Skifahren
Das Skifahren ist eine Wintersportart, die im Bundesland Salzburg auch einen großen wirtschaftlichen Faktor darstellt.
Geschichte
Im Dezember 1900, zu Weihnachten, gelang den Alpinisten Karl Doménigg, Günther Freiherr von Saar, Sehrig und von Graff die erste Skibesteigung des Großvenedigers, eine Pioniertat des ostalpinen Skilaufs.
In Obertauern begann mit der ersten Erwähnung eines Skifahrers durch Alois Kohlmayr im Jahr 1902 das Zeitalter des Skisports. Im Winter 1906/07 fanden unter Leitung von Oberleutnant Georg Bilgeri die ersten militärischen Skiübungen in Obertauern statt. Erst 1920 setzte der Tourenskilauf im Gebiet des Radstädter Tauernpasses ein. Erst 1950 wurde die Winterzufahrt durch die Errichtung von Lawinenschutzbauten erheblich sicherer. Im selben Jahr baute Othmar Kuhn die ersten Tellerschlepplifte auf das Plattenkar und die Gamsleitenspitze. Die erste Aufstiegshilfe stand schon 1949: ein von einem Dieselmotor betriebenes Umlaufseil mit Knoten zum Anhalten, eine Art früher Schlepplift, der zum Seekarhaus führte. Doch erst 1952 begann man, Obertauern zu einem Wintersportort auszubauen. Die erste Einsesselbahn auf den Grünwaldkopf wurde in Betrieb genommen.
Mit der Kriegserklärung Italiens an kk Österreich-Ungarn im Mai 1915 suchte die kk Heeresleitung nach einem Gelände zur Ausbildung einer hochmobilen Alpintruppe auf Skiern. Das Schmiedingerkees, ein Gletscher unterhalb des Kitzsteinhorns, war von allen österreichischen Gletschern der am nächstgelegenen zu einer Bahnlinie, der Giselabahn mit dem Bahnhof Zell am See, und bot mit der Krefelder Hütte einen idealen Standort zum Übernachten. Unmittelbar nach der Kriegserklärung wurde der Pinzgau südlich der Salzach zum "rückwärtigen Raum des erweiterten Kriegsgebietes", was den "Bergsteigerverkehr" in dieser Zone untersagte. Nach der Beschlagnahmung der Krefelder Hütte begann man am 1. September mit der Ausbildung der ersten 180 Skirekruten. Sie sollten "den Wert des Skifahrens für militärische Zwecke" kennenlernen.
Auch auf der Schmittenhöhe setzte um die Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert) das Skifahren ein. Das erste Rennen von der Schmittenhöhe ins Tal wurde anlässlich des zweiten Wintersportfestes am 18. Februar 1906 veranstaltet.
Schülerskikurse
Die Entwicklung
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden immer mehr Schulskikurse im Land Salzburg abgehalten. Aus ganz Österreich kamen Schulklassen zu Wochenaufenthalten in die Skiregionen. Diese Schulskikurse entwickelten sich zu einem wichtigen wirtschaftlichen Zweig, vor allem zwischen den Hochsaisonswochen (z. B. im sogenannten "Jänner-Loch").
Meist waren die Jugendlichen in Mehrbettzimmern untergebracht, deren Einrichtung manchmal für keine andere Vermietungsform mehr verwendbar gewesen wäre. Manche Vermieter hingegen erkannten die Bedeutung der jungen Generation als Werbeträger der Zukunft und boten adäquate Unterkünfte an. Es entstanden Schülerheime, die ausschließlich für die Unterbringung von Schulskikursgruppen genutzt wurden. Auch bei der Verpflegung gingen die Angebote stark auseinander. Bot ein Teil der Heime abwechslungsreiche und schmackhafte Küche, mussten die Jugendlichen in anderen Heimen aus Suppentöpfen mit mageren Einlagen schöpfen und täglich dieselben lieblos "hingeschmissenen" Gerichte essen.
Kampf um jeden Skikurs
Mitte der 2000er-Jahre machte sich dann die allgemeine Preisentwicklung auch in den Geldbörsen der Eltern bemerkbar. Immer häufiger mussten Skikurse mangels Teilnahme abgesagt werden. Schulen, die über Jahrzehnte ihre Skikurse in Salzburg abgehalten hatten, sagten ab. Für manche Betriebe, die ausschließlich von den guten Geschäften mit den Schulskikursen lebten, wirkte sich der Rückgang merklich auf ihre wirtschaftliche Lage aus. Doch der Rückgang an Schulskikursen hielt an. Versuche durch gesenkte Liftkartenpreise oder Angebote von Wochen, in denen die Liftkarten gratis waren, stellten meist nur halbherzige Versuche dar, die Schüler zurück auf die Piste zu bringen, da es sich meist um weniger attraktive Skigebiete handelte.
70 000 Jugendliche verbringen jeden Winter ihren Schulskikurs in Salzburg (Stand 2011)
Wer um 2010 beispielsweise einen Schulskikurs von vier bis sechs Tagen in Oberösterreich ansetzte, erhielt Gutscheine für Liftkarten. 7 100 Karten waren es im Winter 2009/2010 gewesen. Doch in Salzburg ging man andere Wege. Salzburgs Seilbahnwirtschaft, den Skischulen und Beherbergungsbetrieben wäre es nicht möglich gewesen, 70 000 Jugendlichen Liftkarten zu schenken. Die Unternehmensgruppen hatten sich zum Netzwerk Winter zusammengeschlossen und sich auf eine Strategie geeinigt, die Schüler nach Salzburg bringen sollte.
Preisentwicklung in den 2020er-Jahren
2023/2024: Saisonkarte erstmals über 1.000 Euro
87 Skigebiete in 22 Regionen in den Bundesländern Salzburg, Oberösterreich, Kärnten und Tirol (mit Anteilen in Bayern), Pisten mit einer Gesamtlänge von 2815 Kilometern, allesamt über 939 Lifte erreichbar. Das sind die Daten des Winters 2022/2023.
Es sind große Gebiete wie der Salzburger Skiverbund Ski Amadé dabei, aber auch kleinere Skigebiete wie die Postalm in Strobl oder die Loferer Alm. Die Anlagen von "Ski Amadé" können seit Jahren mit einer einzigen Liftkarte genutzt werden: der Superskicard. Diese hat ihren Preis: Erwachsene zahlten 2018 dafür 747 Euro im Vorverkauf, ab Saisonstart im Dezember 2022 waren bereits 830 Euro zu bezahlen. In Vor-Corona-Jahren war die Nachfrage allein mit rund 30 000 Vorverkaufstickets sehr hoch. In der Wintersaison 2023/2024 kostete die Erwachsenen-Superskicard im Vorverkauf bereits 940 Euro, ab 7. Dezember 2023 lag der Preis mit 1.050 Euro erstmals vierstellig. Die 796 Skihütten in den Superskicard-Gebieten dürften in der Wintersaison 2022/2023 – siehe Winterbilanz – dennoch gut frequentiert gewesen sein.[1]
Preise in den Hütten an den Skipisten
Jänner 2024. Die Preise in den Salzburger Skihütten sind in den vergangenen zehn Jahren um 60 Prozent gestiegen, und damit fast doppelt so stark wie die allgemeine Teuerung. Zu diesem Ergebnis kam eine Erhebung der Salzburger Arbeiterkammer. "Je größer das Angebot an Pistenkilometern, desto höher die Preise beim Einkehrschwung", sagt AK-Konsumentenschützer Christian Obermoser. Die Gastronomie sei im gleichen Zeitraum um 49 Prozent teurer geworden, der Verbraucherpreisindex (VPI) um 33,5 Prozent gestiegen. In 23 Skigebieten wurden 192 Skihütten, die direkt an einer Piste liegen, besucht. Die stärksten Steigerungen gab es bei Apfelstrudel (+75 Prozent, im Schnitt 6,30 Euro) und einem Paar Frankfurter mit Gebäck (+70 Prozent, im Schnitt 6,70 Euro). Auch "Preisschmankerl" fanden die Tester: 8,50 Euro für einen halben Liter Bier, 14 Euro für die Gulaschsuppe, 13,50 Euro für Germknödel. Die Preisunterschiede sind enorm: Das günstigste "Skiwasser", das rosarote Erfrischungsgetränk aus Himbeere und Zitrone mit Wasser, gab es in Werfenweng für drei Euro, das teuerste kostete in Obertauern mehr als sechs Euro.
Den Vorwurf, dass in den Skigebieten exorbitante Preise verlangt werden, will der Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung Walter Veit aber nicht stehen lassen. Er betreibt neben einem Hotel auch die Mankei-Alm in Obertauern. 4,20 Euro koste bei ihm heuer der halbe Liter Skiwasser: "Wir haben die Speisen um sieben und die Getränke um 6,5 Prozent erhöht." Er liege damit unter der allgemeinen Inflation. Dem gegenüber stünden massive Lohnerhöhungen und Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Energie. Und gerade bei Skihütten komme der Umstand hinzu, dass alles auf den Berg müsse. Für die Mankei-Alm habe er ein Pistengerät um 165.000 Euro angeschafft, um Bierfässer und Mitarbeiter aufs Plattenkar zu transportieren. "Das muss man auch erst einmal verdienen. Dabei gehen die Margen drastisch zurück." Die Gäste kämen nach wie vor, sparten aber bei der Konsumation.[2]
Skiunfälle und Todesfälle
- Hauptartikel: Wie sicher ist Skifahren
In der Skisaison 2009/2010 waren im Bundesland Salzburg 15 Menschen beim Skifahren tödlich verunglückt. Im Winter 2010/2011 waren es bereits 15 Tote bis zum 9. März 2011. Bis Februar 2013 stieg die Anzahl der Toten aufgrund von Skiunfällen im Vergleich zum Vorjahr von 17 auf 27. Das gab die Alpinpolizei Mitte Februar 2013 bekannt. Interessanterweise ging die Anzahl der Verletzungen gleichzeitig zurück: 1 500 schwere Skiunfälle wurden bis dato aufgezeichnet, im Vergleich zu 1 750 im Vorjahr. Tirol musste die meisten Todesopfer verkraften: zehn Menschen starben auf den Pisten. Salzburg folgt auf Platz zwei, acht Menschen sind durch den Wintersport gestorben. In Kärnten waren es vier Todesopfer, Steiermark und Vorarlberg meldeten jeweils zwei. Abseits der Piste sieht die Statistik gleich aus wie im letzten Jahr: Die Alpinpolizei meldet 13 Lawinentote im Winter 2012/13 und auch im vorherigen Winter.
Experten sehen eine Hauptursache bei tödlichen Skiunfällen in Selbstüberschätzung, die zu schnellem, riskantem Fahren führt. Etwa 90 Prozent der Ski- und Snowboard-Unfälle im organisierten Skiraum seien auf Eigenverschulden zurückzuführen. Nur ein geringer Teil gehe auf Zusammenstöße zurück.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es immer schon Tote beim Wintersport gab. Die "Salzburger Chronik" berichtet in ihrer Ausgabe vom 9. Dezember 1935:[3]
Das erste Todesopfer des Wintersports
Obertauern, 9. Dezember. Gestern, um 15 Uhr, verunglückte die im Seekarhaus in Obertauern auf Wintersport weilende Baronin Gabriele Klimburg aus Wien tödlich. Sie befand sich mit einem Führer und einer Begleitdame auf einer Tour unterhalb der Seekarscharte, wobei die Gesellschaft von einer Lawine überrascht wurde. Während der Führer und die Begleitdame heil davonkamen, konnte Baronin Klimburg nur mehr als Leiche geborgen werden.
Quellen
- SALZBURGWIKI-Artikel Obertauern und Ski-Pioniere am Kitzsteinhorn
- www.krone.at
- "Salzburger Nachrichten", 28. Februar 2011
- www.skifahren.co
- www.salzburg.com/nachrichten, abgefragt am 19. Februar 2013