius ließ Johann Anton Kaufmann die Kapelle in Söllheim erbauen. Auch das heutige Gasthaus und Restaurant "Pfefferschiff" baute Johann Kaufmann. Es diente unter anderem auch als Gasthaus, Mesnerhaus und auch als Schulhaus.
Die barocke Kuppel der Söllheimer Kapelle wurde vom erzbischöflichen Hofbaumeister Johann Caspar Zugalli, der bereits in Salzburg die Kajetanerkirche und St. Erhard erbaut hatte. Die Länge der Kuppel betrug 17,44 Meter, die Breite 9,95 Meter und die Höhe 16,26 Meter mit einer 4,48 Meter hohen Laterne.
Jedoch bereitete der Bergheimer Pfarrer Johann Müllauer beim Bau der Antoniuskapelle große Schwierigkeiten. Doch dank der Vermittlung des Präsidenten Joachim Albrecht Graf von Leiblfing kam es dann doch zum Bau. Am 11. Juli 1694 wurde die Kapelle durch den Bischof von Chiemsee, Sigmund Ignaz Graf von Wolkenstein, eingeweiht.
Geschichte
Abt Edmund von St. Peter laß am 21. Juli 1686 die erste Heilige Messe in der Söllheimer Kapelle.
Am 15. Oktober 1689 hat die Söllheimer Kapelle die Messerlaubnis erhalten. Früher hatte die Kapelle zu Söllheim, die eine Filialkirche der Pfarre Hallwang ist, sogar einen eigenen Pfarrer, der im Haus neben der Kapelle, im heutigen Gasthaus und Restaurant "Pfefferschiff", wohnte. Der erste Mesner war Lorenz Enzinger, Mesner und Lehrer in Söllheim, Knecht an der Reindlmühle in Söllheim-Unteresch.
Der Bau der Kapelle dürfte im Jahre 1694 vollkommen fertig gewesen sein, da die Kapelle am 11. Juli 1694 durch den Bischof von Chiemsee, Sigmund Ignaz Graf von Wolkenstein, eingeweiht wurde.
Die Wallfahrtskirche zu Söllheim erfreute sich stets großen Zulaufes. Eine Schrift von Pater Petrus Martyr berichtet, dass von 1686 bis 1704 die hohe Zahl von 7582 Messen gelesen wurden. Es war sogar ein Erweiterungsbau des Kirchleins in Planung, jedoch wurde dieser nie durchgeführt. Am 12. April 1711 verstarb Johann Kaufmann, der Erbauer der Kapelle, im 71. Lebensjahr. Er wurde in der Gruft der Kapelle bestattet.
Am 26. Februar 1745 wurde in die Söllheimer Kapelle eingebrochen. Viele Votivtafeln und wertvolle Weihgaben wurden gestohlen.
Im Jahre 1792 wurde die Kaplanei in Söllheim aufgelöst, damals wurde auch ein Ansuchen um Einverleibung in das Vikariat Hallwang gestellt.
Ausstattung
Das Antonius-Kirchlein erhielt einen schönen Marmoraltar mit einem Altarbild vom Heiligen Antonius von Padua auf Kupfer gemalt, welches im Jahre 1751 in Nachahmung der Krönung der Mutter Gottes von Maria Plain mit zwei Silberkronen verziert wurde.
Im Laufe der Jahre wurde die Kapelle mit vielen wertvollen Messgewändern, Silberleuchtern, Kelchen, Kreuzen, Silbertassen (usw.) ausgestattet. Der ehemalige Seitenaltar des Heiligen Nepomuks mit den Statuen der Heiligen und Salzburger Landespatronen Rupert und Virgil steht heute in der Sakristei, so wie auch das Ölgemälde der Mutter Gottes "Maria-Hilf".
Im Inneren der Kapelle, und zwar oben in der Kuppel, sind sechs Bilder zu sehen. Sie künden von den vielen Wundern des Heiligen Antonius und das große Mittelbild zeigt die Glorifizierung des Heiligen mit der Kuriosität, dass dort die Heilige Dreifaltigkeit dargestellt ist, was in ganz Österreich und Deutschland sehr selten vorkommt. Diese Bilderserie (Kupferstich) wurden im Jahre 1699 auf Auftrag von Johann Kaufmann gestochen: Johann Friedrich Perretti hatte die Stiche gezeichnet und Andreas Matthäus Wolfgang hatte sie gestochen.
Außer den Reliquien des Heiligen Antonius besitzt die Kapelle auch einen wertvollen Nikolinusschrein, der jetzt unter der Altarniesche steht.
In der Kapelle findet man eine kleine Barockorgel aus dem Jahre 1727, die von Andreas Schwarz für das Schloss Eichberg in der Steiermark gebaut wurde. Im Jahre 2000 wurde sie vom Niederösterreichischen Orgelbaumeister Johann Pieringer aus Haag renoviert.
Renovierungen
Nach dem Bau der St. Antonius-Kapelle zu Söllheim durch Johann Kaufmann gab es keine größeren Renovierungen. In den Jahren 1958 und 1959 wurde die Kapelle unter der Leitung von Gerhard Gruchmann gründlich renoviert und am 15. August 1959 wieder eingeweiht. Das Dach (außen und innen) wurde im Jahre 1980 renoviert, im Jahre 1995 erfolgte eine Trockenlegung. Die Orgel wurde im Jahre 2000 von Johann Pieringer renoviert. Bei der Renovierung im Jahre 2006 wurde die Laterne saniert, das Dach mit Kupfer eingedeckt, der Tragkranz erneuert, ein neuer Glockenstuhl montiert und das Turmkreuz neu vergoldet. Leider verunglückte bei der Ferigstellung dieser Renovierung bei einem tragischen Arbeitsunfall der Hallwanger Franz-Xaver Strobl tödlich, an den eine Gedenktafel im Inneren der Kapelle erinnert.
Gruft
In der Gruft der Antoniuskapelle zu Söllheim liegen begraben:
- Johann Kaufmann, Erbauer der Kapelle
- Johann Christof Cajetan Pauernfeind von Eyß, Enkel Johann Kaufmanns und Besitzer von Söllheim
- Maria Anna Josefa Katharina von Agliardis (geb. Pauernfeind von Eyß), Tochter des Johann Christof Cajetan Pauernfeind von Eyß
- Maria Gräfin von Thun-Hohenstein, Besitzerin von Söllheim
- Maria Gräfin von Thun-Hohenstein, Enkelin von Johann Ernst und Maria Thun
- Dr. Gerhard Gruchmann-Bernau, Augenarzt in Salzburg und Renovierer der Kapelle
- Eleonore Gruchmann, Gattin von Gerhard Gruchmann
Antonius-Festwoche und Messfeier
Seit dem Jahre 1725 wird rund um den 13. Juni (Antoniustag) in Söllheim die "Antonius-Festwoche", früher "Antonius-Oktav" genannt, mit Abendmessen und Predigt gefeiert.
Oft finden in der Antoniuskapelle zu Söllheim auch Trauungen und Taufen statt.
Jeden Sonntag um 9 Uhr findet außerdem die Heilige Messe statt, die zur Zeit von Pater Gustav Clemen MSC von den Herz-Jesu-Missionaren in Liefering gehalten wird. Zur Zeit fungiert Matthias Rettenbacher aus Söllheim als Mesner.