Archäologie

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Die Geburtsstunde der Archäologie im heutigen Bundesland Salzburg schlug unter der Besatzung der Bayern am 9. August 1815.

Geschichte

An jenem Augusttag begann die gerade erst gegründete Bayerische Akademie der Wissenschaften mit der ersten Grabung in Salzburg, in Loig. Ein Landwirt hatte dort einen Mosaikboden entdeckt. Bei den Grabungen wurden Teile eines römischen Gutshofes freigelegt. Im selben Jahr wurde dann noch eine Testgrabung beim Bürglstein durchgeführt. Das brachte einen Anrainer, den Gutsbesitzer Josef Rosenegger, auf den Gedanken, selbst zu graben. Was er auch tat und als es keine Funde mehr gab, ließ er Fälschungen herstellen.

1817 führte Louis Grenier unter der Patronanz des Fürsten Schwarzenberg Grabungen in Glas (Gemeinde Aigen) durch. Dabei wurde ein Trakt eines Herrenhauses mit elf Räumen gefunden. 1869 forschte die Gesellschaft für Salzburger Landeskunde neuerlich auf diesem Feld in Glas. Erste Grabungen am Dürrnberg wurden 1823 durchgeführt.

In der Altstadt von Salzburg fand dann 1840 die erste archäologische Grabung beim Bau des Mozart-Denkmals statt. Dabei wurde ein großes Mosaik des Archeloos mit einem Athletenkampfbild geborgen. Dieses durch Fotografien erhaltene Mosaik ist dann spurlos verschwunden.

Weltweit erste prähistorische Bergbau-Grabungen im Land Salzburg

1879 wurde der Götschenberg im Mühlbachtal bei Bischofshofen archäologisch untersucht, wo sich die erste prähistorische Siedlung Salzburgs befand. In diesem Jahr begannen, weltweit gesehen, die ersten Erforschungen des prähistorischen Bergbaus der Bergbauanlagen am Mitterberg.

Um 1910 begann mit Martin Hell eine neue Forschungsära. Der Techniker im Dienst des Landes Salzburg widmete seine gesamte Freizeit der archäologischen Erforschung des Landes Salzburg.

Der Salzburger Gymnasiallehrer und Archäologe Olivier Klose öffnete zwischen 1928 und 1932 insgesamt 16 Hügelgräber am Dürrnberg. Dabei wurde auch die keltische Schnabelkanne entdeckt. Schon zuvor hatte er römische Gebäudereste in Plain-Kemating (Maria Plain, Gemeinde Bergheim) und in der Kellau in Kuchl entdeckt.

Die Domgrabungen im Bereich des Residenzplatzes (1956 bis 1958) und des Domplatzes (1968/1969) in der Salzburger Altstadt unter Leitung von Hermann Vetters war das bedeutendste Forschungsprojekt der Nachkriegszeit. Davon geblieben ist das Domgrabungsmuseum.

Die Freilegung des hallstattzeitlichen Gräberfeldes in Uttendorf im Pinzgau erfolgte zwischen 1975 und 1990.

Zu Fundbergungen bei Notgrabungen kam es im Zuge des Umbaus des Toskanatrakts der Alten Residenz für die Universität Salzburg in den 1980er-Jahren.

In Neumarkt am Wallersee werden seit 1988 Archäologische Grabungen in Pfongau an einem Wirtschaftsgebäude einer römischen Villa durchgeführt. In Hof bei Salzburg, in Elsenwang, wurde 1990/1991 eine römische Villenanlage entdeckt, 2000 ein großartiges Badegebäude einer Villa in Salzburg-Morzg.

Quelle