Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt das Berghotel Rudolfshütte ab dem Jahr 2004. Ein eigener Artikel befasst sich mit der historischen Rudolfshütte.
Das Berghotel Rudolfshütte im September 2016
Das Berghotel Rudolfshütte mit dem Weißsee 2011.
Der Weißsee mit dem Berghotel Rudolfshütte im August 2020.
Berghotel Rudolfshütte
Rudolfshütte Weißsee 2010

Das Berghotel Rudolfshütte, das ehemalige Alpinzentrum Rudolfshütte, ist ein hochalpines drei-Sterne-Plus-Berghotel in Uttendorf am Weißsee auf 2 315 m ü. A. in den Ostalpen im Bereich der Hohen Tauern in den Zentralalpen am Südende des Stubachtals im Pinzgau.

Geschichte

Das Berghotel Rudolfshütte befindet sich in der Weißsee Gletscherwelt, am Rande noch außerhalb des Nationalparks Hohe Tauern. Das Hotel hatte der Zeller Hotelier Dr. Wilfried Holleis 2004 vom Alpenverein erworben. 20 Millionen Euro investierte er seit damals bis 2024 ins Hotel.[1] Es ist mit den Aufstiegshilfen der Weißsee Gletscherbahn vom Enzingerboden aus in ca. 20 Minuten mit der Sechser-Umlaufbahn über die Mittelstation am Grünsee zur Bergstation erreichbar. Von dort führt ein wettersicherer Verbindungsgang direkt zum Berghotel Rudolfshütte.

Das Hotel verfügt aktuell (2024[1]) über 107 Zimmer mit insgesamt 352 Betten in modernen Zimmern, Appartements und Bettenlager. Als Besonderheit bietet das Berghotel Rudolfshütte Österreichs höchstgelegenes Hallenbad, eine Saunalandschaft und eine große Boulderwand. Das Angebot ist familienfreundlich, da bis zu zwei Kinder bis zwölf Jahre in Begleitung der Eltern können auf der Rudolfshütte inklusive Halbpension gratis im Elternzimmer übernachten und im Winter einen Gratis-Skipass für die Weißsee Gletscherwelt erhalten.[2]

Sieben Jahre nach dem Kauf der Rudolfshütte konnte Dr. Holleis im Winter 2010/2011 erste wirtschaftliche Erfolge verbuchen. Die Winterauslastung seines Berghotels Rudolfshütte lag bei 90 Prozent und im März 2011 rechnete er erstmals mit 8 000 Nächtigungen. Und dies bei nur 82 Zimmern, die teilweise mit vier Betten ausgestattet sind, die für die Familienangebote verwendet werden.[3].

Ausbau 2011

Im Sommer 2011 hatte Holleis das Berghotel 15 Millionen Euro erweitert. Er wollte eine "Rudolfshütte 2" als drei-Sterne-Plus-Hotel der gehobenen Kategorie errichten. Die erste Baustufe umfasste 50 Zimmer. Das neue Hotel bietet einen eigenen Wellness-Bereich und einen kleiner Shop ist. Denn die nächste Einkaufsmöglichkeit für Gäste ist eine Stunde weiter talwärts gelegen. Wasser und Energie wird aus eigenen Quellen, Sonne und Wind geliefert.[3]. Es wurde eine einzigartige thermische Solaranlage mit einer Kollektorfläche von 292 m² errichtet, die Sanierung der Dachflächen und der Außenwände einschließlich Wärmedämmung durchgeführt. So können jährlich rund 30 000 kg CO2 eingespart werden. Die alten Fenster wurden in Absprache mit der Naturschutzbehörde gegen Vogelschutzfenster ausgetauscht. Das sind spezielle Scheiben, die durch eine Außenreflexion von weniger als 15 Prozent Beeinträchtigungen der Zugvögel vermeiden.

2020: Geplante Ausbau wurde durch die Infektionskrankheit Covid-19 gestoppt

Nach rund zehn Jahren Vorlaufzeit sollte Ende April 2020 der Spatenstich zu einer Erweiterung erfolgen. Das drei-Sterne-Plus-Hotel mit mittlerweile 90 Zimmern sollte um 40 Zimmer erweitert werden. Auch eine große Solaranlage, ein Wellnessbereich und eine Kegelbahn waren geplant. Die Genehmigungen lagen schon lange vor. Holleis wartete aber, bis die ÖBB mit dem Bau des unterirdischen Pumpspeicherkraftwerks Tauernmoos begannen, damit man Synergien nutzen kann. Nach der durch die Schneemassen erzwungenen Sperre der Zufahrtsstraße im Jänner 2019 war der Ausbruch der Infektionskrankheit Covid-19 im März 2020 der zweite Rückschlag für das Skigebiet. Im Sommer 2020 konnte er aber dann doch mit dem Ausbau beginnen.

Ausbau 2024

Im Sommer 2024 will Holleis das Hotel erweitern. Endgültig genehmigt ist der Ausbau noch nicht, eine wichtige Hürde nahm das Projekt aber nun: Laut Bescheid der Landesregierung ist für das Vorhaben in Uttendorf keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig. Laut Bescheid sollen künftig in dem Hotel am Rande des Nationalparks Hohe Tauern bis zu 576 Gäste beherbergt werden können. Bemerkenswert ist, dass der Zubau bereits fertig ist, zumindest die äußere Hülle. Der Ausbau erfolgte 2020 und war genehmigt - allerdings für Suiten mit deutlich weniger Betten, einen Veranstaltungssaal und ein größeres Wellness-Angebot. Da man sich auf Familien als Zielgruppe fokussiere, wolle man nun im Inneren statt der Suiten Familienzimmer einbauen, sagt Hotelier Holleis: "40 zusätzliche Zimmer mit 160 Betten sind geplant." 107 Zimmer habe die Rudolfshütte aktuell. Die im Bescheid angeführten 224 zusätzlichen Betten plane man vorerst nicht voll auszunutzen.

Die Pläne des Ausbaus werden seit zehn Jahren verfolgt. Dass Genehmigungen so lange dauerten, sei für ihn unverständlich. "Ich bin der Meinung, dass die Natur für die Menschen da ist. Es gibt in meiner Weltanschauung eine Prioritätenliste, und die ist sicher anders als jene der Grünen. Die erfinden lieber noch ein Moos und noch eine Kröte, die wir schützen müssen." Der UVP-Bescheid sei ein erster Schritt.

Uttendorfs Bürgermeister Hannes Lerchbaumer (SPÖ) begrüßt die Erweiterung indes. "Ich unterstütze den Ausbau voll. Seitens der Gemeinde sind alle nötigen Beschlüsse da." Wie verträgt sich ein Großhotel mit dem angrenzenden Nationalpark? "Ich sehe das nicht kritisch. Es sind ja ohnehin viele Besucher am Berg. Es gibt den Seilbahnbetrieb und das ÖBB-Kraftwerk. Die Landschaft ist in dem Bereich ja bereits von der Technik geprägt."[1]

Besonderes

Das Berghotel Rudolfshütte beherbergt die zweithöchst gelegene Wetterstation im Land Salzburg.

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 www.sn.at, 20. Juni 2024: "Berghotel Rudolfshütte baut aus: Bis zu 576 Betten sind am Weißsee geplant"
  2. www.alpinzentrum-rudolfshuette.at, Sommerpreise 2024, abgefragt am 20. Juni 2024
  3. 3,0 3,1 www.sn.at, Archiv der "Salzburger Nachrichten", 26. März 2011