Stieglbahn

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Stieglbahn, Geleise vor der Werkseinfahrt an der Kendlerstraße.

Die Stieglbahn ist eine von der Salzburger EisenbahnTransportlogistik GmbH (SETG) betriebene Nebenstrecke im Stadtgebiet von Salzburg.

Verlauf

Die Stieglbahn zweigt beim Frachtenbahnhof Salzburg-Lehen von der Strecke Salzburg-München ab und führt quer durch Maxglan (über die Kleßheimer Allee, Siezenheimer Straße und Innsbrucker Bundesstraße) zur Stieglbrauerei. Auf insgesamt 3,5 Kilometern Länge zweigen mehrere Anschlussgleise zu weiteren Firmen wie Lagermax oder Papyrus Altpapierservice ab. Am Ende der Bahn, bei der Verkehrsstelle Stieglbrauerei, befindet sich ein Lokschuppen und eine zweigleisige Umsetzanlage. Von der Verkehrsstelle wird noch ein Gleis über die Kendlerstraße direkt in die Stieglbrauerei geführt, wo es sich in zwei Ladegleise teilt.

Die Stieglbahn ist für einen Achsdruck von 20 Tonnen zugelassen.

Stieglbahn nahe der Kreuzung mit der Eichetstraße.

Geschichte

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es Bestrebungen, eine Großgmainerbahn von der Stadt Salzburg nach Großgmain zu errichten. Diesen Plänen wurde aber die Realisierung verweigert. Nach dem Ersten Weltkrieg verwirklichte die Stieglbrauerei dann das ehrgeizige Projekt eines Schienenanschlusses selbst. Am 16. Februar 1919 konnte die Bahn eröffnet werden, betrieben wurde sie von der Salzburger Eisenbahn- und Tramway Gesellschaft (SETG).

Ab 1960 befuhren die Strecke Dieselloks, da der Dampfbetrieb zu teuer geworden war. Nachdem die Bahn in den 1970er-Jahren für Stiegl immer unrentabler wurde und der Betrieb die Einstellung der Bahn erwog, wurde am 1. Jänner 1977 von allen Verladern an der Strecke gemeinsam eine neue Gesellschaft, die Anschlussbahnen AG, gegründet, um die Stieglbahn am Leben zu erhalten.

Seit 1988 verfügte die Stieglbahn über eine beschränktes Personenverkehrsrecht, das vor allem zu Ausflugsfahrten vom Salzburger Hauptbahnhof zur Stieglbrauerei genutzt wurde. Die Salzburg AG gab im Jahr 2020 den Betrieb der Bahn an die Salzburger EisenbahnTransportlogistik GmbH (SETG) ab.

Am 2. Juli 2026 gab Stiegl bekannt, den eigenen Betrieb der Bahn mit Ende des Jahres einzustellen. Die für den reibungslosen Braubetrieb entscheidenden Faktoren wie Flexibilität, Planungssicherheit und eine verlässliche Anlieferung seien aktuell auf Schiene nicht mehr abzubilden. Vom Ende des Betriebs ist auch ein benachbartes Entsorgungsunternehmen betroffen, das 80 bis 100 Waggons pro Jahr über das Stieglgleis befördert. Die Zukunft des Gleises sowie jene Ideen, die Bahn für den Personenverkehr (etwa in Richtung Flughafen Salzburg) zu öffnen, sollen im Nahverkehrskomitee mit der Stadt Salzburg besprochen werden.

Gleis der Stieglbahn in Maxglan.

Regionalbahn

Die unmittelbare Nähe zum Flughafen Salzburg macht die Stieglbahn auch immer wieder zu einem begehrten Argumentationsobjekt einer Anbindung des Flughafens an das Schienennetz der Stadt Salzburg. So fordert die Salzburger Verkehrsplattform seit Jahren die - eventuell unterirdische - Verlängerung der Stieglbahn zu den Terminals als Stadtregionalbahn zu prüfen.

Quellen