Mozarteum (Gebäude)
Für Informationen über die Internationale Stiftung Mozarteum und über die Universität Mozarteum informieren eigene Artikel.



Das Mozarteum ein bekanntes Konzerthaus in der Stadt Salzburg und Sitz der Internationalen Stiftung Mozarteum. Das Gebäude zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt.
Lage
Der Mozarteum befindet sich an der Schwarzstraße in der rechtsufrigen Altstadt von Salzburg.
Geschichte
Der bereits 1856 geschaffene Mozart-Bauverein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, für das Mozarteum, welches zuerst im Kapellhaus in der Sigmund-Haffner-Gasse, später in der Alten Universität (an der Seite der Hofstallgasse, Ecke Max-Reinhardt-Platz) untergebracht war, ein eigenes Gebäude errichten zu lassen. 1901 wurde dieses Vorhaben wieder mit Nachdruck verfolgt. 1907 erwarb der Verein die Villa Lasser des ehemaligen Innenministers Josef von Lasser in der Schwarzstraße.
1909 wurde ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben, der vorsah, unter Einbeziehung der Villa ein Gebäude zu schaffen, das einen Konzertsaal beinhalten und Platz für die Musikschule, ein Mozartarchiv und die Verwaltung bieten sollte. 64 Architekten aus dem In- und Ausland nahmen an der Ausschreibung teil. Als Sieger ging Richard Berndl hervor, dessen im Münchner Späthistorismus gehaltenes Projekt von 1912 bis 1914 baulich umgesetzt wurde. Die Bauleitung hatte Architekt F. L. Schuster.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 6. August 1910 durch Kammersängerin Lilli Lehmann. Die Eröffnung des Festsaalgebäudes fand am 20. August 1914 statt. Die Räume im Verwaltungs- und Schulgebäude wurde bereits vorher dem Gebrauch übergeben. Die Salzburger Liedertafel konnte ihre Probenräume am 15. November 1913 beziehen.
Der große Festsaal, der 1 100 Menschen fasst, war zum Zeitpunkt der Errichtung zwischen München und Wien einer der sehr großen Konzertsäle in Mitteleuropa.
Am 1. Juli 1922 kam es zur Trennung von Stiftung und Hochschule, seither ist das Gebäude im Besitz der Stiftung Mozarteum.
Gebäude
Das Mozarteum gliedert sich in drei Gebäude bzw. Gebäudeteile:
- in das Konzerthaus mit dem Großen Saal und dem Foyer, das früher auch Mozarthaus genannt wurde.
- in das Schulgebäude mit dem Wiener Saal , den verschiedenen Räumen für Proben, Schulunterricht und für die Direktion; die vier Plastiken über der Attika am Mittelrisalit stellen die musikalischen Tempi "Adagio", "Allegro", "A la Marcia" und "Menuetto" dar und wurden vom Bildhauer Karl Killer aus Kupfer getrieben. Hohlkehle Mozart-Neon-Schriftzug: "Ich möchte alles haben, was gut, ächt und schön ist!" von Sylvie Fleury.
- Verbindungstrakt, wo sich der Pausenraum befindet - von dem man über eine Brücke zum Garten auf der Wehrmauer gelangt - , sowie einem kleinen Innenhof mit dem Amorbrunnen
Der 'Große' und der 'Wiener Saal' werden regelmäßig vom Mozarteum Orchester, der Camerata Salzburg, den Salzburger Festspielen sowie Konzerte andere Orchester und für Kulturveranstaltungen genutzt.
Baukünstlerische Gestaltung
Architektur und Ausstattung der Gebäudetrakte verschmelzen im Stil des Historismus zu einer einheitlichen künstlerischen Gestaltung, die unterschiedliche Formen aus Barock, Klassizismus und Jugendstil zeigen und zu einem Gepräge vereinen. Die starke Gliederung der Fassaden gleicht die Gebäudetrakte an das barocke Stadtbild an und überspielt die Unterschiede in Niveau und Höhe der drei Gebäudetrakte.
Die beiden Plastiken an der Fassade des Verwaltungs- und Schulgebäudes stellen die "geistliche Musik" und die "weltliche Musik" dar und wurden von Professor Georg Roemer aus Bronze geschaffen. Die vier Plastiken über der Attika am Mittelrisalit stellen die musikalischen Tempi "Adagio", "Allegro", "A la Marcia" und "Menuetto" dar und wurden vom Bildhauer Karl Killer aus Kupfer getrieben.
An der Fassade unter der Hohlkehle befindet sich ein Wolfgang Amadé Mozart nachgesagter Spruch in Neonleuchtschrift: "Ich möchte alles haben, was gut, ächt und schön ist!". Die Schweizer Objekt-Künstlerin Sylvie Fleury (* 1961), hatte dieses Kunstobjekt, basierend auf Mozart´s Briefen und Notenblättern, anlässlich des ersten Dialoge-Festivals 2005 und für das Mozartjahr 2006 geschaffen. Indem Satz und Noten sich stereotyp wiederholen und mit dem Leuchtmittel Neon wird ein Bezug zur Moderne, erinnernd an Andy Warhol, hergestellt.[1]
Die Plastik aus Bronze in der Eingangshalle zum Großen Saal zeigt "Mozart als Apollo Musagetes" und wurde von Edmund Hellmer geschaffen. [2]
Im Großen Saal stammt der plastische Schmuck aus Stuck von Joseph Wackerle in Berlin. Die fünf Medaillons im Stiegenhaus schuf Julius Diez, damals Lehrer an der Kunstgewerbeschule München, im Jugendstil. Sie zeigen "Pan mit Panflöte", "Apollon mit Laute", "Ares mit Horn und Fackel", "Aphrodite mit Harfe" und "Theater und Musik".
Im Wiener Saal schmückt die Decke ein Medaillon aus Stuck, das Phöbus Apollo auf dem Sonnenwagen zeigt. Es wurde vom Münchner Plastiker Konrad Buchner geschaffen.
Nachstehender Text ist noch nicht fertig gestaltet - mit allfälligen Korrekturen bitte warten. Admin. Peter 22. Oktober 2022





Projekt Neubau Verbindungstrakt
Die Stiftung Mozarteum plant das Mozarteum-Gebäude an der Schwarzstraße umzugestalten. Ziel der Planung ist, den Verbindungsbau neu zu errichten. Dies ist notwendig, weil der nur 60 m² große Pausenraum für die Zahl der Konzertgäste völlig unzureichend ist. "Zum Teil prügeln sich da bei Konzerten im Großen Saal in der Pause 800 Leute um den Sekt," sagt Geschäftsführer Tobias Debuch. Präsident Johannes Honsig-Erlenburg betont, dass der Verbindungstrakt von Anfang an ein Provisorium gewesen sei: "Denn die Gebäude haben ein unterschiedliches Niveau. Das sieht man an der Hühnertreppe hinauf zum Wiener Saal. Und der Innenhof dazwischen ist ein karges, graues Loch." Durch den Umbau solle das Mozarteum-Gebäude barrierefrei werden und der rückseitige Garten Richtung Heckentheater, der bisher nur den Konzertbesuchern zugänglich war, besser zur Geltung kommen. Auch ein Cafe-Betrieb sei denkbar. Das Projekt kostet etwa fünf bis zehn Millionen Euro. Honsig-Erlenburg rechnet frühestens mit einem Baubeginn im Februar 2021. "Und wegen des Konzertbetriebs, für den wir den Bau unterbrechen, wird die Bauzeit zwei bis drei Jahre betragen."[3]
Eine Glas-Stahl-Konstruktion des Salzburger Architektenbüros Maria Flöckner und Hermann Schnöll soll das ewige Provisorium des alten Pausenraumes beseitigen und eine den heutigen Bedürfnissen entsprechendes Angebot mit Barrierefreiheit schaffen. Die Planung sieht vor, dass eine helle Glas-Stahlkonstruktion zwischen dem Verwaltungs- und Schultrakt (Schwarzstraße 26) und dem Konzerttrakt (Schwarzstraße 28) errichtet wird. Ebenerdig entsteht dadurch auf rund 200 Quadratmetern ein erweiterter Eingangsbereich. Diese lassen sich als zusätzliche Veranstaltungsräume oder als Café nutzen. Die beide großen Gebäude treten klar getrennt hervor und es entsteht eine Sichtachse zum Mirabellgarten. Ein neuer Treppenaufgang und ein Lift ermöglichen den barrierefreien Zugang zum Studientrakt und zum Wiener Saal. Im Keller sollen zusätzliche Künstlerzimmern, Depot- und Technikräume, sowie größere Toiletten entstehen.
Das Bundesdenkmalamt befürwortet das Projekt, weil die Planung einen Bereich betrifft, der für den Denkmalschutz nur eine untergeordnete Rolle einnimmt. Der Neubau schafft in einer zeitgemäßen Formensprache die Vermittlung zwischen den beiden Gebäuden, die der Altbestand nicht geschafft hat sagt Landeskonservatorin Eva Hody.[4]
Oktober 2022: Das neue Foyergebäude der Internationalen Stiftung Mozarteum ist fertiggestellt
Die lichtdurchflutete Glas-Stahl-Konstruktion verbindet die Gebäudeteile des Mozarteums und schafft Offenheit und Platz für die Zukunft Ein langgehegter Wunsch der Internationalen Stiftung Mozarteum ist endlich Realität: Das neue Foyergebäude ist fertiggestellt und die erste Etappe der Renovierung des Großen Saals abgeschlossen. Dieser Neubau bedeutet einen Meilenstein in der über 140-jährigen Geschichte der Stiftung Mozarteum. In zwei Jahren Bauzeit entstand im ehemaligen Innenhof des Mozarteums anstelle des alten Pausenfoyers ein großzügig dimensionierter, lichtdurchfluteter Raum, der die beiden Gebäudekomplexe funktional aber architektonisch höchst ansprechend verbindet. 370 m² gewonnene Fläche auf zwei Ebenen eröffnet neben der Pausenbewirtung nun zahlreiche neue Nutzungsmöglichkeiten. „Mit diesem Neubau haben wir das altehrwürdige Mozarteum für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht“, resümiert Rainer Heneis, Geschäftsführer der Stiftung Mozarteum, und fügt hinzu: „Das denkmalgeschützte Gebäude ist nun barrierefrei, technisch auf dem letzten Stand und entspricht allen Sicherheitsanforderungen, was uns viele spannende Optionen bietet.“ Präsident Johannes Honsig-Erlenburg: „Niemand mag sich mehr an das alte, nur 60 m² große Pausenfoyer erinnern, an das Geschiebe vor dem Buffet und in den Gängen. Was für eine Freude, dass die beengte Notlösung nun einem großzügigen Neubau gewichen ist! Einem Neubau in moderner Formensprache, mit dem die Stiftung ihre Öffnung nach Außen auch symbolisch zeigt. Das Foyergebäude schafft erstmals eine adäquate Verbindung zwischen den Gebäudeteilen, aber auch im Stadtraum zwischen Schwarzstraße und dem Mirabellgarten. Und das Wichtigste: Mehr Raum für Mozart bedeutet mehr Platz für unser tolles Publikum und unsere großartigen Künstlerinnen und Künstler. Mozart lebt nicht nur, jetzt kann er im ‚neuen‘ Mozarteum so richtig durchatmen!“
Erich Marx, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Mozarteum: „Als wir mit den ersten Überlegungen und dann mit dem Architektenwettbewerb begannen, ahnte niemand etwas von einer Pandemie. Heute kann man sich das Gedränge im viel zu kleinen alten Pausenraum nicht mehr vorstellen. Auch wenn es mit all den schwierigen Rahmenbedingungen ein extrem herausforderndes Projekt war, manchmal braucht man auch etwas Glück, und die Stiftung Mozarteum handelte genau zum richtigen Zeitpunkt.“
Ausgangssituation – eine 100jährige Notlösung
Das Mozarteum mit seinen beiden markanten Gebäudeteilen, dem Verwaltungs- und Schultrakt (Schwarzstraße 26) und dem Konzerttrakt (Schwarzstraße 28), wurde vom Münchener Architekten Richard Berndl von 1912 bis 1914 errichtet. Berndl sah jedoch zu diesem Zeitpunkt keinen Pausenraum für die Gebäude vor, sodass später die Besucher:innen der Konzerte mit einem zusätzlich errichteten Provisorium von 60 m² Vorlieb nehmen mussten. Der Eindruck einer Verlegenheitslösung war den Gästen des Mozarteums über die Jahrzehnte bestens bekannt: Bei einem ausverkauften Großen Saal wurde den bis zu 800 Besucher:innen in den Pausen eine beengte und unerträgliche Situation zugemutet. Zudem war der Verwaltungs- und Schultrakt mit dem Wiener Saal nicht barrierefrei zugänglich.
Von der Idee bis zur Fertigstellung
Erste Ideen und Vorstellungen für ein neues Pausenfoyer im denkmalgeschützten Mozarteum kamen bereits 2014 anlässlich des 100 Jahr-Jubiläums des Mozarteums auf. Die konkreten Planungs- und Vorbereitungsarbeiten starteten 2016 und mündeten 2017 in einen zweistufigen internationalen Architektenwettbewerb, zu dem insgesamt 18 Architekturbüros von London bis Tokio eingeladen wurden. 2018 fiel die einstimmige Entscheidung der Jury auf den Entwurf des Salzburger Architektenteams Maria Flöckner und Hermann Schnöll. 2019 erfolgten die Einreichplanung in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und der Sachverständigenkommission für die Altstadterhaltung in Salzburg und 2020 dann die Bauverhandlung. Anfängliche Differenzen mit ICOMOS Austria als Hüter des Welterbes Salzburger Altstadt konnten ausgeräumt werden. Am 23. September 2020 begannen die Bauarbeiten, die nach den ersten Planungen bis 1. Juli 2022 abgeschlossen sein sollten. Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen auf das öffentliche und wirtschaftliche Leben in Österreich sowie der Ukrainekrieg hatten natürlich auch auf die Stiftung Mozarteum und die Bauarbeiten massive Auswirkungen. Weltweite Lieferprobleme bei verschiedensten Baumaterialien und erhebliche Preissteigerungen betrafen auch die beteiligten Firmen, sodass festgelegte Termine nicht eingehalten werden konnten, und es zum Teil sehr schwierig war, für manche Aufträge Firmen zu finden. Diese Probleme führten dazu, dass sich der Fertigstellungstermin verzögerte und die Eröffnung auf Oktober 2022 verschoben werden musste. Bauunterbrechungen gab es zudem jeweils im Sommer 2021 und 2022 für die Salzburger Festspiele. 2021 wurde die Renovierung des Großes Saal beschlossen, die erste Sanierungsetappe startete im Februar 2022. 2024 wird die Renovierung des Großen Saals abgeschlossen sein.
Kosten und Finanzierung
Die Finanzierung des Neubaus setzt sich zu je einem Drittel an Eigenmitteln, an Förderungen durch die öffentliche Hand und durch private Mäzene zusammen. Waren die Kosten des Neubaus anfangs mit rund zehn Millionen Euro kalkuliert, stiegen diese aufgrund der Preissteigerungen auf dem Baumarkt auf 11,68 Millionen Euro. Das Projekt der Renovierung, Restaurierung und Modernisierung des Großen Saals wurde deshalb um ein Jahr gestreckt, die Fertigstellung ist für Sommer 2024 geplant. Für die Finanzierung des Neubaus konnten Bund, Land und Stadt Salzburg gewonnen werden. Zu großem Dank ist die Stiftung Mozarteum zudem zahlreichen Förderern verpflichtet, ohne die der Neubau nicht möglich gewesen wäre: Zwei private Großsponsoren – Dr. phil. Nicola Leibinger-Kammüller und Heinz-Hermann Thiele – stellten für den Neubau erhebliche Mittel zur Verfügung; diverse Projekte im Zuge des Neubaus wurden von verschiedenen privaten Fördern großzügig unterstützt und eine große Anzahl an Unterstützern fand sich für die Aktionen „Mein Stein für Mozart“ und „Mein Sitz für Mozart“. Das Bauprojekt wurde – neben der Kernerstellung durch die Stahlbau- und Fassadenfirma PICHLER Projects aus Bozen – überwiegend mit heimischen Professionisten umgesetzt.
Das neue Foyergebäude – ein funktionales, architektonisches Highlight
„Das Siegerprojekt überzeugt mit einem Konzept, das den Raum zwischen den Bestandsgebäuden für Licht und Durchblicke öffnet und die historischen Fassaden atmosphärisch in das neue Ambiente einbezieht. Zusätzlich wurden alle Anforderungen überzeugend gelöst und zusätzliche Bespielungsszenarien für das Mozarteum geschaffen“, begründet die Jury 2018 das einstimmige Votum für das Projekt des Salzburger Architektenteams. Maria Flöckner und Hermann Schnöll erläutern: „Unser Entwurfsansatz sah vor, nach Wegnahme der sperrenden Hofbaueinbauten einen durchsichtigen Foyerraum, eingehängt an der Schnittstelle der Stadträume zu den historischen Baubeständen, verbindend wirksam werden zu lassen. Mit Offenheit verbinden ist aber auch ein Paradoxon. Die gestalterische Antwort dazu war ein technisches Instrument, eine begehbare, dreidimensionale Raumstruktur aus Glas und Stahl. Heute verbindet sie das Mozarteum mit der Stadt.“
Leicht, hell und elegant fügt sich das neue Foyergebäude zwischen die denkmalgeschützten Gebäudeteile des Mozarteums ein. Die filigran wirkende Glas-Stahl-Konstruktion ließ einen Begegnungsraum mit zwei neuen Foyers entstehen. Im ersten Stock bietet das Große Foyer mit 170 m² ausreichend Platz für eine angenehme Pausensituation rund um die Veranstaltungen und erschließt das Konzertgebäude über eine breite Glasbrücke zum Bastionsgarten. Dank des zusätzlichen Platzangebots sind alle Abläufe vor und nach dem Konzerterlebnis sowie in den Pausen bequem und mit ausreichend Abstand zu gewährleisten.
Im Erdgeschoss öffnet das Stadtfoyer auf 200 m² den Zugang zur barocken Bastionsmauer. Erstmals wird hier der schon im ursprünglichen Konzept von Architekt Berndl vorgesehene Wandbrunnen an der Bastionsmauer in das Ensemble einbezogen und sichtbar.
100 Tonnen Stahl wurden von der Stahlbau- und Fassadenfirma PICHLER Projects im Foyergebäude verbaut. Die einzelnen, je fünf bis sechs Tonnen schweren Stahlteile wurden vor Ort verschweißt; die Montagearbeiten erforderten wegen der besonderen Statik des über 100 Jahre alten Gebäudes Fingerspitzengefühl, auch deshalb, weil sogar der Verputz denkmalgeschützt ist. Ein Highlight ist auch der blickdichte Glasboden im Großen Foyer. Das Bodenglas weist eine zarte Ornamentstruktur auf, die wie Eisblumen anmuten. Die Glasplatten werden dabei in alter Verfahrenstechnik mit einem speziellen Ätzverfahren bearbeitet. Beide Foyers sind mit modernster Eventtechnik ausgestattet, was wiederum eine breite Palette an neuen Veranstaltungsmöglichkeiten eröffnet.
Für die Pausenbewirtung und das Catering in den neuen Foyers des Mozarteums bei den diversen Veranstaltungen konnte das Wiener Gastonomieunternehmen Impacts gewonnen werden, das seit April auch in Salzburg als Caterer tätig ist.
Neue Toilettenanlagen, Künstlergarderoben, Depot- und Technikräume, die neue Wiener Treppe und ein zusätzlicher Aufzug für den barrierefreien Zugang zum Hauptgebäude/Wiener Saal ermöglichen den Besucher:innen und Künstler:innen nun einen entspannten und sicheren Aufenthalt in den Räumlichkeiten der Stiftung Mozarteum und sorgen für eine zeitgemäße Infrastruktur in dem historischen Ensemble.
Die Öffnung des Bastionsgartens
Das Foyergebäude öffnet durch seine verbindende Anlage eine neue Achse von der Schwarzstraße zum Mirabellgarten mit der Zielsetzung einer verstärkten Nutzung des Bastionsgartens für Veranstaltungen, vor allem im Sommer. In Gesprächen mit der Stadt Salzburg wurde zudem darüber Einigkeit erzielt, den Bastionsgarten noch weiter zu öffnen und an das wenig genutzte Heckentheater anzubinden. Durch die direkte Anbindung an den Bastionsgarten und das Foyergebäude wird damit auch ein moderner Veranstaltungsbetrieb inkl. Toiletten und Catering für das barocke Heckentheater möglich.
Renovierung Großer Saal
Der Große Saal – Herzstück des Mozarteums – zählt zu den schönsten und besten Konzertsälen der Welt und gilt seit seiner Eröffnung im Jahr 1914 als idealer Aufführungsort für die Werke Mozarts. Bekannt für seine außerordentliche Akustik begeistert dieser Saal Konzertbesucher:innen und Musiker:innen seit Generationen. Renommierte Orchester wie die Wiener Philharmoniker oder das Mahler Chamber Orchestra, Dirigenten wie Richard Strauss, Dietrich Fischer-Dieskau, Claudio Abbado, Herbert von Karajan, Karl Böhm, Sir Simon Rattle, Nikolaus Harnoncourt, Marc Minkowski, Daniel Barenboim und Künstler:innen wie Cecilia Bartoli, Mitsuko Uchida oder Anne Sophie Mutter tragen seit über 100 Jahren zur besonderen Aura dieses Ortes bei. Von Anfang an wurden die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Großen Saals geschätzt. Er ist nicht nur der ideale Ort für große Orchesterklänge und Kammermusik, sondern auch für Veranstaltungen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Charakters. Bei den Mozarteums-Redouten wurde in den 1920er Jahren getanzt, hier fanden Filmvorführungen und Misswahlen ebenso statt wie Tagungen und Galadiners. 1955 wurde der Große Saal erstmals renoviert und dem Zeitgeschmack angepasst. Eine Generalsanierung erfolgte 1985/86.
Seit Februar 2022 findet die nächste umfassende Renovierung, Restaurierung und Modernisierung in drei Etappen statt. In der ersten Sanierungsphase wurden der Parkettboden erneuert und der Sitzkomfort erhöht, d. h. die Bestuhlung behutsam restauriert und neu gepolstert. Zudem kann die gesamte Bestuhlung nun auch rasch demontiert werden, damit der Saal für Veranstaltungen auch ohne Saalbestuhlung flexibel genutzt werden kann, wie etwa Bälle, Bankette oder dergleichen. Klima-, Strom-, Konzertsaaltechnik und der Brandschutz wurden ebenfalls modernisiert. Im Frühjahr 2023 wird die Renovierung des Großen Saals fortgesetzt. Ab Ostern ist die Restaurierung der Raumschale geplant. Bis Juli werden die Wandoberflächen und Vergoldungen nach historischen Vorgaben wieder in den Originalzustand der Eröffnung von 1914 zurückgeführt. 2024 ist zwischen Mai und Juli der Umbau des Balkonbereichs geplant. Der Teppichboden wird durch Parkett ersetzt, die Balkonbrüstung mit einer neuen Abdeckung versehen und die Logentrennwände und Vorhänge werden erneuert. Danach erfolgt eine Wartung der Propter Homines-Orgel.
Bilder
Mozarteum (Gebäude) – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Quellen
- Haslinger, Adolf, Mittermayr, Peter (Hrsg.): "Salzburger Kulturlexikon", Residenz Verlag, Salzburg-Wien-Frankfurt/Main 2001, ISBN 3-7017-1129-1
- Internationale Stiftung Mozarteum
- anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 25. Juni 1914
- mozarteum.at/presse, Presse download "Mehr Raum für Mozart. Das neue Foyergebäude ist fertiggestellt.", abgefragt am 22. Oktober 2022