Salzburger Festspiele: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach dem Kriegsende wird als erste gemeinsame Aktion der vier Besatzungsmächte "Die Entführung aus dem Serail" Österreich weit ausgestrahlt. Und schon ein Jahr später kommt es zur Wiederaufführung von "Jedermann" am Domplatz. | Nach dem Kriegsende wird als erste gemeinsame Aktion der vier Besatzungsmächte "Die Entführung aus dem Serail" Österreich weit ausgestrahlt. Und schon ein Jahr später kommt es zur Wiederaufführung von "Jedermann" am Domplatz. | ||
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Version vom 18. Juni 2007, 15:16 Uhr
Die Geburtsstunde der Salzburger Festspiele schlug am 22. August 1920, als auf dem Domplatz Hugo von Hofmannsthals Moralität Jedermann mit Alexander Moissi als erster Darsteller und in der Regie von Max Reinhardt aufgeführt wurde.
Geschichte
Gründungsjahre
Nach der Jedermann-Aufführung 1920 kam 1922] die erste Opernaufführung dazu. Zwar musste man 1924 wegen Geldmangel auf die Salzburger Festspiele verzichten, aber schon 1925 gab es wieder Grund zur Freude: Eröffnung des Kleinen Festspielhauses, erst Rundfunkübertragung und Bruno Walter dirigiert "Don Paquale".
"Die Zauberflöte" wurde 1928 erstmals gespielt, 1929 folgte die Erstaufführung von "Der Rosenkavalier". Als Höhepunkt der Festspiele im Sommer 1931 gastierten die Budapester Philharmonika zum ersten Mal und es gab erstmals Festspielübertragungen in die Vereinigten Staaten.
Die Jahre vor und während des Zweiten Weltkriegs
Die so genannte "1000-Mark-Sperre" von Adolf Hitler (jeder, der nach Österreich reisen wollte, musste 1.000 Mark zahlen für das "Visum") lässt die Zahl der deutsche Festspielbesucher auf 874 gegenüber 15.681 im Vorjahr schrumpfen. In den Jahren 1934 bis 1936 dirgierte dann Arturo Toscanini bei den Festspielen, Wilhelm Furtwängler erstmals 1937.
Das Jahr des Anschlusses 1938 zeigte auch Auswirkungen auf die Festspiele in Salzburg: "Jedermann" und "Faust" werden abgesetzt und Toscanini sagt sein Kommen aus politischen Gründen ab. 1943 erfolgt die Umbennung der Festspiele in Salzburger Theater- und Musiksommer und im gleichen Jahr stirbt am 31. Oktober Max Reinhardt in New York, USA.
Der Krieg legt die Festspiele zwar nicht ganz lahm, aber 1944 werden nur zwei Orchesterkonzerte aufgeführt.
Neubeginn nach dem Krieg
Nach dem Kriegsende wird als erste gemeinsame Aktion der vier Besatzungsmächte "Die Entführung aus dem Serail" Österreich weit ausgestrahlt. Und schon ein Jahr später kommt es zur Wiederaufführung von "Jedermann" am Domplatz.
Das Jahr 1950 ist dann wieder ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Salzburger Festspiele. Das Bundesgesetz über die Errichtung des "Salzburger Festspielfonds" gewährleistet eine solide wirtschaftliche Basis der Veranstaltung, Bert Brecht wird die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen für die Zusage zur Mitarbeit auf Intervention von Gottfried von Einems (1947/48). Aber Brecht übersiedelt in die Deutsche Demokratische Republik (DDR), sein unvollendetes Festspielstück lösen einen Skandal aus, in dessen Sog Gottfried von Einems am 31. Oktober 1951 aus dem Festpieldirektorium ausgeschlossen wird.
Die weiteren Meilensteine sind
- 1955: Kokoschka entwirft die Ausstattung zur "Zauberflöte"
- 1956 - 1960: Herbert von Karajan ist künstlerischer Leiter der Festspiele
- 1957: das Berliner Philharmonische Orchester kommt ab diesem Jahr nun jährlich zu den Festspielen
- 1960: Eröffnung des Großen Festspielhauses, das von Clemens Holzmeister erbaut wurde
- 1964: Herbert von Karajan wird in das Festspieldirektorium berufen
- 1967: Gründung und künstlerische Leitung der Osterfestspiele durch Herbert von Karajan
- 1973: Gründung der Pfingstfestspiele durch Herbert von Karajan
- 1997: Gründung der ab 1998 dann jährlich stattfindenden Salzburger Festspiele Pfingsten Barock unter der künstlerischen Leitung von Hans Landesmann
Intendanten
Präsidenten
- ...
- Josef Kaut: von 1971 bis 1982
- ...
- Helga Rabl-Stadler: seit 1995
Meilensteine
Mozart 22
Der Meilenstein in der jüngsten Geschichte der Salzburger Festspiele war das Projekt Mozart 22 während des Festspielsommers 2006, als aus Anlass des 250. Geburtstages von Wolfgang Amadeus Mozart sämtliche Opernwerke aufgeführt wurden. Im Oktober 2006 erschien das Projekt auf DVD.
Sonstiges
Prominente Zwischenfälle
Ernst August Prinz von Hannover, mit Prinzessin Caroline von Monaco verheiratet, hat Zeugenaussagen zufolge bei der Salzburger Festspiele 1999 eine Fotografin getreten. Bei der Gerichtsverhandlung sagte die Fotografin, der Prinz habe in Salzburg nach einer höflichen Anfrage, ob sie ihn fotografieren dürfe, getobt und ihr ins Gesäß getreten.
Eine Institution
Fürstin Marianne zu Sayn-Wittgenstein-Sayn wird 1919 in Salzburg als Tochter von Friedrich Baron Mayr-Melnhof und seiner Frau Maria Anna Gräfin von Meran geboren und wächst in Schloss Glanegg bei Salzburg als Älteste von neun Geschwistern auf. Nach der Matura 1938 studiert sie in München an der renommierten Blocherer Kunstschule Kunst. Bereits 1935 hat Baronesse Marianne von ihren Eltern ihren ersten Fotoapparat erhalten und wird von da an von einer Faszination für die Fotografie ergriffen, die sie ihr Leben lang begleiten wird.
Ihr Fotoapparat und ihre Einladungen gehören zu den Salzburger Festspielen wie Mozart zu Salzburg!