Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt den Weinbau in Salzburg und seine Geschichte. Über die Pflanze informiert der Artikel Wein.
Weinbau im Bertoldzwinger unter der der Richterhöhe

Die Geschichte des Weinbaus in Salzburg reicht vielleicht bereits bis in die Zeit der Römer zurück.

Einleitung

Der Weinstock war in Salzburg stets eine schwer zu kultivierende Kulturpflanze. In der frühen Neuzeit erlosch der Weinanbau vollständig. Bis heute ist er eine Ausnahmeerscheinung und nur elten anzutreffen. Alte mittelalterliche Flurnamen aber belegen, dass früher einmal im Stadtgebiet wie in der Umgebung der Stadt Salzburg Weinbau betrieben wurde. Angenommen wird, dass am Hauns-, Plain- und Gersberg auch Weingärten lagen, weil dort Flurbezeichnungen wie Weinanger, Weinleiten, Weinwiese, Weingarten anzutreffen sind. Einige Urkunden berichten über Weingärten. 1139 wurde eine Schenkung an das Domkapitel erwähnt[1]. 1170 schenkte dem Domkapitel ein Burggraf Meingatt „Burg und Hof am Högel" mit Forst und 14 Weingärten (heute Bayern). Fürsterzbischof Matthäus Lang legte in Nonntal einen Weingarten an.

1842 wurden im Gasthof Weingarten beim Daun-Schlössl in Kleinstmengen Weinstöcke edler Sorte einzeln und in Partten angeboten. Der Weinanbau fiel wesentlich wohl der Klimaverschlechterung in der frühen Neuzeit zum Opfer. Daher geriet der Anbau von ohnedies saurem und ohne Würzung und Nachsüßung wenig genussfähigem Wein ins Stocken. Man erinnert sich jedoch daran, dass hier neben der Weinrebe vereinzelt auch der Maulbeerbaum gediehen ist und auch echte (Edel)Kastanienbäume.[2] Mittlerweile ist jedoch wissenschaftlich bekannt, dass sich das Klima über die Jahrhunderte hinweg verändert hat. Auch haben Naturkatastrophen wie Vulkanausbruch des Tambora (1816 - Das Jahr ohne Sommer) in den folgenden Jahren zu einer Abkühlung in Europa geführt und bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zum Anwachsen der Gletscher im Ostalpenraum geführt.

Stadt Salzburg

In der Stadt Salzburg gab es im Mittelalter d.h. vor Jahrhunderten etwa am Rainberg und am Bürglstein Weingärten.

1391 konnte das Erzstift das Gebiet um den Roten Turm auf dem Mönchsberg erweitern. Dabei wird auch ein Weingarten bei diesem Turm erwähnt.[3]

2008 begannen die Pfasdfinder im kleinen Maßstab wieder mit einem Weinbau, allerdings nahe der Richterhöhe auf dem Mönchsberg, der von den Salzburger Pfadfindern ins Leben gerufen wurde. Am 21. Juni 2012 wurde im Arthotel Blaue Gans in der Salzburger Altstadt der Jahrgang 2011 von der Richterhöhe - der "Paris Lodron Zwinger" - vorgestellt. An diesem Ort war zwar - schon aus verständlichen wehrtechnischen Gründen selbst im Mittelalter - nie Weinanbau betrieben worden, wohl aber gab es - vor allem an den Südhängen der Stadtberge und außerhalb der Wehranlagen - vereinzelt einen solchen mittelalterlichen Weinanbau.

Schon der 2010er Jahrgang des Pfadfinderweines wurde von der Fachwelt gelobt. Beim 2012er sei noch einmal ein Qualitätssprung gelungen, meinte Hotelier Andreas Gfrerer nach dem ersten Probeschluck. Vom 2012er Jahrgang, der in Pfadfinderkreisen um 40 Euro je Flasche verkauft wurde, gab es 500 Flaschen. Produziert wurden die beiden Jahren von den Salzburger Pfadfindern unter der Anleitung des Wachauer Winzers Martin Mittelbach vom "Tegernseehof". Auf dem Bucklreuth zwischen Mönchs- und Rainberg hatte Christian Sturm mehr als 1 200 Weinstöcke gesetzt, dessen Arbeitstitel Mönchsberg Sparkling lautet. Dieser Salzburger Weinbau wird, trotzdem er stets eine Randerscheinung geblieben war, von den Pfadfidnern in einem eigenen Salzburger Weinbaumuseum im Militärwachthaus vorgestellt werden.

Weingärten in Städten gibt es noch in der französischen Hauptstadt Paris. Dort wird der Clos de Montmartre aus den Reben von 1 900 Weinstöcken gekeltert. Rund 1 700 Halbliterflaschen können davon abgefüllt werden. Unter Sammlern werden bis zu 600 Euro für eine Flasche bezahlt.

Land Salzburg

Im 19. Jahrhundert wurde von Johann Baptist Baumgartner am Adneter Riedl ein Weinberg, welcher 1 500 Rebstöcke unterschiedlicher Sorten umfasste, angelegt. Der Weinanbau existierte jedoch lediglich knapp zehn Jahre von August 1854 zum Jahr 1864 und wurde, aufgrund mangelndem Ertrags, wieder eingestellt. Noch heute befindet sich an dieser Stelle das Weinhüterhäuschen, das auch unter den Namen Grill- oder Geisterhäusel bekannt ist.[4]

 
Geisterhäusel (ehemaliges Weinhüterhäuschen) am Adneter Riedl

Im Bereich des Schlosses Heuberg im Pinzgau gab es früher einige Weingärten[5].

2001 begann Marianne Witzko in Großgmain auf 470 m ü. A. unterhalb des Untersbergs auf ihrem Reiterhaindlhof Reben anzupflanzen. Sie setzte 3 000 Rebstöcke, 2002 kamen weitere 1 000 dazu.

Zu gleicher Zeit wie auf der Richterhöhe (2008) wurden von Schülern der Privathauptschule Michaelbeuern von der Benediktinerabtei Michaelbeuern knapp 1 000 Rebstöcke unweit der Abtei auf der sogenannten Alm angepflanzt. Grüner Veltiner, Gelber Muskateller und Zweigelt reifen nun an den Hängen heran und sollen 2011 den ersten Wein von "Vinumburanum" bringen. Dann sollen noch weitere 3 000 Rebstöcke folgen, kündigten die Projektleiter Wolfgang Kaiser und Hannes Reichl an. Damit soll die lange Tradition des Weinbaus dieser Abtei, die bis ins 15. Jahrhundert zurück reicht, wieder aufgenommen werden. 2011 wurden je 100 Flaschen Zweigelt und Grüner Veltiner gekeltert.

Bio-Wein soll es ab 2022 am Wolfgangsee geben, der aus einer Lage im Garten des Hotels Hollweger in St. Gilgen kommt.

Literatur

Quellen

Einzelnachweise

  1. Urkunde auf monasterium.net
  2. ANNO, Salzburger Volksblatt, 7. November 1942, Seite 5
  3. * Hahnl, Adolf: St. Peter und die Stadt Salzburg, in: Das älteste Kloster im deutschen Sprachraum - St. Peter in Salzburg. Katalog zur 3. Landesausstellung 15. Mai–26. Oktober 1982, Red.: Heinz Dopsch und Roswitha Juffinger (Salzburg 1982) S. 46.
  4. Quelle Penninger, Ernst: "Die Straßennamen der Stadt Hallein", Sonderdruck aus: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Band 110, Salzburg 1970
  5. Quelle Salzburgwiki-Artikel Schloss Heuberg