Ignaz Lackner

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20 Jahre Großglockner Hochalpenstraße, 3. August 1955. Während der Ansprache von Landeshauptmann Dr. Josef Klaus beim Parkplatz Freiwandeck, von links: Dir. Dipl.-Ing. Url, Dipl.-Ing. Viktor Bogocz, Winterwächter Anton Unterberger, der Kärntner Landeshauptmann Ferdinand Wedenig, Hofrat Dipl.-Ing. Franz Wallack, Straßenwärter Ignaz Lackner und Oberstraßenmeister Wolkersdorfer.

gnaz Lackner (* 1926 in Heiligenblut (Kärnten), † 10. März 2014, ebenda) war Flugmotorenmechaniker, Werkmeister der GROHAG und mit der Großglockner Hochalpenstraße sein Leben lang verbunden.

Leben

Als kleiner Bub, erlebte er den Bau und war später über zwanzig Jahre Werkmeister der Großglockner Hochalpenstraße. Sein Taschengeld verdiente er sich bereits an der Glocknerstraße, indem er in den ersten Jahren nach der Fertigstellung der Straße "kochenden" Fahrzeugen half – er versorgte sie mit frischem, kaltem Wasser. Gemeinsam mit Freunden stellten sie sich in der Nähe ihnen bekannter Quellen auf und warteten, bis ein Fahrzeug liegenblieb. Dann boten sie den Fahrern für ein paar Schillinge Wasser für ihre Fahrzeuge an. Trotz der geringen Beträge summierte es sich im Laufe der Zeit zu einem schönen Betrag.

Ignaz und Anni Lackner bei der Fahrt 2011 zur Ausstellungseröffnung 125 Jahre Automobilismus in ihrem FIAT 509 A, Baujahr 1926.

Die Ausbildung zum Flugmotorenmechaniker absolvierte Lackner in Rostock, Deutschland. Nach der Rückkehr in seinen Heimatort Heiligenblut beschloss er, als Mechaniker in Gmünd zu beginnen. Als er jedoch seiner Mutter von seinem Vorhaben erzählte und sie Tränen in den Augen hatte, konnte er Heiligenblut doch nicht verlassen. Zur gleichen Zeit war Hofrat Franz Wallack auf ihn aufmerksam geworden und bot ihm eine Stelle an. 1950 begann Lackner als Wegmacher bei der Großglockner Hochalpenstraßen AG, 1966 übernahm er die Funktion des Werkmeisters. Unter der Leitung von Franz Wallack war er auch für die Entwicklung und den Bau des Rotationsschneepfluges mitverantwortlich.


Lackner erzählte von Wallack, dieser sei ehrlich gewesen, ein "grader Michl", der manchmal auch laut werden konnte, aber stets ein fairer Vorgesetzter blieb. Allerdings verlangte er von seinen Mitarbeitern auch die eine oder andere Nachtschicht. Lackner berichtete begeistert von den rasanten Fahrkünsten Wallacks, der die Strecke von Ferleiten zum Kreisverkehr Guttal in 26 Minuten schaffte – 37,7 km Bergstraße.

Anfang der 1990er-Jahre hatte Lackner Probleme anderer Art. Es war die Ausflugswelle der Gäste aus den nun geöffneten Ostländern, die die Großglockner Hochalpenstraße überrollte. Da hatte Ignaz Lackner für liegengebliebene Trabi-Fahrer den rettenden Tipp: "Besonders zwischen Kehre 18 und Kehre 16 blieben viele Zweitakter liegen. Ich regte an, diese etwa 1,2 Kilometer rückwärts bergauf zu fahren, da der Rückwärtsgang mehr Kraft hat. Dann klappte es bei den meisten."

1987 ging Ignaz Lackner schließlich in Pension, kehrte aber immer wieder auf "die Straße" zurück.

Mit seiner Frau und Copilotin Anni, mit der er seit über 50 Jahren verheiratet war (2012), wohnte er immer noch in Heiligenblut an der Großglockner Hochalpenstraße. Oft sah man die beiden mit ihrem Fiat 509A (Baujahr 1926) auf "seiner" Straße hinauffahren.

Ehrung

Am 3. August 1955 verlieh der Kärntner Landeshauptmann Ferdinand Wedenig Ignaz Lackner im Rahmen einer Feier "20 Jahre Großglockner Hochalpenstraße" die Silberne Verdienstmedaille für Verdienste um die Republik Österreich.

Bilder

 Ignaz Lackner – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Quellen

Artikelübersicht Großglockner Hochalpenstraße