Hoher Stock (Festung Hohensalzburg)
[Bild vergrößern]: 2x klicken
[Bild vergrößern]: 2x klicken
Georg Pezolt, Kupferstich
Der Hohe Stock ist das zentrale Gebäude im Inneren Schloss der Festung Hohensalzburg am Festungsberg in der Altstadt der Stadt Salzburg.
Beschreibung
Der Hohe Stock befindet sich an der Nordseite der Festung (vergleiche Foto, von der Altstadt sichtbar). Er hat vier Geschosse, sowie folgende Bauteile:
- Erdgeschoss: 'Feuergang', ein Rundbogengewölbe mit drei Geschützöffnungen; Stiegenaufgang zum Hohen Stock; Kasematte im Erdgeschoss (heute: Marionetten-Museum)
- 1. Obergeschoss: Wehrmauer mit überdecktem Wehrgang (sechs Schießscharten, ein Fenster), sowie ein Dienstbotenaufgang zum 3. Obergeschoss; Wohnräume und Leonhardskapelle (heute: Burgmuseum Festung Hohensalzburg), Stiegenaufgang
- 2. Obergeschoss: Wohnräume und Küche (heute: Rainer-Regiments-Museum)
- 3. Obergeschoss: Wohnräume: Fürstenzimmer, bestehend aus Fürstensaal oder Goldener Saal (fünf Fenster, auf Erkern, sowie der Goldenen Stube, bestehend aus zwei Räumen
- drei Feuertürme, nach Westen, nach Süden und nach Osten
Geschichte
Im Kern des vierstöckigen Gebäudekomplexes befinden sich Reste des mittelalterlichen, mehrgeschossigen Wohnhauses. Dieses Wohnhaus war nach allen Seiten freistehend. Diese erste Wohnhaus der damaligen Burg wurde etwa im 11. Jahrhundert errichtet. Um 1250 bestand Hohensalzburg aus einem romanischen, gemauerten Palas, einem Wohnhaus mit Kapelle, einem Nebengebäude und einer Ringmauer.
Fürsterzbischof Bernhard von Rohr (1466 - 1482) erhöhte die Ringmauer; markiert durch die Jahreszahl 1479 am Hohen Stock an dessen Nord- bzw. Altstadtseite.
Die nachfolgenden Zu- und Umbauten haben das ursprüngliche Wohnhaus zum Verschwinden gebracht.
Beim Umbau 1480 wurden die wohl ursprünglich vorhandenen hölzernen Zwischenwände und -decken durch das Einfügen der heute sichtbaren Gewölbe aus Stein ersetzt und die Raumhöhe erhöht.
Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach ließ um die Jahrhundertwende 14. - 15. Jahrhundert darin die Fürstenzimmer errichten. In der Goldenen Stube findet sich mehrfach die Jahreszahl 1501, im Fürstensaal findet sich am Trambalken die Jahreszahl 1502. Im Burgmuseum im zweiten Stock findet sich sein Wappen mit der Jahreszahl 1500.
Die Keutschach-Zisterne in der Nähe des Hohen Stocks wurde 1502 errichtet.
Das romanischen Quadermauerwerk besteht aus dem sehr harten Dolomitgestein des Festungsbergs.
Plan
Bildergalerie
- Hoher Stock, Außen
-
Hoher Stock, Ansicht: von Norden
-
Hoher Stock, Nordseite
-
Hoher Stock, Nordseite
-
Hoher Stock, Nordseite
-
Jahreszahl: 1479, Hoher Stock, Nordseite
-
Hoher Stock, Westseite
-
Hoher Stock, Südseite
-
Hoher Stock, von Südosten
-
Hoher Stock, Ostseite
- Hoher Stock, Innen
-
Feuergang, Ansicht: West nach Ost
-
Feuergang, Kanone 1
-
Feuergang, Kanone 2
-
Feuergang, Ansicht: Ost nach West
-
Feuergang, Stadt im Visier
-
Stiegenaufgang,Ansicht: West nach Ost
-
Romanisches Portal beim Stiegenaufgang zum Hohen Stock
-
Ringmauer, Wehrgang
-
Ringmauer, Wehrgang
-
Hoher Stock, Nordseite, Ausgussöffnung (1.OG)
- Gedenktafeln und Wappen
-
Gedenktafel an Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach; Hoher Stock, Westseite; bei Zisterne
-
Wappen von Leonhard von Keutschach, 1. Stock, 1500
-
Wappen von Leonhard von Keutschach, 2. Stock, 1500
-
Wappen von Leonhard von Keutschach, 3. Stock, Kreuzrippengewölbe, ca. 1501
-
Wappen von Fürsterzbischof Paris Graf von Lodron über dem westlichen Tor zum Hohen Stock, ca. 1643-1645
-
Wappen von Paris Graf von Lodron, Feuergang, 1645
Quellen
- www.salzburg-rundgang.at
- Zwink, Eberhard (Hrsg.), Autoren: Dopsch, Heinz; Heger, Norbert; Heinisch, Reinhard Rudolf; Schlegel, Richard; Schlegel, Walter; Wagner, Franz; Walterskirchen, Gerhard und Zaisberger, Friederike: 900 Jahre Festung Hohensalzburg, Landesfest 4. bis 12. Juni 1977, Schriftenreihe des Landespressebüros, Salzburg 1977