Stadtpfarrkirche St. Andrä: Unterschied zwischen den Versionen
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===Die ursprüngliche Andräkirche=== | ===Die ursprüngliche Andräkirche=== | ||
Die ursprüngliche '''Andräkirche''' oder ''Kirche des Heiligen Andreas'' stand einst nächst dem [[Platzl]] - an der östlichen Ecke zur [[Dreifaltigkeitsgasse]]. Die ursprünglich gotische Kirche wurde zuerst unter [[Wolf Dietrich von Raitenau]] zu einem [[Renaissance]]bau umgestaltet und unter Erzbischof [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] [[1750]] mit hohem Aufwand erneut umgestaltet und [[Barock|barockisiert]]. Die Kirche wurde [[1818]] beim großen [[Stadtbrand Salzburg (rechtes Salzachufer)|Stadtbrand]] arg beeinträchtigt. Die beeinträchtigte Kirche wurde nach vielen Diskussionen zwischen Bürgern mit stark gegensätzlichen Haltungen [[1861]] im Auftrag der Stadtverwaltung abgetragen, wobei die Außenmauern größerenteils in das dort errichtete neue Bürgerhaus einbezogen wurden. | Die ursprüngliche '''Andräkirche''' oder ''Kirche des Heiligen Andreas'' stand einst nächst dem [[Platzl]] - an der östlichen Ecke zur [[Dreifaltigkeitsgasse]]. Die ursprünglich gotische Kirche wurde zuerst unter [[Wolf Dietrich von Raitenau]] zu einem [[Renaissance]]bau umgestaltet und unter Erzbischof [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] [[1750]] mit hohem Aufwand erneut umgestaltet und [[Barock|barockisiert]]. Die Kirche wurde [[1818]] beim großen [[Stadtbrand Salzburg (rechtes Salzachufer)|Stadtbrand]] arg beeinträchtigt. Die beeinträchtigte Kirche wurde nach vielen Diskussionen zwischen Bürgern mit stark gegensätzlichen Haltungen [[1861]] im Auftrag der Stadtverwaltung abgetragen, wobei die Außenmauern größerenteils in das dort errichtete neue Bürgerhaus einbezogen wurden. Am [[18. Februar]] [[1863]] brauste ein Orkan über Salzburg, der das Kupferdach des [[Salzburger Dom]]s zerstörte, die Kirchtürme von St. Andrä und [[Sankt Johannes am Imberg]] mitsamt den Glocken auf die umliegenden Häuser warf<ref>Quelle [[Salzburger Miniaturen]], Band 4</ref>. | ||
===Neubau und Wiederaufbau=== | ===Neubau und Wiederaufbau=== | ||
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Nun wurde der Ruf vieler Bürger nach Neubau der Kirche immer lauter. Nach Plänen von [[Josef Wessicken]] wurde die neue Kirche von Stadtbaumeister [[Jakob Ceconi]] im neugotischen Stil auf dem durch die Schleifung der [[Stadtbefestigungen|Basteien]] gewonnenen Platz erbaut. [[1898]] wurde die neue Kirche mit ihren 61 m hohen Türmen eingeweiht. | Nun wurde der Ruf vieler Bürger nach Neubau der Kirche immer lauter. Nach Plänen von [[Josef Wessicken]] wurde die neue Kirche von Stadtbaumeister [[Jakob Ceconi]] im neugotischen Stil auf dem durch die Schleifung der [[Stadtbefestigungen|Basteien]] gewonnenen Platz erbaut. [[1898]] wurde die neue Kirche mit ihren 61 m hohen Türmen eingeweiht. | ||
Nach schweren Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg - nur die Westfassade war einigermaßen unbeschädigt geblieben - wurde die Kirche nach Plänen des bayerischen Architekten Michael Kurz wieder aufgebaut. | Nach schweren Bombenschäden im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] - nur die Westfassade war einigermaßen unbeschädigt geblieben - wurde die Kirche nach Plänen des bayerischen Architekten Michael Kurz wieder aufgebaut. | ||
===Umbau=== | ===Umbau=== | ||
Das ursprüngliche Aussehen der neugotischen Kirche ging im Zuge eines Umbaus in den Jahren [[1969]] bis [[1972]] völlig verloren, als man - auf Anregung des damals 83-jährigen Architekten [[Clemens Holzmeister]] nach Plänen von [[Franz Windhager]] - die für den (neu)gotischen Baustil typischen hohen Spitztürme durch kurze Pyramiden ersetzte und sowie die Ziergiebel und andere Verzierungen entfernte. | Das ursprüngliche Aussehen der neugotischen Kirche ging im Zuge eines Umbaus in den Jahren [[1969]] bis [[1972]] völlig verloren, als man - auf Anregung des damals 83-jährigen Architekten [[Clemens Holzmeister]] nach Plänen von [[Franz Windhager]] - die für den (neu)gotischen Baustil typischen hohen Spitztürme durch kurze Pyramiden ersetzte und sowie die Ziergiebel und andere Verzierungen entfernte. | ||
Die Idee, Kirchen einer neuen Kunstepoche bzw. dem Baustil ihrer Umgebung (Holzmeister argumentierte damals mit einer "Sichtlinie" zur [[Dreifaltigkeitskirche]]) anzugleichen, ist nicht neu. Ein Opfer dieser Unart war etwa auch die [[Franziskanerkirche]], der im Zuge der | Die Idee, Kirchen einer neuen Kunstepoche bzw. dem Baustil ihrer Umgebung (Holzmeister argumentierte damals mit einer "Sichtlinie" zur [[Dreifaltigkeitskirche]]) anzugleichen, ist nicht neu. Ein Opfer dieser Unart war etwa auch die [[Franziskanerkirche]], der im Zuge der [[Barock]]isierung von Salzburg ein Zwiebeldach ("Welsche Haube") aufgezwungen wurde (mit einem Ergebnis, das man heute noch im [[Sattler-Panorama]] betrachten kann), eine Entscheidung, die Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge einer umfassenden Rekonstruktion des Originalturmes glücklicherweise revidiert wurde. Architekt dieser Wiederherstellung war damals ironischerweise [[Josef Wessicken|Wessicken]], dessen eigener Prestige-Kirchenbau über 100 Jahre später das gleiche Schicksal wie die Franziskanerkirche erleiden sollte. | ||
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== | ==Quellen== | ||
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[[Kategorie:Salzburg|Sankt Andrä, Stadtpfarrkirche]] | [[Kategorie:Salzburg|Sankt Andrä, Stadtpfarrkirche]] | ||