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| | [[Datei:S-Link Mirabellbahnhof symbolische Darstellung.jpg|thumb|Eine erste symbolische Darstellung zeigt die geplante Haltestelle unter dem Mirabellplatz März 2021.]] | | [[Datei:S-Link Mirabellbahnhof symbolische Darstellung.jpg|thumb|Eine erste symbolische Darstellung zeigt die geplante Haltestelle unter dem Mirabellplatz März 2021.]] |
| − | '''S-Link''' ist die ,Bezeichnung der in der Planung der [[RegionalStadtBahn Salzburg–Bayern–Oberösterreich]] bezeichneten ''RSB 1''. | + | '''Regionalstadtbahn S-Link''' war die Bezeichnung der [[RegionalStadtBahn Salzburg–Bayern–Oberösterreich]] Linie "RSB 1", die jedoch nicht gebaut wird. |
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| | == Über die S-Link-Linie == | | == Über die S-Link-Linie == |
| − | Die Regionalstadtbahn, über die jahrzehntelang diskutiert und die zwischenzeitlich versenkt wurde, hat in der Zwischenzeit einen neuen Namen bekommen. Das Projekt heißt seit März [[2021]] S-Link. [[2023]] hätte mit dem ersten Bauabschnitt für die Verlängerung der [[Salzburger Lokalbahn]] Richtung Süden bis nach [[Hallein]] begonnen werden. [[2026]] hätten die ersten Züge dann am [[Mirabellplatz]] halten sollen. Aber bis Ende 2023 wurde immer noch über Vor- und Nachteile diskutiert und am [[26. November]] kann die Bevölkerung der [[Stadt Salzburg]]. Eine Befragung der Bewohner im gesamten Bundesland ist für [[2024]] geplant. | + | Die Regionalstadtbahn, über die jahrzehntelang diskutiert und dann aufgegeben wurde, hat in der Zwischenzeit einen neuen Namen bekommen. Das Projekt heißt seit März [[2021]] "S-Link". [[2023]] hätte mit dem ersten Bauabschnitt für die Verlängerung der [[Salzburger Lokalbahn]] Richtung Süden bis nach [[Hallein]] begonnen werden sollen. [[2026]] hätten die ersten Züge dann am [[Mirabellplatz]] halten sollen. Aber bis Ende [[2023]] wurde immer noch über Vor- und Nachteile diskutiert und am [[26. November]] 2023 konnte die Bevölkerung der [[Stadt Salzburg]] über den Bau des S-Links abstimmen. Siehe dazu [[Bürgerbefragung zum S-Link in der Stadt Salzburg]]. |
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| − | Die Projektbetreiber versprechen, "über jeden Schritt des Projektes die Öffentlichkeit und die Anrainer aktiv und frühzeitig zu informieren und einzubinden". Das sei auch bei den bisherigen Schritten wie den geologischen Voruntersuchungen, den archäologischen Erkundungen und der Suche nach Kriegsrelikten aus dem [[Zweiten Weltkrieg]] so gehalten worden. Im Frühjahr [[2021]] erhielten die Anrainer entlang der ersten Bauetappe zwischen [[Hauptbahnhof Salzburg|Hauptbahnhof]] und Mirabellplatz ein Informationsschreiben der Projektgesellschaft. Es gehe darum, eine Bestandsaufnahme der Gebäude vorzunehmen, um im Sinne der Anrainer und der Projektgesellschaft deren Zustand zu erfassen und um vorzusorgen, dass es zu keinen Schäden im Rahmen der späteren Bauarbeiten komme.
| + | [[Datei:Vergleich-der-Auftauchvarianten-des-S-LINK-in-der-Alpenstrasse.jpg|thumb|Vergleich der Auftauchvarianten des S-Links in der [[Alpenstraße (Salzburg)|Alpenstraße]]. Stand April 2024.]] |
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| − | Die Baugrunduntersuchungen zwischen Hauptbahnhof und Mirabellplatz waren bis Ende April 2021 abgeschlossen. Im März 2021 lag das Hauptaugenmerk der Planungen im Bereich der Unterführung [[Rainerstraße]]. Da wurden verschiedene Varianten untersucht, wobei davon auszugehen sei, dass in diesem Bereich lokale Bauhilfsmaßnahmen notwendig seien, um Setzungen am bestehenden Viadukt zu verhindern. Offen ist, wie sich der schwierige Untergrund auf den Bau auswirken wird. Dazu sei eine "Abstimmung mit [[seeton]]<nowiki>erfahrenen</nowiki> Technikern geplant". Dazu solle im Vorfeld ein Testfeld errichtet werden, "um die technischen Parameter im Vorfeld zu definieren und eine sichere Baumethode zu gewährleisten".
| + | Am [[10. November]] [[2024]] kam es dann zur [[Volksbefragung 2024 über die Mobilitätslösung]] in den Bezirken [[Flachgau]] und [[Tennengau]] sowie in der Stadt Stadt Salzburg. Auf die Frage |
| | + | <blockquote>''Soll das [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] darauf hinwirken, dass im Interesse der Verkehrsentlastung die Verlängerung der [[Lokalbahn]] bis [[Hallein]] (S-Link) als Teil einer Mobilitätslösung, die auch eine [[Stieglbahn|Stiegl]]-, [[Messebahn|Messe]]- und Flughafenbahn vorsieht, umgesetzt werden?''</blockquote> stimmten für "Ja" 46,8 % und für "Nein" 53,2 % (Details siehe [[Ergebnis der Volksbefragung 2024 über die Mobilitätslösung]]). |
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| − | Über die weitere Trassenführung durch die [[Altstadt]] nach Süden und über [[Anif]] und [[Grödig]] bis nach Hallein hätte spätestens Mitte [[2022]] endgültige Klarheit herrschen sollen. Sie stand jedoch bis Ende 2023 immer noch nicht fest.
| + | == Ausgangslage == |
| | + | Die Projektbetreiber versprachen "über jeden Schritt des Projektes die Öffentlichkeit und die Anrainer aktiv und frühzeitig zu informieren und einzubinden". Das sei auch bei den bisherigen Schritten wie den geologischen Voruntersuchungen, den archäologischen Erkundungen und der Suche nach Kriegsrelikten aus dem [[Zweiten Weltkrieg]] so gehalten worden. Im Frühjahr [[2021]] erhielten die Anrainer entlang der ersten Bauetappe zwischen [[Hauptbahnhof Salzburg|Hauptbahnhof]] und Mirabellplatz ein Informationsschreiben der Projektgesellschaft. Es gehe darum, eine Bestandsaufnahme der Gebäude vorzunehmen, um im Sinne der Anrainer und der Projektgesellschaft deren Zustand zu erfassen und um vorzusorgen, dass es zu keinen Schäden im Rahmen der späteren Bauarbeiten komme. |
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| − | Dieses Verkehrsprojekt hätte nach dem Wissensstand von 2021 mindestens eine halbe Milliarde Euro gekostet, im Frühjahr [[2023]] wurden Schätzungen bis zu 2,8 Milliarden Euro kolportiert. | + | Die Baugrunduntersuchungen zwischen Hauptbahnhof und Mirabellplatz waren bis Ende April 2021 abgeschlossen. Im März 2021 lag das Hauptaugenmerk der Planungen im Bereich der Unterführung [[Rainerstraße]]. Da wurden verschiedene Varianten untersucht, wobei davon auszugehen sei, dass in diesem Bereich lokale Bauhilfsmaßnahmen notwendig seien, um Setzungen am bestehenden Viadukt zu verhindern. Offen war, wie sich der schwierige Untergrund auf den Bau auswirken wird. Dazu sei eine "Abstimmung mit [[seeton]]<nowiki>erfahrenen</nowiki> Technikern geplant". Dazu solle im Vorfeld ein Testfeld errichtet werden, "um die technischen Parameter im Vorfeld zu definieren und eine sichere Baumethode zu gewährleisten". |
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| | + | Über die weitere Trassenführung durch die [[Altstadt]] nach Süden und über [[Anif]] und [[Grödig]] bis nach Hallein hätte spätestens Mitte [[2022]] endgültige Klarheit herrschen sollen. Sie stand jedoch bis Herbst 2024 immer noch nicht fest. Dieses Verkehrsprojekt hätte nach dem Wissensstand von 2021 mindestens eine halbe Milliarde Euro gekostet, im Frühjahr [[2023]] wurden Schätzungen bis zu 2,8 Milliarden Euro kolportiert. |
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| | + | [[Datei:S_Link_Uebersichtslageplan-Auswahlkorridor-Trassenempfehlung_Frühjahr_2024.jpg|thumb|Übersichtslageplan Auswahlkorridor Trassenempfehlung Frühjahr 2024. Bildgröße 31,81 MB.]] |
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| | == Was bringt der S-Link wirklich? Streitfragen und Fallbeispiele, Stand Herbst 2023 == | | == Was bringt der S-Link wirklich? Streitfragen und Fallbeispiele, Stand Herbst 2023 == |
| − | Die einen bezeichnen den S-Link als "Milliardengrab", andere sehen ihn als Zukunftsprojekt, das das Verkehrsproblem in Salzburg langfristig lösen soll. Am 26. November kann die Bevölkerung der Stadt Salzburg über die teilweise unterirdisch geführte Verlängerung der Lokalbahn bis Hallein abstimmen. In der Stadtpolitik spricht sich nur die SPÖ gegen den S-Link aus. Experten sind sich uneins, vieles ist noch offen. | + | Die einen bezeichneten den S-Link als "Milliardengrab", andere sahen ihn als Zukunftsprojekt, das das Verkehrsproblem in Salzburg langfristig lösen soll. Am 26. November 2023 konnte die Bevölkerung der Stadt Salzburg über die teilweise unterirdisch geführte Verlängerung der Lokalbahn bis Hallein abstimmen. In der Stadtpolitik sprach sich nur die [[SPÖ]] gegen den S-Link aus. Experten waren sich uneins, vieles ist noch offen. |
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| | ==== Nutzen ==== | | ==== Nutzen ==== |
| − | Die wichtigste Frage lautet: Was bringt der S-Link in der Stadt und im Umland - etwa einer Bürgerin, einem Bürger aus Hof bei Salzburg? Mindestens vier Minuten Zeitersparnis, wenn er oder sie ins Salzburger Stadtzentrum pendelt. Das sind 40 Minuten pro Arbeitswoche, wie die S-Link-Projektgesellschaft auf Anfrage errechnet hat (siehe Infos unten). Vier Minuten - das klingt nach wenig, kaum spürbar. "Für die Busfahrten wurde eine optimale Verkehrssituation angenommen", erklärt Sprecher Robert Mosser, "wobei Pendelnde wissen, dass es in der Realität oft anders aussieht." Außerdem sollen dann auch die Busverbindungen im Bundesland - bis zur Linie 270 in den [[Lungau]] - auf den S-Link-Fahrplan abgestimmt werden. Aus Oberndorf, wo bereits jetzt die Lokalbahn fährt, bis in die [[Alpenstraße (Salzburg)|Alpenstraße]] sind es 17 Minuten je Fahrtrichtung und drei Stunden pro Arbeitswoche, die man sich mit dem S-Link sparen würde. Die Zahlen machen deutlich, dass der S-Link ohne Einbindung des Umlandes nicht die volle Wirkung entfalten würde. "Der S-Link durch die Stadt ist die Grundlage für den weiteren Ausbau in die Region", sagt Mosser. | + | Die wichtigste Frage lautete: Was bringt der S-Link in der Stadt und im Umland - etwa einem Bürger aus [[Hof bei Salzburg]]? Mindestens vier Minuten Zeitersparnis, wenn er ins Salzburger Stadtzentrum pendelt. Das sind 40 Minuten pro Arbeitswoche, wie die S-Link-Projektgesellschaft auf Anfrage errechnet hat (siehe Infos unten). Vier Minuten - das klingt nach wenig, kaum spürbar. "Für die Busfahrten wurde eine optimale Verkehrssituation angenommen", erklärt Sprecher [[Robert Mosser]], "wobei Pendelnde wissen, dass es in der Realität oft anders aussieht." Außerdem sollen dann auch die Busverbindungen im Bundesland - bis zur Linie 270 in den [[Lungau]] - auf den S-Link-Fahrplan abgestimmt werden. Aus [[Oberndorf bei Salzburg]], wohin bereits jetzt die [[Lokalbahn]] fährt, bis in die [[Alpenstraße (Salzburg)|Alpenstraße]] sind es 17 Minuten je Fahrtrichtung und drei Stunden pro Arbeitswoche, die man sich mit dem S-Link sparen würde. Die Zahlen machen deutlich, dass der S-Link ohne Einbindung des Umlandes nicht die volle Wirkung entfalten würde. "Der S-Link durch die Stadt ist die Grundlage für den weiteren Ausbau in die Region", sagt Mosser. |
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| − | Warum mit der Nord-Süd-Achse nach Hallein begonnen wird, wo es schon eine Bahnverbindung gibt, begründet Verkehrsexperte [[Gunter Mackinger]] folgendermaßen: "Die Bestandsstrecke ist durch Fern- und Güterverkehr bereits überlastet. Statt dort mit weiteren Gleisen zu verdichten, werden mit der S-Link-Trasse neue Gebiete entlang touristischer Highlights und der Universitäten - Alpenstraße, [[Kaiviertel]], [[Nonntal]] - erschlossen." Erweiterungen etwa nach [[Thalgau]]-[[Mondsee (Ort)|Mondsee]] oder nach [[Obertrum am See]] seien eine Bereicherung, aber nur mit dem "Filetstück" durch die Stadt sinnvoll. | + | Warum mit der Nord-Süd-Achse nach Hallein begonnen wird, wo es schon eine Bahnverbindung gibt, begründet Verkehrsexperte [[Gunter Mackinger]] folgendermaßen: "Die Bestandsstrecke ist durch Fern- und Güterverkehr bereits überlastet. Statt dort mit weiteren Gleisen zu verdichten, werden mit der S-Link-Trasse neue Gebiete entlang touristischer ''Highlights'' und der Universitäten - Alpenstraße, [[Kaiviertel]], [[Nonntal]] - erschlossen." Erweiterungen etwa nach [[Thalgau]]-[[Mondsee (Ort)|Mondsee]] oder nach [[Obertrum am See]] seien eine Bereicherung, aber nur mit dem "Filetstück" durch die Stadt sinnvoll. |
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| − | Der Grazer Verkehrsexperte Georg Kriebernegg sprach zuletzt bei einer Pressekonferenz der SPÖ von einer geringen Entlastungswirkung durch den S-Link, vor allem in Gegenden, die sich nicht im direkten Einzugsgebiet befänden. Zudem würden die Fahrgäste hauptsächlich vom bestehenden Öffi-System kommen. Letzteres bestätigt auch die Projektgesellschaft und betont: "Wenn der S-Link da ist, wird er auch genutzt." Man gehe von etwa 40 000 Einzelfahrten pro Tag mit dem S-Link bis Hallein aus. Tatsächlich wurden die Erwartungen bei der S-Bahn in Salzburg -- was Fahrgastzahlen betrifft - um ein Vielfaches übertroffen. | + | Der Grazer Verkehrsexperte Georg Kriebernegg sprach bei einer Pressekonferenz der SPÖ von einer geringen Entlastungswirkung durch den S-Link, vor allem in Gegenden, die sich nicht im direkten Einzugsgebiet befänden. Zudem würden die Fahrgäste hauptsächlich vom bestehenden System des öffentlichen Nahverkehrs kommen. Letzteres bestätigt auch die Projektgesellschaft und betont: "Wenn der S-Link da ist, wird er auch genutzt." Man gehe von etwa 40 000 Einzelfahrten pro Tag mit dem S-Link bis Hallein aus. Tatsächlich wurden die Erwartungen bei der S-Bahn in Salzburg -- was Fahrgastzahlen betrifft - um ein Vielfaches übertroffen. |
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| | ==== Ober- oder unterirdisch? ==== | | ==== Ober- oder unterirdisch? ==== |
| − | Auf die Frage, ob Salzburg den S-Link braucht, antwortet Hermann Knoflacher, Zivilingenieur und emeritierter Professor der Technischen Universität (TU) Wien: "Wenn man der Stadt Salzburg schaden will, ja." Er spricht sich wie viele Skeptiker aufgrund der Kosten für eine Alternative an der Oberfläche aus. Die unterirdische Etappe vom Hauptbahnhof bis zur Station [[Akademiestraße]] hat eine Länge von 3,1 Kilometern und kostet nach Angaben der Projektplaner etwa 807 Millionen Euro. Das sind etwa 260 Millionen Euro pro Kilometer. "Ein Kilometer Straßenbahn kostet etwa 20 Millionen Euro", sagt Knoflacher. "Um 800 Millionen Euro baue ich also 40 Kilometer Straßenbahnlinien. Und das [[Obus]]netz auszubauen kostet nur etwa ein Zehntel davon." Erst ab 1,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern könne man über eine U-Bahn nachdenken. | + | Auf die Frage, ob Salzburg den S-Link braucht, antwortete Hermann Knoflacher, Zivilingenieur und emeritierter Professor der Technischen Universität (TU) Wien: "Wenn man der Stadt Salzburg schaden will, ja." Er spricht sich wie viele Skeptiker aufgrund der Kosten für eine Alternative an der Oberfläche aus. Die unterirdische Etappe vom Hauptbahnhof bis zur Station [[Akademiestraße]] hätte eine Länge von 3,1 Kilometern und kostete nach Angaben der Projektplaner etwa 807 Millionen Euro. Das wären etwa 260 Millionen Euro pro Kilometer. "Ein Kilometer Straßenbahn kostet etwa 20 Millionen Euro", sagt Knoflacher. "Um 800 Millionen Euro baue ich also 40 Kilometer Straßenbahnlinien. Und das [[Obus]]netz auszubauen kostet nur etwa ein Zehntel davon." Erst ab 1,5 Millionen Einwohnern könne man über eine U-Bahn nachdenken. |
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| | Der S-Link ist jedoch keine U-Bahn, wie die Projektgesellschaft stets betont. Eine U-Bahn sei ein in sich geschlossenes Verkehrssystem. "Der S-Link dagegen ist die Verlängerung der Lokalbahn und eine vernetzte Nebenbahn. Im Vergleich zu einer aufwendigen U-Bahn fahren leichtere Fahrzeuge mit weniger als zwei Drittel der Achslast." Der Energieaufwand etwa sei geringer als bei anderen Bahnsystemen. | | Der S-Link ist jedoch keine U-Bahn, wie die Projektgesellschaft stets betont. Eine U-Bahn sei ein in sich geschlossenes Verkehrssystem. "Der S-Link dagegen ist die Verlängerung der Lokalbahn und eine vernetzte Nebenbahn. Im Vergleich zu einer aufwendigen U-Bahn fahren leichtere Fahrzeuge mit weniger als zwei Drittel der Achslast." Der Energieaufwand etwa sei geringer als bei anderen Bahnsystemen. |
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| − | Für Bauingenieur Hans Wehr, der am Bau der S-Bahn in Salzburg beteiligt war, dreht sich die Diskussion seit Jahrzehnten im Kreis, wie er sagt: "Bereits vor etwa zehn Jahren wurden oberirdische Varianten geprüft. Man ist zu dem Schluss gekommen, dass eine Straßenbahn keine zukunftssichere Lösung ist, weil die Kapazitäten an der Oberfläche nicht ausreichen." In dieselbe Kerbe schlägt Mackinger: "Eine Straßenbahn kann die Region nicht erschließen. Und auch der Bau ist enorm teuer und aufwendig. Leitungen ganzer Straßenzüge, die sich im Boden befinden, müssten verlegt werden." | + | Für Bauingenieur Hans Wehr, der am Bau der S-Bahn in Salzburg beteiligt wäre, dreht sich die Diskussion seit Jahrzehnten im Kreis, wie er sagt: "Bereits vor etwa zehn Jahren wurden oberirdische Varianten geprüft. Man ist zu dem Schluss gekommen, dass eine Straßenbahn keine zukunftssichere Lösung ist, weil die Kapazitäten an der Oberfläche nicht ausreichen." In dieselbe Kerbe schlägt Mackinger: "Eine Straßenbahn kann die Region nicht erschließen. Und auch der Bau ist enorm teuer und aufwendig. Leitungen ganzer Straßenzüge, die sich im Boden befinden, müssten verlegt werden." |
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| | ==== Über den Seeton ==== | | ==== Über den Seeton ==== |
| − | Der Untergrund in der Stadt Salzburg sei so herausfordernd, die Gefahr von Schäden für denkmalgeschützte Bauten in der Innenstadt groß, heißt es von Skeptikern. Gunter Mackinger entgegnet: "Es gibt keinen Salzburger [[Seeton]], es gibt Seeton und der ist in Salzburg nicht anders als im Rest der Welt." Der unterirdische Lokalbahnhof in Salzburg sei komplett im Seeton errichtet worden, betont Wehr. "Wir befinden uns, was Baumethoden betrifft, aber nicht mehr im [[Mittelalter]]." Und auch die Projektgesellschaft beteuert: "Der Seeton ist eine Herausforderung, aber absolut beherrschbar. Gebäude, die sich im Einflussbereich des Bauvorhabens befinden, werden untersucht, gegebenenfalls müssen Fundamente verstärkt werden." | + | Der Untergrund in der Stadt Salzburg sei so herausfordernd, die Gefahr von Schäden für [[Denkmalgeschützte Objekte in der Salzburger Altstadt|denkmalgeschützte Bauten in der [[Innenstadt]]]] groß, heißt es von Skeptikern. Gunter Mackinger entgegnet: "Es gibt keinen Salzburger [[Seeton]], es gibt Seeton und der ist in Salzburg nicht anders als im Rest der Welt." Der unterirdische [[Lokalbahnhof]] in Salzburg sei komplett im Seeton errichtet worden, betont Wehr. "Wir befinden uns, was Baumethoden betrifft, aber nicht mehr im [[Mittelalter]]." Und auch die Projektgesellschaft beteuert: "Der Seeton ist eine Herausforderung, aber absolut beherrschbar. Gebäude, die sich im Einflussbereich des Bauvorhabens befinden, werden untersucht, gegebenenfalls müssen Fundamente verstärkt werden." |
| − | Kosten
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| − | Je nach Trassenführung kostet der S-Link bis Hallein zwischen 1,99 und 2,838 Milliarden Euro. Im Mittel kostet der Kilometer S-Link bis Hallein mit Stationen etwa 116,8 Millionen Euro. Diese Zahlen basieren auf Kostenschätzungen von Ende 2022. Bei vielen Bauprojekten ist derzeit von massiven Preissteigerungen die Rede. SPÖ-[[Vizebürgermeister]] [[Bernhard Auinger]] warnt davor, dass die Kosten für den S-Link nach oben schnellen. Die Projektgesellschaft beschwichtigt: Die Schätzungen enthielten bereits eine Reserve von bis zu 30 Prozent für steigende Baukosten. Eine neue Kalkulation solle es bis Ende 2024 geben. Man befinde sich wieder in einer stabileren Phase. Tatsächlich stagniert der Baukostenindex nach Zahlen der Statistik Austria seit Herbst 2022. | + | ==== Kosten ==== |
| | + | Je nach Trassenführung kostet der S-Link bis Hallein zwischen 1,99 und 2,838 Milliarden Euro. Im Mittel kostet der Kilometer S-Link bis Hallein mit Stationen etwa 116,8 Millionen Euro. Diese Zahlen basieren auf Kostenschätzungen von Ende 2022. Bei vielen Bauprojekten ist derzeit von massiven Preissteigerungen die Rede. SPÖ-[[Vizebürgermeister]] [[Bernhard Auinger (Politiker)|Bernhard Auinger]] warnte davor, dass die Kosten für den S-Link nach oben schnellen. Die Projektgesellschaft beschwichtigt: Die Schätzungen enthielten bereits eine Reserve von bis zu 30 Prozent für steigende Baukosten. Eine neue Kalkulation solle es bis Ende 2024 geben. Man befinde sich wieder in einer stabileren Phase. Tatsächlich stagniert der Baukostenindex nach Zahlen der Statistik Austria seit Herbst 2022. |
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| − | Zumindest für die Stadt Salzburg dürfte der finanzielle Aufwand nicht so hoch ausfallen. 50 Prozent der Gesamtkosten übernimmt der Bund, sofern der S-Link bis Hallein geführt wird. Bis zur Stadtgrenze teilen sich Stadt und Land die Kosten, über die Anteile wird noch verhandelt. Hans Wehr: "Auch die S-Bahn in Salzburg kommt auf etwa drei Milliarden Euro. 80 Prozent hat der Bund bezahlt. Da könnten sich auch die Burgenländer aufregen, dass mit Steuergeld Schienen in Salzburg gebaut werden." | + | Zumindest für die Stadt Salzburg dürfte der finanzielle Aufwand nicht so hoch ausfallen. 50 Prozent der Gesamtkosten übernähme der Bund, sofern der S-Link bis Hallein geführt wird. Bis zur Stadtgrenze teilten sich Stadt und Land die Kosten, über die Anteile wurde noch verhandelt. Hans Wehr: "Auch die S-Bahn in Salzburg kommt auf etwa drei Milliarden Euro. 80 Prozent hat der Bund bezahlt. Da könnten sich auch die Burgenländer aufregen, dass mit Steuergeld Schienen in Salzburg gebaut werden." |
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| − | ==== Bürgerbefragung ==== | + | ==== Bürgerbefragung 2023 ==== |
| | :'' [[Bürgerbefragung zum S-Link in der Stadt Salzburg]] | | :'' [[Bürgerbefragung zum S-Link in der Stadt Salzburg]] |
| − | Der Ausgang der Bürgerbefragung in der Stadt Salzburg am [[26. November]] [[2023]] war eine erste Richtschnur, wie das Megaverkehrsprojekt bei den Bürgern ankommt. Politisch bindend ist das Ergebnis nicht. Das betonten sowohl Bürgermeister [[Harald Preuner]] als auch [[LH-Stv]]. [[Stefan Schnöll]] (beide [[ÖVP]]) mehrfach. Beim [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land]] wird gerade eine bundeslandweite Bürgerbefragung für Mitte des Jahres 2024 vorbereitet. Die Befragung der Stadt-Salzburger bezeichnete Schnöll als "unseriös", weil sie zu früh stattfinde ("bevor alle Fakten auf dem Tisch liegen") und die übrigen Gemeinden des Landes ausschließe. Nach dem [[Regionalverband Flachgau-Nord]] hat am Montag auch der [[Regionalverband Salzburg-Stadt und Umgebungsgemeinden]] in einem offenen Brief die Teilnahme der Gemeinden [[Anif]], [[Anthering]], [[Bergheim]], [[Elixhausen]], [[Elsbethen]], [[Eugendorf]], [[Grödig]], [[Großgmain]], [[Hallwang]] und [[Wals-Siezenheim]] gefordert: "Der Bau des S-Link ist keine lokale Maßnahme." | + | Der Ausgang der Bürgerbefragung in der Stadt Salzburg am [[26. November]] [[2023]] war eine erste Richtschnur, wie das Megaverkehrsprojekt bei den Bürgern ankommt. Politisch bindend war das Ergebnis nicht. Das betonten sowohl [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Harald Preuner]] als auch [[LH-Stv]]. [[Stefan Schnöll]] (beide [[ÖVP]]) mehrfach. Beim [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land]] wurde 2023 eine bundeslandweite Bürgerbefragung für Mitte des Jahres 2024 vorbereitet. Die Befragung der Stadt-Salzburger bezeichnete Schnöll als "unseriös", weil sie zu früh stattfinde ("bevor alle Fakten auf dem Tisch liegen") und die übrigen Gemeinden des Landes ausschließe. Nach dem [[Regionalverband Flachgau-Nord]] hat am Montag auch der [[Regionalverband Salzburg-Stadt und Umgebungsgemeinden]] in einem offenen Brief die Teilnahme der Gemeinden [[Anif]], [[Anthering]], [[Bergheim]], [[Elixhausen]], [[Elsbethen]], [[Eugendorf]], [[Grödig]], [[Großgmain]], [[Hallwang]] und [[Wals-Siezenheim]] gefordert: "Der Bau des S-Link ist keine lokale Maßnahme." |
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| − | ==== Mit und ohne S-Link: Aus dem Flachgau in die Stadt Salzburg ==== | + | ==== Mit und ohne S-Link: Ein Zeitvergleich aus dem Flachgau in die Stadt Salzburg ==== |
| | ; Hof bei Salzburg - Kaiviertel: | | ; Hof bei Salzburg - Kaiviertel: |
| | : Ab [[Hof bei Salzburg|Hof]] Ortsmitte mit Buslinie 155 bis Mirabellplatz (25 Min.), Umstieg (4 Min.), Stadtbus 25 bis [[Mozartsteg]] (5 Min.) = Gesamtfahrtzeit 34 Min. (Umstiege: 1). | | : Ab [[Hof bei Salzburg|Hof]] Ortsmitte mit Buslinie 155 bis Mirabellplatz (25 Min.), Umstieg (4 Min.), Stadtbus 25 bis [[Mozartsteg]] (5 Min.) = Gesamtfahrtzeit 34 Min. (Umstiege: 1). |
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| | : Mit S-Link: Ab Oberndorf S1-S-Link (34 Min.) bis Station Nähe Polizeidirektion = Gesamtfahrtzeit 34 Min. (Umstiege: 0) | | : Mit S-Link: Ab Oberndorf S1-S-Link (34 Min.) bis Station Nähe Polizeidirektion = Gesamtfahrtzeit 34 Min. (Umstiege: 0) |
| | : Vergleich: - 17 Min. / - 33 Prozent | | : Vergleich: - 17 Min. / - 33 Prozent |
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| | + | ==== Zeitersparnis entlang der Stammstrecke in der Stadt Salzburg ==== |
| | + | vom Hauptbahnhof Salzburg in ...<ref>[https://www.s-link.at/mit-dem-s-link-puenktlich-und-schnell-ans-ziel/ www.s-link.at], abgefragt am 14. November 2024</ref> |
| | + | :... 1 Minute 18 Sekunden zum Mirabellplatz (Fahrzeit mit [[Obus]] 07 min., Stand Nov. 2024). |
| | + | :... 2 Minuten 48 Sekunden zum Mozartsteg (Fahrzeit mit Obus 10 min., Stand Nov. 2024). |
| | + | :... 4 Minuten 30 Sekunden zum Unipark Nonntal (Fahrzeit mit Obus 15 min., Stand Nov. 2024). |
| | + | :... 6 Minuten 18 Sekunden zum Zentrum Herrnau (Fahrzeit mit Obus Haltestelle Josefiau 16 min., Stand Nov. 2024). |
| | + | :... 8 Minuten 15 Sekunden zur Shopping Arena (Fahrzeit mit Obus Haltestelle Ginzkeyplatz 20 min,, mit Linie 170 - 17 min. Stand Nov. 2024). |
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| | ==== 2023: Salzburger Hoteliers befürchten Umsatzrückgang von 110 Millionen Euro ==== | | ==== 2023: Salzburger Hoteliers befürchten Umsatzrückgang von 110 Millionen Euro ==== |
| − | 800 000 Nächtigungen weniger in drei Jahren und ein Personalabbau von mehr als 100 Mitarbeitern in Betrieben in der Stadt Salzburg - das prognostiziert eine Studie 2023, die die [[Wirtschaftskammer]] in Auftrag gegeben hat. Betroffener und Branchensprecher [[Georg Imlauer]] fordert nun "ordentliche Entschädigungen". Als Betroffene gelten hierbei jene Betriebe, die direkt an der geplanten Trasse liegen: 20 Hotelbetriebe und 45 Gastronomiebetriebe. Die Ergebnisse klingen zunächst ernüchternd: Zwischen 2025 und 2027 sollen den Prognosen zufolge die Hotels Verluste von insgesamt 800nbsp;000 Nächtigungen verzeichnen. Das sind 41,16 Prozent weniger als bei einer prognostizierten Normalerwartung. Das entspricht einem Umsatzverlust von bis zu 110 Millionen Euro (44 Prozent) für alle Betriebe. Georg Imlauer und die Wirtschaftskammer Salzburg legten einen Vorschlag für einen Entschädigungsfonds vor: Bei einem Umsatzausfall von mehr als 30 Prozent soll es eine pauschale Ersatzrate von 30 Prozent des Verlustes geben. | + | 800 000 Nächtigungen weniger in drei Jahren und ein Personalabbau von mehr als 100 Mitarbeitern in Betrieben in der Stadt Salzburg - das prognostiziert eine Studie 2023, die die [[Wirtschaftskammer]] in Auftrag gegeben hat. Betroffener und Branchensprecher [[Georg Imlauer]] fordert nun "ordentliche Entschädigungen". Als Betroffene gelten hierbei jene Betriebe, die direkt an der geplanten Trasse liegen: 20 Hotelbetriebe und 45 Gastronomiebetriebe. Die Ergebnisse klangen zunächst ernüchternd: Zwischen 2025 und 2027 sollen den Prognosen zufolge die Hotels Verluste von insgesamt 800nbsp;000 Nächtigungen verzeichnen. Das sind 41,16 Prozent weniger als bei einer prognostizierten Normalerwartung. Das entspricht einem Umsatzverlust von bis zu 110 Millionen Euro (44 Prozent) für alle Betriebe. Georg Imlauer und die Wirtschaftskammer Salzburg legten einen Vorschlag für einen Entschädigungsfonds vor: Bei einem Umsatzausfall von mehr als 30 Prozent soll es eine pauschale Ersatzrate von 30 Prozent des Verlustes geben. |
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| − | [[Landeshauptmann-Stellvertreter]] [[Stefan Schnöll]] ([[ÖVP]]) hatte bei der Diskussion um den S-Link im [[SN-Saal]] nur wenige Tage vor der Bürgerbefragung einen Entschädigungsfonds angekündigt. Aus seinem Büro heißt es dazu: "Es gab bereits erste Gespräche mit dem WK-Präsidenten [[Peter Buchmüller]] und WK-Direktor [[Manfred Pammer]]. Heute fand außerdem ein weiterer Termin mit der Wirtschaftskammer Salzburg statt, um mögliche Unterstützungsmöglichkeiten auszuloten. Bei diesem Termin war auch ein Vertreter der Wirtschaftskammer Wien dabei, welcher den Entschädigungsfonds aus Wien präsentiert hat." Die von der Prodinger Tourismusberatungs GmbH präsentierte Studie selbst wolle man nicht bewerten. "Es gibt keine solide Datengrundlage dazu. Das Land Salzburg nimmt die Sorgen der Betroffenen ernst und wird deshalb weitere Gespräche mit der Wirtschaftskammer führen, um ein entsprechendes Modell zu prüfen."<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/s-link-baustelle-salzburger-hoteliers-umsatzrueckgang-millionen-euro-149721310 www.sn.at], 6. Dezember 2023</ref>
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| − | == Chronologie 40 Jahre Diskussion über ein ungebautes Jahrhundertprojekt ==
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| − | === 1982 ===
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| − | Mit der Idee einer unterirdischen Verlängerung der Lokalbahn durch die Landeshauptstadt setzen sich die "[[Salzburger Nachrichten]]" vor fast 40 Jahren auseinander. [[1988]] wurde dem Projekt vom [[Stadtsenat]] sogar "größte Dringlichkeit" attestiert. Während der damalige [[Vizebürgermeister]] von einem Baubeginn [[1994]] fantasierte, kritisierte [[Bürgerliste]]n-Gründer [[Herbert Fux]] [[1992]] das Vorhaben einer unterirdischen Durchbindung der Stadt als "dummdreiste Provinzidee" und als "Großmannssucht einer Kleinstadt", die "völlig unfinanzierbar" sei.
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| − | === 1997 ===
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| − | In der Berichterstattung galt die Lokalbahnverlängerung bereits vor der Jahrtausendwende als "Dauerbrenner". Während im August [[1997]] in der Stadtpolitik heftig darüber diskutiert wurde, ob die Züge künftig ober- oder unterirdisch verkehren sollen, entschied sich die [[Landesregierung]] dafür, dem Ausbau der Y-Schienenverbindung [[Freilassing]]-[[Straßwalchen]]-[[Golling an der Salzach]] Vorrang einzuräumen. Das Projekt könne daher "in den nächsten Jahren nicht stattfinden", hieß es von Verkehrsreferent [[LH-Stv]]. [[Arno Gasteiger]] ([[ÖVP]]).
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| − | === 2003 ===
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| − | Die [[Bewerbung von Salzburg um Olympische Winterspiele|Olympiabewerbung]] für Vancouver [[2010]] holte die Idee vom Abstellgleis. Experten meinten, dass Winterspiele ohne weiteres Massenverkehrsmittel schwer zu bewältigen wären. Die Olympiaträume platzten jedoch. Für den Bau einer "Mini-U-Bahn" bestand keine Dringlichkeit mehr. Sechs Jahre später verlautbarte [[Wilfried Haslauer junior]] (ÖVP) in seiner Funktion als Verkehrsreferent, "Nägel mit Köpfen" machen zu wollen. Die hohen Kosten und die ungeklärte Frage, wer sie übernimmt, vereitelten die Realisierung.
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| − | === 2017 ===
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| − | Ein Stadtbahnbeauftragter sollte [[2017]] eine Kostenstudie und damit eine Entscheidungsgrundlage für das Projekt liefern: "Ich glaube nicht, dass wir da viel weiterdiskutieren müssen", befand [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Heinz Schaden]] ([[SPÖ]]). Das Projekt war vom Tisch. Bis [[2018]] Verkehrs[[landesrat]] [[Stefan Schnöll]] (ÖVP) antrat, um das Vorhaben, das nun unter dem Namen S-Link firmiert, aus der Versenkung zu holen. Dafür wurde eine Projektgesellschaft eingerichtet, die den Auftrag hat, die Bahn bis nach Hallein zu planen.
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| − | === 2022 ===
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| − | Am [[6. Juli]] [[2022]] sollte die Stadtpolitik eine wichtige Weiche für die geplante Verlängerung der Lokalbahn nach Süden stellen. Zunächst für die erste Etappe bis zum Mirabellplatz bzw. die Planungen des weiteren unterirdischen Verlaufs bis zur [[Akademiestraße]]. Der Gemeinderat musste eine Richtungsentscheidung fällen: Befürworten die Vertreter der Stadtbevölkerung die Trasse, auf die sich die Experten festgelegt haben? Stimmen sie der Übernahme eines Viertels der geschätzten Baukosten in Höhe von 200 Millionen Euro zu? Und billigt die Stadtgemeinde als Gesellschafterin der S-Link-Projektgesellschaft die Einreichung der Pläne zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)?
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| − | Dass die Zustimmung zum gegenständlichen Grundsatz-Amtsbericht alles andere als Formsache war, wurde bei der Sitzung des Planungsausschusses am [[2. Juni]] deutlich. Die SPÖ ging wie zuvor angekündigt "auf Klub". Die Suppe sei zu dünn, zu viele Fragen seien offen, hieß es von der Klubvorsitzenden [[Andrea Brandner]]. Sie hat von Vizebürgermeisterin [[Barbara Unterkofler]] (ÖVP) Details gefordert und 31 Fragen zu Betriebskosten, Finanzierung, Kosten, zur Gesamtstrategie und Trasse sowie zu Kommunikation und Information gestellt.
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| − | Mit 28 Stimmen dafür und zehnt dagegen hatte der [[Salzburger Gemeinderat]] am Mittwoch, den [[6. Juli]] 2022 über den Grundsatz-Amtsbericht zur Verlängerung der Salzburger Lokalbahn, dem S-Link, abgestimmt. Damit hat die Stadt die unterirdische Trassenvariante mit den Haltestellen Mirabellplatz, [[Mozartsteg]], [[Nonntal]] und Akademiestraße, die Mitfinanzierung der ersten Bauetappe bis zum Mirabellplatz zu 25 Prozent, also 50 Millionen Euro, sowie die Einreichung des Abschnitts zur Umweltverträglichkeitsprüfung bei der Landesregierung befürwortet. Letzteres will die Projektgesellschaft Ende September erledigen. Über allfällige Kostensteigerungen müsste der Gemeinderat gesondert abstimmen.<ref>{{Quelle SN|6. Juli 2022, online}}</ref>
| + | LH-Stv. Stefan Schnöll hatte bei der Diskussion um den S-Link im [[SN-Saal]] nur wenige Tage vor der Bürgerbefragung einen Entschädigungsfonds angekündigt. Aus seinem Büro hieß es dazu: "Es gab bereits erste Gespräche mit dem WK-Präsidenten [[Peter Buchmüller]] und WK-Direktor [[Manfred Pammer]]. Heute fand außerdem ein weiterer Termin mit der Wirtschaftskammer Salzburg statt, um mögliche Unterstützungsmöglichkeiten auszuloten. Bei diesem Termin war auch ein Vertreter der Wirtschaftskammer Wien dabei, welcher den Entschädigungsfonds aus Wien präsentiert hat." Die von der Prodinger Tourismusberatungs GmbH präsentierte Studie selbst wolle man nicht bewerten. "Es gibt keine solide Datengrundlage dazu. Das Land Salzburg nimmt die Sorgen der Betroffenen ernst und wird deshalb weitere Gespräche mit der Wirtschaftskammer führen, um ein entsprechendes Modell zu prüfen."<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/s-link-baustelle-salzburger-hoteliers-umsatzrueckgang-millionen-euro-149721310 www.sn.at], 6. Dezember 2023</ref> |
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| | ==== Wie der Link ankommt ==== | | ==== Wie der Link ankommt ==== |
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| | * [https://www.sn.at/salzburg/politik/streitfragen-rechenbeispiele-was-s-link-147804679 www.sn.at], 31. Oktober 2021: "Was bringt der S-Link wirklich? Streitfragen und Fallbeispiele", ein Beitrag von [[Simona Pinwinkler]] | | * [https://www.sn.at/salzburg/politik/streitfragen-rechenbeispiele-was-s-link-147804679 www.sn.at], 31. Oktober 2021: "Was bringt der S-Link wirklich? Streitfragen und Fallbeispiele", ein Beitrag von [[Simona Pinwinkler]] |
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| | + | {{Zeitfolge |
| | + | |AMT= Projekte und Nahverkehrskonzepte im öffentlichen Verkehr |
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