Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft m.b.H.''' (gswb) ist ein Wohnbauunternehmen mit Firmensitz in der [[Stadt Salzburg]]. | Die '''Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft m.b.H.''' (gswb) ist ein Wohnbauunternehmen mit Firmensitz in der [[Stadt Salzburg]]. | ||
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| − | Die Gesellschaft steht je zur Hälfte im Anteilseigentum des [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Landes Salzburg]] und der [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadtgemeinde Salzburg]]. | + | Die Gesellschaft steht je zur Hälfte im Anteilseigentum des [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Landes Salzburg]] und der [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadtgemeinde Salzburg]]. |
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| − | Die gswb errichtet im gesamten [[Bundesland Salzburg]] Miet-, Mietkauf- und Eigentumswohnungen, Heime für Senioren, Schüler und Studenten, Kindergärten, Gemeindeämter sowie Gebäude mit spezieller Nutzung für die öffentliche Hand und Körperschaften. Die gswb ist in mehr als 60 [[Salzburger Gemeinden]] vertreten. Mit | + | Die gswb errichtet im gesamten [[Bundesland Salzburg]] Miet-, Mietkauf- und Eigentumswohnungen, Heime für Senioren, Schüler und Studenten, Kindergärten, Gemeindeämter sowie Gebäude mit spezieller Nutzung für die öffentliche Hand und Körperschaften. Die gswb ist in mehr als 60 [[Salzburger Gemeinden]] vertreten. Mit mehr als 43 000 Verwaltungseinheiten (davon [2021] über 24 700 Wohnungen) ist die gswb Salzburgs größte gemeinnützige Wohnbauvereinigung. |
| − | + | Das Bauvolumen betrug im Jahr 2024 rund 111 Millionen Euro, die Bilanzsumme belief sich zum Jahresende auf über 1,23 Milliarden Euro. <br> | |
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Die gswb ist der größte Betreiber von [[Photovoltaik|Solaranlagen]] im Bundesland Salzburg und hat auf den Dächern ihrer Wohnanlagen Kollektorflächen von rund 16 000 Quadratmeter und Photovoltaikmodule im Ausmaß von rund 600 Quadratmeter montiert. Der jährliche Solarertrag liegt bei über 4,2 Millionen Kilowattstunden. Durch diese umweltschonende Art der Energiegewinnung können pro Jahr fast 1,7 Millionen kg an CO<sub>2</sub> und mehr als 500 000 Liter Heizöl eingespart werden. | Die gswb ist der größte Betreiber von [[Photovoltaik|Solaranlagen]] im Bundesland Salzburg und hat auf den Dächern ihrer Wohnanlagen Kollektorflächen von rund 16 000 Quadratmeter und Photovoltaikmodule im Ausmaß von rund 600 Quadratmeter montiert. Der jährliche Solarertrag liegt bei über 4,2 Millionen Kilowattstunden. Durch diese umweltschonende Art der Energiegewinnung können pro Jahr fast 1,7 Millionen kg an CO<sub>2</sub> und mehr als 500 000 Liter Heizöl eingespart werden. | ||
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Die gswb wurde bereits mehrfach für ihr Engagement im Bereich erneuerbare Energie und Architektur ausgezeichnet. | Die gswb wurde bereits mehrfach für ihr Engagement im Bereich erneuerbare Energie und Architektur ausgezeichnet. | ||
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Architekturpreise, die der gswb verliehen wurden: | Architekturpreise, die der gswb verliehen wurden: | ||
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* 2008: Anerkennungspreis für die gswb-Wohnanlage "Lanserwiese" in der Stadt Salzburg | * 2008: Anerkennungspreis für die gswb-Wohnanlage "Lanserwiese" in der Stadt Salzburg | ||
* 2020: ''German Design Award'' für das [[Quartier Riedenburg]] | * 2020: ''German Design Award'' für das [[Quartier Riedenburg]] | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
| − | + | === Gründungsgeschichte === | |
| − | + | Im [[Reich#Deutsches ReichDeutschen Reich]] wurden nach der [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] Machtergreifung im Mai 1933 die gewerkschaftseigenen Wohnungsunternehmen enteignet und der Deutschen Arbeitsfront unterstellt, die die einzelnen Unternehmen im Jahr [[1939]] jeweils in "[[Neue Heimat]]" umbenannte.<ref name="Wikipedia">[https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Heimat Wikipedia-Artikel "Neue Heimat"]</ref><ref> Zum Folgenden siehe auch den Artikel "[[Neue Heimat]]".</ref> | |
| − | == Geschäftsführer == | + | |
| + | Nach dem [[Anschluss]] [[Österreich]]s ([[1938]]) wurden solche Unternehmen auch Österreich gegründet, in Salzburg am [[27. Oktober]] [[1939]] (dieser Tag wird als Gründungsdatum der gswb betrachtet); die damals erdrückende Wohnungsnot war ausschlaggebend für diesen Schritt.<ref name="SN1989">[[Salzburger Nachrichten]], 15. Dezember 1989, Wohnrecht in Salzburg, [https://www.sn.at/archivsn?img=vVlJgH5%2B43qSHXGmw284jzCIfZ3i57iwecR%2Bh%2BVcrRP2YjKfdcF9T44O5ExLQUVH7VdglI19pWWVGayDUZzsR9EQx2aM3RJTxZfoP5f43GKr%2BFs23iGwvOrGVpJCTHOe&id1=19891215_29&q=%2522Engelbert%2520Fischer%2522#slide29 S. III (SN-Archivseite)]: Die GSWВ kann zum 50. Geburtstag eine beachtliche Bilanz ziehen: Wohnraum für 50.000 Menschen gebaut</ref> | ||
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| + | In Österreich wurden die Neue-Heimat-Unternehmen nach dem Ende des [[Zweiten Weltkrieg]]s als sogenanntes "Deutsches Eigentum" von den Besatzungsmächten beschlagnahmt und im Staatsvertrag von [[1955]] der Republik Österreich zugesprochen.<ref name="neueheimattirol">Für Tirol (aber verallgemeinerbar): Neue Heimat Tirol: [http://www.neueheimattirol.at/artikel/10014/geschichte.aspx Ein Stück Tiroler Zeitgeschichte]</ref> Am 11. April 1949 wurde anlässlich einer Generalversammlung in Wien die „Neue Heimat“ zu einer österreichischen Gesellschaft mit der Republik Österreich als einziger Gesellschafterin erklärt..<ref name="SN1989/> In den [[1960er]]-Jahren wurden die Neue-Heimat-Unternehmen nach und nach veräußert, als Erwerber traten Länder und Großstädte auf.<ref name="neueheimattirol"/> Eines dieser Unternehmen war die "Neue Heimat", Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft in Salzburg, Gesellschaft mit beschränkter Haftung (kurz: Neue Heimat Salzburg), mit Sitz in Salzburg, [[Siebenstädterstraße]] 23.<ref> Bundesgesetz vom 27. Juni 1962, betreffend Veräußerung der Geschäftsanteile der Firma "Neue Heimat", Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft in Salzburg, Gesellschaft mit beschränkter Haftung (kurz: Neue Heimat Salzburg), mit Sitz in Salzburg, [[Siebenstädterstraße]] 23, [https://ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblPdf/1962_170_0/1962_170_0.pdf BGBl. Nr. 170/1962]</ref> Im Juni [[1964]] erfolgte die Fusionierung der Neuen Heimat Salzburg mit der seinerzeitigen Salzburger Wohnsiedlungsgesellschaft zur Gemeinnützigen Salzburger Wohnbaugesellschaft m.b.H.<ref name="SN1989/> Seit diesem Zeitpunkt sind das Land Salzburg und die Stadtgemeinde Salzburg je zur Hälfte Eigentümer dieses Unternehmens.<ref name="SN1989/> | ||
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| + | === Geschichte der Geschäftstätigkeit === | ||
| + | Ein besonderer Wohnbaubedarf entstand im kurz vor der Gründung der Neuen Heimat Salzburg begonnenen [[Zweiten Weltkrieg]] durch die Umsiedlung außerhalb der Reichsgrenzen lebender deutschsprachiger Volksgruppen, die zumindest vorübergehend in neuen Siedlungen untergebracht wurden. Die erste dieser Gruppen waren [[Südtiroler]], die in [[Südtiroler-Siedlung]]en einzogen<ref>Vgl. die Artikel [[Südtiroler-Siedlung]] und [[Volksdeutsche]]</ref>. Trotz aller Schwierigkeiten, die in den Kriegsjahren überwunden werden mussten – es fehlte sowohl an Arbeitskräften als auch an Baumaterial – konnte die „Neue Heimat“ bis 1945 185 Häuser mit 855 Wohnungen errichten.<ref name="SN1989/> | ||
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| + | Nach dem Kriegsende stieg der Wohnbaubedarf durch die vom [[Bomben auf Salzburg|Bombenkrieg]] hinterlassenen Zerstörungen und den Zustrom von Flüchtlingen und [[Volksdeutsche|Vertriebenen]] an; die rasche Wiederherstellung zerstörten Wohnraumes, die Bewältigung der Barackenabsiedlungsprogramme und schließlich die Errichtung zusätzlicher Wohnobjekte zu günstigen Bedingungen waren vorrangige Zielsetzungen des Wohnbaus<ref name="neueheimattirol"/>. | ||
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| + | Im Jahr [[1964]] verfügte die gswb über 5366 Verwaltungseinheiten – eine Zahl die sich bis zum Jahr [[1984]] auf 15 809Verwaltungseinheiten verdreifachte; im Jahr 1984 betrug die Bilanzsumme 579 Mio., im Jahr 1984 4 299 Mio. [[Schilling]].<ref>Salzburger Nachrichten, 17. Juli 1985, [https://www.sn.at/archivsn?img=RltN8PC6rIyB0QORHWD6cCPi8ilMhQe8mFEEX03UOcBWHzPDJ9ShaL1NhdVQ82AzReHvQNegnnWz8%2Bg%2F1PNz4opxMEsyE208ZfE5r%2BVWQzV011gzM7CqGdzu0cg%2FUgW%2F&id1=19850716_20&q=Gesch%25C3%25A4ftsf%25C3%25BChrer%2520GSWВ%2520#slide20 S. 6 (SN-Archivseite)]: Ruhestand</ref> | ||
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| + | Die betriebswirtschaftliche Kennzahlen zeigen folgende jüngere Entwicklung zum jeweiligen Jahresende:<ref>Laut Vorversionen dieses Artikels für 2006 bis 2020 und teilweise 2021 – <br>2006: [https://www.sn.at/wiki/index.php?title=Gemeinn%C3%BCtzige_Salzburger_Wohnbaugesellschaft&oldid=38718 Version vom 12. Oktober 2007], 2008: [https://www.sn.at/wiki/index.php?title=Gemeinnützige_Salzburger_Wohnbaugesellschaft&type=revision&diff=181469&oldid=38718 Version vom 24. Dezember 2010], 2010: [https://www.sn.at/wiki/index.php?title=Gemeinnützige_Salzburger_Wohnbaugesellschaft&type=revision&diff=191870&oldid=181469 Version vom 23. Februar 2011], 2014: [https://www.sn.at/wiki/index.php?title=Gemeinnützige_Salzburger_Wohnbaugesellschaft&type=revision&diff=369529&oldid=280959 Version vom 27. Juli 2015], 2016: [https://www.sn.at/wiki/index.php?title=Gemeinnützige_Salzburger_Wohnbaugesellschaft&type=revision&diff=456523&oldid=280959 Version vom 24. Oktober 2016], 2017: [https://www.sn.at/wiki/index.php?title=Gemeinnützige_Salzburger_Wohnbaugesellschaft&type=revision&diff=779742&oldid=540549 Version vom 9. Oktober 2018], 2018: [https://www.sn.at/wiki/index.php?title=Gemeinnützige_Salzburger_Wohnbaugesellschaft&type=revision&diff=1162504&oldid=779742 Version vom 13. August 2019], 2019: [https://www.sn.at/wiki/index.php?title=Gemeinnützige_Salzburger_Wohnbaugesellschaft&type=revision&diff=1499446&oldid=1162504 Version vom 2. September 2020 (lt mail 2.9.2020)], 2020: [https://www.sn.at/wiki/index.php?title=Gemeinnützige_Salzburger_Wohnbaugesellschaft&type=revision&diff=1815548&oldid=1797586 Version vom 12. Oktober 2021 (aktualisiert lt mail)], 2021: [https://www.sn.at/wiki/index.php?title=Gemeinnützige_Salzburger_Wohnbaugesellschaft&type=revision&diff=1986955&oldid=1815548 Version vom 1. September 2022] –, <br>sonst ab 2021 die jeweilige Fassung de Website der gswb: Für 2023: [https://web.archive.org/web/20241210124131/https://www.gswb.at/ueber-uns/ Stand Februar 2024], für 2024: [https://www.gswb.at/ueber-uns/ Stand September 2025]</ref> | ||
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Version vom 14. Oktober 2025, 07:54 Uhr
Die Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft m.b.H. (gswb) ist ein Wohnbauunternehmen mit Firmensitz in der Stadt Salzburg.
Eigentumsverhältnisse
Die Gesellschaft steht je zur Hälfte im Anteilseigentum des Landes Salzburg und der Stadtgemeinde Salzburg.
Aufgabe
Die gswb errichtet im gesamten Bundesland Salzburg Miet-, Mietkauf- und Eigentumswohnungen, Heime für Senioren, Schüler und Studenten, Kindergärten, Gemeindeämter sowie Gebäude mit spezieller Nutzung für die öffentliche Hand und Körperschaften. Die gswb ist in mehr als 60 Salzburger Gemeinden vertreten. Mit mehr als 43 000 Verwaltungseinheiten (davon [2021] über 24 700 Wohnungen) ist die gswb Salzburgs größte gemeinnützige Wohnbauvereinigung.
Das Bauvolumen betrug im Jahr 2024 rund 111 Millionen Euro, die Bilanzsumme belief sich zum Jahresende auf über 1,23 Milliarden Euro.
Die gswb ist der größte Betreiber von Solaranlagen im Bundesland Salzburg und hat auf den Dächern ihrer Wohnanlagen Kollektorflächen von rund 16 000 Quadratmeter und Photovoltaikmodule im Ausmaß von rund 600 Quadratmeter montiert. Der jährliche Solarertrag liegt bei über 4,2 Millionen Kilowattstunden. Durch diese umweltschonende Art der Energiegewinnung können pro Jahr fast 1,7 Millionen kg an CO2 und mehr als 500 000 Liter Heizöl eingespart werden.
Auszeichnungen
Die gswb wurde bereits mehrfach für ihr Engagement im Bereich erneuerbare Energie und Architektur ausgezeichnet.
Energiepreise, die der gswb verliehen wurden:
- 2001: Österreichischer Solarpreis
- 2002: Energiepreis des Landes Salzburg und Energy Globe Award
- 2004: Energiepreis des Landes Salzburg
- 2004: Nominierung zur "schönsten Solaranlage Österreichs"
- 2004: Landesarchitekturpreis Salzburg
- 2005: Energiepreis des Landes Salzburg in den Kategorien "Sanierung", "Nicht-Wohngebäude" und ein Sonderpreis für den Leiter der Haustechnik Helmut Meisl
- 2007: Energy Globe Award für die Passivwohnhausanlage Franz-Ofner-Straße in der Stadt Salzburg
- 2007: Energy Globe Award für die Sanierung der Wohnhausanlage "Plainstraße II" in Salzburg
- 2008: Nominierung für den Österreichischen Klimaschutzpreis
- 2009: Energy Globe Award in der Kategorie Feuer für die Wohnanlage Engelbert-Weiß-Weg)
- 2009: Nominierung für den Österreichischen Klimaschutzpreis
- 2010: Energy Globe Award für die Kategorie Luft für die Wohnanlage Aribonenstraße
- 2010: Nominierung für den Österreichischen Klimaschutzpreis
- 2015: VCÖ-Mobilitätspreis Österreich in der Kategorie "Wohnumfeld, Siedlungsentwicklung & Mobilität"
- 2015: VCÖ-Mobilitätspreis Salzburg
- 2020: MARKET Quality Award "gswb zählt zu den besten Arbeitgebern 2020"
Architekturpreise, die der gswb verliehen wurden:
- 2004: Architekturpreis des Landes Salzburg: Anerkennungspreis für die gswb-Wohnanlage "Gartenstadt Aigen" in der Stadt Salzburg
- 2008: Anerkennungspreis für die gswb-Wohnanlage "Lanserwiese" in der Stadt Salzburg
- 2020: German Design Award für das Quartier Riedenburg
Geschichte
Gründungsgeschichte
Im Reich#Deutsches ReichDeutschen Reich wurden nach der nationalsozialistischen Machtergreifung im Mai 1933 die gewerkschaftseigenen Wohnungsunternehmen enteignet und der Deutschen Arbeitsfront unterstellt, die die einzelnen Unternehmen im Jahr 1939 jeweils in "Neue Heimat" umbenannte.[1][2]
Nach dem Anschluss Österreichs (1938) wurden solche Unternehmen auch Österreich gegründet, in Salzburg am 27. Oktober 1939 (dieser Tag wird als Gründungsdatum der gswb betrachtet); die damals erdrückende Wohnungsnot war ausschlaggebend für diesen Schritt.[3]
In Österreich wurden die Neue-Heimat-Unternehmen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als sogenanntes "Deutsches Eigentum" von den Besatzungsmächten beschlagnahmt und im Staatsvertrag von 1955 der Republik Österreich zugesprochen.[4] Am 11. April 1949 wurde anlässlich einer Generalversammlung in Wien die „Neue Heimat“ zu einer österreichischen Gesellschaft mit der Republik Österreich als einziger Gesellschafterin erklärt..[3] In den 1960er-Jahren wurden die Neue-Heimat-Unternehmen nach und nach veräußert, als Erwerber traten Länder und Großstädte auf.[4] Eines dieser Unternehmen war die "Neue Heimat", Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft in Salzburg, Gesellschaft mit beschränkter Haftung (kurz: Neue Heimat Salzburg), mit Sitz in Salzburg, Siebenstädterstraße 23.[5] Im Juni 1964 erfolgte die Fusionierung der Neuen Heimat Salzburg mit der seinerzeitigen Salzburger Wohnsiedlungsgesellschaft zur Gemeinnützigen Salzburger Wohnbaugesellschaft m.b.H.[3] Seit diesem Zeitpunkt sind das Land Salzburg und die Stadtgemeinde Salzburg je zur Hälfte Eigentümer dieses Unternehmens.[3]
Geschichte der Geschäftstätigkeit
Ein besonderer Wohnbaubedarf entstand im kurz vor der Gründung der Neuen Heimat Salzburg begonnenen Zweiten Weltkrieg durch die Umsiedlung außerhalb der Reichsgrenzen lebender deutschsprachiger Volksgruppen, die zumindest vorübergehend in neuen Siedlungen untergebracht wurden. Die erste dieser Gruppen waren Südtiroler, die in Südtiroler-Siedlungen einzogen[6]. Trotz aller Schwierigkeiten, die in den Kriegsjahren überwunden werden mussten – es fehlte sowohl an Arbeitskräften als auch an Baumaterial – konnte die „Neue Heimat“ bis 1945 185 Häuser mit 855 Wohnungen errichten.[3]
Nach dem Kriegsende stieg der Wohnbaubedarf durch die vom Bombenkrieg hinterlassenen Zerstörungen und den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen an; die rasche Wiederherstellung zerstörten Wohnraumes, die Bewältigung der Barackenabsiedlungsprogramme und schließlich die Errichtung zusätzlicher Wohnobjekte zu günstigen Bedingungen waren vorrangige Zielsetzungen des Wohnbaus[4].
Im Jahr 1964 verfügte die gswb über 5366 Verwaltungseinheiten – eine Zahl die sich bis zum Jahr 1984 auf 15 809Verwaltungseinheiten verdreifachte; im Jahr 1984 betrug die Bilanzsumme 579 Mio., im Jahr 1984 4 299 Mio. Schilling.[7]
Die betriebswirtschaftliche Kennzahlen zeigen folgende jüngere Entwicklung zum jeweiligen Jahresende:[8]
| Entwicklung der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen seit 2006 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Verwaltungseinheiten | Bilanzsumme in Mrd. Euro |
Bauvolumen in Mio. Euro |
Mitarbeiter | |
| davon Wohnungen | |||||
| 2006 | rd. 32.000 | 0,65 | 64 | ||
| 2008 | rd. 34.000 | 0,72 | 68 | ||
| 2010 | > 34.000 | 0,72 | 75 | ||
| 2014 | > 38.400 | 0,97 | 82,8 | ||
| 2016 | > 39.400 | 1,01 | 82,4 | ||
| 2017 | > 40.000 | > 24.000 | 1,11 | 81 | |
| 2018 | > 40.800 | > 24.400 | 1,13 | 77 | |
| 2019 | > 41.300 | > 24.600 | 1,14 | 70 | |
| 2020 | > 41.600 | > 24.700 | 1,15 | 79 | |
| 2021 | 41.846 | > 24.700 | 1,15 | 67 | 188 |
| 2023 | 42.781 | 1,20 | 90 | 172 | |
111.664 Euro an Gewinn, der sich für die Anteilseigner Stadt und Land 2023 ergab, wurden nicht ausgeschüttet. Das Geld soll der Bewohnerzufriedenheit dienen.[9]
Geschäftsführer
Geschäftsführer der Gesellschaft waren bisher:
- Kaufmännische Geschäftsführer:
- 1964–1985: Friedrich Lauer
- 1985–1996: Engelbert Fischer
- 1996–2003: Hubert Mitter
- 2003–2020: Christian Wintersteller
- Technische Geschäftsführer:
- 1966–1983: Helmut Till
- 1984–2003?: Ing. Franz Wollner
- 2003–2010: Leonhard Santner
- 2010–2020: Bernhard Kopf
- Alleingeschäftsführer:
- 2020–2024: Peter Rassaerts
- seit 2024: Ferdinand Hochleitner
Kontakt
- Ignaz-Harrer-Straße 84
- 5020 Salzburg
- Telefon: (06 62) 2010
Quelle, Weblink
Einzelnachweise
- ↑ Wikipedia-Artikel "Neue Heimat"
- ↑ Zum Folgenden siehe auch den Artikel "Neue Heimat".
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Salzburger Nachrichten, 15. Dezember 1989, Wohnrecht in Salzburg, S. III (SN-Archivseite): Die GSWВ kann zum 50. Geburtstag eine beachtliche Bilanz ziehen: Wohnraum für 50.000 Menschen gebaut
- ↑ 4,0 4,1 4,2 Für Tirol (aber verallgemeinerbar): Neue Heimat Tirol: Ein Stück Tiroler Zeitgeschichte
- ↑ Bundesgesetz vom 27. Juni 1962, betreffend Veräußerung der Geschäftsanteile der Firma "Neue Heimat", Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft in Salzburg, Gesellschaft mit beschränkter Haftung (kurz: Neue Heimat Salzburg), mit Sitz in Salzburg, Siebenstädterstraße 23, BGBl. Nr. 170/1962
- ↑ Vgl. die Artikel Südtiroler-Siedlung und Volksdeutsche
- ↑ Salzburger Nachrichten, 17. Juli 1985, S. 6 (SN-Archivseite): Ruhestand
- ↑ Laut Vorversionen dieses Artikels für 2006 bis 2020 und teilweise 2021 –
2006: Version vom 12. Oktober 2007, 2008: Version vom 24. Dezember 2010, 2010: Version vom 23. Februar 2011, 2014: Version vom 27. Juli 2015, 2016: Version vom 24. Oktober 2016, 2017: Version vom 9. Oktober 2018, 2018: Version vom 13. August 2019, 2019: Version vom 2. September 2020 (lt mail 2.9.2020), 2020: Version vom 12. Oktober 2021 (aktualisiert lt mail), 2021: Version vom 1. September 2022 –,
sonst ab 2021 die jeweilige Fassung de Website der gswb: Für 2023: Stand Februar 2024, für 2024: Stand September 2025 - ↑ www.sn.at, 1. August 2024: Scheidender GSWВ-Chef erhält Bonuszahlung (Marco Riebler)