Salzburger Naturschutzbund
Der Salzburger Naturschutzbund ist die Salzburger Landesgruppe des Österreichischen Naturschutzbundes, eines gemeinnützigen, unabhängigen Vereins.
Allgemeines
Der Salzburger Naturschutzbund mischt sich bei vielen gesellschaftlich wichtige Themenbereichen ein, sei es mit Kritik, sei es auch mit Vorschlägen, Expertisen oder Vorzeigeprojekten.
Das Betätigungsfeld reicht vom Tier- und Pflanzenartenschutz über den Biotop- bzw. Lebensraumschutz bis zum Landschaftsschutz. Auch Fragen der Raum(un)ordnung, des Umweltschutzes, des Luft-, Boden-, Wasser- und Gewässerschutzes, der Gentechnik, der Energieproblematik (sowohl Einsatz gegen Atomenergie und Verschwendung fossiler Energieträger gehören dazu, zugleich auch die Nutzung erneuerbarer Energieträger) bis hin zu Aktivitäten für den Klimaschutz.
Der Naturschutzbund ist eine nach dem Umweltverträglichkeitsprüfungs-Gesetz anerkannte Umweltorganisation. Er befasst sich somit auch mit problematischen Projekten wie der geplanten 380-kV-Salzburgleitung, dem Schiliftprojekt Hochsonnberg oder dem Golfplatzprojekt Anif.
Er befasst sich überdies mit gesellschaftspolitischen Themen wie dem Ausbau der direkten Demokratie in der Stadt Salzburg, z. B. im Zusammenhang mit der Grünlanddeklaration und dem Schutz der Stadtlandschaften.
Nicht zuletzt will der Naturschutzbund die Natur den Menschen näher bringen, etwa durch Vorträge, Präsentationen, Exkursionen und Informationsschriften.
Geschichte
Die Landesgruppe Salzburg des Österreichischen Naturschutzbundes wurde im Jahr 1960 gegründet.
Der Einsatz für Natur- und Umweltschutz umfasste unter anderem Überzeugungsarbeit, Umweltbildung und die Durchführung eine Reihe nachahmenswerter Projekte, wobei man auch Konfrontationen nicht scheute und Widerstand gegen zerstörerische Vorhaben leistete.
In den Bezirken trugen aktive Biotopschutzgruppen zum erfolgreichen Schutz von Lebensräumen bei; sie sorgten dafür, dass zuerst Amphibienzäune, später Amphibientunnel bei Straßen errichtet, im Pinzgau etliche Tümpel neu angelegt und verschiedene Biotoppflegemaßnahmen initiiert wurden. Pflegemaßnahmen umfassten Pacht in den 1980er- und 1990er-Jahren im [[Untersbergvorland zum Erhalt der Sumpfgladiole, die Pacht und Extensivierung zuvor gedüngter Wiesen am Wallersee (seit 1991), die Pflege der Patschgwiese im Gasteinertal oder die Betreuung eines Naturgartens am Kreuzberg in Bischofshofen.
Zwar konnte so manche Naturzerstörung nicht verhindert werden – Zersiedelung, intensive Landnutzung (Landwirtschaft, Flurbereinigung, Straßen- und Siedlungsbau,…), Bau von Kraftwerken, Golfplätze, Gewerbegebiete, Schianlagen usw. auch in sensiblen Gebieten beeinträchtigten Naturhaushalt und Landschaftsbild. Doch hält sich der Naturschutzbund zugute, dass der Zustand des Landes ohne seinen jahrzehntelangen unermüdlichen Einsatz wesentlich schlechter wäre. Als ausgewählte Erfolge dieser Arbeit werden genannt:
- Im Pinzgau der Nationalpark Hohe Tauern mit seinen Gletscherflüssen und den – dauerhaft geretteten – Krimmler Wasserfällen oder der Rauriser Urwald;
- im Lungau die wertvollen Moore etwa am Prebersee, beim Dürrenecksee oder am Seethalersee;
- im Pongau die Kalkgebirgsstöcke des Hagen- und des Tennengebirges samt den Salzachöfen;
- im Tennengau die Wildflusslandschaft an der Taugl und die Lammeröfen;
- im Flachgau die Salzachauen, der Naturpark Buchberg und die Alpenvorlandseen samt ihren Uferzonen, Streuwiesen und Mooren;
- in der Stadt Salzburg die Stadtlandschaften, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören und mittels Grünlanddeklaration großräumig gesichert wurden.
Organe
Vorstand
- Hans Kutil, Vorsitzender
- Dr. Hannes Augustin, Geschäftsführer, Schriftführer
- MMag. Dr. Johann Neumayer, Kassier
- Mag. Markus Lechner, stv. Vorsitzender
- Mag. Karin Widerin, stv. Schriftführerin
- Gabriele Esterer, stv. Kassierin
- Dir. i. R. OSR Hannes Maringer, Ehrenvorsitzender
Fachbeirat
- Dipl.-Ing. Josef Erber, Jagd, Wildökologie, delegiert von der Salzburger Jägerschaft
- Ingrid Hagenstein, Natur & Land, Kontakt BGS-Projekte
- Mag. Dr. Winfrid Herbst, Abfallwirtschaft, Umweltschutz
- Prof. OFR Dipl.-Ing. Hermann Hinterstoisser, Forstwirtschaft, Naturschutz, Alpenkonvention
- Josef A. Holzer, Biotopschutz, delegiert für die Bezirksgruppe Lungau
- Dr. Roland Kals, Alpen, Raumordnung
- Ass.-Prof. Dr. Alexander Keul, Umweltpsychologie
- Anneliese Klinger, Naturgarten, delegiert für Bezirksgruppe Pongau
- Dr. Christoph König, Umweltmedizin
- Magdalena Meikl, MSc, Herpetologie, Salamander
- Mag. Günther Nowotny, Botanik, Biotopschutz
- Univ.-Prof. i. R. Dr. Robert A. Patzner, Zoologie, Gewässerökologie
- Dipl.-Ing. Jakob Pöhacker, Ornithologie
- Erich Prechtl, grenzüberschreitende Projekte
- Dir. i.R. OSR Feri Robl, Biotopschutz, delegiert für die Bezirksgruppe Pinzgau
- Univ.-Prof. i.R. Dr. Erich Stocker, Geomorphologie
- Dr. Wilfried Schwarzenbacher, Biotopschutz, Klimaschutz
- Tanja Warter, Vet.med., Tierschutz, Tierpflege
- Mag. Andrea Zocher-Machart, Umweltbildung, Datenbank
Bisherige Vorsitzende und Geschäftsführer
Vorsitzende des Salzburger Naturschutzbundes waren bisher: 1960 – 1977: Prof. Dr. h. c. Paul Eduard Tratz 1977 – 1993: Prof. Dr. Dr. h. c. Eberhard Stüber 1993 – 2011: Univ.-Prof. i. R. Dr. Roman Türk seit 2011: Hans Kutil
Geschäftsführer des Salzburger Naturschutzbundes waren bisher: 1961 – 1965: Prof. Dr. Dr. h. c. Eberhard Stüber]] 1965 – 1983: OSR Hannes Maringer seit 1983: Dr. Hannes Augustin
Publikationen
Der Salzburger Naturschutzbund gibt viermal jährlich die Zeitschrift NATUR @ktiv heraus.
„Natur & Land“ ist hingegen die Zeitschrift des bundesweiten, des Österreichischen Naturschutzbundes.
Quellen
- Natur & Land, 99. Jg. – Heft 1/2-2013 (Jubiläumsheft), S. 68 f.: Naturschutzbund Salzburg : Seit 1960 (Hannes Augustin)
- Offizieller Webauftritt "Salzburger Naturschutzbund"