Salzburger Kaffeehäuser: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 26. September 2008, 14:12 Uhr
Die Tradition der Salzburger Caféhäuser reicht bis ins Jahr 1700 zurück und zählt noch heute zu einem wichtigen Teil des Salzburger Gesellschaftslebens.
Die Geschichte des Caféhauses
Die Heimat der Kaffeebohne ist das Hochland von Abessinien in Äthiopien, die Provinz Kaffa. Über den Orient, im Besonderen Istanbul (früher Konstantinopel), fand die Kaffeebohne und damit auch das anregende Getränk seinen Weg nach Europa.
Man nimmt an, dass der in Polen geborene und in Wien lebende Kaufmann Georg Franz Kolschitzky (* 1640 in Polen; † 20. Februar 1694 in Wien) 1683 das erste österreichische Caféhaus in Wien eröffnet hatte. 500 eroberte Kaffeesäcke erhielt er nach der zweiten Türkenbelagerung für seine Kundschafterdienste.
Doch es soll schon 1647 ein Caféhaus in Venedig, Italien, eröffnet worden sein, das demnach das erste Caféhaus in Europa war. Es folgten weitere Cafés in Italien, vor allem in Oberitalien. Turin wurde eine Hochburg der Cafés (und der Schokolade!), was noch heute in den vielen Caféhäusern zu sehen ist. Aber auch in Triest und Mailand wurden die Caféhäuser geschätzte Treffpunkte.
In Wien wurde das Café zunächst nur sehr zögerlich angenommen. 1688 gab es vier Cafés und noch 1747 zählte man Kaffee zu den exklusiven Getränken. Erst zur Zeit von Kaiserin Maria Theresia setzte sich das Café trotz seines bis dahin schlechten Rufs (Treffpunkt der feschen und leichten Mädels) als beliebter Treffpunkt aller Gesellschaftsschichten durch.
Stundenlanges ungestörtes Zeitunglesen bei einer Tasse Kaffee und einem Glas Wasser, angeregte Gespräche und das Schreiben von Romanen oder Gedichten – so stellte sich das Café dann im 19. Jahrhundert in Österreich dar. Literaten wie Stefan Zweig (1881–1942) oder Emil Honoré de Balzac (1799–1850) waren begeisterte Kaffeetrinker und Caféhaus-Besucher.
Übrigens, neueste Forschungen haben bewiesen, dass Kaffee den Körper nicht entwässert. Somit ist die lieb gewonnene Tradition, ein Glas Wasser zum Kaffee zu trinken, wohl mehr dem Wohlgefühl dienend als den Wasserhaushalt des Menschen zu regulieren.
Die Geschichte der Salzburger Caféhäuser
Sie beginnt mit Johann Georg Fritsch, einem Deutschböhmen, der 1700 vom Erzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein die Erlaubnis erhält, ein Cafégewölb zu eröffnen. Aus diesem Cafégewölb wurde dann das Café Staiger-Tomaselli.
1824 beginnt die lange Tradition des Cafés Mozart, dass schon zur Zeit der Gründung Billardtische hatte und später als Schach-Café bekannt wurde. Das Café Bazar wurde nach Plänen von Valentin und Jakob Ceconi erbaut und zählt, ebenso wie das Café Tomaselli, zu den noch bestehenden Traditionscafès in der Stadt Salzburg.
Beim Schmökern durch die unten stehenden Café-Links werden die Leser aber auch über längst geschlossene Cafés stolpern und somit vielleicht beim nächsten Stadtbummel sich auf Spurensuche begeben.
Cafés
- Café Austria
- Café Bazar – Schwarzstraße, Salzburg
- Café Bristol – Makartplatz, Salzburg
- Café Central – Schwarzstraße, Salzburg
- Café Corso – Giselakai, Salzburg
- Café Fingerlos – Franz-Josef-Straße, Salzburg
- Café Getreidegasse – Getreidegasse, Salzburg
- Café Glockenspiel – Mozartplatz, Salzburg
- Café Großglockner, heute Café Wernbacher – Franz-Josef-Straße, Salzburg
- Café Hötzendorf – Café Stranzky – Getreidegasse, Salzburg
- Café Koller – Café National – Café Krimmel – Rainerstraße, Salzburg
- Café Lobmayr – Universitätsplatz, Salzburg
- Café Mirabell-Casino, Salzburg – Neustadt
- Das Gerlich'sche und das Erich'sche Caféhaus (heute Café Mozart) – Getreidegasse, Salzburg
- Café Pitter – Rainerstraße, Salzburg
- Café Posthof – Kaigasse, Salzburg
- Café Sport – Linzer Gasse, Salzburg
- Café Staiger-Tomaselli – Alter Markt, Salzburg
- Café Stockinger - Getreidegasse, Salzburg
- Café Endres (heute Café Wasserfall) – Linzer Gasse 10, Salzburg
- Café Wernbacher – Franz-Josef-Straße, Salzburg
- Café Winkler – auf dem Mönchsberg, Salzburg
- Café Zeller – Café Koller – Café Lohr – Linzer Gasse, Salzburg
Café-Konditoreien
- Café-Konditorei Schatz – Schatz-Durchhaus, Altstadt Salzburg
- Café-Konditorei Fürst – Brodgasse, Salzburg
Quellen
- Schriftenreihe des Vereins Freunde der Salzburger Geschichte, 1995, Beitrag Walburg Schobersberger: Vom Cafégewölb zum Literatencafé
- Eigenbeitrag von Peter Krackowizer (Einleitung)