Mathias Pölzl (* 24. Februar 1827 in Grödig;[1]5. Mai 1899 in Großgmain)[2] war ein Salzburger Schullehrer, insbesondere langjähriger Schulleiter in der Flachgauer Gemeinde Großgmain.

Leben

Mathias Pölzl war Sohn des Mathias Pölzl, Hammerschmieds in Grödig, und der Gartenau⁣bauerntochter Veronika geb. Holweger.[1]

Er heiratete (nach seiner Ernennung zum definitiven Lehrer in Forstau) am 8. August 1853 in Forstau 26‑jährig die 23‑jährige Magdalena Winkler, Tochter des Bäckers Andrä Winkler vulgo Jägerbäcker (Jagerbäcker) in Radstadt und der Katharina geb. Hochwimmer;[3][4] Diese gebar ihm Ehemann insbesondere die Söhne[5]

hervor.

Mathias Pölzl war seit 1852[6] Schulprovisor in Mauterndorf, als ihm im April 1853 der erledigte Schul-, Mesner- und Organistendienst in Forstau verliehen wurde.[7] In seiner weiteren Laufbahn war er[6]

jeweils verbunden mit dem Dienst als Mesner und Organist.

Seit dem Jahr 1870 wirkte er in Großgmain nicht nur als Lehrer, Mesner und Organist, sondern auch als Gemeindesekretär. 1887 wurde er als Lehrer in den wohlverdienten Ruhestand versetzt, blieb aber als Organist und Mesner weiterhin tätig.[8]

Aus Anlass des 25. Jahrestages seines Tätigkeitsbeginns in Großgmain wurde dem pensionierten Lehrer am 20. November 1895 eine überraschende Ehrung zuteil. Mehrere seiner ehemaligen Schüler veranstalteten eine kleine Gedenkfeier, die sich durch große Beteiligung und animierte Stimmung zu einer schönen und freudigen Kundgebung für den alten Schulmann erweiterte. Im Gasthof des Herrn Vötterl fanden sich zu dieser Feier die hochwürdige Geistlichkeit, weitere Honoratioren, mehrere Mitglieder des Ortsschulrates und der Gemeindevorstehung, viele angesehene Familien und besonders eine große Zahl der früheren Schüler des Gefeierten neben dessen Angehörigen ein. Pfarrer Josef Dum ehrte Pölzl durch eine erste Ansprache, indem er dessen unermüdliche Tätigkeit als Organist und Mesner hervorhob, besonders die Pflege erbaulicher Kirchenmusik und Zierde des Gotteshauses. Kooperator Matthias Wolfgruber feierte ihn in einer Rede, in der er besonders die Bemühungen des Lehrers würdigte, in den schwierigen Zeiten (gemeint: die der Stellung der Katholischen Kirche abträgliche Ära des Liberalismus) der 1870er-Jahre die religiöse Bildung der Kinder stets im Auge zu behalten. Aus dem Kreis der ehemaligen Schüler wurde dem Jubilar ein Andenken überreicht. Auch musikalische und humorvolle Unterhaltung fehlte nicht. Durch die vielen Beweise der Anerkennung und diese ganz unerwartete Gedenkfeier, die seine Beliebtheit in der Gemeinde Großgmain dartat, war der alte Herr sichtlich gerührt und dankte tiefbewegten Herzens.[8]

Eineinhalb Jahre später starb er im Alter von 72 Jahren an Altersschwäche.[2]

Quellen

  1. 1,0 1,1 Taufbuch der Pfarre Grödig, Bd. III S. 434
  2. 2,0 2,1 Sterbebuch der Pfarre Großgmain, Bd. VI S. 151
  3. Taufbuch der Pfarre Radstadt, Bd. III S. 434
  4. Trauungsbuch der Pfarre Forstau, Bd. III S.  6
  5. Artikel zu den einzelnen Personen
  6. 6,0 6,1 Artikel über die jeweilige Schule
  7. Salzburger Zeitung, 28. April 1853, S. 1
  8. 8,0 8,1 Salzburger Chronik, 1. November 1895, S. 2: Ehrung
Zeitfolge
Zeitfolge
Vorgänger

Franz Saller

Schulleiter in Filzmoos
1863–1870
Nachfolger

Leopold John

Zeitfolge
Vorgänger

Ignaz Bock

Schulleiter in Forstau
1853–1864
Nachfolger

Franz Saller

Zeitfolge