Red Bull GmbH: Unterschied zwischen den Versionen

K 2024: Linkfix
2024: ergänzt
 
(2 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
[[Datei:Red Bull Firmenzentrale Fuschl am See Herbst 2022.jpg|thumb|Red Bull Firmenzentrale Fuschl am See Herbst 2022.]]
[[Datei:Red Bull Firmensitz Fuschl am See.jpg|thumb|Die Red Bull Firmenzentrale aus der Luft im April 2021.]]
[[Datei:Red Bull Firmenzentrale in Fuschl -Panoramabild.jpg|thumb|Red Bull Firmenzentrale in [[Fuschl am See]]-Panoramabild.]]
[[Datei:RB-Zentrale in Fuschl.jpg|thumb|Red Bull-Zentrale in Fuschl am See, Brunn 1, Westansicht.]]
[[Datei:Red Bull Headquarter, Ansicht von der Scheffbaumer Höhe.jpg|thumb|Red Bull Headquarter, Ansicht von der Schöffbaum Höhe.]]
[[Datei:Doppelbild die Bullen kommen.jpg|thumb|Bullenskupturen bei der Firmenzentrale in Fuschl am See.]]
[[Datei:Doppelbild die Bullen kommen.jpg|thumb|Bullenskupturen bei der Firmenzentrale in Fuschl am See.]]
Die '''Red Bull GmbH''' mit Sitz in [[Fuschl am See]] im [[Flachgau]] wurde [[1984]] von [[Dietrich Mateschitz]] und dem thailändischen Geschäftsmann Chaleo Yovidhya († März 2012 im 89. Lebensjahr) gegründet. Heute halten sein Sohn [[Mark Mateschitz|Mark]] 49 % und die Familie Yovidhya 49 % der Firmenanteile, die restlichen zwei Prozent hielt bis Mai [[2025]] Chaleo Yovidhyas Sohn Chalerm, der in London wohnt.  
Die '''Red Bull GmbH''' wurde [[1984]] von [[Dietrich Mateschitz]] und dem thailändischen Geschäftsmann Chaleo Yovidhya († März [[2012]] im 89. Lebensjahr) gegründet. Heute halten sein Sohn [[Mark Mateschitz|Mark]] 49 % und die Familie Yovidhya 49 % der Firmenanteile, die restlichen zwei Prozent hielt bis Mai [[2025]] Chaleo Yovidhyas Sohn Chalerm, der in [[London]] wohnt.
 
== Übersicht ==
Die "Red Bull GmbH" ist im Gebäudekomplex der [[Red Bull Firmenzentrale Fuschl am See|Red Bull Firmenzentrale]] in der [[Flachgau]]er Gemeinde [[Fuschl am See]] untergebracht. Eine weitere Zentrale im [[Bundesland Salzburg]] ist die [[Red-Bull-Zentrale in Elsbethen-Glasenbach|Red-Bull-Zentrale]] in [[Glasenbach]] in der Flachgauer Gemeinde [[Elsbethen]].


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Drei Jahre nach der Firmengründung kam der [[Red Bull (Getränk)|Red Bull Energy Drink]] am [[1. April]] [[1987]] auf den österreichischen Markt, es sollte aber bis [[1994]] dauern, bevor die Marke im Ausland Fuß fasste.  
Drei Jahre nach der Firmengründung kam der [[Red Bull (Getränk)|Red Bull Energy Drink]] am [[1. April]] [[1987]] auf den österreichischen Markt, es sollte aber bis [[1994]] dauern, bevor die Marke im Ausland Fuß fasste.  


[[2006]] wurden weltweit erstmals mehr als drei Milliarden Dosen Red Bull getrunken. Damit stieg der Unternehmensumsatz des [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]]er Energydrink-Herstellers um 22,9 % auf 2,64 Milliarden Euro. Im Jahr davor war erstmals die Umsatzmarke von 2 Milliarden Euro überschritten und ein Nettogewinn von 141,5 Mill Euro ausgewiesen worden. Die Umsatzzahlen sind in der Vergangenheit regelmäßig zwischen 20 und 30 % pro Jahr gestiegen. Hauptgrund dafür sind die nach wie vor schrittweise weltweite Expansion sowie die Verkaufsentwicklung in den Märkten Osteuropa (+ 53 %), Italien (+ 48 %) oder USA (+ 27 %). Am [[1. April]] [[2008]] erhielt Red Bull auch die Zulassung in Frankreich, die Anfang [[2007]] kurzfristig abermals verweigert worden war und ist somit nun überall in Europa erhältlich.
[[2006]] wurden weltweit erstmals mehr als drei Milliarden Dosen Red Bull getrunken. Damit stieg der Unternehmensumsatz des [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]]er Energydrink-Herstellers um 22,9 % auf 2,64 Milliarden Euro. Im Jahr davor war erstmals die Umsatzmarke von 2 Milliarden Euro überschritten und ein Nettogewinn von 141,5 Mill Euro ausgewiesen worden. Die Umsatzzahlen sind in der Vergangenheit regelmäßig zwischen 20 und 30 % pro Jahr gestiegen. Hauptgrund dafür sind die nach wie vor schrittweise weltweite Expansion sowie die Verkaufsentwicklung in den Märkten Osteuropa (+ 53 %), Italien (+ 48 %) oder USA (+ 27 %). Am [[1. April]] [[2008]] erhielt Red Bull auch die Zulassung in [[Frankreich]], die Anfang [[2007]] kurzfristig abermals verweigert worden war und ist somit nun überall in Europa erhältlich.


Den Fokus weiterer Expansion legt Red Bull auf die Länder Russland, Mexiko, Japan, [[Indien]] und China. Wachstum und Investitionen werden aus dem ''Free Cash Flow'' finanziert. 2011 verdiente das Unternehmen 311,2 Mio. Euro, um fast 40 Prozent mehr als 2010. Der Kassabestand belief sich auf fast 300 Mio. Euro. Das Eigenkapital betrug 1,2 Mrd. Euro.
Den Fokus weiterer Expansion legt Red Bull auf die Länder Russland, Mexiko, Japan, [[Indien]] und China. Wachstum und Investitionen werden aus dem ''Free Cash Flow'' finanziert. 2011 verdiente das Unternehmen 311,2 Mio. Euro, um fast 40 Prozent mehr als 2010. Der Kassabestand belief sich auf fast 300 Mio. Euro. Das Eigenkapital betrug 1,2 Mrd. Euro.
Zeile 20: Zeile 18:
Red Bull beschäftigte per Ende [[2016]] 11.865 Mitarbeiter und war zu diesem Zeitpunkt in 171 Ländern erhältlich<ref name="a2017"></ref>.
Red Bull beschäftigte per Ende [[2016]] 11.865 Mitarbeiter und war zu diesem Zeitpunkt in 171 Ländern erhältlich<ref name="a2017"></ref>.


Für das Jahr [[2018]] schüttete der Konzern 329 Millionen Euro an seinen Gründer Mateschitz an Dividenden aus. Zu seiner regulären Dividende von rund 182 Millionen Euro, die aus dem im Firmenbuch eingetragenen Jahresabschluss hervorgeht, addierten sich gut 147 Millionen Euro. Diese Sonderausschüttung, die dem Magazinbericht (Wirtschaftsmagazin "trend") zufolge aus dem Gewinnvortrag entnommen wurde, wurde am [[17. Dezember]] [[2019]] - zehn Tage nach der Verlautbarung der regulären Dividende - im Firmenbuch protokolliert. Demnach flossen 147,3 Millionen Euro direkt an die zu 100 Prozent im Eigentum von Mateschitz stehende Distribution &amp; Marketing GmbH. Weitere 3,2 Millionen Euro gingen an den 2-Prozent-Eigner Chalerm Yoovidhya. Der 49-Prozent-Eigentümer TC Agrotrading, die Chalerms Bruder Saravoot Yoovidhya managt, erhielt nichts. Alle Gesellschafter seien mit dieser "alinearen Ausschüttung" einverstanden, geht laut "trend" aus dem Dokument hervor.
Für das Jahr [[2018]] schüttete der Konzern 329 Millionen Euro an seinen Gründer Mateschitz an Dividenden aus. Zu seiner regulären Dividende von rund 182 Millionen Euro, die aus dem im Firmenbuch eingetragenen Jahresabschluss hervorgeht, addierten sich gut 147 Millionen Euro. Diese Sonderausschüttung, die dem Magazinbericht (Wirtschaftsmagazin "trend") zufolge aus dem Gewinnvortrag entnommen wurde, wurde am [[17. Dezember]] [[2019]] - zehn Tage nach der Verlautbarung der regulären Dividende - im Firmenbuch protokolliert. Demnach flossen 147,3 Millionen Euro direkt an die zu 100 Prozent im Eigentum von Mateschitz stehende Distribution &amp; Marketing GmbH. Weitere 3,2 Millionen Euro gingen an den zwei-Prozent-Eigner Chalerm Yoovidhya. Der 49-Prozent-Eigentümer TC Agrotrading, die Chalerms Bruder Saravoot Yoovidhya managt, erhielt nichts. Alle Gesellschafter seien mit dieser "alinearen Ausschüttung" einverstanden, geht laut "trend" aus dem Dokument hervor.


Red Bull steigerte seinen Nettogewinn 2018 laut "Wirtschafts-Compass" um mehr als ein Drittel auf 741 Millionen Euro. Die Hälfte davon wird traditionell an die Eigentümer ausgeschüttet. Diesmal gab es für Red-Bull-Chef Mateschitz eine "Weihnachtsdividende". Über Spannungen zwischen den Eigentümern wegen der Gewinnverteilung sei oft spekuliert worden, schreibt der "trend". In der Distribution & Marketing GmbH findet sich dem Magazin zufolge per Ende 2018 ein Bilanzgewinn von mehr als zwei Milliarden Euro.<ref>{{Quelle SN|10. Jänner 2020}}</ref>
Red Bull steigerte seinen Nettogewinn 2018 laut "Wirtschafts-Compass" um mehr als ein Drittel auf 741 Millionen Euro. Die Hälfte davon wird traditionell an die Eigentümer ausgeschüttet. Diesmal gab es für Red-Bull-Chef Mateschitz eine "Weihnachtsdividende". Über Spannungen zwischen den Eigentümern wegen der Gewinnverteilung sei oft spekuliert worden, schreibt der "trend". In der Distribution & Marketing GmbH findet sich dem Magazin zufolge per Ende 2018 ein Bilanzgewinn von mehr als zwei Milliarden Euro.<ref>{{Quelle SN|10. Jänner 2020}}</ref>
Zeile 49: Zeile 47:


Der Umsatz mit der Dose sprang 2023 erstmals über zehn Mrd. Euro, die Gewinne verharren jenseits von zwei Mrd. Euro. Das spricht für die Konzernspitze. Speziell der für das Dosengeschäft zuständige Franz Watzlawick gilt als bestens mit den Thailändern abgestimmt. Für Unruhe in Fuschl sorgt, dass die Dosenverkäufe in Österreich derzeit fünf Prozent unter Plan liegen. Die Umsätze seien zwar weiter "mörderisch hoch", so ein Mitarbeiter. Unter Plan zu liegen, kann Red Bull aktuell aber nicht brauchen (siehe [[Red Bull Racing#Unruhe im Rennstall]]).  Im März kam ein Abgesandter des thailändischen Konzerns in der Salzburger Zentrale. Er habe Fuschl und die [[Red-Bull-Zentrale in Elsbethen-Glasenbach]] besucht, sich unter anderem in der HR-Abteilung (Personal) aufgehalten und einen Überblick verschafft. Mark Mateschitz und die Geschäftsführer lehnten Interviewanfragen zum wiederholten Mal ab. Es widerspreche "unserer Philosophie", Internes zu kommentieren oder Einzelne ins Rampenlicht zu rücken, so eine Sprecherin. Ein alter Wegbegleiter erinnert daran, dass sich Mateschitz zwar rarmachte, das Handeln von Red Bull aber regelmäßig öffentlich erklärte. Für ein Aussitzen der Konflikte sei es zu spät.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/london-connection-machtgefuege-red-bull-155904304 www.sn.at], 29. März 2024: "Wackelt Mintzlaff bei Red Bull? "London-Connection" rüttelt am Machtgefüge der Salzburger Zentrale"</ref>
Der Umsatz mit der Dose sprang 2023 erstmals über zehn Mrd. Euro, die Gewinne verharren jenseits von zwei Mrd. Euro. Das spricht für die Konzernspitze. Speziell der für das Dosengeschäft zuständige Franz Watzlawick gilt als bestens mit den Thailändern abgestimmt. Für Unruhe in Fuschl sorgt, dass die Dosenverkäufe in Österreich derzeit fünf Prozent unter Plan liegen. Die Umsätze seien zwar weiter "mörderisch hoch", so ein Mitarbeiter. Unter Plan zu liegen, kann Red Bull aktuell aber nicht brauchen (siehe [[Red Bull Racing#Unruhe im Rennstall]]).  Im März kam ein Abgesandter des thailändischen Konzerns in der Salzburger Zentrale. Er habe Fuschl und die [[Red-Bull-Zentrale in Elsbethen-Glasenbach]] besucht, sich unter anderem in der HR-Abteilung (Personal) aufgehalten und einen Überblick verschafft. Mark Mateschitz und die Geschäftsführer lehnten Interviewanfragen zum wiederholten Mal ab. Es widerspreche "unserer Philosophie", Internes zu kommentieren oder Einzelne ins Rampenlicht zu rücken, so eine Sprecherin. Ein alter Wegbegleiter erinnert daran, dass sich Mateschitz zwar rarmachte, das Handeln von Red Bull aber regelmäßig öffentlich erklärte. Für ein Aussitzen der Konflikte sei es zu spät.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/london-connection-machtgefuege-red-bull-155904304 www.sn.at], 29. März 2024: "Wackelt Mintzlaff bei Red Bull? "London-Connection" rüttelt am Machtgefüge der Salzburger Zentrale"</ref>
Der Umsatz des Salzburger Energydrinkherstellers stieg 2024 laut dem Wirtschaftsmagazin "trend" von 6,85 auf 6,99 Mrd. Euro. Der Jahresüberschuss erhöhte sich um 2,5 Prozent von 1,61 auf 1,65 Mrd. Euro. Das Finanzergebnis ging um 102 Mill. Euro auf 267,3 Mill. Euro zurück - ein Minus von 38 Prozent. Laut Lagebericht ist dies "im Wesentlichen auf geringere Ausschüttungen von Tochtergesellschaften" zurückzuführen. "trend" verweist in diesem Zusammenhang auch auf Millionenverluste der gemeinsamen [[VAN DEER-Red Bull Sports Equipment GmbH|Skifirma von Red Bull und Marcel Hirscher]]. Die reguläre Dividende, traditionell 50 Prozent des Jahresüberschusses, beläuft sich auf 822,8 Mill. Euro. Hinzu kommt eine Sonderausschüttung von 500 Mill. Euro, womit die Gesamtdividende auf 1,32 Mrd. Euro steigt. Davon entfallen 647 Mill. Euro auf Red-Bull-Erben Mark Mateschitz, der 49 Prozent am Unternehmen hält. Auch der Zwei-Prozent-Miteigentümer Fides Trustees in der Schweiz erhält eine Sonderzahlung von 3,17 Mill. Euro.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/hirschers-skifirma-van-deer-gewinn-red-bull-rekorddividende-mark-mateschitz-185301289 www.sn.at], 2. Oktober 2025</ref>
==== Konzerndaten 2024 ====
Einer späteren Meldung (6. Dezember 2025) sind folgende Daten für 2024 zu entnehmen: Rekordumsatz (11,2 Milliarden Euro), Rekordgewinn (2,446 Milliarden Euro) – und für die Eigentümer besonders lukrativ:  Rekorddividende. Mark Mateschitz persönlich darf sich über seine bisher höchste Jahresdividende freuen: Red Bull überwies dem 49-Prozent-Teilhaber wie auch dem thailändischen Mehrheitsgesellschafter Yoovidyha jeweils rund 650 Millionen Euro als Gewinnausschüttung, eine der höchsten Dividenden in der Red-Bull-Geschichte. Die dafür fällige Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent zahlte ebenfalls der Konzern. Was die Steuerlast in Mateschitz’ Beteiligungsimperium D&M, das neuerdings Bilanzgewinne von um die sechs Milliarden Euro ausweist, übrigens erheblich dämpft. 2024 weist die D&M-Konzernbilanz Steuern auf Einkommen und Erträge von 15,9 Millionen Euro aus. Ein Jahr davor waren es gar nur 1,7 Millionen Euro. Was auch damit zusammenhängt, dass der überwiegende Teil der riesigen Erträge im Unternehmen bleibt – und nicht entnommen wird. Dafür überwies Red Bull im Vorjahr allein für Steuern auf Einkommen 615 Millionen Euro an den österreichischen Fiskus.<ref>[https://www.sn.at/panorama/oesterreich/mark-mateschitz-rekordzahlung-red-bull-beteiligungsreich-steuern-188857192 sn.at], 6. Dezember 2025</ref>


==== 2025: Chalerm Yoovidhya hat seinen Zweiprozentanteil an Red Bull an eine Genfer Treuhandgesellschaft übergeben ====
==== 2025: Chalerm Yoovidhya hat seinen Zweiprozentanteil an Red Bull an eine Genfer Treuhandgesellschaft übergeben ====
Zeile 285: Zeile 288:
* World Rallye und Rallycross Promoter
* World Rallye und Rallycross Promoter


==Weblinks==
{{Homepage|https://www.redbull.com/at-de/}}
== Quellen ==
== Quellen ==
* {{wikipedia-de}}
* {{wikipedia-de}}
* ursprünglich im Artikel "Red Bull" und dortige Quellen
* ursprünglich im Artikel "Red Bull" und dortige Quellen
* Homepage
{{Homepage|https://www.redbull.com/at-de/}}
==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references/>
<references/>