Leopold Graf Berchtold

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Geheimer Rat Leopold Graf Berchtold von und zu Ungarschitz (* 18. April 1863 in Wien; † 21. November 1942 in Peresznye bei Ödenburg, Sopron, Ungarn[1]) war ein österreichischer Politiker.

Leben

Graf Berchtold wurde 1893 zur provisori­schen Diensleistung im Ministerium des kaiserlichen Hauses und des Äußern zugelassen. 1894 legte er die Diplomatenprüfung ab und wurde noch im selben Jahr Gesandtschaftsattaché bei gleichzeitiger Ver­leihung des Titels eines Legationssekretärs und zwei Tage später der Botschaft in Paris zugeteilt. 1895 erfolgte seine Ernennung zum Legationssekretär.

1899 wurde er der Botschaft in London provisorisch zugeteilt und erhielt den Titel eines Legationsrates.

1903 wurde er nach Petersburg im russischen Zarenreich versetzt. 1906 wurde ihm der Titel und Charakter eines außerordentlichen Ge­sandten und bevollmächtigten Ministers verliehen. Zum außerordentlichen Botschafter am kaiserlich russi­schen Hofe unter gleichzeitiger Verleihung der Würde eines Geheimen Rates wurde Graf Berchtold am 28. Dezember 1906 ernannt.

Von 1912 bis 1915 war er österreichischer Außenminister. Es war die Zeit der soge­nannten Annexionskrise. Er unterstützte nach den Balkankriegen von 1912 und 1913 die Schaffung des neuen Staates Albanien, um Serbien von der Adria fern zu halten. Auf Berchtolds mährischem Schloss Buchlau kündigte in einer folgenschweren Unterredung Graf Aehrenthal im Jahre 1908 dem damaligen russischen Minister Iswolsky die bevor­stehende Einverleibung Bosniens und der Herzegowina in die Österreichisch-ungarische Monarchie an.

Nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este 1914 formulierte er das Ultimatum an Serbien. Als Italien und Rumänien zu Beginn des Ersten Weltkrieges vorerst neutral blieben, trat Berchtold als Außenminister zurück. Er widmete sich der Be­wirtschaftung seiner Güter. Er war weiter in dem Sinne einer Wiederannäherung Oesterreich-Ungarns und Russlands als Obersthofmeister und politischer Berater des Thronfolgers Erzherzog Karl tätig.

Salzburgbezug

In der Stadt Salzburg besaß er die Villa Berchtold, die er 1881 erworben hatte. 1929 erwarb die Stadtgemeinde Salzburg unter Bürgermeister Hofrat Max Ott vom seinerzeitigen österreichisch­ ungarischen Außenminister Leopold Graf Berchtold um rund 400.000 ÖS dessen Besitz in Nonntal und widmete die etwa 70 000 Quadratmeter großen Gründe für Zwecke der Schule und Jugenderholung widmete.[2]

Quellen

Einzelnachweise

  1. ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 23. November 1942, Seite 2
  2. ANNO, "Salzburger Zeitung", Ausgabe vom 17. Oktober 1953, Seite 1