Berchtesgadener Ache - Königsseeache: Unterschied zwischen den Versionen

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K es gibt nur zwei Gebirgsbäche, die die Berchtesgadener Ache bilden, die Bischofswiesener Ache mündet bereits in die Ramsauer Ache
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Die Ache hat in Berchtesgaden drei Quellzuflüsse,
Die Ache bildet sich in Berchtesgaden aus den beiden Gebirgsbächen


* die ''[[Ramsau bei Berchtesgaden|Ramsauer]] Ache'' und
* die ''[[Ramsau bei Berchtesgaden|Ramsauer]] Ache'' und
* die ''Bischofswiesener Ache'' und
* die ''Königsseer Ache'', der Abfluss des [[Königssee]]s in [[Schönau am Königssee]], in deren Bereich sich die sogenannte "Nasse Wand" befindet.
* die ''Königsseer Ache'', der Abfluss des [[Königssee]]s in [[Schönau am Königssee]], in deren Bereich sich die sogenannte "Nasse Wand" befindet.
[[Datei:Nasse Wand Königsseeache 01.jpg|thumb|Nasse Wand an der Berchtesgadener Ache.<br />
[[Datei:Nasse Wand Königsseeache 01.jpg|thumb|Nasse Wand an der Berchtesgadener Ache.<br />

Version vom 23. April 2020, 22:09 Uhr

Bild
Datei:Königsseeache in Marktschellenberg Panoramaaufnahme 01.jpg
Basisdaten
Länge: 17,6 km
Quelle: Berchtesgaden
Quellhöhe: ca.  603 m ü. A.
Mündung: beim Kraftwerk Urstein in die Salzach
Mündungshöhe: ca.  434 m ü. A.
Höhenunterschied: 169 m

Dieser Artikel behandelt einen Fluss, der grenzüberschreitend zwei Namen besitzt - Berchtesgadner Ache und Königsseeache.

Einleitung

Dieser Fluss, der im Süden des Salzburger Flachgaus Königsseeache genannt wird, ist ein Fluss, der in seinem Oberlauf im Berchtesgadener Land Berchtesgadener Ache genannt.[1].

Verlauf

Datei:Königsseeache in Niederalm Panoramaaufnahme 01.jpg
Königsseeache in Niederalm; Grenze zwischen dem Flachgau und dem Tennengau; Panoramaaufnahme
Hans Faistenauer, Karte der Fürstpropstei Berchtesgaden, 1628, mit eingezeichneter Ache (für Königsseeache).

Die Ache bildet sich in Berchtesgaden aus den beiden Gebirgsbächen

Datei:Nasse Wand Königsseeache 01.jpg
Nasse Wand an der Berchtesgadener Ache.
die Lage Lage Nasse Wand auf Googlemaps

Die Nasse Wand ist eine markante Felsformation am Wanderweg[2] von Berchtesgaden an der Berchtesgadener Ache entlang nach Schönau am Königssee. Namensgebend für diese Steilstufe am Bach ist das natürliche Phänomen, dass zwischen den zum Bach geneigten Felsschichten stetig Wasser aus dem Felsen austritt, welches im Sommer in kleinen Rinnsalen die Wand herunterläuft und im Winter bei Frost zu mächtigen Eiszapfen gefriert. Die natürliche Schönheit dieses Ortes am Königssee unterhalb des Watzmann-Massives inspirierte verschiedene Künstler, wie den Wiener Friedrich Gauermann, einen angesehenen Maler des österreichischen Biedermeier in der Mitte des 19. Jahrhunderts oder Jahrzehnte später Max Nordt.

Berchtesgadener Ache

Ab ihrem Zusammenfluss beim Bahnhof Berchtesgaden[3] wird sie bis zur Staatsgrenze Deutschland - Österreich Berchtesgadener Ache genannt.

Königsseeache

Von der Staatsgrenze ab dem Hangendenstein-Pass wird der Fluss in Österreich Königsseeache genannt.[4] Die Schreibweise variierte früher auch mit Königssee Ache.

Als Königsseeache mündet sie nach insgesamt 17,6 Kilometern, davon etwa 4,8 Kilometer im Bundesland Salzburg, in die Salzach.

Im Land Salzburg bildet sie heute die natürliche Grenze zwischen dem Flachgau und dem Tennengau westlich der Salzach und mündet beim Kraftwerk Urstein in diese. Dort ist die Flussmitte die Grenze zwischen den Gemeinden Anif (Ortschaft Niederalm) und Hallein (Rif).[5]

Namensherkunft

Der Name "Alm" bzw. historisch "Albe" dürfte eine Herleitung vom vordeutschen Begriff "Albina" (vgl. das lateinische „albus“ = weiß), bzw. dem illyrischen "Albhanta" sein und stellt eine Anspielung auf das Weiß des kalkhaltigen Wassers, bzw. des weißen Bachbettes dar.[6]

In der Anifer Chronik schreibt Heinz Dopsch, Seite 57: ... verdankt Niederalm der Königsseeache, die auch als Alm bezeichnet wird, seinen Namen. Dir Form Alm [...] geht auf eine ältere, weit verbreitete indogermanische Gruppe für Gewässernamen mit der Bedeutung "weiß" zurück. [...] Die Alm-Gewässer in der Umgebung von Salzburg tragen vorrömische Namen, die von den Romanen übernommen und an die Bayern weitergegeben wurden. [...] Der Name des benachbarten Ortes Rif [...] geht auf das lateinische Wort "ripa", "Flussufer", zurück. Seite 60: ... Im Gegensatz zu Anif ist die erste Nennung des Ortes Niederalm nicht exakt zu bestimmen. Da sowohl Oberalm als auch Niederalm nach den Flüssen, an denen sie liegen, den Namen Albina führen, muss es in den meisten Fällen offen bleiben, ob sich eine Nennung auf Oberalm oder Niederalm bezieht... [...] Seite 61: Während das erstgenannte Oberalm einfach als Albina erscheint, folgt kurz darauf Niederalm in der Form von Albina inferior.

Die Ache wurde auch als "Niedere Albe" bezeichnet, die in Niederalm am orografisch linken Ufer der Salzach mündet. Dies vielleicht zur Unterscheidung von der "Oberen Albe", die durch Oberalm fließt am orografisch rechten Ufer der Salzach mündet.

Die Bezeichnung Königsseeache oder Königssee-Ache ist erst seit Mitte des 19. Jahrhundert gebräuchlich.

Der Salzburger Abschnitt, der vor der Regulierung ein wertvolles Fischwasser war, wurde auch als Niederalm oder Almbach bezeichnet.[7][8][9][10][11]

Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist jedenfalls historisch nicht alt und ist in der Aussprache zwischen Oberlauf und Unterlauf wenig erkennbar. Der gleiche Benennung eines Baches vom Oberlauf bis zur Mündung ist eine sinnhafte und weitum übliche sprachliche Regelung.

Almkanal

Beim Hangendenstein-Pass, kurz nach der deutsch-österreichischen Grenze, wird der Almkanal auf österreichischer Seite von der Königsseeache abgeleitet.[12] Die Königsseeache hieß früher auch Albe bzw auch Alm, wovon sich der Name "Almkanal", d. h. "Kanal der Alm", ableitet.

Geschichte

Der Fluss nährte bis in die Eiszeit ein Hochmoor, das vom Untersbergstock bis zum Leopoldskroner Moor hinaus reichte. Indem die Ache nach Osten zur Salzach durchbrach und ihren Verlauf stark verkürzte, trocknete ihr altes Bett aus und es bildeten sich Senken und Mulden, die sich mit Wasser füllten. Die Schleinlacke war eine davon. Daran erinnert heute noch die Schleinlackenstraße.[13][14]

1870 wurde das natürliche verlaufende Flussbett der Ache mit Schotterbänken und Auwald durch eine Almbach-Regulierung unterhalb von St. Leonhard bis zur Niederalm Brücke verändert und die Flussufer beidseits mit Flussbausteinen und Buhnen befestigt.[15]

1910 wurde durch die Lawinen- und Wildbachverbauung mit einem Kostenaufwand von 192.340 Kronen eine weitere Regulierung vorgenommen.[16]

Die ältesten Flussbau-Maßnahmen an der Berchtesgadener Ache dienten vielfach zur Verbesserung der Holztrift für das Salzbergwerk Berchtesgaden und der ehemalige Saline in Marktschellenberg. Nach Einstellung der Holztrift um 1950 wechselte die Zielsetzung der wasserbaulichen Maßnahmen zum Objektschutz.

Aus dem Flussbett der Königsseeache im Bereich Niederalm-Rif wurden 2008 rund 30 000 m³ Sand und Kies ausgebaggert, im Winter 2009/2010 waren es nochmals 10 000 m². Diese Aktionen dienten auch dem Schutz vor Hochwasser. Angesichts der stetigen Eintiefung der regulieren Salzach war die Ausbaggerung eines Salzachzubringers aus Gründen des Hochwasserschutzes aber nicht direkt nachvollziehbar.

Um 1948 bestand am Salzachspitz in Niederalm die Schottergewinnungsanlage von Josef Klappacher.[17]

Brücken in Österreich

Nicht mehr bestehende Übergänge

  • Fußgängersteg in Niederalm

Bildergalerie

Berchtesgadener Land
An der Grenze Flachgau - Tennengau

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Quellen Bayerisches Landesamtes für Umwelt und dort im Bayerische Umweltatlas
  2. ↑ Königsseer Fußweg
  3. ↑ www.openstreetmap.org
  4. ↑ siehe AMap
  5. ↑ Siehe www.openstreetmap.org
  6. ↑ Quelle 1: Oberalm (Gewässer)#Begriffsgeschichte mit dortiger Quelle bufus.sbg.ac.at pdf, Seite 6; Quelle 2: Hofrat DI Hans Wiesenegger, Referatsleiter des Hydrographischen Dienstes des Landes Salzburg; Quelle 3: Chronik von Anif, Heinz Dopsch, Seite 60 und 61
  7. ↑ ANNO, Salzburger Zeitung, 6. August 1861, Seite 6
  8. ↑ ANNO, Reichspost, 14. August 1906, Seite 4
  9. ↑ ANNO, Salzburger Volksblatt, 1. Dezember 1936, Seite 8
  10. ↑ ANNO, Völkischer Beobachter, 12. Juli 1938, Seite 9
  11. ↑ LGBl.Nr. 23/1963
  12. ↑ Siehe SAGIS
  13. ↑ Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1864, seite 6
  14. ↑ ANNO. Der Naturfreund, 1917, Seite 4
  15. ↑ ANNO, Salzburger Zeitung, 25. Januar 1870, Seite 5
  16. ↑ ANNO, Österreichische Monatsschrift für den öffentlichen Baudienst, 1910, Seite 665
  17. ↑ ANNO, Salzburger Volkszeitung, 6. Dezember 1948, Seite 3
  18. ↑ www.openstreetmap.org