Französische Republik

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2015: S.E. der französische Botschafter in Wien, Pascal Teixeira da Silva und Corinne Foulquier, Direktorin Atout France Österreich und Zentraleuropa

Frankreich ist ein westeuropäischer Staat und war Anfang des 19. Jahrhunderts kurz Herrscher über das Land Salzburg.

Name

Der Name Frankreich leitet sich vom Volksstamm der Franken ab, die im 5. Jahrhundert die römische Herrschaft über Gallien beendeten.

Staat

Verfassung und politisches System

Frankreich ist eine Republik – Verfassung von 1958 (mit starker Stellung des Präsidenten, der für sieben Jahre direkt gewählt wird und den Regierungschef ernennt); Änderungen 1962 und Juni 1992 – Parlament aus zwei Kammern: Senat mit 321 Mitgliedern (davon 13 aus den Übersee-Ländern von Frankreich und 12 von den Auslandsfranzosen) und Nationalversammlung mit 577 Mitgliedern für neun Jahre bzw. fünf Jahre gewählt.

Nationalfeiertag ist der 14. Juli.

Fläche und Bevölkerung

Frankreich besteht aus dem europäischen Mutterland („France métropolitaine“, kurz „Métropole“) und den Überseegebieten[1] („France d’outre-mer“, kurz „Outre-mer“).

Es hat eine Fläche von 672 369 km² km² und eine Bevölkerungszahl von rund 67 Millionen Einwohnern, wovon 551 500 km² und rund 65 Millionen Einwohner auf das Mutterland entfallen.[2]

Ethnische Gruppen sind: Franzosen (94 Prozent), Algerier, Portugiesen, Marokkaner, Italiener und weitere kleine Minderheiten;
Sprachen: Französisch (Amtssprache), regionale Dialekte und Sprachen sind u. a. Provenzalisch, Bretonisch, Korsisch, Baskisch, Flämisch;
Religionszugehörigkeit: laut einer Umfrage der Tageszeitung Le Monde (Datum laut Quelle unbekannt) bezeichneten sich 51 % der Franzosen als katholisch, 31 % erklärten keiner Religion anzugehören und etwa neun Prozent gaben an Muslime zu sein. Drei Prozent bezeichneten sich als Protestanten und ein Prozent als Juden, sechs Prozent machten andere oder keine Angaben[3].

Politische Einteilung

Frankreich ist ein zentralistischer Einheitsstaat, der seit der Französischen Revolution von 1789 in Départements gegliedert ist; derzeit (2011) sind es 101, davon 96 im Mutterland (zwei davon in Korsika). Die Départements wurden 1964 zur Regionen zusammengefasst. Davon gibt es im Mutterland derzeit (2011) 26[4]zusammengefasst, während jede Überseeregion nur ein Département umfasst. Die heutigen Regionen decken sich teilweise mit wohlbekannten historischen Landschaften, wie zB Bretagne, (Haute- und Basse-)Normandie, Picardie, Champagne(-Ardenne), Lothringen (Lorraine), Elsass (Alsace), Burgund (Bourgogne), Franche-Comté (Freigrafschaft Burgund), Aquitanien (Aquitaine, Hauptstadt Bordeaux), Auvergne, zum Teil erscheinen sie als künstliche Gebilde (Centre, Midi-Pyrénées, Pays de la Loire (Hauptstadt Nantes), Provence-Alpes-Côte d’Azur („PACA“, Hauptstadt Marseille), Rhône-Alpes (Hauptstadt Lyon); letztere Region umfasst auch die historische Region Savoyen (Départements Haute-Savoie und Savoie), die erst 1860 zu Frankreich kam (Vgl Italien, Geschichte).

Größere Städte

Rund 73 % der Gesamtbevölkerung lebt in Städten, die Zahlen in Klammer sind die Einwohnerzahlen der jeweiligen Großräume mit Umlandgemeinden (Zahlen 2010): Paris 2,4 Mio. (10,5 Mio.), Marseille 850 000 (Marseille – Aix-en-Provence 1,6 Mio.), Lyon 484 000, Toulouse 441 000 (880 000), Nizza 343 000 (942 000), Nantes 285 000, Straßburg 272 000;

Paris

Paris ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. Das administrativ zur Stadt Paris gehörende Gebiet hat gut 2 Millionen Einwohner, in der städtischen Siedlungszone (Unité urbaine) leben mehr als 10 Millionen Menschen.

Geschichte

Überblick

Als Staat ging Frankreich, ebenso wie Deutschland aus dem Frankenreich hervor. Die aus dem weltgeschichtlichen Ereignis der Französischen Revolution (1789) hervorgegangene 1. Französische Republik hatte sich in langwierigen Kriegen gegen die anderen europäischen Großmächte zu behaupten. Der erfolgreiche General Napoleon Bonaparte (* 1769; † 1821) ergriff die Macht und begründete 1804 das erste französische Kaiserreich, das nach weiteren siegreichen Kriegen 1814 und 1815 den verbündeten gegnerischen Mächten erlag, die das bourbonische Königtum restaurierten. Es folgte von 1848 (Februarrevolution) bis 1852 die Zweite Republik, von 1852 bis 1870 das Zweite Kaiserreich (einziger Kaiser: Napoleon III.), von 1870 bis 1940 (Untergang im Zweiten Weltkrieg die Dritte Republik, 1940-1944 der État français (Vichy-Regime ), 1946-1960 die Vierte Republik und von 1960 bis heute die (durch ihre neue Verfassung mit starkem Präsidenten von der vorigen geschiedene) Fünfte Republik.

Historische Salzburgbezüge

Eine seiner zahlreichen Reisen führte den jungen Wolfgang Amadeus Mozart nach Paris, wo seine ihn begleitende Mutter starb.

In nähere Berührung mit Frankreich kam das geistliche Reichsfürstentum Salzburg durch die expansive Politik Frankreichs.

Von dieser Politik wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, zu dem das Fürsterzbistum Salzburg ja gehörte, besonders unter dem französischen König Ludwig XIV. (* 1638; † 1715) in Mitleidenschaft gezogen. Der von Ludwig XIV. angezettelte Pfälzische Erbfolgekrieg (1688–1697) zeitigte für Salzburg die Episode, dass der Domherr Franz Gobert Graf von Aspermont-Reckheim im Jahr 1689 wegen „Konspiration mit dem König von Frankreich“ seines Amtes entsetzt wurde. Im nächstfolgenden „Franzosenkrieg“, dem Spanischen Erbfolgekrieg (1700-1714), stellte das Fürsterzbistum Salzburg ein Kontingent des Reichsheeres, das sich bei der Verteidigung der Festung Freiburg im Breisgau (1714) zu bewähren hatte.

Noch weit stärker geriet die Berührung in der Napoleonischen Zeit. Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik:

  • Im Ersten (1792 – 1797) und im Zweiten Koalitionskrieg (1799 – 1802) hatte Salzburg wieder ein Kontingent zum Reichsheer zu stellen. Im Dezember 1800 griff das Kriegsgeschehen auf Salzburg selbst über: Am 10. Dezember verließ der letzte Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo vor den anrückenden Franzosen fluchtartig das Land, um nicht wiederzukehren. Zwischen 12. und 14. Dezember 1800 kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden – der Schlacht am Walserfeld. Dann errungenen Sieg über die österreichische Hauptarmee rückten die Franzosen in die Stadt Salzburg ein. Salzburg erlebte zum ersten Mal in seiner Geschichte die Leiden der Unterdrückung durch eine fremde Besatzungsmacht. Dazu gehörte der Verlust von Kunstschätzen und anderen Kulturgütern: So musste der Naturforscher, Gelehrter und Sammler Carl Ehrenbert Freiherr von Moll seine Mineraliensammlung zugunsten der Pariser Bergakademie abtreten. Auch Teile der Einrichtung der alten Residenz der Fürsterzbischöfe wurde während der Besetzung der Franzosen nach Paris geschafft.
  • Ähnlich war das Schicksal Salzburgs, das jetzt ein weltliches Kurfürstentum war, im Dritten Koalitionskrieg (1805). Auf ihrem Vormarsch Richtung Wien besetzten die Franzosen auch Salzburg. Nach der kriegsentscheidenden Schlacht von Austerlitz, Mähren) musste das Kaisertum Österreich große Gebietsverluste hinnehmen, erhielt aber das Herzogtum Salzburg. Die französischen Besatzungstruppen verließen am 25. Februar das Land, nachdem sie es ausgiebig geplündert hatten.
  • Noch schlimmer kam es im Fünften Koalitionskrieg (1809): Am 29. April wurde die Stadt von Bayrisch-französischen Truppen unter Marschall François-Josephe Lefebvre besetzt. Napoleon ließ proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Unter französische Leitung – ein Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), einem Kontributionseinheber und Intendant (Camille Périer) wurde eine General-Landesadministration (administration générale du pays de Salzbourg) eingerichtet, die aus fünf hohen Salzburger Funktionären bestand. Die Franzosen richteten ihre Aufmerksam darauf, das Land finanziell auszupressen – die geforderte Kriegskontribution hatte die unerschwingliche Höhe von 5,300.000 Gulden – sowie die in den Gebirgsgauen aktiven Befreiungskämpfer niederzuringen. Auf Initiative des kampferprobten Kapuzinerpaters Joachim Haspinger, eines Gefährten des Tiroler Bauernführers Andreas Hofer, hatten auch die Salzburger zu den Waffen. In den Kämpfen um den Pass Lueg zeichneten sich Joseph Struber, der Wirt vom Stegenwald, Anton Wallner aus Krimml und Johann Panzl aus Mühlbach im Pinzgau mit ihren Schützen besonders aus. Auch der Pass Strub war heiß umkämpft. Aber der Kampf blieb vergeblich. In dem am 14. Oktober 1809 geschlossenen Frieden von Schönbrunn musste Kaiser Franz I. das Land an Napoleon abtreten, der es als Tauschobjekt gegenüber dem verbündeten Bayern einsetzte – Napoleon war auch König von Italien und erwarb im Frieden von Schönbrunn weiters ua. Oberkärnten als Teil der neuen „Illyrischen Provinzen“ Frankreichs, Bayern hatte 1805 als Verbündeter Frankreichs Tirol gewonnen: Im Zuge des angestrebten französisch/italienisch-bayrischen Gebietsaustausches gelangte das Land Salzburg – ohne Matrei – an Bayern, das endlich am 30. September 1810 die Verwaltung des geschundenen Landes übernahm. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Herrschaftssystems kam Salzburg im Jahr 1816 wieder zu Österreich.

Als eine rare positive Auswirkung der französischen Herrschaft in Salzburg kann die Einführung von Hausnummern und Straßennamen genannt werden.

Weitere Salzburgbezüge

Gegenwart

Franzosen in Salzburg

Die Zahl der Franzosen, die im Bundesland Salzburg leben, ist gering. im Jahr 2017 sind 392 französische Staatsbürger registriert, davon leben 226 in der Landeshauptstadt, 90 im Flachgau, 76 in den übrigen Bezirken.

Im Tourismusjahr 2014/2015 kamen 55.181 Franzosen nach Salzburg 2015/2016 waren es mit 53.169 um 3,6 Prozent weniger; das war nur Platz 18 bzw. 19, hinter Israel und Saudi-Arabien. Im Schnitt bleiben Franzosen drei Nächte im Land Salzburg.

Honorarkonsulat

Die Französische Republik unterhält in Salzburg ein Honorarkonsulat.

Wirtschaftliche Beziehungen

Bei der Wirtschaftskammer Salzburg waren im Jahr 2017 148 Salzburger Firmen mit regelmäßigen Geschäftsbeziehungen zu Frankreich registriert.“ Waren im Wert von 354 Millionen Euro haben Salzburger Unternehmen im Jahr 2015 in die Französische Republik exportiert. Darunter befanden sich Baumaschinen, Krane, Baumaterialien, Holzmöbel, Zutrittssysteme, Medizintechnik, Kfz-Teile, Lebensmittel, Getränke und Sportartikel. Frankreich liegt damit an sechster Stelle der Exportländer der Salzburger Unternehmen.

Das AußenwirtschaftsCenter Paris sieht für heimische Unternehmen Chancen im französischen Markt – vor allem, wenn sie auf Mobilität, Biolebensmittel und Produkte für ältere Menschen spezialisiert sind. Zudem stehen Mode, Architektur, Design hoch im Kurs, außerdem Energieeffizienz und innovative Technologien für Fabriken und neue Materialien.

Die Einfuhren aus Frankreich sind mit 164 Millionen Euro nur halb so hoch wie die Salzburger Exporte. Damit liegt Frankreich an 14. Stelle der Importländer.

Flugverbindungen

Vier Mal pro Woche fliegt Eurowings seit Jänner 2017 nach Paris-Charles-de-Gaulle. Sie sind gut ausgelastet.

Personen

Frankreich-Wahl auch in Salzburg

Zum ersten Mal konnten 2012 französische Staatsbürger auch in Salzburg an der französischen Präsidentschaftswahl teilnehmen. In der Robert-Jungk-Stiftung war am Sonntag, den 6. Mai von 10:00 bis 18:00 Uhr ein Wahllokal eingerichtet. Rund 500 französische Staatsbürger, die in Salzburg, Kärnten und Oberösterreich leben, waren hier als Wähler registriert und konnten in der Robert-Jungk-Stiftung ihre Stimme abgeben.

Vier Franzosen leiteten das Salzburger Wahlbüro. Unter ihnen war die Französischlehrerein Florence Gautier, die erzählte, dass sie bisher entweder in Wien oder mit Prokuration in Frankreich wählen durften. Die Wahlvorgang ist aber etwas anders als in Österreich. Es gibt Wahlkarten und es werden keine Kandidaten angekreuzt. Zehn Kandidaten standen zur Wahl und somit gab es auch zehn Wahlkarten. Man steckte aber nur eine Wahlkarte in den Umschlag und diesen dann in die Wahlurne.

Die Wahlhelfer erwarteten in Salzburg rund 250 Wähler.

Präsident Macron in Salzburg

Am 23. August 2017 kam der neue französische Staatspräsident Emmanuel Macron mit Gattin nach Salzburg, um die Salzburger Festspiele zu besuchen. Sie wurden am Flughafen von Bundeskanzler Christian Kern und dessen Frau Eveline Steinberger-Kern empfangen. In der Folge führte der Präsident Gespräche mit Bundeskanzler Kern sowie mit seinen Amtskollegen aus Tschechien und der Slowakei, während der französische Honorarkonsul Dr. Peter Lechenauer Brigitte Macron zum Damenprogramm begleiten durfte.

Sonstige

Weiterführend

Für Informationen zum Thema Französische Republik, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema.

Fußnoten

  1. Die französischen Überseegebiete haben staatsrechtlich einen unterschiedlichen Status. Zum Teil sind sie als Übersee-Départements (Französisch-Guayana [Südamerika], Guadeloupe [Karibik], Martinique [Karibik], Réunion [Indischer Ozean], Mayotte [Indischer Ozean, seit 2011]) den Départements des Mutterlandes völlig gleichgestellt, zum Teil haben sie einen Sonderstatus wie zB Saint-Pierre und Miquelon, Französisch-Polynesien und Neukaledonien. Der Großteil der Bevölkerung der Überseegebiete lebt in den Übersee-Départements (rund 2 Millionen Einwohner).
  2. Es gibt sehr unterschiedliche Angaben, der Text folgt der französischen Wikipedia.
  3. Deutschsprachige Wikipedia, "Frankreich", Stand Dezember 2010
  4. Einschließlich Korsikas, das allerdings rechtlich nicht eine Region, sondern eine Gebietskörperschaft mit Sonderstatus ist.
  5. siehe Tomaselli

Quellen

Weblinks