Stadtpfarrkirche St. Andrä: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 18. Mai 2019, 09:06 Uhr
Die Stadtpfarrkirche St. Andrä ist die römisch-katholische Pfarrkirche der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä.
Einleitung
Sie befindet sich in der Neustadt von Salzburg im gleichnamigen Andräviertel gegenüber dem Schloss Mirabell und zählt zu den denkmalgeschützten Objekten der Stadt.
Geschichte
Nachdem die alte Kirche des heiligen Andreas an ihrem alten Standort an der Linzer Gasse 1861 abgerissen worden war, wurde der Ruf vieler Bürger nach Neubau der Kirche immer lauter. 1892 begann man, ein neues St. Andrä zu errichten.[1] Nach Plänen von Josef Wessicken wurde die neue Kirche von Stadtbaumeister Jakob Ceconi im neugotischen Stil auf dem durch die Schleifung der Basteien gewonnenen Platz erbaut. 1898 wurde die neue Kirche mit ihren 61 m hohen Türmen eingeweiht.
Umbau
Das ursprüngliche Aussehen der neugotischen Kirche ging im Zuge eines Umbaus in den Jahren 1969 bis 1972 völlig verloren, als man - auf Anregung des damals 83-jährigen Architekten Clemens Holzmeister nach Plänen von Franz Windhager - die für den (neu)gotischen Baustil typischen hohen Spitztürme durch kurze Pyramiden ersetzte und sowie die Ziergiebel und andere Verzierungen entfernte.
Die Idee, Kirchen einer neuen Kunstepoche bzw. dem Baustil ihrer Umgebung (Holzmeister argumentierte damals mit einer "Sichtlinie" zur Dreifaltigkeitskirche) anzugleichen, ist nicht neu. Ein Opfer dieser Unart war etwa auch die Franziskanerkirche, der im Zuge der Barockisierung von Salzburg ein Zwiebeldach ("Welsche Haube") aufgezwungen wurde (mit einem Ergebnis, das man heute noch im Sattler-Panorama betrachten kann), eine Entscheidung, die Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge einer umfassenden Rekonstruktion des Originalturmes glücklicherweise revidiert wurde. Architekt dieser Wiederherstellung war damals ironischerweise Wessicken, dessen eigener Prestige-Kirchenbau über 100 Jahre später das gleiche Schicksal wie die Franziskanerkirche erleiden sollte.
Orgel
Die Orgel der neugotischen Andräkirche errichtete der Orgelbauer Franz Mauracher (1881 – 1949) im Jahre 1903. Sie hatte 38 Register, zwei Manuale und Pedal und wurde mittels pneumatischer Traktur bespielt. Anfangs war das Instrument von Mozarteumsdirektor Hummel, Domchordirektor Spies und dem Organisten der Franziskanerkirche, P. German Niederstätter, überschwänglich gelobt worden. Es hieß, das angewandte pneumatische System sei das einfachste, dauerhafteste, sicherste und präciseste und gegen alle Witterungseinflüsse gefeit. Nach einem Jahr war sie allerdings, wegen mangelnder Ventilation, schon unspielbar geworden und sämtliche Ledermembranen mussten erneuert werden.[2] Bei den Luftangriffen 1944/45 (s.o.) wurde sie durch Fliegerbomben zerstört.
Nach schweren Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg - nur die Westfassade war einigermaßen unbeschädigt geblieben - wurde die Kirche nach Plänen des bayerischen Architekten Michael Kurz wieder aufgebaut.
Umfeld
Auf den Plätzen um die Kirche herum (wo früher die Schrannenhalle stand) findet jeden Donnerstag der Schrannenmarkt statt, den Rest der Woche werden sie von der Mirabell-Congress-Garage als Parkflächen benutzt.
Bildergalerie
Alte Ansichten
Aktuelle Bilder
Eine Tafel am Platzl erinnert noch an den Standort der ersten Andräkirche
Stolperstein für Franz Zeiss; vor der Stadtpfarrkirche St. Andrä
"Madonna der Erwartung" von Joseph Bachlechner; in der Stadtpfarrkirche St. Andrä
"Der auferstandene Christus", gemalt in Emailtechnik auf Kupfer von Eva Mazzucco in der Stadtpfarrkirche St. Andrä
weitere Bilder
Stadtpfarrkirche St. Andrä – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Stadtpfarrkirche St. Andrä – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Kontakt
- Andräkirche Salzburg
- Pfarre Salzburg - St. Andrä
- Mirabellplatz 5/I
- 5020 Salzburg
- Telefon: (06 62) 80 47-80 52 10
- E-Mail: pfarre.andrae@pfarre.kirchen.net
- Website: www.andraekirche.at
Quellen
- Salzburgwiki-Beitrag Neustadt
Fußnoten
- ↑ Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 149.
- ↑ AES: St. Andrä, Kasten 5, Fach 60. Zit. nach: Gerhard Walterskirchen: Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 206.