Höllbräu: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Altstadt Rudolfskai Höllbräu Dom Risch-Lau.jpg|thumb|Rechts vorne unten, am [[Rudolfskai]], erkennt man eine überdachte Terrasse: die Höllbräu Speise-Terrasse. Aufnahme [[1950er]]- oder [[1960er]]-Jahre.]]
 
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Das '''Höllbräu''' war eines der ältesten Gaststättenbetriebe der [[Salzburg]]er [[Altstadt]] an der [[Judengasse]]. Heute ist darin ein fünf-Sterne-Hotel untergebracht, aktuell (Februar 2016) mit dem Namen [[Hotel Altstadt Radisson Blu]].  
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[[Datei:Höllbräu Fratze Judengasse Salzburg.jpg|thumb|Fratze über dem Eingang in das ehemalige Höllbräu.]] 
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Das '''Höllbräu''' war eines der ältesten Gaststättenbetriebe der [[Salzburger Altstadt]] an der [[Judengasse]]. Heute ist darin ein fünf-Sterne-Hotel untergebracht, aktuell (Februar 2016) mit dem Namen [[Hotel Altstadt Radisson Blu]].  
  
 
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Zu den Besitzern gehörten vom späten [[18. Jahrhundert|18.]] bis zum frühen [[20. Jahrhundert|20.]] Jahrhundert die Familien [[Elixhauser]], [[Franziska Kobler|Kobler]] und [[Schrems]]:
 
Zu den Besitzern gehörten vom späten [[18. Jahrhundert|18.]] bis zum frühen [[20. Jahrhundert|20.]] Jahrhundert die Familien [[Elixhauser]], [[Franziska Kobler|Kobler]] und [[Schrems]]:
* [[Johann Ambros Elixhauser]] (* 1736/1737; † [[1793]]) war [[Bierbrauer]] am [[Stiegl]]; er kaufte im Jahre [[1788]] das Höllbräu und übergab es [[1791]] seinem Sohn Franz de Paul Elixhauser (* [[1764]]; † 1793/1797).<ref>Artikel [[Johann Ambros Elixhauser]] samt dort ersichtlichem Grabmal; Artikel [[Franziska Kobler]] unter Verweis auf den „Uebergabe Vertrag“ vom [[10. Oktober]] [[1791]] von Johann Ambrosius Elixhauser, „Stiegl Brauer“, an den Sohn Franz Elixhauser, und auf [[Erich Marx]] (Hg.), ''Das »Höllbräu« zu Salzburg. Geschichte eines Braugasthofes'', Salzburg 1992, S.&nbsp;183 und passim; [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]; [[Robert Hoffmann (Historiker)|Hoffmann, Robert]]: ''Geschichte der Stadt Salzburg'', Salzburg 1996, S.&nbsp;189.</ref>
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* [[Johann Ambros Elixhauser]] (* 1737; † [[1793]]) war [[Bierbrauer]] am [[Stiegl]]; er kaufte im Jahre [[1788]] das Höllbräu und übergab es [[1791]] seinem Sohn [[Franz de Paula Elixhauser]] (* [[1764]]; † 1793).<ref>Artikel [[Johann Ambros Elixhauser]] samt dort ersichtlichem Grabmal; Artikel [[Franziska Kobler]] unter Verweis auf den "Uebergabe Vertrag" vom [[10. Oktober]] [[1791]] von Johann Ambrosius Elixhauser, "Stiegl Brauer", an den Sohn [[Franz de Paula Elixhauser]], und auf [[Erich Marx]] (Hg.), ''Das »Höllbräu« zu Salzburg. Geschichte eines Braugasthofes'', Salzburg 1992, S.&nbsp;183 und passim; [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]; [[Robert Hoffmann (Historiker)|Hoffmann, Robert]]: ''Geschichte der Stadt Salzburg'', Salzburg 1996, S.&nbsp;189.</ref>
* Dessen Witwe Franziska Elixhauser, geborene Hofmann (* [[13. September]] [[1762]] in der Stadt Salzburg; † [[17. April]] [[1837]] ebenda) heiratete [[1794]] [[Seraphin Kobler]].<ref name="Bierwanderung"/> Kobler (* [[1770]]; † [[1841]]) aus Raab im [[Innviertel]] stammend, übernahm das Höllbräu; 1794 wird er „angehender Höllbräuer“ genannt, [[1796]] „bürgerlicher [[Bierbrauer]] in der Höll“.
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* Dessen Witwe Franziska Elixhauser, geborene Hofmann (* [[13. September]] [[1762]] in der Stadt Salzburg; † [[17. April]] [[1837]] ebenda) heiratete [[1794]] [[Seraphin Kobler]].<ref name="Bierwanderung"/> Kobler (* [[1770]]; † [[1841]]) aus Raab im [[Innviertel]] stammend, übernahm das Höllbräu; 1794 wird er "angehender Höllbräuer" genannt, [[1796]] "bürgerlicher [[Bierbrauer]] in der Höll". Nach ihm ist die Tochter [[Franziska Kobler]] (* 1796; † 1886) Besitzerin des Gasthauses.
 
* Im Jahr [[1871]] kauften der Braumeister [[Engelbert Schrems]] (* [[1827]]; † [[1892]]) und dessen Ehefrau Anna Maria (* [[1848]]; † [[1932]]) das Höllbräu. Dieses ging im Jahr [[1902]] auf den Sohn [[Josef Schrems|Josef]] (*  [[1875]]; † [[1929]]) über.<ref>Artikel [[Schrems]] und ''Presseunterlagen'' (wie oben).</ref>
 
* Im Jahr [[1871]] kauften der Braumeister [[Engelbert Schrems]] (* [[1827]]; † [[1892]]) und dessen Ehefrau Anna Maria (* [[1848]]; † [[1932]]) das Höllbräu. Dieses ging im Jahr [[1902]] auf den Sohn [[Josef Schrems|Josef]] (*  [[1875]]; † [[1929]]) über.<ref>Artikel [[Schrems]] und ''Presseunterlagen'' (wie oben).</ref>
  
Im März [[1908]] findet sich eine Werbung in der [[Salzburger Wacht]] für den ''Höllen-Bock''-Anstich am Samstag, den [[14. März]] durch Josef Schrems.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19080319&query=%22Girstenbrey%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], Salzburger Wacht, Ausgabe vom 19. März 1908, Seite 8</ref>  
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Im März [[1908]] findet sich eine Werbung in der [[Salzburger Wacht]] für den ''Höllen-Bock''-Anstich am Samstag, den [[14. März]] durch Josef Schrems.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19080319&query=%22Girstenbrey%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], Salzburger Wacht, Ausgabe vom 19. März 1908, Seite 8</ref>  
 
   
 
   
Die Brauerei fiel nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] dem allgemeinen Konzentrationsprozess des Brauwesens zum Opfer und musste die Bierproduktion im Jahr 1923<ref name="Bierwanderung"/> einstellen. Bestehen blieben aber Gasthaus und Beherbergungsbetrieb.
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Die Brauerei fiel nach dem [[Ersten Weltkrieg]] dem allgemeinen Konzentrationsprozess des Brauwesens zum Opfer und musste die Bierproduktion im Jahr 1923<ref name="Bierwanderung"/> einstellen. Bestehen blieben aber Gasthaus und Beherbergungsbetrieb.
  
 
Nach einem behutsamen Umbau, der in den [[1990er]]-Jahren erfolgte, entstand aus einem bereits heruntergekommenen ''Gasthof zur Hölle'' ein modernes Fünf-Sterne-Hotel. Erhalten geblieben sind wertvolle Stiegenaufgänge, Gewölbe und Mauerwerk.
 
Nach einem behutsamen Umbau, der in den [[1990er]]-Jahren erfolgte, entstand aus einem bereits heruntergekommenen ''Gasthof zur Hölle'' ein modernes Fünf-Sterne-Hotel. Erhalten geblieben sind wertvolle Stiegenaufgänge, Gewölbe und Mauerwerk.
  
 
Der Erzengel [[Michael]] als [[Seelenwäger]] wurde am Eck zum Nachbarhaus wahrscheinlich [[1927]], als die heutige Fassade im Erdgeschoss nach [[1910]] erstellten Plänen von [[Franz Zell]] ausgeführt wurde, dort angebracht.
 
Der Erzengel [[Michael]] als [[Seelenwäger]] wurde am Eck zum Nachbarhaus wahrscheinlich [[1927]], als die heutige Fassade im Erdgeschoss nach [[1910]] erstellten Plänen von [[Franz Zell]] ausgeführt wurde, dort angebracht.
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In der Stadt Salzburg gab es noch einen [[Höllbräu-Keller]] und eine [[Höllbräu-Bierhalle]].
  
 
== Ehemalige Personen aus dem Höllbräu ==
 
== Ehemalige Personen aus dem Höllbräu ==
 
* [[Josef Schwaiger (Höllbräu)|Josef Schwaiger]], der ''Höllbräu-Seppl''
 
* [[Josef Schwaiger (Höllbräu)|Josef Schwaiger]], der ''Höllbräu-Seppl''
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* [[Theresia Schlegel]] († 1875 in der Stadt Salzburg), der ''Höllteufel'', die böhmische Mutter von [[Richard Franz Schlegel]], die ihre letzten Lebensjahre im Höllbräu verlebte.
  
 
==Literatur==
 
==Literatur==
* [[Robert Ebner|Ebner, Robert]]: ''Das Höllbräu zu Salzburg - Geschichte eines Braugasthofes'', [[Informations-Zentrum der Landeshauptstadt Salzburg]], 1992
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* [[Erich Marx| Marx, Erich]]; [[Thomas Weidenholzer|Weidenholzer, Thomas]]: [[Das »Höllbräu« zu Salzburg. Geschichte eines Braugasthofes.]]'', [[Stadtgemeinde Salzburg]], 1992
  
 
== Bildkat ==
 
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*  ''Salzburger Fotografien 1880–1918 aus dem Atelier [[Würthle & Sohn|Würthle]]'', [[Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg]] 18, 2003, ISBN 3-901014-93-4  
 
*  ''Salzburger Fotografien 1880–1918 aus dem Atelier [[Würthle & Sohn|Würthle]]'', [[Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg]] 18, 2003, ISBN 3-901014-93-4  
  
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[[Kategorie:Architektur]]
 
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Aktuelle Version vom 29. September 2025, 09:42 Uhr

Höllbräu-Fassade 2008.
Rechts vorne unten, am Rudolfskai, erkennt man eine überdachte Terrasse: die Höllbräu Speise-Terrasse. Aufnahme 1950er- oder 1960er-Jahre.
Fratze über dem Eingang in das ehemalige Höllbräu.

Das Höllbräu war eines der ältesten Gaststättenbetriebe der Salzburger Altstadt an der Judengasse. Heute ist darin ein fünf-Sterne-Hotel untergebracht, aktuell (Februar 2016) mit dem Namen Hotel Altstadt Radisson Blu.

Geschichte

Die Geschichte des Hauses lässt sich bis 1377 zurückverfolgen. Wahrscheinlich stand sogar die Pfalz an jener Stelle, an der dann ein Bürgerhaus errichtet wurde. Auch soll sich eine Synagoge an dieser Stelle befunden haben. Ab 1437 war es dann das Höllbräu, eine der Salzburger Brauereien.

Im 15. und 16. Jahrhundert ist am Höllbräu die Familie Laubinger bezeugt:[1]

  • 1449: erste Nennung, Michael und Martha Laubinger
  • 1479: Sohn Emmeran Laubinger
  • 1498: Sohn Caspar Laubinger
  • 1516: Veronika Laubinger und Virgil Huber (∞ 1523)

Zu den Besitzern gehörten vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert die Familien Elixhauser, Kobler und Schrems:

Im März 1908 findet sich eine Werbung in der Salzburger Wacht für den Höllen-Bock-Anstich am Samstag, den 14. März durch Josef Schrems.[4]

Die Brauerei fiel nach dem Ersten Weltkrieg dem allgemeinen Konzentrationsprozess des Brauwesens zum Opfer und musste die Bierproduktion im Jahr 1923[1] einstellen. Bestehen blieben aber Gasthaus und Beherbergungsbetrieb.

Nach einem behutsamen Umbau, der in den 1990er-Jahren erfolgte, entstand aus einem bereits heruntergekommenen Gasthof zur Hölle ein modernes Fünf-Sterne-Hotel. Erhalten geblieben sind wertvolle Stiegenaufgänge, Gewölbe und Mauerwerk.

Der Erzengel Michael als Seelenwäger wurde am Eck zum Nachbarhaus wahrscheinlich 1927, als die heutige Fassade im Erdgeschoss nach 1910 erstellten Plänen von Franz Zell ausgeführt wurde, dort angebracht.

In der Stadt Salzburg gab es noch einen Höllbräu-Keller und eine Höllbräu-Bierhalle.

Ehemalige Personen aus dem Höllbräu

Literatur

Bildkat

 Höllbräu – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Presseunterlagen zur historischen Bierwanderung durch Salzburg am 15. Oktober 2009 (Red. Alexandra Picker, Hebenstreit & Picker PR)
  2. Artikel Johann Ambros Elixhauser samt dort ersichtlichem Grabmal; Artikel Franziska Kobler unter Verweis auf den "Uebergabe Vertrag" vom 10. Oktober 1791 von Johann Ambrosius Elixhauser, "Stiegl Brauer", an den Sohn Franz de Paula Elixhauser, und auf Erich Marx (Hg.), Das »Höllbräu« zu Salzburg. Geschichte eines Braugasthofes, Salzburg 1992, S. 183 und passim; Dopsch, Heinz; Hoffmann, Robert: Geschichte der Stadt Salzburg, Salzburg 1996, S. 189.
  3. Artikel Schrems und Presseunterlagen (wie oben).
  4. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 19. März 1908, Seite 8