Festung Hohensalzburg: Unterschied zwischen den Versionen

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''Hohensalzburg'' ist nicht identisch mit der ''Salzpurch'', dem ''Castrum superius'', das Herzog Theodo von Bayern dem [[Rupert von Worms|Hl. Rupert]] geschenkt hat. Diese ''Salzpurch'' befand sich auf dem [[Nonnberg]].
 
''Hohensalzburg'' ist nicht identisch mit der ''Salzpurch'', dem ''Castrum superius'', das Herzog Theodo von Bayern dem [[Rupert von Worms|Hl. Rupert]] geschenkt hat. Diese ''Salzpurch'' befand sich auf dem [[Nonnberg]].
 
Die erste Nachricht von einer Burg auf dem [[Festungsberg]] findet sich erst aus der Zeit von Erzbischof [[Gebhard von Helffenstein]]. Da Erzbischof Gebhard [[1085]] ins Exil gezwungen wurde, konnte sein Burgvorhaben erst von seinen Nachfolgern fertiggestellt werden.  
 
Die erste Nachricht von einer Burg auf dem [[Festungsberg]] findet sich erst aus der Zeit von Erzbischof [[Gebhard von Helffenstein]]. Da Erzbischof Gebhard [[1085]] ins Exil gezwungen wurde, konnte sein Burgvorhaben erst von seinen Nachfolgern fertiggestellt werden.  

Version vom 11. August 2007, 07:43 Uhr

Die Festung vom Kapuzinerberg aus gesehen
Die Festung von Nonntal aus gesehen

Die Festung Hohensalzburg gilt als das Wahrzeichen der Stadt Salzburg.

Die 900 Jahre alte Festung ist Europas größte und eine der besterhaltenste Burganlage. Sie wurde während des Investiturstreites zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor im Jahr 1077 von Erzbischof Gebhard I. von Helffenstein mit dem Zweck, Geistlichkeit und Bevölkerung zu schützen erbaut.

Die Burg ist nicht nur wegen ihrer spannenden Geschichte einen Besuch mit Führung wert: auch der Blick über Stadt und Land Salzburg machen die Festung Hohensalzburg zu einem Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische.

Die Festung erreicht man zu Fuß über den Mönchsberg, im Stadtteil Nonntal in ca. eine halbe Stunde. In der Altstadt können Besucher vom Kapitelplatz aus über die Festungsgasse, die Festungsbahn benützen, die im zehn Minutentakt verkehrt.

Geschichte

Die Festung vom Kapitelplatz aus

Hohensalzburg ist nicht identisch mit der Salzpurch, dem Castrum superius, das Herzog Theodo von Bayern dem Hl. Rupert geschenkt hat. Diese Salzpurch befand sich auf dem Nonnberg. Die erste Nachricht von einer Burg auf dem Festungsberg findet sich erst aus der Zeit von Erzbischof Gebhard von Helffenstein. Da Erzbischof Gebhard 1085 ins Exil gezwungen wurde, konnte sein Burgvorhaben erst von seinen Nachfolgern fertiggestellt werden.

Schon damals bestand Hohensalzburg aus einem romanischen, gemauerten Palas, dem Wohnturm, einer Kirche und einem Nebengebäude. Wesentlich ausgebaut wurde die Burg unter Erzbischof Burkhard von Weisspriach (1461 - 1466), der zur Verstärkung der Ringmauer vier Rundtürme - Glockenturm, Trompeterturm, Krautturm und den Schmiedturm - errichtete. Sein Nachfolger, Erzbischof Bernhard von Rohr (1466 - 1482), baute aus Furcht vor den aufständischen Salzburger Bürgern an der Südseite der Burg eine Bastei, erhöhte die Ringmauer und sicherte den östlichen Aufgang zum Nonnberg durch eine drei Meter dicke Mauer. Johann Beckenschlager von Gran, Erzbischof von 1482 - 1489, erweiterte die Festung um zwei Gebäude: das erste Zeughaus und den Schüttkasten.

Leonhard von Keutschach (1495 - 1519) baute die Festung weiter zum prunkvollen Herrscherssitz aus. So fügte der geistliche Regent dem hohen Stock weitere Etagen hinzu, legt eine Zisterne an und erhöhte die bereits bestehenden Türme. Überdies "schenkte" er den Salzburgern die Orgel im Krauturm, den Salzburger Stier, legte den Reisszug als Transportanlage für die Festung an und ließ Kuchlturm und Bäckerei bauen.

Da das Geld für den Ausbau der Festung zum Teil aus dem Bergbau der Hohen Tauern stammte, regte sich von Seiten der organisierten Bergknappen Widerstand gegen die Salzburger Erzbischöfe. Infolgedessen belagerten Bauern und Bergknappen im Jahre 1525 den Salzburger Landesfürsten Keutschach 14 Wochen lang in seiner Burg. Jedoch ohne Erfolg - die Festung Hohensalzburg blieb uneinnehmbar.

Der nächste Landesfürst, Wolf Dietrich von Raitenau (1587 - 1612), forcierte während seiner Regentschaft die Bautätigkeit in der Stadt Salzburg stärker als die auf der Burg. Er wurde später von seinem Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems (1612 - 1653) auf der Festung bis zu seinem Tod gefangengehalten.

Erzbischof Paris Graf Lodron (1619 - 1653) ließ Salzburg im Barock mittels großer Wehrbauten schützen und schloss auch die Festung Hohensalzburg in sein Verteidigungskonzept mit ein. Unter ihm wurde die mittelalterliche Burg zur neuzeitlichen Festung so umgebaut, dass innerhalb der Mauern und Wände keine Schusstoten Reihen mehr entstehen konnten.

Aus Furcht vor der Türkenbelagerung errichtete Erzbischof Max Gandolph von Kuenburg (1668 - 1687) im 17. Jahrhundert die Feuerbastei an der Nordseite.

Am 16. Juli 1669 tötete ein Bergsturz im Gstättenviertel 220 Menschen. Seitdem befreien Bergputzer die Salzburger Stadtberge regelmäßig von bröckelndem Gestein.

Als das Land Salzburg 1816 in die Habsburger Monarchie eingegliedert wurde, nutzte man die die Festung nur mehr als Kaserne und als Kerker. 1861 hob Kaiser Franz Joseph Hohensalzburg als Festung auf. Dieser Umstand läutete den Beginn des Fremdenverkehrs ein, weshlab um 1900 auch mit dem Bau der Festungsbahn begonnen wurde.

Die Türme der Festung

  • Reckturm: der Name kommt von "recken", "strecken", denn in ihm war die Folterkammer untergebracht
  • Bleitürmchen
  • Glockenturm: jeden Freitag um 11 Uhr läutet noch heute die Glocke, früher warnte sie die Bewohner der Stadt bei Feuersgefahr
  • Bürgermeister-, auch Wagnerturm, später Schlangenrondell genannt: nach den Feldschlangen, wie man Kanonen nannte
  • Kuchlturm im Schlossgraben: von Leonhard von Keutschach erbaut; der Name "Arrestanten-" oder "Krankenturm" ist erst viel später aufgekommen
  • Zwei Feuertürme im Hohen Stock stehen auf der Süd- und der Ostseite des inneren Schlosses

von Nonntal aus gesehen

  • Schwefelturm: in einem Teil davon ist heute das Festungsrestaurant untergebracht
  • Hasenturm
  • Pulverturm
  • Geyerturm
  • Schmiedturm

Die Basteien

  • Hasenbastei an der Nordseite und
  • Georgsbastei an der Südseite werden hauptsächlich vom Festungsrestaurant genutzt
  • Kuenburgbastei, auch Feuerbastei genannt; unter der sich zwei Kasematten befinden
  • Obere und untere Nonnbergbastei
  • Bernhard-von-Rohr-Bastei an der Südseite
  • Untere Hasenbastei, auf der der Pulverturm steht

Tore zur Festung

  • erster Sperrbogen und Schartentor, zusammen mit der "Katze" von Paris Graf Lodron erbaut
  • zweiter Sperrbogen, der Keutschachbogen
  • dritter Sperrbogen, auch Bürgermeisterturm genannt
  • Die Rosspforte, die in den Burghof führt
  • Die Höllenpforte - ein Stiegenaufgang in den Burghof
  • Fünf Reißzug-Pforten, dessen oberste Pforte früher ein richtiger Turm mit dem Namen "Reiseturm" war


Museen in der Festung

Quellen

  • Website Festung Hohensalzburg
  • Website Salzburger Burgen und Schlösser
  • 900 Jahre Festung Hohensalzburg, Landesfest 4. bis 12. Juni 1977, Schriftenreihe des Landespressebüro Salzburg, 1977
  • Salzburg - ein Führer durch seine Geschichte und Kunst, Dr. Franz Martin, 1952, Verlag "Das Bergland-Buch"
  • Josef Hübl Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, 1974

Weblinks