Hofbräu Kaltenhausen

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ein naturtrübes Bier aus Kaltenhausen
Hofbräu Kaltenhausen, Ansicht von Norden
Hofbräu Kaltenhausen, mit Gastgarten, nördliche Ansicht

Das Hofbräu Kaltenhausen wurde 1475 vom Salzburger Bürgermeister und Kaufmann Hans Elsenheimer vor dem Nordtor Halleins in Kaltenhausen erbaut.

Geschichte

1475 errichtete Hans Elsenheimer das Kalte Bräuhaus, die Brauerei, die bereits 1486 von Erzbischof Johann III. Beckenschlager als Hofbrauerei übernommen wurde. Der Standort unter den Barmsteinen hatte eine besonderen Vorteil gegenüber allen anderen Brauereien von seinerzeit: so genannte Windröhren im Berg boten eine wechselweise Zirkulation zwischen Innen- und Außenluft, was eine perfekte natürliche Kühlung ergab. Windröhren sind unterschiedliche Felsplatten in verschiedenen Höhenlagen im Berg.

Erzbischof Leonhard von Keutschach erwarb 1496 die Elsenheimerische Brauerei zu Kaltenhausen und erweiterte sie großzügig. Dies brachte dem Erzbischof den Spitznamen Lindl-Wirt bei der Salzburger Bevölkerung ein.

150 Jahre später, 1646, wurden bereits in zwei Bräupfannen 12.800 Eimer Bier gebraut. Im selbem Jahr wurde auch erstmals das noch heute bekannte Märzenbier gebraut. Auch bei den folgenden Fürsterzbischöfen war die Brauerei immer ein besonderes Liebkind. 1648 gab es dann eine Zweigniederlassung in der Stadt Salzburg im hf Kalten Brauhaus im Kai (beim Nonntaler Tor).

Kurfürstin Maria Leopoldine von Pfalz-Bayern (* 1776, † 1848) und ihr Sohn Maximilian Graf Arco-Zinneburg machten aus der Brauerei einen der führenden Industriebetriebe des 19. Jahrhundert. 1898 kaufte die Deutsche Bank die Brauerei, aus der sie dann 1901 die "Aktiengesellschaft Brauerei Kaltenhausen" machte. Im 20. Jahrhundert war die Brauerei der größte Steuerzahler der Gemeinde Taxach. Seit 1896 liegt die Brauerei im Stadtgebiet von Hallein. 1921 ist die Brauerei ein Gründungsbetrieb der Österreichischen Brau AG, die 1998 mit der Steirerbrau zur Brau Union Österreich AG fusionierte.

Das Hofbräu Kaltenhausen hatte an der Müllner Hauptstraße 1 in Salzburg-Mülln den Bierkeller mit Gastgarten[1] und besaß von 1950 bis 1979 auch den heutigen Urban-Keller in der Stadt Salzburg in Schallmoos.

Die Brauerei Kaltenhausen ist nicht nur die älteste Brauerei Salzburgs, sondern auch die älteste Weißbierbrauerei Österreichs.

Ableitung des Namens

Bei den Barmsteinen tritt ein ungewöhnliches Phänomen auf, das die Errichtung des Hofbräus Kaltenhausen erheblich erleichterte. Nämlich das Anlegen eines natürlichen Bierkellers. Dazu in der Chronik der Brauerei: ...Durch den Schutt des Steilhanges strömte von den Barmsteinen unterirdisch kalte Luft zum Bergfuß herab und trat an manchen Stellen als kalter Wind aus dem Boden. Diese Windröhren, die oft auch als Wind- oder Wetterlöcher bezeichnet werden, bewirkten auch, dass sich am Bergfuß mitten im Sommer Nebel bildeten und das Erdreich bereits in geringer Tiefe gefroren war, weshalb an diesem Platz natürliche Eiskeller zur Lagerung des leicht verderblichen Bieres gebaut werden konnten. Der Name Kaltenhausen wird von diesen Kellern abgeleitet...[2]

21. Jahrhundert

Im Sommer 2010 wurde bekannt, dass die Brauerei mit Ende des Jahres die Produktion der Biersorten "Kaiser" und "Edelweiß" in Kaltenhausen einstellen wird. Die Produktion wird in die Brauerei Zipf und die Brauerei Wieselburg verlagert. In Kaltenhausen hingegen solle eine Art "Bier-Superministerium"[3] unter Leitung von Günther Seeleitner entstehen. Er wird die Bereiche Tradition, Moderne und Produktion betreuen. Es wird weiterhin Bier gebraut werden, wenn auch in kleinen Mengen (zwölf Hektoliter pro Sud entspricht dann einer Kleinstbrauerei). Allein Die Weisse in der Stadt Salzburg braut doppelt so viel (Datenstand Sommer 2010).

Zu diesem neuen Zweck kaufte Braumeister Günther Seeleitner um 650.000 Euro eine neue, maßgeschneiderte Brauerei(anlage) von Caspary, einem Hersteller von Innovations- und Gasthausbrauereien im bayerischen Chieming. Mit dem Herzstück, zwei Kupfergefäße, die im Braugasthof Hofbräu Kaltenhausen aufgestellt werden, sollen dann ab Juni 2011 20 Hektoliter pro Sud produziert werden können. Im Bergkeller unter den Barmsteinen werden vier große und vier kleine Gär- und Lagertanks errichtet. Drei Biersorten werden gebraut werden, daneben soll es auch Sorten mit limitierter Menge gegen[4].

Braugasthof Hofbräu Kaltenhausen

Hauptartikel: Braugasthof Hofbräu Kaltenhausen

Zum Hofbräu gehört auch eine große Gastwirtschaft, der Braugasthof Hofbräu Kaltenhausen. 2009 feierte das Pächterehepaar Edith und Anton Haas ihr 20-jähriges Pächterjubiläum im Braugasthof mit einem eigens dafür geschaffenen Ruperti Bier.

Ruperti-Gwölb

Hauptartikel: Ruperti-Gwölb

Das Ruperti-Gewölb ist ein Veranstaltungssaal der Brauerei.

Zahlen

Biere bis 2010

Weblinks

Bildergalerie

Quellen

  1. Quelle ein Foto in Salzburg Vorstädte Album 1860 - 1930, Verlag für Photografie, Wien, 1998
  2. "Salzburger Nachrichten", 5. Mai 2011
  3. Zitat Salzburger Nachrichten, 6. Juli 2010
  4. "Salzburger Nachrichten", 23. Dezember 2010