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| | Simon (III.) Baron von Hagenauer war in seiner Jugend ein begeisterter Jäger, Segler und Reiter und besaß später auch Rennpferde. Er wurde wie sein Vater Jurist und während des Ersten Weltkrieges Amtsleiter in der Bezirkshauptmannschaft Windischgraz. Der Bezirk Windischgraz wurde 1919, nach dem Vertrag von Saint-Germain, dem Königreich Jugoslawien zugewiesen. Danach war er als Bezirkskommisär bei der Landeshauptmannschaft in Graz tätig. 1922 wechselte Dr. Simon Hagenauer in die Burgenländische Landeshauptmannschaft und wohnte vorerst in einer angemieteten Villa in Bad Sauerbrunn, wo sich der provisorische Sitz der burgenländischen Landesregierung befand. Im Jahr [[1924]] heiratete Baron von Hagenauer die ebenfalls aus sehr religiösem Haus stammende Steirerin Berta Ritter in Graz, Trauzeugen waren sein Freund Alphons Ivo Baron de Quiqueran-Beaujeu sowie der steiermärkische Landeshauptmann Anton Rintelen. [[1925]] wurde ihr Sohn Wolfgang (VI.) in Wien von Prof. Heinrich Peham Ritter von Bojernberg entbunden, der später durch eine Heirat mit ihnen verwandt werden sollte. Pate von Wolfgang wurde sein Onkel Ludwig Freiherr von Cornaro (über die Freiherren von Spaun verwandt). | | Simon (III.) Baron von Hagenauer war in seiner Jugend ein begeisterter Jäger, Segler und Reiter und besaß später auch Rennpferde. Er wurde wie sein Vater Jurist und während des Ersten Weltkrieges Amtsleiter in der Bezirkshauptmannschaft Windischgraz. Der Bezirk Windischgraz wurde 1919, nach dem Vertrag von Saint-Germain, dem Königreich Jugoslawien zugewiesen. Danach war er als Bezirkskommisär bei der Landeshauptmannschaft in Graz tätig. 1922 wechselte Dr. Simon Hagenauer in die Burgenländische Landeshauptmannschaft und wohnte vorerst in einer angemieteten Villa in Bad Sauerbrunn, wo sich der provisorische Sitz der burgenländischen Landesregierung befand. Im Jahr [[1924]] heiratete Baron von Hagenauer die ebenfalls aus sehr religiösem Haus stammende Steirerin Berta Ritter in Graz, Trauzeugen waren sein Freund Alphons Ivo Baron de Quiqueran-Beaujeu sowie der steiermärkische Landeshauptmann Anton Rintelen. [[1925]] wurde ihr Sohn Wolfgang (VI.) in Wien von Prof. Heinrich Peham Ritter von Bojernberg entbunden, der später durch eine Heirat mit ihnen verwandt werden sollte. Pate von Wolfgang wurde sein Onkel Ludwig Freiherr von Cornaro (über die Freiherren von Spaun verwandt). |
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| − | Zwischen 1921 und 1926 war der inzwischen zum wirkl. Hofrath ernannte Verfassungsjurist Dr. Simon Hagenauer in der burgenländischen Landes-Hauptmannschaft mit der Ausarbeitung der Gesetze für das jüngst zur Republik Österreich hinzugekommene Bundesland Burgenland betraut worden. Anlässlich des Anschlusses Burgenlands an Österreich 1922 war unter den Verfassungs-Gesetzen Burgenlands das Adelsaufhebungsgesetz jedoch nicht aufgezählt worden, da man aus realpolitischen Gründen die burgenländischen Adeligen pro-österreichisch stimmen wollte. Im Jahr [[1929]] war auch die päpstliche Baronie der Hagenauer durch die Lateranverträge, die zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Italien abgeschlossen wurden, als italienischer Adel anerkannt worden. In einem späteren königlichen Dekret Viktor Emanuel III. wurde der Freiherrenstand des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Simon (III.) de Hagenauer auf alle ehelichen Nachkommen als ''"Baroni de Hagenauer"'' ausgeweitet und bestätigt. In dieser Zeit war Berta Baronin von Hagenauer als Leiterin des katholischen Frauenreferates und des Mutterschutzwerkes im Burgenland aktiv und hatte intensive freundschaftliche Kontakte zu anderen politsch und sozial aktiven Frauen, wie zu Franziska Fürstin von Starhemberg (Fanny Starhemberg) oder Leopoldine Miklas (Frau des österreichischen Bundespräsidenten). [[1930]] übersiedelte die Familie nach Eisenstadt, nachdem dort das Gebäude der neuen Landesregierung fertiggestellt worden war. Interessant war auch die freundschaftliche Beziehung der Barone von Hagenauer zu Weinhändlern jüdischer Herkunft, wie zum Weingroßhändler Igor Spitzer und zu Sándor Wolf. Die von Wolf geführte Weingroßhandlung "Leopold Wolf Söhne" war eine der größten in der Donaumonarchie. Ab 1920 entwickelte Wolf eine Sammlerleidenschaft zur Geschichte des Burgenlandes und im Besonderen zur jüdischen Geschichte des Landes. 1926 gründete er das Burgenländische Landesmuseum, welches er im Leinnerhaus (Eisenstadt) des Familienunternehmens untergebracht hatte. 1938 wurde er von der Gestapo verhaftet, mußte auf sein Vermögen und seine Sammlung verzichten und floh über Triest nach Palästina. Auch Herr Spitzer wurde 1938 enteignet und versteckte sich bis Kriegsende in Wien, wobei ihm die Hagenauer geholfen hatten. In der NS-Zeit sollte Baronin Berta Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime werden. | + | Zwischen 1921 und 1926 war der inzwischen zum wirkl. Hofrath ernannte Verfassungsjurist Dr. Simon Hagenauer in der burgenländischen Landes-Hauptmannschaft mit der Ausarbeitung der Gesetze für das jüngst zur Republik Österreich hinzugekommene Bundesland Burgenland betraut worden. Anlässlich des Anschlusses Burgenlands an Österreich 1922 war unter den Verfassungs-Gesetzen Burgenlands das Adelsaufhebungsgesetz jedoch nicht aufgezählt worden, da man aus realpolitischen Gründen die burgenländischen Adeligen pro-österreichisch stimmen wollte. Im Jahr [[1929]] war auch die päpstliche Baronie der Hagenauer durch die Lateranverträge, die zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Italien abgeschlossen wurden, als italienischer Adel anerkannt worden. In einem späteren königlichen Dekret Viktor Emanuel III. wurde der Freiherrenstand des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Simon (III.) de Hagenauer auf alle ehelichen Nachkommen als ''"Baroni de Hagenauer"'' ausgeweitet und bestätigt. In dieser Zeit war Berta Baronin von Hagenauer als Leiterin des katholischen Frauenreferates und des Mutterschutzwerkes im Burgenland aktiv und hatte intensive freundschaftliche Kontakte zu anderen politsch und sozial aktiven Frauen, wie zu Franziska Fürstin von Starhemberg (Fanny Starhemberg) oder Leopoldine Miklas (Frau des österreichischen Bundespräsidenten). [[1930]] übersiedelte die Familie nach Eisenstadt, nachdem dort das Gebäude der neuen Landesregierung fertiggestellt worden war. Sicherlich prägend waren auch die freundschaftlichen Beziehungen der Barone Hagenauer zu ungarischen (burgenländischen) Weinhändlern jüdischer Herkunft, wie zum Weingroßhändler Igor Spitzer und zum Wiengroßhändler Sándor Wolf. Die von Wolf geführte Weingroßhandlung "Leopold Wolf Söhne" war eine der größten in der Donaumonarchie. Ab 1920 entwickelte Wolf eine Sammlerleidenschaft zur Geschichte des Burgenlandes und im Besonderen zur jüdischen Geschichte des Landes. 1926 gründete er das Burgenländische Landesmuseum, welches er im Leinnerhaus (Eisenstadt) des Familienunternehmens untergebracht hatte. 1938 wurde er von der Gestapo verhaftet, mußte auf sein Vermögen und seine Sammlung verzichten und floh über Triest nach Palästina. Auch Herr Spitzer wurde 1938 enteignet und versteckte sich bis Kriegsende in Wien, wobei ihm die Hagenauer geholfen hatten. In der NS-Zeit sollte Baronin Berta Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime werden. |
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| | [[1938]] wurde der Verfassungsjurist Baron Simon III., für den eine führende Stelle beim Obersten Gerichtshofs (OGH) vorgesehen gewesen war, nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich auf Grund seiner "untragbaren Gesinnung" seines Amtes enthoben und ohne Pensionsanspruch aus dem Staatsdienst entlassen. Er kehrte mit seiner Familie nach Wien zurück und starb bereits im Jahr [[1940]]. In Wien waren das Akademische Gymnasium sowie die Theresianische Akademie kurz nach dem "Anschluss" im Jahr 1938 von den Nationalsozialisten teilweise oder ganz geschlossen worden. 1940 sandte man daher Baron Wolfgang VI. (der vorher das Marieninstitut in Graz und dann das Akademische Gymnasium in Wien besucht hatte) in die Schweiz auf das St. Gallener Internat "Institut auf dem Rosenberg", um ihn dem Wunsch seines verstorbenen Vaters entsprechend der NS-Propaganda zu entziehen. Während eines Urlaubs im Dezember 1943 in Wien war Baron Wolfgang VI. auf Grund eines nach Berlin gesandten Spitzelberichtes, ''"Hagenauers politische Einstellung entspräche nicht nationalsozialistischen Intentionen und er verkehre in St. Gallen mit Juden"'', die Ausreise aus dem "Deutschen Reichsgebiet" verboten worden. Kurz darauf erhielt er die Einberufung zur Stellung. Nachdem somit seine Rückreise in das schweizer Internat unmöglich geworden war, legte Wolfgang die Matura gezwungenermaßen auf "deutschem Boden" im Benediktinergymnasium des Klosters Ettal (Garmisch-Partenkirchen, Bayern) ab. | | [[1938]] wurde der Verfassungsjurist Baron Simon III., für den eine führende Stelle beim Obersten Gerichtshofs (OGH) vorgesehen gewesen war, nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich auf Grund seiner "untragbaren Gesinnung" seines Amtes enthoben und ohne Pensionsanspruch aus dem Staatsdienst entlassen. Er kehrte mit seiner Familie nach Wien zurück und starb bereits im Jahr [[1940]]. In Wien waren das Akademische Gymnasium sowie die Theresianische Akademie kurz nach dem "Anschluss" im Jahr 1938 von den Nationalsozialisten teilweise oder ganz geschlossen worden. 1940 sandte man daher Baron Wolfgang VI. (der vorher das Marieninstitut in Graz und dann das Akademische Gymnasium in Wien besucht hatte) in die Schweiz auf das St. Gallener Internat "Institut auf dem Rosenberg", um ihn dem Wunsch seines verstorbenen Vaters entsprechend der NS-Propaganda zu entziehen. Während eines Urlaubs im Dezember 1943 in Wien war Baron Wolfgang VI. auf Grund eines nach Berlin gesandten Spitzelberichtes, ''"Hagenauers politische Einstellung entspräche nicht nationalsozialistischen Intentionen und er verkehre in St. Gallen mit Juden"'', die Ausreise aus dem "Deutschen Reichsgebiet" verboten worden. Kurz darauf erhielt er die Einberufung zur Stellung. Nachdem somit seine Rückreise in das schweizer Internat unmöglich geworden war, legte Wolfgang die Matura gezwungenermaßen auf "deutschem Boden" im Benediktinergymnasium des Klosters Ettal (Garmisch-Partenkirchen, Bayern) ab. |