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| | ==Name== | | ==Name== |
| − | Das Wort '''Schranne''' bezeichnete ursprünglich den Ort der Rechtsprechung in einer Stadt, abgeleitet von dem althochdeutschen Wort ''scranna'' (Stuhl, Bank) und dem mittelhochdeutschen ''schranne'' (Tisch, Bank; vgl. das verwandte Wort ''Schranke'' und sowie das italienische Wort ''la scranna'' − der Richterstuhl); da dieser Ort meist auch sehr zentral lag, entstanden um ihn herum auch die Brot- und Getreidemärkte, [[Städtische Fleischbank|Fleischbänke]] und andere Märkte. Das Wort ''Schranne'' bezeichnet aber auch Lagerhallen. | + | Das Wort ''Schranne'' bezeichnete ursprünglich den Ort der Rechtsprechung in einer Stadt, abgeleitet von dem althochdeutschen Wort ''scranna'' (Stuhl, Bank) und dem mittelhochdeutschen ''schranne'' (Tisch, Bank; vgl. das verwandte Wort ''Schranke'' und sowie das italienische Wort ''la scranna'' − der Richterstuhl); da dieser Ort meist auch sehr zentral lag, entstanden um ihn herum auch die Brot- und Getreidemärkte, [[Städtische Fleischbank|Fleischbänke]] und andere Märkte. Das Wort ''Schranne'' bezeichnet daher auch Lagerhallen. |
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| − | ==Gerichtsplatz== | + | ==Geschichte== |
| − | Unter freiem Himmel fand im [[Mittelalter]] das ''Malefizgericht'' statt. Der Richterstab und die formenreiche Sprache waren für die Bevölkerung eine willkommene Abwechslung in ihrem Alltag. Diese Gerichtstage weiteten sich dann im Laufe der Zeit durch fahrende Händler, Zahnbrecher und Gaukler zu Märkten aus. Am Land hielt man ''Schranne'' an [[Taidingtisch]]en. | + | === Schranne als Gerichtsplatz === |
| | + | In der Stadt Salzburg lag die ursprüngliche ''Schranne'' am heutigen [[Waagplatz]]. Unter freiem Himmel fand im [[Mittelalter]] das ''Malefizgericht'' statt. Der Richterstab und die formenreiche Sprache waren für die Bevölkerung eine willkommene Abwechslung in ihrem Alltag. Diese Gerichtstage weiteten sich dann im Laufe der Zeit durch fahrende Händler, Zahnbrecher und Gaukler zu Märkten aus. Am Land hieß der Gerichtsort [[Taiding]]. |
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| − | ==Geschichte== | + | === Schranne als Marktplatz === |
| − | In der Stadt Salzburg lag die ursprüngliche ''Schranne'' dort, wo sich heute der [[Waagplatz]] befindet. Dies war auch der erste [[Märkte der Stadt Salzburg im Spätmittelalter|Marktstandort der Stadt]]. Später verlagerte sich der Markt auf und um den [[Alter Markt|Alten Markt]], wobei auch die angrenzenden Straßen und Plätze für verschiedene [[Salzburger Märkte]] (etwa den Grünmarkt, den Strohmarkt, den Milchmarkt oder den Eiermarkt) verwendet wurden.
| + | Der Waagplatz war auch der erste [[Märkte der Stadt Salzburg im Spätmittelalter|Marktstandort der Stadt]]. Später verlagerte sich der Markt auf und um den [[Alter Markt|Alten Markt]], wobei auch die angrenzenden Straßen und Plätze für verschiedene [[Salzburger Märkte]] (etwa den Grünmarkt, den Strohmarkt, den Milchmarkt oder den Eiermarkt) verwendet wurden. |
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| − | ''Schrannen'' im Sinne von Lagerhallen gab es auch zwei in der Stadt Salzburg: bis in den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] befand sich die ''Schrannenhalle'' an der rechten Seite der [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]] in der Neustadt, wo ja noch heute der Schrannenmarkt stattfindet. Diese ''Schranne'' war ein von Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo|Colloredo]] [[1788]] bis [[1790]] erbauter Kornspeicher. Beim großen [[Stadtbrand Salzburg 1818|Stadtbrand]] am [[30. April]] [[1818]] wurde das Dach zerstört, die oberste Geschoßdecke beschädigt, die Wiederherstellung aber erst [[1833]] vollendet. Am [[17. November]] [[1944]] wurde das Schrannengebäude durch einen [[Bomben auf Salzburg|Bombentreffer]] schwer beschädigt, die noch erhaltenen Reste mussten nach dem Krieg abgerissen werden. Die ''Schrannenhalle'' übersiedelte in der Folge in die [[Alpensiedlung]], genauer an die [[Adolf-Schemel-Straße]] in der Nähe des [[Ginzkey-Platz]]es in Richtung [[Salzach]]. Die dortigen Lagerhallen wurden aber ebenfalls schon vor vielen Jahren aufgelassen. | + | ''Schrannen'' im Sinne von Lagerhallen gab es auch zwei in der Stadt Salzburg: bis in den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] befand sich die Schrannenhalle an der rechten Seite der [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]] in der Neustadt, wo ja noch heute der Schrannenmarkt stattfindet. Diese Schrannehalle war ein von [[Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo|Colloredo]] [[1788]] bis [[1790]] erbauter Kornspeicher. Beim großen [[Stadtbrand Salzburg 1818|Stadtbrand]] am [[30. April]] [[1818]] wurde das Dach zerstört, die oberste Geschoßdecke beschädigt, die Wiederherstellung aber erst [[1833]] vollendet. Am [[17. November]] [[1944]] wurde das Schrannengebäude durch einen [[Bomben auf Salzburg|Bombentreffer]] schwer beschädigt, die noch erhaltenen Reste mussten nach dem Krieg abgerissen werden. Die ''Schrannenhalle'' übersiedelte in der Folge in die [[Alpensiedlung]] an die [[Adolf-Schemel-Straße]] in der Nähe des [[Ginzkey-Platz]]es in Richtung [[Salzach]]. Die dortigen Lagerhallen wurden aber ebenfalls schon vor vielen Jahren aufgelassen. |
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| − | Während des Zweiten Weltkriegs gab es keine Schranne im Sinne eines Markbetriebes. Am [[14. Juli]] [[1955]] kehrte der Schrannenmarkt von der [[Franz-Josef-Straße]] und der [[Haydnstraße]] zur Andräkirche, wie vor 1938, zurück. | + | Während des Zweiten Weltkriegs gab es keine Schranne im Sinne eines Marktbetriebes. Am [[14. Juli]] [[1955]] kehrte der Schrannenmarkt von der [[Franz-Josef-Straße]] und der [[Haydnstraße]] zur Andräkirche, wie vor 1938, zurück. |
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| | ===Preise von Seinerzeit=== | | ===Preise von Seinerzeit=== |
| − | Am [[4. Jänner]] [[1951]] gab es keine Butterknappheit mehr auf der Schranne. Auf dem ersten Schrannenmarkt im neuen Jahr kostet Butter 18,70 bis 19 Schilling pro Kilogramm. Eier werden zum Preis von 1,20 bis 1,30 [[Schilling]] gehandelt. Die weiteren Kilopreise: Kartoffeln 65 und Weißkraut 80 Groschen, Zwiebeln 2, Knoblauch 6, Sauerkraut 2,50 Schilling, Karotten 90 Groschen, Kohl 1,40 bis 1,50 Schilling. Reh- und Hirschfleisch gibt es zu 14 Schilling je Kilogramm, Fasane zu 25 Schilling je Stück. Back- und Suppenhühner werden um 17 bis 19, Gänse und Enten um 18 bis 20 und Äpfel um 1 bis 1,30 Schilling pro Kilogramm angeboten. | + | Am [[4. Jänner]] [[1951]] gab es keine Butterknappheit mehr auf der Schranne. Auf dem ersten Schrannenmarkt im neuen Jahr kostet Butter 18,70 bis 19 [[Schilling]] pro Kilogramm. Eier werden zum Preis von 1,20 bis 1,30 [[Schilling]] gehandelt. Die weiteren Kilopreise: Kartoffeln 65 und Weißkraut 80 Groschen, Zwiebeln 2, Knoblauch 6, Sauerkraut 2,50 Schilling, Karotten 90 Groschen, Kohl 1,40 bis 1,50 Schilling. Reh- und Hirschfleisch gibt es zu 14 Schilling je Kilogramm, Fasane zu 25 Schilling je Stück. Back- und Suppenhühner werden um 17 bis 19, Gänse und Enten um 18 bis 20 und Äpfel um 1 bis 1,30 Schilling pro Kilogramm angeboten. |
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| − | == Die Schranne heute == | + | == Die Schranne als Markt heute == |
| | Der wöchentliche Straßenmarkt wird jeweils von rund 9 000 Besuchern frequentiert. Angeboten werden vor allem Lebensmittel mit Schwerpunkt auf Obst und Gemüse, aber auch Fleisch, Wurst, Speck und Fisch. | | Der wöchentliche Straßenmarkt wird jeweils von rund 9 000 Besuchern frequentiert. Angeboten werden vor allem Lebensmittel mit Schwerpunkt auf Obst und Gemüse, aber auch Fleisch, Wurst, Speck und Fisch. |
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| | == Termine == | | == Termine == |
| − | Jeden Donnerstag von 5 bis 13 Uhr. Ist der Donnerstag ein gesetzlicher Feiertag, wird der Markt am Mittwoch abgehalten, ebenso wenn der 24. und 31. Dezember auf einen Donnerstag fallen. Fallen diese beiden Tage auf einen Mittwoch, findet der Markt jeweils am Dienstag statt, fällt der 24. Dezember auf einen Dienstag, entfällt der Schrannenmarkt in dieser Woche. | + | Jeden Donnerstag von 05 bis 13 Uhr. Ist der Donnerstag ein gesetzlicher Feiertag, wird der Markt am Mittwoch abgehalten, ebenso wenn der 24. und 31. Dezember auf einen Donnerstag fallen. Fallen diese beiden Tage auf einen Mittwoch, findet der Markt jeweils am Dienstag statt, fällt der 24. Dezember auf einen Dienstag, entfällt der Schrannenmarkt in dieser Woche. |
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| | === Absage=== | | === Absage=== |
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| | : ''Telefon: (06 62) 80 72-0'' | | : ''Telefon: (06 62) 80 72-0'' |
| | : ''E-Mail: markt-veterinaeramt@stadt-salzburg.at'' | | : ''E-Mail: markt-veterinaeramt@stadt-salzburg.at'' |
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| − | == Quellen und Literatur ==
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| − | * [[Herbert Dorn|Dorn, Herbert]]; Husty, Peter: ''Spurensuche in Salzburg. Verschwundene Bauwerke und vergessene Kunstschätze aus acht Jahrhunderten'', hg. vom [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]], 2. Aufl. Salzburg 1997.
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| − | * [http://www.salzburgerschranne.at/ Stadt Salzburg, Schrannenmarkt]
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| − | * [http://www.stadt-salzburg.at/internet/stadtverwaltung/allgemeinebezirksver/t2_86224/t2_86792/t2_144647/t2_24810/p2_198512.htm Stadt Salzburg im Internet]
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| − | * [[Benutzer:Peter Krackowizer]]
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| − | * Ergänzungen Text: "Steirisches Kürbiskernöl" [[Benutzer:Andrea1984|Andrea Loidl]], Bilder: mit persönlicher Erlaubnis von Marktfahrer Manfred Theißl, vom 18. 11. 2010 und vom 22. 06. 2011 eingefügt
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| | ==Bildergalerie== | | ==Bildergalerie== |
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| | Datei:Schranne. obst 014.jpg|Schrannenmarkt in Salzburg, Angebot im Herbst | | Datei:Schranne. obst 014.jpg|Schrannenmarkt in Salzburg, Angebot im Herbst |
| | Datei:Denkmal_Marktfrau_Schranne.jpg|[[Marktfrauen-Brunnen]] an der Nordseite der Andräkirche | | Datei:Denkmal_Marktfrau_Schranne.jpg|[[Marktfrauen-Brunnen]] an der Nordseite der Andräkirche |
| − | Datei:Auszeichnung.jpg|Der "Kürbiskernölbaron" Manfred Theißl: 3. Platz unter 3.000 Teilnehmern | + | Datei:Auszeichnung.jpg|Der "Kürbiskernölbaron" Manfred Theißl: 3. Platz unter 3 000 Teilnehmern |
| | Datei:Auszeichnung_K%C3%BCrbiskern%C3%B6l_2011.jpg|Der "Kürbiskernölbaron" Manfred Theißl: 3. Platz in der Kategorie "Bestes Steirisches Kürbiskernöl" 2011 | | Datei:Auszeichnung_K%C3%BCrbiskern%C3%B6l_2011.jpg|Der "Kürbiskernölbaron" Manfred Theißl: 3. Platz in der Kategorie "Bestes Steirisches Kürbiskernöl" 2011 |
| | Datei:Schwammerl aus dem Lungau auf der Schranne.JPG|[[Pilzesuchen|Schwammerl]] aus dem [[Lungau]] auf der Schranne | | Datei:Schwammerl aus dem Lungau auf der Schranne.JPG|[[Pilzesuchen|Schwammerl]] aus dem [[Lungau]] auf der Schranne |
| | Datei:Schranne, Spitzkraut.JPG|Schrannenbesuch im März, Gemüse hat immer Saison | | Datei:Schranne, Spitzkraut.JPG|Schrannenbesuch im März, Gemüse hat immer Saison |
| | </gallery> | | </gallery> |
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| | + | == Quellen und Literatur == |
| | + | * [[Herbert Dorn|Dorn, Herbert]]; Husty, Peter: ''Spurensuche in Salzburg. Verschwundene Bauwerke und vergessene Kunstschätze aus acht Jahrhunderten'', hg. vom [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]], 2. Aufl. Salzburg 1997. |
| | + | * [http://www.salzburgerschranne.at/ Stadt Salzburg, Schrannenmarkt] |
| | + | * [http://www.stadt-salzburg.at/internet/stadtverwaltung/allgemeinebezirksver/t2_86224/t2_86792/t2_144647/t2_24810/p2_198512.htm Stadt Salzburg im Internet] |
| | + | * [[Benutzer:Peter Krackowizer]] |
| | + | * Ergänzungen Text: "Steirisches Kürbiskernöl" [[Benutzer:Andrea1984|Andrea Loidl]], Bilder: mit persönlicher Erlaubnis von Marktfahrer Manfred Theißl, vom 18. 11. 2010 und vom 22. 06. 2011 eingefügt |
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| | ==Fußnote== | | ==Fußnote== |
| | <references/> | | <references/> |
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| | + | [[Kategorie:Geschichte]] |
| | [[Kategorie:Kulturgeschichte]] | | [[Kategorie:Kulturgeschichte]] |
| − | [[Kategorie:Geschichte]] | + | [[Kategorie:Einkaufen]] |
| | [[Kategorie:Markt]] | | [[Kategorie:Markt]] |
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| | [[Kategorie:Neustadt]] | | [[Kategorie:Neustadt]] |
| − | [[Kategorie:Stadt Salzburg]]
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| | [[Kategorie:Andräviertel]] | | [[Kategorie:Andräviertel]] |