Bankhaus Carl Spängler & Co. AG

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Stammhaus der Spänglerbank im Bazargebäude. Aufnahme: Juli 2007.
Bankhaus Spängler, Stammhaus, Schwarzstraße 1

Das Bankhaus Spängler ist das älteste noch bestehende private Bankhaus Österreichs. Es unterhält seinen Firmensitz seit der Gründung in der Landeshauptstadt Salzburg. Das Stammhaus ist seit 1906 im Bazargebäude in der Schwarzstraße 1 untergebracht.

Geschichte

Die Bank geht auf eine erstmals 1590 erwähnte Faktorei und die gewerberechtliche Anmeldung des Bankgeschäfts durch Johann Alois Duregger im Jahr 1828 zurück. Die Geschichte der Bank und der Familie Spängler vereinte sich 1854 durch Carl Spängler, der in das Unternehmen Dureggers einstieg und ein Jahr darauf dessen Tochter heiratete. Der Ausbau des Bankgeschäfts ging danach kontinuierlich vonstatten, während das Warengeschäft 1870 endgültig aufgegeben wurde.

Seit 1855 wird das Bankhaus nunmehr bereits in der siebten Generation von der Familie Spängler geführt.

Die Vorfahren der heutigen Bankiersfamilie stammen aus Südtirol und lassen sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen. 1677 erhielten die Brüder Georg und Johannes Spangler, ihres Zeichens Wirtsleute und Weinhändler, im Namen Kaiser Leopolds I. einen Wappenbrief verliehen. Das Wappen – es zeigt zwei Löwen, die in ihren Pranken eine Weinrebe halten – wurde über Generationen von allen männlichen Nachkommen der Tiroler, Venediger und Salzburger Linie der Familie Spängler (Spangler, Spangher) verwendet. In Salzburg ziert es heute noch das Bankhaus im Bazargebäude in der Schwarzstraße. Eine weitere nur noch teilweise vorhandene Abbildung findet sich auch am Alten Markt am Gebäude des ehemaligen, 1893 erloschenen Handelshauses.

1729 wanderte Franz Anton Spangler, der Sohn des Georg aus seinem Heimatort Taufers im Ahrntal (Südtirol) aus und ließ sich in Salzburg nieder. Hier wurde er als Bürger aufgenommen und gründete den Salzburger Zweig der Familie. Sein Sohn Franz Josef Christian Spängler führte das Geschäft weiter und übergab es seinen Söhnen Alois und Josef Spängler. Die Söhne des Josef Spängler übernahmen das Geschäft und lösten es 1893 mit dem Verkauf an Max Gehmacher auf.

Ihr Onkel Alois Spängler, Politiker und Bürgermeister der Stadt Salzburg, übernahm 1832 neben seinem Tuchhandelsgeschäft auch die Salzburger Vertretung der Ersten Österreichischen Sparkasse. Er war somit der erste Bankier in der Familie und beteiligte sich 1855 auch an der Gründung der Salzburger Sparkasse.

Der Aufbau eines eigenen Bankhauses oblag jedoch seinem Sohn Carl. Dieser stieg 1854 in das Geschäft Johann Alois Dureggers ein und heiratete ein Jahr darauf dessen Tochter Leopoldine. Johann Alois Duregger hatte seinem Speditions- und Wechselgeschäft, das wiederum auf eine bereits im Jahr 1590 urkundlich erwähnte Faktorei zurückgeht, bereits 1828 eine Bankabteilung hinzugefügt und diese gewerberechtlich angemeldet. Die Einrichtung dieser Bankabteilung in seinem Geschäft bildet somit den Gründungszeitpunkt des Bankhaus Spängler.

Während Duregger sein Hauptaugenmerk noch auf das Kommissions- und Speditionsgeschäft gerichtet hatte, widmete sich Carl Spängler vermehrt dem Geldgeschäft. Er erwarb mehrere Faktoreien, darunter jene von Sigmund Haffner und Lorenz Hagenauer und baute das Bankgeschäft ab 1855 unter dem Namen „Spängler & Trauner“ aus. 1870 gab er das Warengeschäft endgültig auf.

Ursprünglich am Mozartplatz Nr. 4 untergebracht übersiedelte das damalige Bank- und Wechselgeschäft Carl Spängler 1906 in das 1881 von Valentin und Jakob Ceconi errichtete und in den Jahren von 1905 bis 1906 nach Plänen von Jakob Ceconi und Karl Pirich umgestaltete und aufgestockte Bazargebäude in der Schwarzstraße 1, das bald darauf von den bisherigen Eigentümern Baldi und Musch in den Besitz des Bankhauses überging.

Durch solide Eigentumsverhältnisse überstand die älteste Privatbank Österreichs sowohl die Finanzkrise der österreichisch-ungarischen Monarchie im Jahr 1873, als auch die schwierigen Jahre der Weltwirtschaftskrise in den 1930ern sowie die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts und leistete einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung im Bundesland Salzburg. Unter anderem beteiligte sich das Bankhaus an der Errichtung der „Salzburger Eisenbahn- und Tramwaygesellschaft“ (heute Salzburger Lokalbahn) und der „The Kellner Partington Paper Pulp Gesellschaft" in Hallein.

Geschäftsfelder

Die Geschäftstätigkeiten des Bankhaus Spängler umfassen das gesamte Leistungsspektrum einer Privatbank vom Einlagen- und Kreditgeschäft bis hin zum Wertpapiergeschäft. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Beratung mit den Schwerpunkten Privatvermögen und Familienunternehmen.

Geschäftsführung

Vorstand

Dr. Helmut Gerlich (Sprecher)
Dr. Werner Zenz
Dr. Rudolf Oberschneider
Mag. Franz Welt

Aufsichtsrat

KR Heinrich Spängler (Vorsitzender)
Hon. Prof. Mag. Dr. Johann Bertl
Dr. Reinhard Fritz
Dr. Arno Gasteiger
Gisela König
Alois Silberer
Wolfram Stöphasius
Dr. Heinrich Wiesmüller

Adressen

Postanschrift
Bankhaus Carl Spängler & Co. AG
Postfach 41
5020 Salzburg
Stammhaus
Bankhaus Carl Spängler & Co. AG
Schwarzstraße 1
5020 Salzburg
Telefon: +43 662 - 86 86 – 0
Fax: +43 662 - 86 86 - 158
E-Mail: bankhaus@spaengler.at

Filialbetriebe und Tochtergesellschaften

Filialen

Das Bankhaus Spängler unterhält in der Stadt Salzburg sowie in Zell am See und Kaprun Filialen. Außerhalb Salzburgs führt das Unternehmen Filialbetriebe in Wien, Linz und Kitzbühel.

Spängler IQAM Invest GmbH

DDie Spängler IQAM Invest GmbH wurde 1988 als Tochtergesellschaft des Bankhauses gegründet und widmet sich der Auflage von Investmenfonds.

==Quellen==
  • Brigitte Heuberger: Handelsbeziehungen zwischen Venedig und Salzburg am Beispiel der Familien Spängler. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 125. Im Selbstverlag der Gesellschaft. Salzburg 2005.
  • Bankhaus Spängler – die Traditionsbank mit „Bazar“ erstrahlt in neuem Glanz. In: Bastei. Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg. 52. Jahrgang. 1. Folge. März 2003.
  • Ilse Maltzan: Studien zum Werk des Salzburger Architekten Karl Pirich (1875-1956). In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 132. Im Selbstverlag dr Gesellschaft. Salzburg 1992. Seite 553 (Bazargebäude)
  • Manfred W. K. Fischer: Dokumentation „Wirtschaftsdenkmäler in Salzburg“. Eine regionale Bestandsaufnahme mit Hilfe einer computergestützen Datenbank. In: Salzburg Archiv. Band 16. Verein „Freunde der Salzburger Geschichte“. Im Selbstverlag des Vereines. Salzburg 1993. Seite 257f (Geld-, Kredit- und Versicherungswesen – Bankhaus Spängler, Stadt Salzburg).
  • Manfred W. K. Fischer: Wirtschaftsarchitektur in Salzburg. Bauten-Einrichtungen-Werkzeuge. Roland Floimair (Hg.). Verlag Anton Pustet. Salzburg – München 1997. ISBN 3-7025-0354-4. Seite 151f (Bankhaus Spängler. Stadt Salzburg).
  • Homepage Bankhaus Spängler

Literatur

  • Richard Ahne: 100 Jahre Bankhaus Spängler. Salzburg 1928
  • Gertrude Mayr: Geschichte des Bankhauses Carl Spängler & Co. Phil. Diss. Univ. Wien 1973.
  • Harald Pfeil: Die Entwicklung des Bankhauses Carl Spängler & Co nach 1945 – historische Betriebsanalyse. Diss. Linz 1986
  • Festschrift zum Familientag 1977. „300 Jahre Wappenbrief Spängler & Stammbaum des Salzburger Zweiges der Familie Spängler. Salzburg 1977
  • Brigitte Heuberger: Handelsbeziehungen zwischen Venedig und Salzburg am Beispiel der Familien Spängler. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 125. Im Selbstverlag der Gesellschaft. Salzburg 2005.

Weblinks