Karl Friedrich Würthle: Unterschied zwischen den Versionen

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[[1892]], nach dem Tod von Hermann Spinnhirn über der Sohn von Würthle, Friedrich, diese Anteile. Das Unternehmen wurde wiederum unbenannt in "Würthle und Sohn". Aber der Zenit der Erfolge war überschritten und schon [[1904]] musste Friedriech Würthle junior sein Atelier an der Schwarzstraße an die Fotografen [[Eduard Bertel]] und [[Carl Pietzner]] verkaufen. Diese wurde von Bertel geführt. [[1907]] verkaufte Pietzner seine Anteile an Würthle & Sohn aber ganz an Bertel und schied aus.
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Mit dem im Familienbesitz von Würthle verbliebenen Verlag versuchte dann die Familie in Wien Fuß zu fassen. Doch [[1907]] kam es zum Konkurs. Pietzner blieb aber bei der Firma Würthle & Sohn, die als Verlagsanstalt fortgeführt wurde, Kommandist.
  
 
==Würthle & Sohn Nachf. Ges.m.b.H.==
 
==Würthle & Sohn Nachf. Ges.m.b.H.==

Version vom 26. Februar 2009, 07:46 Uhr

Karl Friedrich Würthle (* 18. September 1820 in Konstanz am Bodensee, † 8. Oktober 1919 in Madras, Indien, als Kriegsgefangener) war Fotograf in Salzburg.

Leben

Er kam als Sohn eines Regiments-Chirurgen auf die Welt. Er erhielt seine Ausbildung am Stahlstichatelier Carl Ludwig Frommels in Karlsruhe, Deutschland. Nach seiner Ausbildung wandte sich Würthle als selbständiger Künstler nach München, Bayern. Dort schloss er Bekanntschaft mit dem Dichter Joseph Victor von Scheffel. Im Revolutionsjahr 1848 bekam er mit der Polizei Probleme, als er eine Karikatur der Lola Montez, der Geliebten König Ludwigs, veröffentlichte. Er ging nach Triest, heute Italien (Friaul), zum "Österreichischen Lloyd" als Kupferstecher.

Doch bald kehrte er nach München zurück und wirkte am "König Ludwig Album" mit, das ab 1850 zur patriotischen Verehrung des bayerischen Königs herausgegeben wurde. Seine sommerlichen Reisen in die Alpen arbeitete er in Stiche um. So kam er in Verbindung mit seinem späteren Kompagnon, dem Salzburger Kunsthändler und Fotografen Gregor Baldi. Dessen Verlag brachte einige dieser Skizzen heraus, später dann das "Album der Erinnerung an Gastein" nach Zeichnungen von Johann Fischbach.

Erst Ende der 1850er - Anfang der 1860er Jahre begann sich Würthle mit der Fotografie zu befassen. 1858 heiratete er in Konstanz die Advokatentochter Maria Spinnhirn und 1861 übersiedelte die Familie nach Salzburg.

Baldi & Würthle

Hier gründete er 1862 zusammen mit Gregor Baldi eine fotografische Anstalt in der Riedenburg (Villa Baldi, Villa Almegg, auch Hitzgern Hof, ehemalige Weißgeschirr-Manufactur in der Riedenburg, heute Riedenburger Straße 10).

Die Firma Baldi & Würthle war bald für die Landschaftsfotografie sehr bekannt. 1866 übersiedelte dann die Firma in die Schwarzstraße Nr. 9. Dort richtete er die chemischen Labors, die Dunkelkammer und das Retuschierzimmer ein. Die noch im selben Jahr veröffentlichten pantoscopischen Aufnahmen, Aufnahmen mit Weitwinkelobjektiv, von der Stadt Salzburg, erregten große Aufmerksamkeit. So blieb der geschäftliche Erfolg nicht aus und 1867 stellte das Unternehmen landschaftliche Aufnahmen bei der Weltausstellung in Paris, Frankreich, aus.

Kaiser Napoleon III. erhielt von Kaiser Franz Joseph I. von Österreich am 18. August 1867 als Gastgeschenk eine Fotomappe des Unternehmens.

Karl Friedrich Würthle zählte auch zu den Pionieren der Bergfotografie. So konnte Gustav Jaegermayer im Auftrag der Firma Baldi & Würthle bei der Großglockner-Expedition 1863 84 Aufnahmen aus dem Glocknergebiet mitbringen.

Doch dann kam es 1872 zu Differenzen zwischen Baldi und Würthle, die zur Trennung 1874 führten. Der Schwager Würthles, der Chemiker Hermann Spinnhirn, trat 1882 in die Firma ein und man nannte sich forthin "Würthle & Spinnhirn".

Würthle & Spinnhirn

Die Landschaftsaufnahmen, vor allem Hochgebirgsaufnahmen, erlangten Weltruhm. Man begann mit der Produktion und Vertrieb von Ansichtskarten. Dem dazu gegründeten Verlag gehörte auch eine Lichtdruckanstalt in Freilassing (Bayern) an. Es folgten Filialbetriebe in München, Wien, ja sogar in England eröffnete man in London ein Geschäft. In der Schwarzstraße Nr. 11 wurde ein weiteres Atelier eröffnet. 1899 kam dann auch ein Geschäft an die Ecke des Bazargebäudes, wo heute das Bankhaus Spängler untergebracht ist, dazu.

Würthle & Sohn

1892, nach dem Tod von Hermann Spinnhirn über der Sohn von Würthle, Friedrich, diese Anteile. Das Unternehmen wurde wiederum unbenannt in "Würthle und Sohn". Aber der Zenit der Erfolge war überschritten und schon 1904 musste Friedriech Würthle junior sein Atelier an der Schwarzstraße an die Fotografen Eduard Bertel und Carl Pietzner verkaufen. Diese wurde von Bertel geführt. 1907 verkaufte Pietzner seine Anteile an Würthle & Sohn aber ganz an Bertel und schied aus.

Bertel verkaufte nun seinerseits das Atelier 1909 an Karl Ellinger, der es dann 1916 an Betty Steinhardt weiterverkaufte. Fr. Steinhardt war schon 1914 als Geschäftsführerin eingetreten und führte das Unternehmen während Ellinger zum Militär einrücken musste.

Mit dem im Familienbesitz von Würthle verbliebenen Verlag versuchte dann die Familie in Wien Fuß zu fassen. Doch 1907 kam es zum Konkurs. Pietzner blieb aber bei der Firma Würthle & Sohn, die als Verlagsanstalt fortgeführt wurde, Kommandist.

Würthle & Sohn Nachf. Ges.m.b.H.

Man wandelte das Unternehmen in eine "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" um, die von der Tochter Friedrichs, Thekla Würthle geführt wurde. Ihr Vater, der Firmengründer, wanderte nach Indien aus, wo er Arbeit bei der fotografischen Anstalt "Johnston & Hoffmann" in Kalkutta fand. Er starb 1919 in Madras, Indien, als englischer Kriegsgefangener an den Folgen geistiger Zerrüttung.

Thekla Würthle führte zunächst das Geschäft in der Schwarzstraße Nr. 5 und 9 bis 1911, jenes in der Schwarzstraße Nr. 3 von 1912 bis 1918, das auch als Kunsthandlung lief.

Der Nachlass

Schon 1915 wurde die Hauptniederlassung in Salzburg aufgelassen, nach Wien verlegt, wo sie jedoch bereits 1916 liquidiert wurde. Nachfolger, die Galerie Würthle in Wien, ist heute im Besitz von Hans Dichand. 1912 war bereits ein Teil des Glasplattenarchivs an die Wiener Firma "Kilophot" verkauft worden, dessen Inhaber von 1905 bis 1930 Felix Leutner war (* 1881, † 1966). Leutner verkaufte 1926 an Ernst Koschier, der in Salzburg am Gaisberg auf der Gaisbergspitze in der Villa Pflauder neben dem Hotel Gaisbergspitze ein Atelier betrieb.

Aber mehrere Tausend Glasplatten kamen in den Besitz von Edith Kraus, der Tochter von Ernst Koschier, die sie 1998 dem Salzburger Stadtarchiv verkaufte. Es besteht aus rund 6.000 Glasplatten-Negativen der Firma Würthle.

Quellen

  • Salzburger Fotografien 1880 - 1918 aus dem Atelier Würthle, Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 18, 2003, ISBN 3-901014-93-4
  • Kronland Salzburg, historische Fotografien von 1850 bis 1918, Salzburger Museum Carolino Augusteum, Wolfram Morath (Herausgeber), 2000, ISBN 3-901014-68-3