Rudolf Graf von Thun und Hohenstein
Rudolf Graf von Thun und Hohenstein (*21. Juni 1859 in Salzburg; † 23. Februar 1943 auf Schloss Haunsperg, Oberalm) war österreichischer Beamter, zuletzt Landesregierungsvizepräsident und Landesamtsdirektor von Oberösterreich.
Biographisches
Familie
Thun wurde zu Salzburg im ehemaligen gräflichen Attems-Waldstein’schen Kanonikalhof (1864 - 1938 und wieder seit 1947 fürsterzbischöfliches Palais) geboren und war das erste von vier Kindern aus der Ehe von Ernst Graf von Thun und Hohenstein, k. k. Kämmerer und Rittmeister a.D., und Philippine Gräfin von Thun und Hohenstein, Sternkreuzordensdame und Malerin (Schülerin bei Johann Fischbach in Salzburg). Sigmund Graf von Thun-Hohenstein, Statthalter von Salzburg, war sein Onkel.
Am 10. Juni 1911 heiratete er auf Schloss Haunsperg in Oberalm Marie Mautner von Markhof, welche 1899 gemeinsam mit ihrem Bruder Adolf Mautner von Markhof diesen ehemaligen Adelssitz erworben hatte.
Beruflicher Werdegang
1877 maturierte er in Salzburg, wo er 1883 bei der Landesregierung in den Staatsdienst eintrat. 1896 wurde er Leiter der eben erst neu errichteten Bezirkshauptmannschaft Hallein und 1900 der von Salzburg. Als Landesregierungsrat (seit 1904) bearbeitete er das Eisenbahn-, Wasser- und Agrarwesen.
1911 kam Thun als Hofrat nach Czernowitz (heute Ukraine) und 1912 als Bezirkshauptmann nach Bregenz, Vorarlberg. Dort übernahm er seit Beginn des Ersten Weltkrieges den Vorsitz der Landeskommission für soziale Fürsorge, der Fürsorgekommission für heimkehrende Krieger sowie der Kommission betreffend die Unterhaltsbeiträge und schuf - mit der tatkräftigen Unterstützung seiner Gattin - Institutionen zu Linderung der Not.
1916 wurde er Statthaltervizepräsident und Landesamtsdirektor in Linz und trat 1919 als Landesregierungsvizepräsident und Landesamtsdirektor in den Ruhestand, den er auf Schloss Haunsperg zubrachte.
Ehrungen
Thun war Träger des Leopoldordens (1916) und des Komturkreuzes des Franz-Josef-Ordens mit dem Stern (1917) und der Ehrenbürgerschaft der Städte Hallein und Bregenz sowie von zehn Gemeinden des Landes Salzburg (Abtenau, Adnet, Annaberg, St. Gilgen, Gnigl, Hallwang, St. Koloman, Krispl, Oberalm und Straßwalchen).
Sonstiges
Eine besondere Vorliebe hegte Thun für Mathematik. Auch war er ein begeisterter Bergsteiger, zog er doch noch als Achtziger auf weiten Wanderungen in seine geliebten Salzburger Berge.
Ableben
Thun starb am 23. Februar 1943 auf Schloss Haunsperg und liegt auf dem Friedhof zu Oberalm begraben.
Quellen und Literatur
- Mittelung der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Jahrgang 1944/1945, Nachruf auf Rudolf Graf Thun-Hohenstein im Nekrolog 1943
- Zeitungsartikel aus den Jahren 1916, 1926, 1936, 1943