Joachim Haspinger

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Joachim Haspinger

Pater Joachim Haspinger OFMCap (* 27. Oktober 1776 in St. Martin in Gsies in Tirol; † 12. Jänner 1858 in der Stadt Salzburg) war Landesverteidiger und Pfarrer.

Leben

Eigentlich auf den Namen Johann Simon getauft, wird Haspinger als Kind der Bauersleute Johann und Ursula Haspinger in St. Martin in Gsies, einem Seitental des im heutigen Südtirol (Italien) gelegenen Pustertales, geboren. Mit 17 Jahren kommt er ins Gymnasium nach Bozen. Als 19-Jähriger kämpft er 1795 in einer Pustertaler Schützenkompanie zu Ampezzo und erhält als Auszeichnung die ständische silberne Tapferkeitsmedaille.

1802 tritt er jedoch in den Kapuzinerorden ein und empfängt am 1. September 1805 die Priesterweihe. Als "Gäupater" durchstreift er die Gegend, liest Messen, sammelt für seinen Orden und teilt Bilder, Rosenkränze und Kreuze aus, hält Begräbnisse und predigt. Er predigt den Menschen in ihrer Mundart, kennt ihre Sorgen und Nöte und weiß sie mit seinen Worten zu überzeugen. Seine Art, auf die Menschen zuzugehen, sie zu barmherzigen Taten zu bewegen, sowie die Achtung des Stolzes der Menschen der Südtiroler Berge sind Voraussetzungen für seine spätere Tätigkeit als Anführer im Koalitionskrieg um Tirol.

Im Kriegsjahr 1809 ist er Feldkaplan und später Hauptmann einer Tiroler Schützenkompanie. Auf seine Initiative hin greifen auch die Salzburger abermals zu den Waffen gegen die Franzosen und Bayern. Als mutiger, anfeuernder und mitreißender Kommandant bei der Schlacht am Berg Isel (Innsbruck) am 13. August hat Haspinger den Hauptverdienst am Sieg der Tiroler Landesverteidiger. Nach der Niederlage der Tiroler ist er auf der Flucht in die Schweiz und kommt Ende 1810 nach Wien. Am 2. und 4. November wird er vom Kaiser Franz II./I. empfangen. Haspinger erhält im Wiener Kapuzinerkloster bis Ende Dezember Herberge und tritt danach in die Seelsorge der Erzdiözese Wien ein.

Vom 27. April 1815 bis zum 31. August 1836 ist Haspinger, bis zu seinem Austritt aus der Seelsorge, Pfarrvikar von Traunfeld. Den Pfarrhof in seiner heutigen Form hat Haspinger selbst gebaut; er ist ein bleibendes Denkmal an ihn. Haspinger versucht in dieser Zeit mehrmals, Pfarrer einer Pfarre zu werden. Da er jedoch nie die Pfarrkonkursprüfung ablegte, die ihn zur Führung einer Pfarre berechtigt, wird er nie berücksichtigt. Am 22. Dezember 1835 bescheinigt ihm der Distriktsphysikus in Gaunersdorf (Gaweinstal), Dr. Hunz, dass er „zur Ausübung der pfarrlichen Verrichtungen unter den ungünstigen Verhältnissen seines dermaligen beschwerlichen Kirchenganges wohl nicht mehr tauglich“ sei. Deswegen schreibt Haspinger am 10. Jänner 1836 ein Gesuch, ihn mit 1. März aufgrund seines Alters (nach eigener Angabe 63 Jahre) von der Seelsorge zu entheben. Nach Ende seiner Seelsorge will er sich in Wien niederlassen. Am 13. November 1845 schenkt er den von ihm in Traunfeld gebauten Keller ohne Presshaus im Wert von 200 fl. zuzüglich 80 fl. C.M. in bar zur Nutzung durch den Seelsorger von Traunfeld. Daraus errichtet Haspinger am 9. Oktober 1847 eine Jahrtagsstiftung. Nach seinem Tode sollen jährlich zwei Requien gehalten werden.

1854 bewilligt ihm der Kaiser eine Gnadenwohnung in der Stadt Salzburg-Neustadt im Schloss Mirabell. Haspinger zieht am 4. September ein und feiert im darauffolgenden Jahr sein goldenes Priesterjubiläum am 9. September in der Kollegienkirche mit einem Festgottesdienst.

Noch zu Lebzeiten, wohl seinen Tod ahnend, bestimmt Haspinger am 18. Dezember 1857 mündlich seine einzige noch lebende Schwester Magdalena Jatschka in Wolfpassing Nr. 139 zur Haupterbin. Am 12. Jänner 1858 stirbt Haspinger unter dem Beistand des Salzburger Erzbischofs Maximilian Josef von Tarnóczy. Am 16. März wird Haspinger nach Innsbruck überführt und in der Hofkirche neben Andreas Hofer und Josef Speckbacher beigesetzt.

Straßenbenennung in Salzburg

Nach ihm ist die Joachim-Haspinger-Straße im Salzburger Stadtteil Lehen benannt.

Bildergalerie

Bild 1: Bild links oben Pater Joachim Haspinger.
Bild 2: Gedenktafel P. Joachim Haspinger im Schloss Mirabell
Bild 3: Josef Speckbacher, Andreas Hofer und Joachim Haspinger, Abbild v. Gemälde in Innsbruck

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Quellen

die ursprüngliche Quelle - hochleithen.at/verein_pater_haspinger5.htm - war bei einer Kontrolle nicht mehr abrufbar