Salzkammergut-Lokalbahn: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Salzkammergut-Lokalbahn''', im Volksmund '''Ischlerbahn''' genannt, fuhr zwischen [[1891]] und [[1957]] zwischen der [[Stadt Salzburg]] und [[Bad Ischl]] im [[Salzkammergut]].
  
Die '''Salzkammergut-Lokalbahn''', im Volksmund '''Ischlerbahn''' genannt, fuhr zwischen [[1891]] und [[1957]] zwischen Salzburg und [[Bad Ischl]] im [[Salzkammergut]].
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"''Zwischen Salzburg und Bad Ischl pfeift a kloane liabe Eisenbahn...''hieß es in einem damals beliebten Lied; diese heizte am [[30. September]] 1957 zum letzten Mal ihre Dampfkessel an.
 
 
''"Zwischen Salzburg und Bad Ischl pfeift a kloane liabe Eisenbahn..."'', hieß es in einem damals beliebten Lied; diese heizte am [[30. September]] [[1957]] zum letzten Mal ihre Dampfkessel an.
 
  
 
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Im Jänner [[1890]] erhielt eine Salzkammergut-Lokalbahn-Aktiengesellschaft die erste Konzession. Viele Sprengungen waren entlang des Seetrassen-Projektes am [[Wolfgangsee]] von Nöten. Die Arbeiten wurden von Italienern  durchgeführt. Das erste Teilstück Bad Ischl - [[Strobl]] wurde bereits am [[5. August]] [[1890]] eröffnet. Am [[28. Juli]] [[1891]] erfolgte die Eröffnung des Teilstücks Salzburg - [[Mondsee (Ort)|Mondsee]]. Am [[20. Juni]] [[1893]] konnte dann das Mittelstück von St. Lorenz bei Mondsee nach [[Strobl]] für den Verkehr frei gegeben werden, und am [[12. Juli]] [[1893]] fuhr [[Kaiser Franz Joseph I.]] als erster offizieller Fahrgast mit der Ischlerbahn und besuchte  Mondsee. Im Juli [[1894]] war die gesamte Strecke bis Salzburg befahrbar. Insgesamt war die Bahn 66,9 Kilometer lang und die Trasse berührte nach Bad Ischl Strobl, [[St. Gilgen]], Scharfling, Sankt Lorenz (nach [[Mondsee]] führte eine Stichbahn), [[Thalgau]], [[Eugendorf]] und Salzburg.  
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Im Jänner [[1890]] erhielt eine Salzkammergut-Lokalbahn-Aktiengesellschaft die erste Konzession. Viele Sprengungen waren entlang des Seetrassen-Projektes am [[Wolfgangsee]] von Nöten. Die Arbeiten wurden von Italienern  durchgeführt. Das erste Teilstück Bad Ischl - [[Strobl]] wurde bereits am [[5. August]] 1890 eröffnet. Am [[28. Juli]] 1891 erfolgte die Eröffnung des Teilstücks Salzburg - [[Mondsee (Ort)|Mondsee]]. Am [[20. Juni]] [[1893]] konnte dann das Mittelstück von [[Sankt Lorenz]] bei [[Mondsee (Ort)|Mondsee]] nach Strobl für den Verkehr frei gegeben werden, und bereits am [[12. Juli]] 1893 fuhr [[Kaiser Franz Joseph I.]] als erster offizieller Fahrgast mit der Ischlerbahn und besuchte  Mondsee. Im Juli [[1894]] war die gesamte Strecke bis Salzburg befahrbar. Insgesamt war die Bahn 66,9 Kilometer lang und die Trasse berührte nach Bad Ischl Strobl, [[Sankt Gilgen]], [[Scharfling]], Sankt Lorenz (von wo aus nach Mondsee eine Stichbahn führte), [[Thalgau]], [[Eugendorf]] und Salzburg.  
  
Dass die Ischlerbahn eine [[Schmalspurbahn]] (760 mm Spurweite) wurde, ist auf das massive Drängen der damaligen Militärbehörde zurückzuführen, die die Spurweite der Heeresfeldbahn durchdrückte.
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Dass die Ischlerbahn eine [[Schmalspurbahn]] (760 mm Spurweite) wurde, ist auf das massive Drängen der damaligen Militärbehörde zurückzuführen, die die Spurweite der Heeresfeldbahn durchdrückte. [[1917]] erfolgte dann prompt der Zugriff des Militärs und es mussten fünf Lokomotiven für den Heeresbedarf abgegeben werden, [[1918]] noch eine sechste, so dass der Fuhrpark in der Republik schon arg zusammengeschmolzen war.
  
[[1917]] erfolgte dann prompt der Zugriff des Militärs und es mussten fünf Lokomotiven für den Heeresbedarf abgegeben werden, [[1918]] noch eine sechste, so dass der Fuhrpark in der Republik schon arg zusammengeschmolzen war.
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Wenn auch die junge Republik bescheidene Zuschüsse für den Betrieb der Bahn gewährte, blieb das ''Bähnle'' doch viele Jahre lang ein Gegenstand wilder Spekulation. Von [[1919]] bis [[1925]] waren eine bayerische Kapitalgruppe, dann sogar eine rumänische Bankengruppe Herren der Ischlerbahn. [[1931]] ging sie schließlich in den Besitz des Engländers Bennet über. Keiner dieser Betreiber hatte Interesse an längst nötigen Ausbauarbeiten.
  
Wenn auch die junge Republik bescheidene Zuschüsse für den Betrieb der Bahn gewährte, blieb das Bähnle doch viele Jahre lang ein Gegenstand wilder Spekulation. Von [[1919]] bis [[1925]] waren eine bayerische Kapitalgruppe, dann sogar eine rumänische Bankengruppe Herren der Ischlerbahn. [[1931]] ging sie schließlich in den Besitz des Engländers Bennet über. Keiner dieser Betreiber hatte Interesse an längst nötigen Ausbauarbeiten.
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Die Gründer der Bahn gingen davon aus, dass die romantische Trasse auf jeden Fall eine starke Bereicherung des [[Fremdenverkehr im Salzkammergut|Fremdenverkehrs im Salzkammergut]] darstellen würde. Zunächst ging auch diese Rechnung auf, denn die Bahn führte durch eine herrliche Landschaft. Sechs Tunnels und 24, zum Teil recht kühne Brücken unterstrichen den teils gebirgigen Charakter der Trasse.
  
Die Gründer der Bahn gingen davon aus, dass die romantische Trasse auf jeden Fall eine starke Bereicherung des Fremdenverkehrs im Salzkammergut darstellen würde. Zunächst ging auch diese Rechnung auf, denn die Bahn führte durch eine herrliche Landschaft. Sechs Tunnels und 24, zum Teil recht kühne Brücken unterstrichen den teils gebirgigen Charakter der Trasse.
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=== Anekdote ===
 
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Nach der Fertigstellung  bis Ischl brachte der Extrazug mit dem in blauem Brokat ausgeschlagenem Salonwagon seine kaiserliche Hoheit Franz Joseph I. von Salzburg bis nach Bad Ischl in  seine Sommerresidenz. Viel Prominenz huldigte dem Monarchen entlang der  Salzkammergut-Lokalbahnstrecke. Es wird berichtet, dass auch der berühmte Wiener Chirurg [[Theodor  Billroth ]] an der neuen Haltestelle ''Salzkammergut Localbahn'' neben  seiner Villa in St. Gilgen, mit seiner Familie und der [[Brunnwinkl]]er  Jugend fahnenschwingend dem Kaiser bei seiner ersten  Fahrt am 12. Juli 1893 seine Ehre erwies. Im darauf folgenden  Winter, als Billroth bei einer Audienz des Kaiser in der ''Akademie der  Wissenschaft'' in Wien zugegen war, sagte dieser: “''Sie haben aber eine  große Familie lieber Hofrat.''“<ref>Quelle [[Salzburger Miniaturen]]</ref>
==== Anekdote ====
 
Nach der Fertigstellung  bis Ischl brachte der Extrazug mit dem in blauem Brokat ausgeschlagenem Salonwagon seine kaiserliche Hoheit Franz Joseph I. von Salzburg bis nach Bad Ischl in  seine Sommerresidenz. Viel Prominenz huldigte dem Monarchen entlang der  Salzkammergut - Localbahnstrecke. Es wird berichtet, dass auch der berühmte Wiener Chirurg [[Theodor  Billroth ]] an der neuen Haltestelle ''Salzkammergut Localbahn'' neben  seiner Villa in St. Gilgen, mit seiner Familie und der [[Brunnwinkl]]er  Jugend fahnenschwingend dem Kaiser bei seiner ersten  Fahrt am [[12. Juli]] [[1893]] seine Ehre erwies. Im darauf folgenden  Winter, als Billroth bei einer Audienz des Kaiser in der ''Akademie der  Wissenschaft'' in Wien zugegen war, sagte dieser: “Sie haben aber eine  große Familie lieber Hofrat“<ref>Quelle [[Salzburger Miniaturen]]</ref>,
 
  
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=== Ereignisse ===
 
==== Zugunglück 1925 ====
 
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Am [[15. Februar]] [[1925]] wurde die fahrende Salzkammergut Lokalbahn aufgrund eines plötzlich einsetzenden orkanartigen Föhnsturms beim Pitzner Bauern im [[Blinklingmoos]] in Abersee kurz nach der Bahnstation St. Wolfgang (diese lag ja bekanntlich am gegenüber liegendem Salzburger Ufer, Zubringerdienst erfolgten per Dampfschiff oder Schlitten bei zugefrorenem See), aus den Schienen gerissen. Durch die Heftigkeit des Südsturmes purzelten die Waggons wie Zündholzschachteln über die Böschung. Hilfe leistende herbeieilende Bauern wurden vom Sturm mitgerissen. Dem sofort angeforderten Hilfszug widerfuhr das gleiche Schicksal. Erst nach Stunden konnten die Hilfsmaßnahmen voll einsetzen. Die Bahnstrecke der Salzkammergut-Lokalbahn von Salzburg nach Bad Ischl stand daher für längere Zeit still.
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Am [[15. Februar]] [[1925]] wurde die fahrende Salzkammergut Lokalbahn aufgrund eines plötzlich einsetzenden orkanartigen [[Föhn]]<nowiki>sturms</nowiki> beim Pitzner Bauern im [[Blinklingmoos]] in [[Abersee (Ort)|Abersee]] kurz nach der Bahnstation St. Wolfgang (diese lag ja bekanntlich am gegenüber liegendem Salzburger Ufer, Zubringerdienst erfolgten per Dampfschiff oder Schlitten bei zugefrorenem See), aus den Schienen gerissen. Durch die Heftigkeit des Südsturmes purzelten die Waggons wie Zündholzschachteln über die Böschung. Hilfe leistende herbeieilende Bauern wurden vom Sturm mitgerissen. Dem sofort angeforderten Hilfszug widerfuhr das gleiche Schicksal. Erst nach Stunden konnten die Hilfsmaßnahmen voll einsetzen. Die Bahnstrecke der Salzkammergut-Lokalbahn von Salzburg nach Bad Ischl stand daher für längere Zeit still.
  
Bei dieser Katastrophe kam der St. Gilgener Schaffner Simon Ellmauer ums Leben.
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Bei dieser Katastrophe kam der St. Gilgener Schaffner Simon Ellmauer ums Leben. Die [[Feuerwehr]]en von St. Wolfgang, Strobl und St. Gilgen sowie zahlreiche freiwillige Helfer rund um den See waren hier im Einsatz und bargen die vielen Verletzten.  
  
Die [[Feuerwehr]]en von St. Wolfgang, Strobl und St. Gilgen sowie zahlreiche freiwillige Helfer rund um den See waren hier im Einsatz und bargen die vielen Verletzten.  
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==== Zugunglück 1926 ====
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Am [[26. September]] [[1926]] entgleiste der Schnellzug Nr.2 auf der Fahrt von Bad Ischl nach  Salzburg kurz vor der Haltestelle Aich. In der schwer beschädigten  Lokomotive Nr. 3 kam der Lokomotivführer Anton Wicha ums Leben. Sie  wurde umgebaut und erhielt dabei einen kürzeren Rauchfang, ohne die  markante SKGLB-Krone, der sie bis zur Einstellung der Ischlerbahn von  den Schwestermaschinen auffallend unterschied<ref>Quelle Facebook "Old Salzburg", Martin Angerer, Diskussion bei einem Bild von diesem Unglück</ref>.
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==== Zugunglück 1948 ====
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Am [[21. März]] [[1948]] stürzte          Lok 6 (mit Leerpersonenzug) in der Nacht bei  Scharfling  nach einem [[Bergstürze|Bergsturz]] in den Mondsee. Die gesamte Mannschaft fand den Tod. Strecke bis [[5. Mai]] gesperrt<ref>Quelle  [http://www.skglb.org/de/geschichte/ge_geschichte.asp Geschichte]</ref>.
  
 
==== Entgleisung 1956 ====
 
==== Entgleisung 1956 ====
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Es habe  einige Stunden gedauert, bis die Fahrgäste mit einem Ersatzzug nach  Salzburg gebracht werden konnten. Vorher hätten sie noch zu Fuß bis zum  nächsten Bahnhof in Richtung Eugendorf weitergehen müssen. Da damals für  solche Ereignisse am Land noch keine Bergekräne zur Verfügung standen,  hatte es einige Tage mit mühevollster Arbeit gedauert, bis die  Lokomotive wieder geborgen werden konnte. Sie war aber nur mäßig  beschädigt worden.
 
Es habe  einige Stunden gedauert, bis die Fahrgäste mit einem Ersatzzug nach  Salzburg gebracht werden konnten. Vorher hätten sie noch zu Fuß bis zum  nächsten Bahnhof in Richtung Eugendorf weitergehen müssen. Da damals für  solche Ereignisse am Land noch keine Bergekräne zur Verfügung standen,  hatte es einige Tage mit mühevollster Arbeit gedauert, bis die  Lokomotive wieder geborgen werden konnte. Sie war aber nur mäßig  beschädigt worden.
  
==== Zunehmende Motorisierung verdrängt Bahn ====
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=== Zunehmende Motorisierung verdrängt Bahn ===
Mit der Zunahme der Motorisierung wurde die Frequenz der Bahn, soweit es den Fremdenverkehr betraf, geringer. Inzwischen aber hatte sich die Ischlerbahn zu einem wichtigen sozialen Faktor entwickelt. Sie wurde für Schüler und Pendler ungemein wichtig. Aber auch wirtschaftlich war sie zum Holztransport und zur Versorgung der [[Landwirtschaft]] und der Kurgemeinden interessant geworden. Im letzten Jahr des Vollbetriebs, [[1956]], beförderte die Bahn über 800.000 Personen zu wesentlich günstigeren Tarifen als die Autobusse.
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Mit der Zunahme der Motorisierung wurde die Frequenz der Bahn, soweit es den Fremdenverkehr betraf, geringer. Inzwischen aber hatte sich die Ischlerbahn zu einem wichtigen sozialen Faktor entwickelt. Sie wurde für Schüler und Pendler ungemein wichtig. Aber auch wirtschaftlich war sie zum Holztransport und zur Versorgung der [[Landwirtschaft]] und der Kurgemeinden interessant geworden. Im letzten Jahr des Vollbetriebs, 1956, beförderte die Bahn über 800&nbsp;000 Personen zu wesentlich günstigeren Tarifen als die Autobusse.
  
 
[[1945]] ging die Bahn in den Besitz der Bundesländer [[Oberösterreich]] (ein Drittel) und Salzburg (zwei Drittel) über. Die Bevölkerung hoffte, dass damit die Jahrzehnte lange Verlotterung der kleinen, aber wichtigen Bahn ein Ende habe. [[1946]] wurde auch bei einer Pressekonferenz in Salzburg stolz verkündet, dass nun die Bahn ausgebaut würde. Material sei schon beschafft worden und die Elektrifizierung werde bald großzügig in Angriff genommen.
 
[[1945]] ging die Bahn in den Besitz der Bundesländer [[Oberösterreich]] (ein Drittel) und Salzburg (zwei Drittel) über. Die Bevölkerung hoffte, dass damit die Jahrzehnte lange Verlotterung der kleinen, aber wichtigen Bahn ein Ende habe. [[1946]] wurde auch bei einer Pressekonferenz in Salzburg stolz verkündet, dass nun die Bahn ausgebaut würde. Material sei schon beschafft worden und die Elektrifizierung werde bald großzügig in Angriff genommen.
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Später war auch schon von einem Millionen-[[Marshall Plan|ERP-Kredit]] die Rede. Der Kredit tauchte aber nie auf, und von einer Erneuerung war später nicht mehr die Rede. Dafür wurde schon [[1950]] von einer möglichen Stilllegung gesprochen. Die Straßen- und Auto-Lobby begann sich allmählich durchzusetzen, begünstigt durch die Landesregierungen und Landtage von Oberösterreich und Salzburg.
 
Später war auch schon von einem Millionen-[[Marshall Plan|ERP-Kredit]] die Rede. Der Kredit tauchte aber nie auf, und von einer Erneuerung war später nicht mehr die Rede. Dafür wurde schon [[1950]] von einer möglichen Stilllegung gesprochen. Die Straßen- und Auto-Lobby begann sich allmählich durchzusetzen, begünstigt durch die Landesregierungen und Landtage von Oberösterreich und Salzburg.
  
==== Das endgültige "Aus" ====
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=== Das endgültige "Aus" ===
 
Die Modernisierung der Lokalbahn hätte rund 30 Millionen Schilling (rund 2,2 Mio Euro) gekostet. Die beiden Bundesländer aber wollten diese relativ kleine Investitionen nicht tragen. Dabei musste man 1957 schon genau wissen, dass die Zeit herankommt, in der es notwendig ist, die Straßen mit allen Mitteln zu entlasten.  
 
Die Modernisierung der Lokalbahn hätte rund 30 Millionen Schilling (rund 2,2 Mio Euro) gekostet. Die beiden Bundesländer aber wollten diese relativ kleine Investitionen nicht tragen. Dabei musste man 1957 schon genau wissen, dass die Zeit herankommt, in der es notwendig ist, die Straßen mit allen Mitteln zu entlasten.  
  
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== Streckenführung ==
 
== Streckenführung ==
Vom ''Ischler Bahnhof''  in Salzburg (er befand sich ungefähr zwischen dem heutigen  Forum-Kaufhaus und dem [[Salzburger Hauptbahnhof]]) folgte die Strecke  zunächst kurz der [[Westbahn]], bog dann nach [[Eugendorf]] und führte  über [[Thalgau]] nach [[Mondsee]], folgte dem Südwestufer des [[Mondsee]]s über den kleinen Sattel hinüber nach [[St. Gilgen]] und von  dort entlang des Südufers des [[Wolfgangsee]]s nach [[Bad Ischl]].
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Vom ''Ischler Bahnhof''  in Salzburg (er befand sich ungefähr zwischen dem heutigen  Forum-Kaufhaus und dem [[Salzburger Hauptbahnhof]]) folgte die Strecke  zunächst kurz der [[Westbahn]], bog dann nach Eugendorf und führte  über Thalgau nach Mondsee, folgte dem Südwestufer des Mondsees über den kleinen Sattel, die [[Scharflinger Höhe]], hinüber nach St. Gilgen und von  dort entlang des Südufers des Wolfgangsees nach Bad Ischl.
  
 
== Revitalisierung ==
 
== Revitalisierung ==
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== Quellen ==
 
== Quellen ==
*[http://www.skglb.org/ Konsortium zur Wiedererrichtung der Salzkammergut-Lokalbahn]  
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* [http://www.skglb.org/ Konsortium zur Wiedererrichtung der Salzkammergut-Lokalbahn]  
*[http://www.ischlerbahn.at/ Ischlerbahn.at]
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* [http://www.ischlerbahn.at/ Ischlerbahn.at]
 
* [http://ooe.kpoe.at/news/article.php/20060424124941887/print OÖ KPÖ], Franz Kain, der seinerseits als Quelle angibt: Mostschädelzeitung 1996
 
* [http://ooe.kpoe.at/news/article.php/20060424124941887/print OÖ KPÖ], Franz Kain, der seinerseits als Quelle angibt: Mostschädelzeitung 1996
 
* [[Salzburger Nachrichten]] online 27.9.2007
 
* [[Salzburger Nachrichten]] online 27.9.2007

Version vom 18. März 2012, 16:32 Uhr

Ischlerbahnhofsgebäude in Salzburg um 1895
Ischlerbahn in Bad Ischl
Ischlerbahn mit Wolfgangsee
Ischlerbahnhalt in St. Gilgen

Die Salzkammergut-Lokalbahn, im Volksmund Ischlerbahn genannt, fuhr zwischen 1891 und 1957 zwischen der Stadt Salzburg und Bad Ischl im Salzkammergut.

"Zwischen Salzburg und Bad Ischl pfeift a kloane liabe Eisenbahn..." hieß es in einem damals beliebten Lied; diese heizte am 30. September 1957 zum letzten Mal ihre Dampfkessel an.

Geschichte

Im Jänner 1890 erhielt eine Salzkammergut-Lokalbahn-Aktiengesellschaft die erste Konzession. Viele Sprengungen waren entlang des Seetrassen-Projektes am Wolfgangsee von Nöten. Die Arbeiten wurden von Italienern durchgeführt. Das erste Teilstück Bad Ischl - Strobl wurde bereits am 5. August 1890 eröffnet. Am 28. Juli 1891 erfolgte die Eröffnung des Teilstücks Salzburg - Mondsee. Am 20. Juni 1893 konnte dann das Mittelstück von Sankt Lorenz bei Mondsee nach Strobl für den Verkehr frei gegeben werden, und bereits am 12. Juli 1893 fuhr Kaiser Franz Joseph I. als erster offizieller Fahrgast mit der Ischlerbahn und besuchte Mondsee. Im Juli 1894 war die gesamte Strecke bis Salzburg befahrbar. Insgesamt war die Bahn 66,9 Kilometer lang und die Trasse berührte nach Bad Ischl Strobl, Sankt Gilgen, Scharfling, Sankt Lorenz (von wo aus nach Mondsee eine Stichbahn führte), Thalgau, Eugendorf und Salzburg.

Dass die Ischlerbahn eine Schmalspurbahn (760 mm Spurweite) wurde, ist auf das massive Drängen der damaligen Militärbehörde zurückzuführen, die die Spurweite der Heeresfeldbahn durchdrückte. 1917 erfolgte dann prompt der Zugriff des Militärs und es mussten fünf Lokomotiven für den Heeresbedarf abgegeben werden, 1918 noch eine sechste, so dass der Fuhrpark in der Republik schon arg zusammengeschmolzen war.

Wenn auch die junge Republik bescheidene Zuschüsse für den Betrieb der Bahn gewährte, blieb das Bähnle doch viele Jahre lang ein Gegenstand wilder Spekulation. Von 1919 bis 1925 waren eine bayerische Kapitalgruppe, dann sogar eine rumänische Bankengruppe Herren der Ischlerbahn. 1931 ging sie schließlich in den Besitz des Engländers Bennet über. Keiner dieser Betreiber hatte Interesse an längst nötigen Ausbauarbeiten.

Die Gründer der Bahn gingen davon aus, dass die romantische Trasse auf jeden Fall eine starke Bereicherung des Fremdenverkehrs im Salzkammergut darstellen würde. Zunächst ging auch diese Rechnung auf, denn die Bahn führte durch eine herrliche Landschaft. Sechs Tunnels und 24, zum Teil recht kühne Brücken unterstrichen den teils gebirgigen Charakter der Trasse.

Anekdote

Nach der Fertigstellung bis Ischl brachte der Extrazug mit dem in blauem Brokat ausgeschlagenem Salonwagon seine kaiserliche Hoheit Franz Joseph I. von Salzburg bis nach Bad Ischl in seine Sommerresidenz. Viel Prominenz huldigte dem Monarchen entlang der Salzkammergut-Lokalbahnstrecke. Es wird berichtet, dass auch der berühmte Wiener Chirurg Theodor Billroth an der neuen Haltestelle Salzkammergut Localbahn neben seiner Villa in St. Gilgen, mit seiner Familie und der Brunnwinkler Jugend fahnenschwingend dem Kaiser bei seiner ersten Fahrt am 12. Juli 1893 seine Ehre erwies. Im darauf folgenden Winter, als Billroth bei einer Audienz des Kaiser in der Akademie der Wissenschaft in Wien zugegen war, sagte dieser: “Sie haben aber eine große Familie lieber Hofrat.[1]

Ereignisse

Zugunglück 1925

Bild vom Unglücksort
Bild vom Unglücksort

Am 15. Februar 1925 wurde die fahrende Salzkammergut Lokalbahn aufgrund eines plötzlich einsetzenden orkanartigen Föhnsturms beim Pitzner Bauern im Blinklingmoos in Abersee kurz nach der Bahnstation St. Wolfgang (diese lag ja bekanntlich am gegenüber liegendem Salzburger Ufer, Zubringerdienst erfolgten per Dampfschiff oder Schlitten bei zugefrorenem See), aus den Schienen gerissen. Durch die Heftigkeit des Südsturmes purzelten die Waggons wie Zündholzschachteln über die Böschung. Hilfe leistende herbeieilende Bauern wurden vom Sturm mitgerissen. Dem sofort angeforderten Hilfszug widerfuhr das gleiche Schicksal. Erst nach Stunden konnten die Hilfsmaßnahmen voll einsetzen. Die Bahnstrecke der Salzkammergut-Lokalbahn von Salzburg nach Bad Ischl stand daher für längere Zeit still.

Bei dieser Katastrophe kam der St. Gilgener Schaffner Simon Ellmauer ums Leben. Die Feuerwehren von St. Wolfgang, Strobl und St. Gilgen sowie zahlreiche freiwillige Helfer rund um den See waren hier im Einsatz und bargen die vielen Verletzten.

Zugunglück 1926

Am 26. September 1926 entgleiste der Schnellzug Nr.2 auf der Fahrt von Bad Ischl nach Salzburg kurz vor der Haltestelle Aich. In der schwer beschädigten Lokomotive Nr. 3 kam der Lokomotivführer Anton Wicha ums Leben. Sie wurde umgebaut und erhielt dabei einen kürzeren Rauchfang, ohne die markante SKGLB-Krone, der sie bis zur Einstellung der Ischlerbahn von den Schwestermaschinen auffallend unterschied[2].

Zugunglück 1948

Am 21. März 1948 stürzte Lok 6 (mit Leerpersonenzug) in der Nacht bei Scharfling nach einem Bergsturz in den Mondsee. Die gesamte Mannschaft fand den Tod. Strecke bis 5. Mai gesperrt[3].

Entgleisung 1956

Salzkammergut Lokalbahn, Entgleisung in Kraiwiesen an am 5. September 1956

Die Entgleisung eines Zuges am 5. September 1956 schilderte am 4. April 2011 ein Zeitzeuge, Fritz Hitzl aus Thalgau dem Salzburgwiki-User Franz Fuchs:

Herr Hitzl habe sich als Schaffner am Frühzug nach Salzburg befunden, als es in Kraiwiesen durch einen Zusammenstoß mit einem Lastwagen zur Entgleisung kam. Offensichtlich hatte der Lastwagenfahrer die Geschwindigkeit des herannahenden Zuges unterschätzt, weil er vor ihm noch den Bahnübergang überqueren wollte. Der Aufprall beim Lastwagen sei fast in dessen Fahrzeugmitte erfolgt und dadurch wurde auch die Lokomotive aus dem Geleise geworfen und sei umgestürzt. Es habe aber keine Personenschäden gegeben.

Es habe einige Stunden gedauert, bis die Fahrgäste mit einem Ersatzzug nach Salzburg gebracht werden konnten. Vorher hätten sie noch zu Fuß bis zum nächsten Bahnhof in Richtung Eugendorf weitergehen müssen. Da damals für solche Ereignisse am Land noch keine Bergekräne zur Verfügung standen, hatte es einige Tage mit mühevollster Arbeit gedauert, bis die Lokomotive wieder geborgen werden konnte. Sie war aber nur mäßig beschädigt worden.

Zunehmende Motorisierung verdrängt Bahn

Mit der Zunahme der Motorisierung wurde die Frequenz der Bahn, soweit es den Fremdenverkehr betraf, geringer. Inzwischen aber hatte sich die Ischlerbahn zu einem wichtigen sozialen Faktor entwickelt. Sie wurde für Schüler und Pendler ungemein wichtig. Aber auch wirtschaftlich war sie zum Holztransport und zur Versorgung der Landwirtschaft und der Kurgemeinden interessant geworden. Im letzten Jahr des Vollbetriebs, 1956, beförderte die Bahn über 800 000 Personen zu wesentlich günstigeren Tarifen als die Autobusse.

1945 ging die Bahn in den Besitz der Bundesländer Oberösterreich (ein Drittel) und Salzburg (zwei Drittel) über. Die Bevölkerung hoffte, dass damit die Jahrzehnte lange Verlotterung der kleinen, aber wichtigen Bahn ein Ende habe. 1946 wurde auch bei einer Pressekonferenz in Salzburg stolz verkündet, dass nun die Bahn ausgebaut würde. Material sei schon beschafft worden und die Elektrifizierung werde bald großzügig in Angriff genommen.

Später war auch schon von einem Millionen-ERP-Kredit die Rede. Der Kredit tauchte aber nie auf, und von einer Erneuerung war später nicht mehr die Rede. Dafür wurde schon 1950 von einer möglichen Stilllegung gesprochen. Die Straßen- und Auto-Lobby begann sich allmählich durchzusetzen, begünstigt durch die Landesregierungen und Landtage von Oberösterreich und Salzburg.

Das endgültige "Aus"

Die Modernisierung der Lokalbahn hätte rund 30 Millionen Schilling (rund 2,2 Mio Euro) gekostet. Die beiden Bundesländer aber wollten diese relativ kleine Investitionen nicht tragen. Dabei musste man 1957 schon genau wissen, dass die Zeit herankommt, in der es notwendig ist, die Straßen mit allen Mitteln zu entlasten.

Die Bevölkerung im Einzugsbereich der Bahn hat sich mit großer Zähigkeit gegen die Schließung der Bahn gewehrt. Es wurden über 70.000 Unterschriften gegen die Schließung gesammelt. Aber im September 1957 kam dann das endgültige Aus.

Streckenführung

Vom Ischler Bahnhof in Salzburg (er befand sich ungefähr zwischen dem heutigen Forum-Kaufhaus und dem Salzburger Hauptbahnhof) folgte die Strecke zunächst kurz der Westbahn, bog dann nach Eugendorf und führte über Thalgau nach Mondsee, folgte dem Südwestufer des Mondsees über den kleinen Sattel, die Scharflinger Höhe, hinüber nach St. Gilgen und von dort entlang des Südufers des Wolfgangsees nach Bad Ischl.

Revitalisierung

Zwischen 2005 und 201 gab es wieder Projekte, die eine Revitalisierung der Bahn im Auge haben:

  1. Neuerrichtung der Gesamtstrecke mit teilweiser Neutrassierung als leistungsfähige S-Bahn mit Tourismus-Angeboten und Nostalgieverkehr. Dieses Projekt wird vom Verein zur Förderung der Regional Stadt Bahn Salzburg-Bayern-Oberösterreich verfolgt.
  2. Reines Tourismus-Erlebnisprojekt zwischen Bad Ischl und St. Gilgen mit "Kaiserbahnhof" neben der Schratt-Villa

Bildergalerie

Weblinks

Quellen

  1. Quelle Salzburger Miniaturen
  2. Quelle Facebook "Old Salzburg", Martin Angerer, Diskussion bei einem Bild von diesem Unglück
  3. Quelle Geschichte