Prunkräume der Alten Residenz: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
K (Mosaico verschob die Seite Prunkräume nach Prunkräume der Residenz)
K
Zeile 1: Zeile 1:
 
[[Datei:Residenz Alte Deckenfresko.jpg|thumb|Deckenfresko  in den Prunkräumen]]
 
[[Datei:Residenz Alte Deckenfresko.jpg|thumb|Deckenfresko  in den Prunkräumen]]
Die 15 '''{{PAGENAME}}''' in der [[Alte Residenz|Alten Residenz]] in der Stadt Salzburg sind Teil der rund 180 Räume und Säle, die sich in der Residenz befinden.
+
Die 15 '''{{PAGENAME}}''' in der [[Alte Residenz|alten Residenz]] in der Stadt Salzburg sind Teil der rund 180 Räume und Säle, die sich in der Residenz befinden.
  
 
==Allgemeines==
 
==Allgemeines==
Auch [[Wolfgang Amadeus Mozart]] musizierte mehrmals für seinen Erzbischof in diesen Prunkräumen. So wurde beispielsweise das Violinkonzert KV 219 in A-Dur am [[20. Dezember]] [[1775]] im Konferenzsaal uraufgeführt.
+
Die Prunkräume in der Residenz zu Salzburg waren [[Fürsterzbischof|fürsterzbischöflicher]] Wohn- und Amtssitz. Im Rahmen eines  Rundganges durch das Museum [[DomQuartier]] kommt man vom prunkvollen Entree, dem Carabinierisaal, über den Rittersaal, das Ratszimmer und die Antecamera zum prächtigen Audienzsaal der Fürsterzbischöfe. Daran schließen die privaten Gemächer sowie weitere Gesellschaftsräume an. Im Laufe des [[17. Jahrhundert|17.]] und [[18. Jahrhundert]]s wurde der Palast dem jeweiligen Geschmack der Herrscher angepasst. Fürsterzbischof [[Franz Anton Fürst Harrach]] ließ die Residenz im Stil des [[Barock|Hochbarocks]] modernisieren. Unter der Gesamtleitung von Baumeister [[Lukas von Hildebrandt|Johann Lukas von Hildebrandt]]  waren die bedeutendsten Künstler der Zeit, wie etwa [[Johann Michael Rottmayr]], [[Martino Altomonte]], [[Antonio Beduzzi]] oder [[Alberto Camesina]], am Werk.
  
===Die Räume===
+
Auch [[Wolfgang Amadeus Mozart]] musizierte mehrmals für seinen Fürsterzbischof in diesen Prunkräumen. So wurde beispielsweise das Violinkonzert KV 219 in A-Dur am [[20. Dezember]] [[1775]] im Konferenzsaal uraufgeführt.
====Carabinieri-Saal====
+
 
 +
==Die Räume==
 +
===Carabinieri-Saal===
 
Der Name des Saales geht auf die Leibgarde des Erzbischof zurück. Es ist der größte Saal der Residenz, der um 1600 errichtete ''Carabinieri-Saal''. Er befindet sich im ersten Stock. Francesco, Carlo Brenno sowie von Antonio Carabelli waren für den Stuck an den Wänden verantwortlich. 1610 erhielt der Saal die vier Marmorportale, 1660 erfuhr der Saal eine deutliche Erhöhung. Eine zweiarmige Marmortreppe führt an der Westseite zu einem höher gelegenen Marmorportal, von dem aus man in den ''Kaisersaal'' gelangt.  
 
Der Name des Saales geht auf die Leibgarde des Erzbischof zurück. Es ist der größte Saal der Residenz, der um 1600 errichtete ''Carabinieri-Saal''. Er befindet sich im ersten Stock. Francesco, Carlo Brenno sowie von Antonio Carabelli waren für den Stuck an den Wänden verantwortlich. 1610 erhielt der Saal die vier Marmorportale, 1660 erfuhr der Saal eine deutliche Erhöhung. Eine zweiarmige Marmortreppe führt an der Westseite zu einem höher gelegenen Marmorportal, von dem aus man in den ''Kaisersaal'' gelangt.  
  
Zeile 13: Zeile 15:
 
Die ersten Theateraufführungen nördlich der [[Alpen]] fanden sowohl in diesem Saal als auch im [[Steintheater]] bei [[Schloss Hellbrunn]] statt. Nicht gesichert ist das Datum der ersten Aufführung, der [[27. Jänner]] [[1614]].
 
Die ersten Theateraufführungen nördlich der [[Alpen]] fanden sowohl in diesem Saal als auch im [[Steintheater]] bei [[Schloss Hellbrunn]] statt. Nicht gesichert ist das Datum der ersten Aufführung, der [[27. Jänner]] [[1614]].
  
====Wohnräume====
+
===Wohnräume===
 
Die Wohnräume wurden im Auftrag von Erzbischof [[Franz Anton Fürst Harrach]] unter Leitung von [[Lucas von Hildebrandt]] neu ausgestattet.
 
Die Wohnräume wurden im Auftrag von Erzbischof [[Franz Anton Fürst Harrach]] unter Leitung von [[Lucas von Hildebrandt]] neu ausgestattet.
  
=====Rittersaal=====
+
===Rittersaal===
 
Der heute als beliebte Aufführungsort von Kammermusik, sowie für kleinere festliche Veranstaltungen und Festvorträge verwendete Saal diente im [[17. Jahrhundert|17.]] und [[18. Jahrhundert]] Vorraum zu den fürstlichen Empfangs- und Wohnräumen. Zu sehen ein Deckenbild von Johann Michael Rottmayr, das in der Bildmitte Alexander den Großen zeigt, der seinem Vater sein Leibpferd Bukephalos vorführt. Um dieses Bild sind weitere Stationen aus dem Leben Alexanders zu sehen. Der Deckenstuck stammt von Alberto Camesina, der Wandstuck von Peter Pflauder.  
 
Der heute als beliebte Aufführungsort von Kammermusik, sowie für kleinere festliche Veranstaltungen und Festvorträge verwendete Saal diente im [[17. Jahrhundert|17.]] und [[18. Jahrhundert]] Vorraum zu den fürstlichen Empfangs- und Wohnräumen. Zu sehen ein Deckenbild von Johann Michael Rottmayr, das in der Bildmitte Alexander den Großen zeigt, der seinem Vater sein Leibpferd Bukephalos vorführt. Um dieses Bild sind weitere Stationen aus dem Leben Alexanders zu sehen. Der Deckenstuck stammt von Alberto Camesina, der Wandstuck von Peter Pflauder.  
  
 
Aus diesem Saal führt ein Gang hinaus auf die [[Dombögen]] in den Salzburger [[Dom]], über den man über den südlichen Dombogen in das [[Erzstift St. Peter]], in den [[Langer Gang|Langen Gang]] gelangt<ref>vergleiche [[Salzburger Museumsleitplan]]</ref>.
 
Aus diesem Saal führt ein Gang hinaus auf die [[Dombögen]] in den Salzburger [[Dom]], über den man über den südlichen Dombogen in das [[Erzstift St. Peter]], in den [[Langer Gang|Langen Gang]] gelangt<ref>vergleiche [[Salzburger Museumsleitplan]]</ref>.
  
=====Audienzsaal=====
+
===Audienzsaal===
 
Der an der Ecke zwischen [[Alter Markt]] und [[Residenzplatz]] gelegene, prächtige Audienzsaal, besitzt fünf in vergoldetem Stuck gerahmte Deckenbilder von Johann Michael Rottmayr. Das Bild in der Mitte zeigt die Huldigung Alexanders in der Stadt Byblos. Von Johann Anton Eismann stammen vermutlich die Landschaftsbilder über den Türen.  
 
Der an der Ecke zwischen [[Alter Markt]] und [[Residenzplatz]] gelegene, prächtige Audienzsaal, besitzt fünf in vergoldetem Stuck gerahmte Deckenbilder von Johann Michael Rottmayr. Das Bild in der Mitte zeigt die Huldigung Alexanders in der Stadt Byblos. Von Johann Anton Eismann stammen vermutlich die Landschaftsbilder über den Türen.  
  
 
Die wertvollen frühklassizistischen Möbel wurden von H. Jacobs aus Paris gefertigt und 1775 für diesen Saal gekauft. Szenen aus der [[Römer|römischen]] Frühgeschichte und das eingewobene Wappen des Erzbischofs [[Wolf Dietrich von Raitenau]] zeigen die kostbaren Brüsseler Gobelins.  
 
Die wertvollen frühklassizistischen Möbel wurden von H. Jacobs aus Paris gefertigt und 1775 für diesen Saal gekauft. Szenen aus der [[Römer|römischen]] Frühgeschichte und das eingewobene Wappen des Erzbischofs [[Wolf Dietrich von Raitenau]] zeigen die kostbaren Brüsseler Gobelins.  
  
=====Konferenzsaal=====
+
===Konferenzsaal===
 
Ein Gemälde von [[Martino Altomonte]], das „Alexander in der Schlacht von Granicus“ darstellt, kann man in diesem Saal sehen. In Vermutlich musizierte in diesem kleinen Saal auch die fürsterzbischöfliche Hofkapelle zahlreiche kleine Hauskonzerte, bei den auch [[Leopold Mozart]] und sein Sohn Wolfgang Amadeus als Konzertmeister (Kapellmeister) mitwirkten.
 
Ein Gemälde von [[Martino Altomonte]], das „Alexander in der Schlacht von Granicus“ darstellt, kann man in diesem Saal sehen. In Vermutlich musizierte in diesem kleinen Saal auch die fürsterzbischöfliche Hofkapelle zahlreiche kleine Hauskonzerte, bei den auch [[Leopold Mozart]] und sein Sohn Wolfgang Amadeus als Konzertmeister (Kapellmeister) mitwirkten.
  
=====Antecamera=====
+
===Antecamera===
 
Im ''Antecamera'' (Vorzimmer) sieht man ein Deckengemälde von Martino Altomonte, das die Zerschlagung des Gordischen Knotens durch Alexander darstellt.
 
Im ''Antecamera'' (Vorzimmer) sieht man ein Deckengemälde von Martino Altomonte, das die Zerschlagung des Gordischen Knotens durch Alexander darstellt.
  
=====Retirada=====
+
===Retirada===
 
In monarchischer Zeit diente das kleine Wohn- und Arbeitszimmer (''Retirada'') des Erzbischofsals als Schlafraum von [[Kaiser Franz Joseph I.]], der sich mehrmals in Salzburg aufgehalten hatte.
 
In monarchischer Zeit diente das kleine Wohn- und Arbeitszimmer (''Retirada'') des Erzbischofsals als Schlafraum von [[Kaiser Franz Joseph I.]], der sich mehrmals in Salzburg aufgehalten hatte.
  
 
Auch hie Deckenmalereien von Rottmayr, in der Mitte ist der opfernde Alexander in Jerusalem zu sehen. Eines der vier Trabantenbild schildert den Traum Alexanders, in dem ein Hohepriester dem großen Feldherren die Herrschaft über Persien verkündet.
 
Auch hie Deckenmalereien von Rottmayr, in der Mitte ist der opfernde Alexander in Jerusalem zu sehen. Eines der vier Trabantenbild schildert den Traum Alexanders, in dem ein Hohepriester dem großen Feldherren die Herrschaft über Persien verkündet.
  
=====Schatullenkabinett=====
+
===Schatullenkabinett===
 
Ein weiters Deckenbild von Altomonte zeigt die Gesandten der Skythen bei der Huldigung Alexanders. Im Schatullenkabinett ist ein [[Barock|barocker]] Tabernakelschrank aus 1720 zu sehen. Es war Hausaltar von Erzbischof Franz Anton Fürst Harrach.
 
Ein weiters Deckenbild von Altomonte zeigt die Gesandten der Skythen bei der Huldigung Alexanders. Im Schatullenkabinett ist ein [[Barock|barocker]] Tabernakelschrank aus 1720 zu sehen. Es war Hausaltar von Erzbischof Franz Anton Fürst Harrach.
  
=====Schlafzimmer=====
+
===Schlafzimmer===
 
Passend zur Aufgabe des Zimmers stellte Rottmayr in einem Bild Alexander auf seinem Ruhebett dar. Die Stuckmedaillons zeigen musizierende Amoretten. Über dem Portal ein Bild von [[Andreas Nesselthaler]], das einen Seehafen zeigt.
 
Passend zur Aufgabe des Zimmers stellte Rottmayr in einem Bild Alexander auf seinem Ruhebett dar. Die Stuckmedaillons zeigen musizierende Amoretten. Über dem Portal ein Bild von [[Andreas Nesselthaler]], das einen Seehafen zeigt.
  
====Kapelle====
+
===Kapelle===
 
Rottmayr gestaltete auch die kleine Kapelle, einen kleinen, fast quadratischer Raum mit Kuppelgewölbe. Das Fresko stellt  Gottvater dar. Vermutlich [[Antonio Beduzzi]]  schuf um 1710 den Altar, das Altarblatt, eine Rottmayr-Arbeit, zeigt die Vermählung der Heiligen Katharina.
 
Rottmayr gestaltete auch die kleine Kapelle, einen kleinen, fast quadratischer Raum mit Kuppelgewölbe. Das Fresko stellt  Gottvater dar. Vermutlich [[Antonio Beduzzi]]  schuf um 1710 den Altar, das Altarblatt, eine Rottmayr-Arbeit, zeigt die Vermählung der Heiligen Katharina.
  
====Bildergalerie====
+
===Bildergalerie===
 
Dieser lang gestreckten Raum besitzt ein Spiegelgewölbe mit einem marmorierten Kranzsims. Zu sehen ist ein Abguss des Jünglings vom Helensberg in Kärnten in einer Nische, dessen Original sich zwischen seiner Entdeckung 1502 und 1806 in der Stadt Salzburg befand. Die Österreich nahmen es dann nach Wien.  
 
Dieser lang gestreckten Raum besitzt ein Spiegelgewölbe mit einem marmorierten Kranzsims. Zu sehen ist ein Abguss des Jünglings vom Helensberg in Kärnten in einer Nische, dessen Original sich zwischen seiner Entdeckung 1502 und 1806 in der Stadt Salzburg befand. Die Österreich nahmen es dann nach Wien.  
  
 
Das Gewölbefresko von Rottmayr zeigt die Glorie der Wissenschaften und Künste, geprägt von fürstlicher Größe und Stiftungsmacht, umgeben von einer illusionistischen Architekturmalerei. Astronomie, Geometrie, Architektur (der Architekt hält einen Plan des Wiener Palais Trautson in Händen) und Bildhauerei stehen symbolisch unter dem Schutz des Grafengeschlechts Harrach, Dichtung und Geschichtsschreibung unter dem Schutz der felicitas publica, Malerei und Musik unter jenem der des buon governo, der Guten Regentschaft. Das kleine anschließende Bibliothekszimmer besitzt ein Gemälde der Aurora gemalt von Altomonte.
 
Das Gewölbefresko von Rottmayr zeigt die Glorie der Wissenschaften und Künste, geprägt von fürstlicher Größe und Stiftungsmacht, umgeben von einer illusionistischen Architekturmalerei. Astronomie, Geometrie, Architektur (der Architekt hält einen Plan des Wiener Palais Trautson in Händen) und Bildhauerei stehen symbolisch unter dem Schutz des Grafengeschlechts Harrach, Dichtung und Geschichtsschreibung unter dem Schutz der felicitas publica, Malerei und Musik unter jenem der des buon governo, der Guten Regentschaft. Das kleine anschließende Bibliothekszimmer besitzt ein Gemälde der Aurora gemalt von Altomonte.
  
====Thronsaal====
+
===Thronsaal===
 
Ein Deckenbild von Rottmayr mit dem Götter-Festmahl anlässlich der Hochzeit der Thetys ziert den Thronsaal (Gesellschaftszimmer).  
 
Ein Deckenbild von Rottmayr mit dem Götter-Festmahl anlässlich der Hochzeit der Thetys ziert den Thronsaal (Gesellschaftszimmer).  
  
====Markus Sittikus-Saal====
+
===Markus Sittikus-Saal===
 
Errichtet wurde er von Erzbischof [[Markus Sittikus]]. [[1776]] wurde er von Peter Pflauders neu stuckiert. Am [[1. Mai]] [[1816]] fand in diesem Saal die Übergabe des Großteils des früheren Landes Salzburgs an Oberösterreich im Rahmen einer Staatshandlung statt.
 
Errichtet wurde er von Erzbischof [[Markus Sittikus]]. [[1776]] wurde er von Peter Pflauders neu stuckiert. Am [[1. Mai]] [[1816]] fand in diesem Saal die Übergabe des Großteils des früheren Landes Salzburgs an Oberösterreich im Rahmen einer Staatshandlung statt.
  
====Kaisersaal====
+
===Kaisersaal===
 
Der schlicht wirkende Kaisersaal (früher Kaiserstube) zeigt Gemälde von 14 Herrschern des Hauses Habsburg.
 
Der schlicht wirkende Kaisersaal (früher Kaiserstube) zeigt Gemälde von 14 Herrschern des Hauses Habsburg.
  
====Sintflutsaal====
+
===Sintflutsaal===
 
Die Besonderheit in diesem Raum mit einer [[Renaissance]]-Decke ist eine kleine Tür in den Chor der [[Franziskanerkirche]].
 
Die Besonderheit in diesem Raum mit einer [[Renaissance]]-Decke ist eine kleine Tür in den Chor der [[Franziskanerkirche]].
  
====Bischofssaal====
+
===Bischofssaal===
 
Im dritten Stock befinden sich der Bischofssaal und die [[Residenzgalerie]]. Und Deckengemälde und Gewölbefresken stammen hier von Johann Michael Rottmayr und Martino Altomonte, während der Deckenschmuck von Alberto Camesina stammt.
 
Im dritten Stock befinden sich der Bischofssaal und die [[Residenzgalerie]]. Und Deckengemälde und Gewölbefresken stammen hier von Johann Michael Rottmayr und Martino Altomonte, während der Deckenschmuck von Alberto Camesina stammt.
  
Zeile 72: Zeile 74:
 
* Salzburgwiki
 
* Salzburgwiki
 
* [http://www.salzburg-burgen.at  www.salzburg-burgen.at]
 
* [http://www.salzburg-burgen.at  www.salzburg-burgen.at]
* Wikipedia Deutschland
+
* Wikipedia
 +
* Presseaussendung Domquartier Mai 2014
  
 
==Fußnoten==
 
==Fußnoten==
 
<references/>
 
<references/>
  
 +
[[Kategorie:Architektur]]
 
[[Kategorie:historische Gebäude]]
 
[[Kategorie:historische Gebäude]]
 
[[Kategorie:Altstadt]]
 
[[Kategorie:Altstadt]]

Version vom 18. Mai 2014, 16:45 Uhr

Deckenfresko in den Prunkräumen

Die 15 Prunkräume der Alten Residenz in der alten Residenz in der Stadt Salzburg sind Teil der rund 180 Räume und Säle, die sich in der Residenz befinden.

Allgemeines

Die Prunkräume in der Residenz zu Salzburg waren fürsterzbischöflicher Wohn- und Amtssitz. Im Rahmen eines Rundganges durch das Museum DomQuartier kommt man vom prunkvollen Entree, dem Carabinierisaal, über den Rittersaal, das Ratszimmer und die Antecamera zum prächtigen Audienzsaal der Fürsterzbischöfe. Daran schließen die privaten Gemächer sowie weitere Gesellschaftsräume an. Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts wurde der Palast dem jeweiligen Geschmack der Herrscher angepasst. Fürsterzbischof Franz Anton Fürst Harrach ließ die Residenz im Stil des Hochbarocks modernisieren. Unter der Gesamtleitung von Baumeister Johann Lukas von Hildebrandt waren die bedeutendsten Künstler der Zeit, wie etwa Johann Michael Rottmayr, Martino Altomonte, Antonio Beduzzi oder Alberto Camesina, am Werk.

Auch Wolfgang Amadeus Mozart musizierte mehrmals für seinen Fürsterzbischof in diesen Prunkräumen. So wurde beispielsweise das Violinkonzert KV 219 in A-Dur am 20. Dezember 1775 im Konferenzsaal uraufgeführt.

Die Räume

Carabinieri-Saal

Der Name des Saales geht auf die Leibgarde des Erzbischof zurück. Es ist der größte Saal der Residenz, der um 1600 errichtete Carabinieri-Saal. Er befindet sich im ersten Stock. Francesco, Carlo Brenno sowie von Antonio Carabelli waren für den Stuck an den Wänden verantwortlich. 1610 erhielt der Saal die vier Marmorportale, 1660 erfuhr der Saal eine deutliche Erhöhung. Eine zweiarmige Marmortreppe führt an der Westseite zu einem höher gelegenen Marmorportal, von dem aus man in den Kaisersaal gelangt.

Das große Deckenfresko wurde 1689 von Johann Michael Rottmayr gemalt. Es zeigt die vier Elemente: im Mittelbild gebietet Meeresgott Neptun den Winden, das rechte Bild zeigt die Schmiedewerkstätte des Vulcanos (Feuer) und links wird die Kalydonische Eberjagd (Erde) dargestellt. Die vier Windgötter sind in den Eckmedaillons abgebildet.

Die ersten Theateraufführungen nördlich der Alpen fanden sowohl in diesem Saal als auch im Steintheater bei Schloss Hellbrunn statt. Nicht gesichert ist das Datum der ersten Aufführung, der 27. Jänner 1614.

Wohnräume

Die Wohnräume wurden im Auftrag von Erzbischof Franz Anton Fürst Harrach unter Leitung von Lucas von Hildebrandt neu ausgestattet.

Rittersaal

Der heute als beliebte Aufführungsort von Kammermusik, sowie für kleinere festliche Veranstaltungen und Festvorträge verwendete Saal diente im 17. und 18. Jahrhundert Vorraum zu den fürstlichen Empfangs- und Wohnräumen. Zu sehen ein Deckenbild von Johann Michael Rottmayr, das in der Bildmitte Alexander den Großen zeigt, der seinem Vater sein Leibpferd Bukephalos vorführt. Um dieses Bild sind weitere Stationen aus dem Leben Alexanders zu sehen. Der Deckenstuck stammt von Alberto Camesina, der Wandstuck von Peter Pflauder.

Aus diesem Saal führt ein Gang hinaus auf die Dombögen in den Salzburger Dom, über den man über den südlichen Dombogen in das Erzstift St. Peter, in den Langen Gang gelangt[1].

Audienzsaal

Der an der Ecke zwischen Alter Markt und Residenzplatz gelegene, prächtige Audienzsaal, besitzt fünf in vergoldetem Stuck gerahmte Deckenbilder von Johann Michael Rottmayr. Das Bild in der Mitte zeigt die Huldigung Alexanders in der Stadt Byblos. Von Johann Anton Eismann stammen vermutlich die Landschaftsbilder über den Türen.

Die wertvollen frühklassizistischen Möbel wurden von H. Jacobs aus Paris gefertigt und 1775 für diesen Saal gekauft. Szenen aus der römischen Frühgeschichte und das eingewobene Wappen des Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau zeigen die kostbaren Brüsseler Gobelins.

Konferenzsaal

Ein Gemälde von Martino Altomonte, das „Alexander in der Schlacht von Granicus“ darstellt, kann man in diesem Saal sehen. In Vermutlich musizierte in diesem kleinen Saal auch die fürsterzbischöfliche Hofkapelle zahlreiche kleine Hauskonzerte, bei den auch Leopold Mozart und sein Sohn Wolfgang Amadeus als Konzertmeister (Kapellmeister) mitwirkten.

Antecamera

Im Antecamera (Vorzimmer) sieht man ein Deckengemälde von Martino Altomonte, das die Zerschlagung des Gordischen Knotens durch Alexander darstellt.

Retirada

In monarchischer Zeit diente das kleine Wohn- und Arbeitszimmer (Retirada) des Erzbischofsals als Schlafraum von Kaiser Franz Joseph I., der sich mehrmals in Salzburg aufgehalten hatte.

Auch hie Deckenmalereien von Rottmayr, in der Mitte ist der opfernde Alexander in Jerusalem zu sehen. Eines der vier Trabantenbild schildert den Traum Alexanders, in dem ein Hohepriester dem großen Feldherren die Herrschaft über Persien verkündet.

Schatullenkabinett

Ein weiters Deckenbild von Altomonte zeigt die Gesandten der Skythen bei der Huldigung Alexanders. Im Schatullenkabinett ist ein barocker Tabernakelschrank aus 1720 zu sehen. Es war Hausaltar von Erzbischof Franz Anton Fürst Harrach.

Schlafzimmer

Passend zur Aufgabe des Zimmers stellte Rottmayr in einem Bild Alexander auf seinem Ruhebett dar. Die Stuckmedaillons zeigen musizierende Amoretten. Über dem Portal ein Bild von Andreas Nesselthaler, das einen Seehafen zeigt.

Kapelle

Rottmayr gestaltete auch die kleine Kapelle, einen kleinen, fast quadratischer Raum mit Kuppelgewölbe. Das Fresko stellt Gottvater dar. Vermutlich Antonio Beduzzi schuf um 1710 den Altar, das Altarblatt, eine Rottmayr-Arbeit, zeigt die Vermählung der Heiligen Katharina.

Bildergalerie

Dieser lang gestreckten Raum besitzt ein Spiegelgewölbe mit einem marmorierten Kranzsims. Zu sehen ist ein Abguss des Jünglings vom Helensberg in Kärnten in einer Nische, dessen Original sich zwischen seiner Entdeckung 1502 und 1806 in der Stadt Salzburg befand. Die Österreich nahmen es dann nach Wien.

Das Gewölbefresko von Rottmayr zeigt die Glorie der Wissenschaften und Künste, geprägt von fürstlicher Größe und Stiftungsmacht, umgeben von einer illusionistischen Architekturmalerei. Astronomie, Geometrie, Architektur (der Architekt hält einen Plan des Wiener Palais Trautson in Händen) und Bildhauerei stehen symbolisch unter dem Schutz des Grafengeschlechts Harrach, Dichtung und Geschichtsschreibung unter dem Schutz der felicitas publica, Malerei und Musik unter jenem der des buon governo, der Guten Regentschaft. Das kleine anschließende Bibliothekszimmer besitzt ein Gemälde der Aurora gemalt von Altomonte.

Thronsaal

Ein Deckenbild von Rottmayr mit dem Götter-Festmahl anlässlich der Hochzeit der Thetys ziert den Thronsaal (Gesellschaftszimmer).

Markus Sittikus-Saal

Errichtet wurde er von Erzbischof Markus Sittikus. 1776 wurde er von Peter Pflauders neu stuckiert. Am 1. Mai 1816 fand in diesem Saal die Übergabe des Großteils des früheren Landes Salzburgs an Oberösterreich im Rahmen einer Staatshandlung statt.

Kaisersaal

Der schlicht wirkende Kaisersaal (früher Kaiserstube) zeigt Gemälde von 14 Herrschern des Hauses Habsburg.

Sintflutsaal

Die Besonderheit in diesem Raum mit einer Renaissance-Decke ist eine kleine Tür in den Chor der Franziskanerkirche.

Bischofssaal

Im dritten Stock befinden sich der Bischofssaal und die Residenzgalerie. Und Deckengemälde und Gewölbefresken stammen hier von Johann Michael Rottmayr und Martino Altomonte, während der Deckenschmuck von Alberto Camesina stammt.

Weblinks

Quellen

Fußnoten