Leonhard Steinwender (Priester): Unterschied zwischen den Versionen

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Steinwender war ein Sohn des Lasaberger Franzenbauern und [[Landtagsabgeordneter|Landtagsabgeordneten]] [[Leonhard Steinwender  senior|Leonhard Steinwender]] und seiner Frau Salome, geborene Prodinger.<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/tamsweg/TFBVII+X/?pg=326 Taufbuch der Pfarre Tamsweg, Band VII, S. 170.]</ref> Nach der Volksschule kam er ins [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|Erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum]], wo er [[1908]] mit gutem Erfolg maturierte. Anschließend besuchte er das [[Priesterseminar der Erzdiözese Salzburg|Priesterseminar]] und studierte römisch-katholische Theologie in Salzburg. Am [[27. März]] [[1912]] empfing er durch [[Johannes Baptist Katschthaler|Johannes Baptist Kardinal Katschthaler]] die Priesterweihe. [[1914]] promovierte er zum Doktor der Theologie.
 
Steinwender war ein Sohn des Lasaberger Franzenbauern und [[Landtagsabgeordneter|Landtagsabgeordneten]] [[Leonhard Steinwender  senior|Leonhard Steinwender]] und seiner Frau Salome, geborene Prodinger.<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/tamsweg/TFBVII+X/?pg=326 Taufbuch der Pfarre Tamsweg, Band VII, S. 170.]</ref> Nach der Volksschule kam er ins [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|Erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum]], wo er [[1908]] mit gutem Erfolg maturierte. Anschließend besuchte er das [[Priesterseminar der Erzdiözese Salzburg|Priesterseminar]] und studierte römisch-katholische Theologie in Salzburg. Am [[27. März]] [[1912]] empfing er durch [[Johannes Baptist Katschthaler|Johannes Baptist Kardinal Katschthaler]] die Priesterweihe. [[1914]] promovierte er zum Doktor der Theologie.
  
Von 1912 bis 1915 war Kooperator in der [[Pfarre Brixlegg]], von [[1915]] bis 1921 in der [[Stadtpfarre Salzburg-Nonntal]] tätig. Von 1915 bis 1938 war er Redakteur, von 1917 an Chefredakteur der „[[Salzburger Chronik]]“. Politisch war er in der [[Christlich-Soziale Partei|Christlich-Sozialen Partei]] aktiv, die er vom [[3. November|3.]] bis [[6. November]] [[1918]] in der [[Salzburger Landtag|Provisorischen Landesversammlung]] [[Landtagsabgeordneter|vertrat]]. Ab 1927 war er Kanoniker im [[Stift Mattsee|Kollegiatstift Mattsee]], seit [[1937]] als Milizvikar tätig. Von [[1934]] bis 1938 war er Werbeleiter der [[Vaterländische Front|Vaterländischen Front]] und Herausgeber der "[[Front in Salzburg]]".
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Von 1912 bis 1915 war Kooperator in der [[Pfarre Brixlegg]], von [[1915]] bis 1921 in der [[Stadtpfarre Salzburg-Nonntal]] tätig. Von 1915 bis 1938 war er Redakteur, von 1917 an Chefredakteur der „[[Salzburger Chronik]]“. Politisch war er in der [[Christlich-Soziale Partei|Christlich-Sozialen Partei]] aktiv, die er vom [[3. November|3.]] bis [[6. November]] [[1918]] in der [[Salzburger Landtag|Provisorischen Landesversammlung]] [[Landtagsabgeordneter|vertrat]]. Ab 1927 war er Kanoniker im [[Stift Mattsee|Kollegiatstift Mattsee]], seit [[1937]] als Milizvikar tätig. Von [[1934]] bis 1938 war er Werbeleiter der [[Vaterländische Front|Vaterländischen Front]] und Herausgeber der "Front in Salzburg".
  
Da die "Salzburger Chronik" einen strikten Kurs gegen die [[Nationalsozialisten]] vertrat, kam er nach dem [[Anschluss]] in "Schutzhaft" und wurde am 10. November 1938 über Auftrag der [[Gestapo]] Berlin in das [[KZ Buchenwald|Konzentrationslager Buchenwald]] eingeliefert. Im November [[1940]] wurde er aus dem KZ entlassen und bekam „Gauverbot“. Von 1940 bis 1945 arbeitete er als Vikar in Petting (Oberbayern).
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Da die "Salzburger Chronik" einen strikten Kurs gegen die [[Nationalsozialisten]] vertrat, kam er nach dem [[Anschluss]] in "Schutzhaft" und wurde am 10. November 1938 über Auftrag der [[Gestapo]] Berlin in das [[KZ Buchenwald|Konzentrationslager Buchenwald]] eingeliefert. Im November [[1940]] wurde er aus dem KZ entlassen und bekam Gauverbot. Von 1940 bis 1945 arbeitete er als Vikar in Petting (Oberbayern).
  
 
Als die NS-Herrschaft beseitigt war, nahm er ab 1945 seinen Wohnsitz im Stift Mattsee. Bald nach Ende des Krieges beauftragte Erzbischof [[Andreas Rohracher]] Leonhard Steinwender, eine neue Kirchenzeitung aufzubauen. Mit [[14. November]] [[1945]] wurde Steinwender Hauptredakteur des [[Rupertibote]]n ernannt und leitete diesen bis [[1958]].
 
Als die NS-Herrschaft beseitigt war, nahm er ab 1945 seinen Wohnsitz im Stift Mattsee. Bald nach Ende des Krieges beauftragte Erzbischof [[Andreas Rohracher]] Leonhard Steinwender, eine neue Kirchenzeitung aufzubauen. Mit [[14. November]] [[1945]] wurde Steinwender Hauptredakteur des [[Rupertibote]]n ernannt und leitete diesen bis [[1958]].
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Version vom 27. April 2022, 12:18 Uhr

Dr. theol. Leonhard Steinwender (* 19. September 1889 in Lasaberg; † 22. August 1961 in Mattsee) war ein österreichischer Geistlicher, Politiker, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Häftling im KZ Buchenwald und Kanonikus in Mattsee.

Leben

Steinwender war ein Sohn des Lasaberger Franzenbauern und Landtagsabgeordneten Leonhard Steinwender und seiner Frau Salome, geborene Prodinger.[1] Nach der Volksschule kam er ins Erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum, wo er 1908 mit gutem Erfolg maturierte. Anschließend besuchte er das Priesterseminar und studierte römisch-katholische Theologie in Salzburg. Am 27. März 1912 empfing er durch Johannes Baptist Kardinal Katschthaler die Priesterweihe. 1914 promovierte er zum Doktor der Theologie.

Von 1912 bis 1915 war Kooperator in der Pfarre Brixlegg, von 1915 bis 1921 in der Stadtpfarre Salzburg-Nonntal tätig. Von 1915 bis 1938 war er Redakteur, von 1917 an Chefredakteur der „Salzburger Chronik“. Politisch war er in der Christlich-Sozialen Partei aktiv, die er vom 3. bis 6. November 1918 in der Provisorischen Landesversammlung vertrat. Ab 1927 war er Kanoniker im Kollegiatstift Mattsee, seit 1937 als Milizvikar tätig. Von 1934 bis 1938 war er Werbeleiter der Vaterländischen Front und Herausgeber der "Front in Salzburg".

Da die "Salzburger Chronik" einen strikten Kurs gegen die Nationalsozialisten vertrat, kam er nach dem Anschluss in "Schutzhaft" und wurde am 10. November 1938 über Auftrag der Gestapo Berlin in das Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert. Im November 1940 wurde er aus dem KZ entlassen und bekam Gauverbot. Von 1940 bis 1945 arbeitete er als Vikar in Petting (Oberbayern).

Als die NS-Herrschaft beseitigt war, nahm er ab 1945 seinen Wohnsitz im Stift Mattsee. Bald nach Ende des Krieges beauftragte Erzbischof Andreas Rohracher Leonhard Steinwender, eine neue Kirchenzeitung aufzubauen. Mit 14. November 1945 wurde Steinwender Hauptredakteur des Rupertiboten ernannt und leitete diesen bis 1958.

Nach seinem Tod bekam er seine Ruhestätte in der Kanonikergruft des Stiftes Mattsee.

Ehrungen

Leonhard Steinwender wurde 1930 zum Regierungsrat ernannt. Seit 1937 war er Inhaber des Ritterkreuzes des Österreichischen Verdienstordens.

Der Leonhard-Steinwender-Weg in der Stadt Salzburg-Maxglan wurde nach ihm benannt.

Werke

Quellen

Einzelverweise