Wilhelm-Furtwängler-Park: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 20. Februar 2020, 20:34 Uhr
Der Wilhelm-Furtwängler-Park ist ein kleiner Garten im Festspielbezirk in der Altstadt der Stadt Salzburg.
Frauengarten
Bis ins 16. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle ein großer Garten mit einer weitläufigen Obstbaumwiese und Gemüsebeeten, genannt der Frauengarten der Petersfrauen oder Frohngarten. Er diente im Wesentlichen landwirtschaftlichen Zwecken und reichte von den Häusern der Getreidegasse und der heutigen Sigmund-Haffner-Gasse und bis zum Klausentor. Unter Fürsterzbischof Paris Graf von Lodron wurde (schon 1617 war das Humanistische Gymnasium errichtet worden) 1622 in einem Teil dieses Gartens die Benediktineruniversität unter maßgeblicher Leitung des Erzstiftes St. Peter errichtet.
Von 1632 bis 1820 wurde das Grünareal als Kollegiumsgarten der Benediktineruniversität genutzt. In den Baumgarten hinein wurde 1694 bis 1707 nach Plänen Fischer von Erlachs die Kollegienkirche errichtet, der verkleinerte Baumgarten blieb aber auch danach noch lange bestehen. Nach Auflassung des Kollegiumsgartens im Jahr 1780 pflegte bis 1820 der Salzburger Kaufmann und Pflanzensammler Franz Anton Ranfftl einen privaten botanischen Garten und trieb dabei Handel mit seiner Pflanzensamenbörse.
Botanischer Garten
- Hauptartikel Botanischer Garten
Zwischen 1820 und 1941 war der Garten wieder botanischer Garten. 1835 wurde er offiziell zum k. k. botanischen Garten der medizinisch-chirurgischen Lehranstalt. Die Kustoden betrieben die Anlage bis ins Jahr 1941. In den Nachkriegsjahren wurde endlich der heutige öffentliche Park errichtet, der im Jahre 1954 in posthumer Ehrung der Verdienste des großen Dirigenten Wilhelm Furtwängler (* 1886; † 1954) in Wilhelm-Furtwängler-Park umbenannt wurde.
Römische Funde
Archäologische Grabungen, die im Winter 2007-2008 anlässlich der Neugestaltung des Parks durchgeführt wurden, brachten weitere Erkenntnisse über das Leben der Römer in Salzburg. Die Funde ergaben, dass schon die Römer eine „Wegwerfgesellschaft“ waren. Man fand alte Fibeln, Keramikscherben, Handwerksgerät, Metallgegenstände aus Bronze, Gürtelbeschläge und Teile von Verzierungen von Riemenzungen sowie einige Münzen.
Dass auf dem Areal des Furtwänglerparks zur Römerzeit ein Handwerksviertel lag, war bereits bekannt. Neu war hingegen die Erkenntnis, dass die Leute auch unmittelbar an ihrem Arbeitsplatz lebten. So wurden Reste von Grundmauern von Wohnhäusern mit Fußboden- und Wandheizungen freigelegt, dicht daneben Werkstätten und Feuerstellen. Den gefundenen Resten nach dürften Metall, Leder und Ton verarbeitet worden sein.
Skulpturen und Kunstwerke der Moderne
Das 1866 angefertigte drei Tonnen schwere Schiller-Denkmal, das ursprünglich im Baron-Schwarz-Park stand, wurde 1941 von den Nationalsozialisten hierher übersiedelt.
Der "Tanzschritt", eine Bronzeplastik von Giacomo Manzù, steht im Norden des Parks.
A.E.I.O.U. - ein begehbares Kunstwerk von Anselm Kiefer - wurde 2002 von der Mitte des Parks hinter die Kollegienkirche und somit an den Rand des Max-Reinhardt-Platzes überführt.
Die Gurken, eine Kunstobjektgruppe des österreichischen Künstlers Erwin Wurm, steht seit 2011 im Südwesten des Parks.
Bilder
Wilhelm-Furtwängler-Park – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Wilhelm-Furtwängler-Park – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Quellen
- Beitrag Altstadt
- Salzburger Nachrichten, Römer lebten neben ihren Werkstätten, 21. Februar 2008
- Salzburgwiki-Beitrag Schiller-Denkmal Salzburg
- Martin, Franz: Salzburger Straßennamen. Verzeichnis der Straßen, Gassen, Plätze, Wege, Brücken, Tore und Parks mit Erklärung ihrer Namen. 5., wesentlich überarbeitete Auflage von Leitner-Martin, Willa und Martin, Andreas. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 25. Ergänzungsband, Selbstverlag der Gesellschaft, Salzburg 2006